Hallo allerseits,
das ist sehr interessant.
Dominik und Sebastian, könnt Ihr bitte sagen, wo (und wann) genau Ihr Hyles gallii beobachtet habt und vor allem Sven, wo Du an Ostern ein Taubenschwänzchen gesehen hast?
Das sind spannende Beobachtungen. Ich denke, dass das tatsächlich mit dem milden Winter zu tun hat - nicht jedoch mit dem letzten (das war eigentlich mal ein richtiger Winter) sondern mit dem Winter 07/08. Damals waren weite Teile völlig frostfrei. Viele Arten (so auch H. gallii benötigen normalerweise während der Überwinterung einige Tage Temperaturen unter 0°C. Wenn kein Frost auftritt, liegen die Puppen oftmals noch ein ganzes weiteres Jahr im Boden, um dann nach dem nächsten Winter zu schlüpfen. (Es gibt jedoch Beobachtungen und Zuchtberichte - auch hier im Forum - dass auch frostfreie Überwinterungen möglich sind).
Ich nehme also an, dass zu Beginn der Flugzeit dieses Jahres (Angang/Mitte Mai) die Nachkommer der Falter des letzten und einige von vorletztem Jahr geschlüpft sind. Wenn dann die Bedingungen zur Flug- und Raupenzeit günstig sind, wenn also zeitige Paarungen und Eiablagen sowie eine schnelle Entwicklung der Raupen möglich sind, so tritt bisweilen unter günstigen Bedingungen (die offenbar dieses Jahr vorhanden waren) eine zweite Generation des Labkrautschwärmers im August/September auf.
Beim Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) häufen sich in den letzten Jahren die Beobachtungen, dass die Art auch in unseren Breiten regelmäßig als Imago überwintert. Unterstützt wird das natürlich durch vergleichsweise milde Winter. Dass jedoch auch nach dem letzten, ordentlichen Winter Falter bereits zu Ostern beobachtet wurden, ist sehr interessant.
Beste Grüße
und viel Spaß bei Euren Beobachtungen!
Achim