index.php?page=Attachment&attachmentID=14961Vladimir Nabokov (eigentlich Владимир Владимирович Набоков = Wladimir Wladimirowitsch Nabokow, * 1899 in Sankt Petersburg; † 1977 in Montreux) war ein russisch-amerikanischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Schmetterlingsforscher. Er zählt zu den einflussreichsten Erzählern des 20. Jahrhunderts.
Schon früh entwickelt sich Nabokovs Leidenschaft für Schmetterlinge, ebenso die für das Schreiben von Gedichten. Bereits mit 17 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Gedichtband. Seine erste große Liebe, Walentina Schulgina, die er 1915 kennenlernt, erscheint als Hauptfigur in seinem Roman
Maschenka; die zweite Liebe, Eva Lubrzyńska, findet sich als Figur in
Die Mutprobe wieder. Um der Oktoberrevolution zu entgehen, flieht die Familie Nabokov 1917 nach Jalta, auf die Halbinsel Krim.
Später lebt die Familie ein paar Jahre in London und Berlin. In Cambridge veröffentlicht er einen ersten taxonmischen Artikel über Schmetterlinge.
1940 zieht die Familie in die USA, wo Nabokov zunächst am
American Museum of Natural History in New York als Schmetterlingsexperte arbeitet. Bald beginnt er seine akademische Karriere, die ihn an die Stanford-Universität, an das Wellesley College, an die Harvard-Universität und schließlich 1948 an die Cornell-Universität führt, die ihm eine Professur für europäische und russische Literatur anbietet. Ab 1945 ist Nabokov US-Staatsbürger. Mit den Tantiemen, die ihm sein Roman
Lolita (1955) einbringt, kann Nabokov sich 1959 von seiner Professur zurückziehen und sich allein aufs Schreiben konzentrieren. Die skandalöse Geschichte einer
amour fou zwischen einem alternden Mann und der minderjährigen Tochter seiner Vermieterin durfte erst 1958 in den USA erscheinen. Der Roman ist Nabokovs größter Erfolg.
index.php?page=Attachment&attachmentID=14962Trotz der restriktiven Bedingungen der 50er Jahre entwirft Nabokov in dieser Zeit eine Kindfrau, die ihre sexuelle Beziehung zu einem älteren Mann frei ausagiert. Aufgrund der Thematik verzögert sich die Publikation im mehreren Ländern um viele Jahre. Dabei wirkt Lolita niemals pornographisch oder obszön. Mehr zum un-entomologischen Thema
Nabokov und Kindfrau ist anderswo zu lesen, zum Beispiel hier im
Ikonenmagazin. Etwas Weiterbildung muss ja sein.
1961 siedelt er mit seiner Frau in die Schweiz über und verbringt den Rest seines Lebens in einem Hotel in Montreux am Genfer See. Dort hat er viel Zeit, sich in den Narzissenfeldern, aber bestimmt auch an anderen Sonnenhängen im Wallis sich mit Schmetterlingen zu befassen. Parnassius apollo, Bläulinge und Wanderfalter finden sein Interesse.
Weiss jemand, ob Nabokov in dieser Zeit aktives Mitglied einer Entomologischen Gesellschaft war?
index.php?page=Attachment&attachmentID=149632010 ist nun der deutsche Filmemacher Harald Bergmann (
Passion Hölderlin, 2003 und
Brinkmanns Zorn, 2005) daran, einen Film über Nabokov zu drehen. Titel:
37 Karteikarten zu Nabokov. Dokumentarspielfilm über Vladimir Nabokov und seine Auffassung von Zeit und Wahrnehmung.
Schmetterlinge kommen in diesem Film auch vor. Zum Beispiel ein Grosse Fuchs aus der Zucht von Werner Bruer und ein paar Schwalbenschwanz-Falter von Papa Papillon. Aber auch eine Raupe von Acherontia atropos (Zucht Hans-Martin Bürki) wurde gefilmt. Keine Ahnung, was am Schluss nicht der Schere zum Opfer fallen wird.
Schön ist, dass in der Darstellung eines Schriftsteller-Lebens seine Leidenschaft für Lepidoptera nicht nur marginal erwähnt wird, sondern als Teil seiner Einstellung zu Leben und Natur ihren Platz findet.
Wenn der Film in die Kinos kommt, werden wir ihn alle ACTIAS-Mitglieder anschauen. Richtig?
Es ist doch höchste Zeit, wieder einmal ins Kino zu gehen.
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