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First Name: Marc

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Sunday, February 14th 2010, 11:39am

Flaggschiff soll nicht sinken - Hilfe für den Alpenbock

Der Alpenbock (Rosalia alpina) ist einer unserer grössten und schönsten Bockkäfer. Mit einer Körperlänge von bis zu vier Zentimetern zählt er auch zu den spektakulärsten Käfern Europas. Anderseits ist der Alpenbock aber auch einer der seltensten: In allen Ländern, wo der Käfer heute noch vorkommt, gilt die Art als stark gefährdet oder ist vom Aussterben bedroht. Der Alpenbock hat sich deshalb in wenigen Jahren zu einer klassischen "flagship species" des Naturschutzes entwickelt. Emotional besetzte Flaggschiff-Arten haben häufig eine enge Bindung an einen intensiv genutzten Lebensraum. Der Mensch ist nämlich dafür verantwortlich, dass diese Insektenart heute so selten ist.

Brennholz wird zum Verhängnis.

Dem Alpenbock fehlt es vor allem an Alt- und Totholz, das in unseren Wirtschaftswäldern in den letzten Jahrhunderten zu einer Rarität wurde. Die Larven entwickeln sich in absterbenden oder toten Buchenstämmen, bevorzugt an besonnten Lagen. Buchenwälder gibt es genügend, und die Käferweibchen legen ihre Eier meist auf Buchen-Brennholzstapel ab. Aber genau da liegt das Problem: Die Larven haben kaum Überlebenschancen, denn bei einer dreijährigen Entwicklung im Holz landen sie unweigerlich im Heizofen oder Cheminée.
Die Förderung des Alpenbockes hilft gleichzeitig einer ganzen Gilde von gefährdeten Arten, die auf altes und totes Holz angewiesen sind. An drei Standorten, wo Rosalia alpina in den letzten Jahren beobachtet wurde, stellten Forscher Holzstämme verschiedener Durchmesser und Baumarten auf. Es war das Ziel festzustellen, welche Stämme Rosalia am meisten mag. Danach hielten die Wissenschafter die Anflüge von Männchen und Weibchen fest, markierten die einzelnen Tiere und beobachteten sie über mehrere Tage. Neben der Frage, welche Baumstämme die Bockkäfer in welcher Position für die Revierkämpfe und die Eiablage vorziehen (Habitatanforderungen), interessierte auch, wie weit die Käfer fliegen. Die Protokolle der Verweildauer der individuell markierten Käfer an den Stämmen und an verschiedenen benachbarten Holzstapeln zeigen, ob Männchen und/oder Weibchen die Standorte häufig ändern oder eher sesshaft bleiben. Daraus erhofft man sich Hinweise, ob sich eine lokale Population ausbreitet oder ob die Populationen heute so isoliert sind, dass dem Gen-Austausch nachgeholfen werden muss, wenn Rosalia im Alpenraum erhalten bleiben soll.

Lock-Stämme versprechen Erfolg

Die Untersuchungen zeigten, dass die Alpenbockkäfer stehende, dicke Stämme bevorzugen. Mit neben einem Brennholzstapel aufgestellten toten Buchenstämmen können die Käfer also am besten vom Brennholz weglockt werden. Den Lock-Stamm mit Larven sollte man danach in ein abgelegenes, möglichst besonntes Waldstück bringen, wo die Käfer dann im dritten Frühsommer schlüpfen
In Regionen, wo der Alpenbock vorkommt, empfehlen die Rosalia-Spezialisten daher, zwei Meter hohe Buchenstämme in der Nähe von Brennholzstapeln aufzustellen, denn damit lassen sich die Weibchen auf der Suche nach einem für die Eiablage geeigneten Ort vom Brennholz ablenken. Die Larven können sich dann im stehenden Stamm drei Jahre lang entwickeln und riskieren nicht, in einem Ofen oder Cheminée zu landen.
Die schweizerische Naturschutzorganisation Pro Natura offeriert allen Personen 100 Franken, die an einer Stelle, an der im Juli oder August Alpenböcke gesehen werden, einen mindestens 2 m langen und mindestens 25 cm dicken Buchenstamm neben einem Buchenholzstoss aufstellen.
Dazu gibt es ein Merkblatt.

Text Pro Natura Schweiz, Peter Duelli, Bild M. Hoskocec

Rudi

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First Name: Rudi

Country: Deutschland

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2

Sunday, February 14th 2010, 12:01pm

Servus Marc.

Danke für das Einstellen der (meistens ;) ) sehr interessanten Berichte, die du immer wieder irgenwo auftust.
Besonders diesen hier finde ich ausserordentlich, da es gerade ein so faszinierendesTier betrifft. Schon lange würde ich gerne mal einen alpina in freier Natur zu gesicht bekommen und nun hoffe ich, durch deine Infos bestärkt, dieses in diesem Jahr mal zu schaffen.
Es ist zu wünschen, dass so ein schönes Tier auch weiterhin noch eine Zukunft in unseren Landen haben wird.

Tschau.
Rudi
Sphingiden - was sonst? :w00t: Sphingids - what else?

Chutz

Moderator

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First Name: Uwe

Country: Schweiz

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3

Sunday, February 14th 2010, 6:58pm

Ich schliesse mich dem Urteil von Rudi an.

Es gibt sogar einen Wanderweg




für mehr Infos guckst du hier Alpenbock

Gruss
Uwe

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