Stabheuschrecken haben, wie alle Insekten, sechs Beine. Ihr Körper ist etwa 5 cm lang, ihre Schrittweite beträgt bei normalem Laufen etwas weniger als 2 cm. Dennoch können sie 5 cm breite Lücken überwinden.
Ist die Kontrolle von sechs Laufbeinen überhaupt ein Problem? Hat die Stabheuschrecke dafür ein ausgeprägtes, komplexes Lauf-Gehirn, denn immerhin sind pro Bein je 3 Gelenke zu koordinieren? Weit gefehlt: die Bewegungskoordination erfolgt dezentral.
Was daraus für die Konstruktion von Robotern folgt, was wir Menschen von der Stabheuschrecke lernen können und warum sich Wissenschaftler mit der Stabheuschrecke beschäftigen - das klärt Thomas Prinzler im Gespräch mit dem Bielefelder Kybernetikprofessor Holk Cruse.