Latschen, oder auch Legeföhren genannt, gibt es nur in den Bergen, da wäre der Aufwand schon etwas zu viel.
Hallo Roland, aber auch ein Hallo an alle Anderen, die sich mit den chapae abgemüht hatten.
@Roland: Auf dein Zitat bezogen, möchte ich dich auf einen Irrtum hinweisen. Es ist nicht die Latsche oder Legföhre, die nur ab ca. 800 Höhenmetern bei uns überlebt, sondern dabei handelt es sich um Pinus cembra - die Arve. Die Latsche, Berg- oder Legföhre dagegen ist Pinus mugo in allen Variationen von bodendeckend bis 5m hoch, die man - wenigsten hier im Kanton Zürich - in den meisten Vorgärten pflanzt. Es ist die kleine, dichte Kiefer, die überall rumsteht. Auch ein Superfutter übrigens für isabellae, dubernardi, felicis und Co.
@ Heinz: Um deine Frage nun eindeutig aber leider wenig hilfreich zu beantworten, meine chapae habe ich an eben dieser Pinus mugo erfolgreich bis zum Kokon gezüchtet. Ich warte nun auf die Falter, die da kommen sollen. Letztes Jahr hatte ich Eier von Viktor auch aus China. Die gingen ebenfalls prima, doch der Stamm wollte von Pinus nichts wissen, sondern zog Weisstanne (Abies alba) allem anderen vor. Die heurigen Tiere dagegen frassen daran nur solala. Die Rottanne (Picea abies) und die Serbische Fichte (Picea omorika) wurden ebenfalls ordentlich gefressen, doch wenn Pinus vorhanden war, sind alle da drauf gewechselt. Also blieb ich dabei. Die Zucht wurde bei rund 20°C und luftig, ab L4 am eingestellten Futter, durchgeführt - genau wie die dubernardi und die felicis - und jeden Tag habe ich die Tiere mit den Ästen kräftig besprüht. Leider sind dann vor dem Einspinnen doch noch viele Raupen von den Stängeln gefallen. Hat ausgesehen wie eine Viruserkrankung (Schlaffheit). Ich nehme also nicht an, dass es am Futter lag. Drei Kokons sind es aber geworden und die Puppen drin sind noch munter. Die erste Zucht (2008 ) ging wohl in die Hose, weil ich ZU vorsichtig war. Ich liess die Temperatur nicht über 15°C steigen, was die Zuchtdauer verewigte. Dazu ist es viel schieriger, dass die nassen Äste in vernünftiger Zeit wieder abtrocknen - so wie in der Natur, wenn die Sonne den Bergnebel vertreibt und einheizt. Na jedenfalls ging es diesmal genauso schnell wie mit den dubernardi. Ich stelle ein Bild einer erwachsenen Raupe an P.mugo fressend rein und hoffe, bald auch welche von frischen Faltern knipsen zu können.
Noch was zum Futter: Trotz meiner Kritik von vorgestern, so möchte ich Serge nicht einer gezielten Fehlinformation bezichtigen. Er ist ja noch relativ jung und neigt vielleicht dazu zu generalisieren. Sicher haben wir alle schon die unangenehme Erfahrung gemacht, dass ein angegebenes Futter nicht angenommen wurde, obwohl die Eltern der Tiere daran gefressen haben sollen. Ich selbst habe schon mehrfach erlebt, dass selbst nachgezogenen Tiere (v.a. Rothschildia hesperus, hopfferi, amoena und cincta) das Futter ihrer Eltern mit keinem Blick gewürdigt haben, obwohl es vom selben Strauch / Baum geschnitten wurde! Und noch viel öfter musste ich erfahren, dass eine Pflanze die an einem Ort favorisiert, von den Geschwistern an einem andern Ort völlig verweigert wird. An Robinie z.B. habe ich mein ganzes Leben lang noch keine einzige Raupe über L1 hinaus gebracht. Aber lest mal nach, welche Arten alle v.a. an Robinie gezüchtet werden ... Ich kenne Leute, denen gelingt absolut nichts an Erle - hier bei mir ein Traumfutter. Ich hatte schon einige Diskussionen deswegen und wir sind immer zum Schluss gekommen, dass ein Blatt einfach nicht schmeckt, wenn es gewisse Stoffe aus dem Boden einlagert oder eben nicht einlagert, weil sie an dieser Lokalität fehlen. Die Raupe ist, was sie frisst - und wenn was fehlt, dann frisst sie eben bald nichts mehr und ist auch nichts mehr. Daher würde ich trotz angegebener Futterpflanze bei heiklen und wertvollen Arten von Anfang an ein gewisses Futterspektrum anbieten. Die Raupen werden dann schon selbst das Beste für sich wählen. Bei chapae allerdings war sicher auch das Sprühen ein sehr wichtiger Faktor.
Gruss
Bernhard