Eine Zucht von Erebia pronoe
J.Fuchs
Herkunft: Osttirol, Defereggental, Umg. St. Jakob, ca. 1900m
Eiablage: Am 15.08.95 habe ich 1 Weibchen von
Erebia pronoe gefangen, das noch am selben Tag ca. 30 Eier in einer Pappschachtel mit Gazefenstern abgelegte. Es hat die Eier ohne Gras nur so in der leeren Schachtel an die Gaze abgelegt. Die Eier waren recht groß, rundlich oval und beige mit braunen Tupfen.
Schlüpfen der Raupen: Am 28./29.08.95 schlüpften daraus 27 Raupen
(L1).
Futterpflanzen: Ich bot ihnen verschiedene Gräser an, auch
Poa annua, Festuca scoparia und ein breitblättriges, weiches Gras.
Entwicklung der Raupen:
Am 30.08.95 saßen die Raupen an allen Gräsern verteilt; es ist aber noch nicht zu erkennen, dass sie von einem gefressen haben.
Am 01.09.95 sind leichte Fressspuren an
Poa annua zu erkennen, aber noch keine Kotbällchen.
Am 03.09.95 Ich finde Fressspuren an
P. annua, F. scoparia und dem breiten Gras und auch Kot.
Am 10.09.95 fressen sie an
P. annua und
F. scoparia. Die meisten sind jetzt in
L2.
Ab Ende September stellen die Raupen immer mehr die Nahrungsaufnahme ein. Sie fressen nur noch sehr wenig. Immer wieder geht eine ein.
Am 05.10.95 zähle ich nur noch 24, am 19. und 25.10. noch 22. Sie wachsen nicht mehr. Sie sollten eigentlich überwintern. Ich halte sie aber zu warm, nämlich im 10-15° warmen Keller.Nur eine frisst noch und wächst auch weiter. Ich habe sie an eine eingetopfte Pflanze von
P. annua gesetzt.
Mitte November ist die einzelne Raupe schon im letzten Stadium.
Ab dem 19.11.95 fressen die inzwischen noch 19 übrigen Raupen gar nichts mehr. Sie
überwintern jetzt im Keller bei 5-10°. Trotzdem bekommen sie alle paar Tage ein Hälmchen P.
annua und werden übersprüht. So mache ich es den restlichen November und den ganzen Dezember hindurch.
Um den 20.11.95 hat sich die einzelne Raupe
verpuppt. Sie zog sich bis an die untersten Teile des Grases zurück, wo sie sich zur Puppe umwandelte.
Anfang Dezember
schlüpfte daraus ein Weibchen von
E. pronoe.
Ab dem 27.12.95 habe ich auch die verbliebenen Raupen im Keller an einen Topf mit
P. annua gesetzt, und dort bleiben sie bis zum März 1996. Man muss bei
P. annua sehr aufpassen, dass es nicht schimmelt.
Am 02.03.96 habe ich den Topf mit Gras, an den ich die Raupen gesetzt hatte, ins Arbeitszimmer geholt und ans Ostfenster gestellt. Dabei habe ich festgestellt, dass nur noch 1 ziemlich kleine Raupe übrig war, die auch bald einging.

L1-Raupen e.o. von
E. pronoe, Defereggental

L2-Raupen e.o. von
E. pronoe, Defereggental

Erw. Raupe e.o. von
E. pronoe, Defereggental, 1900m

Puppe e.o. von
E. pronoe, Defereggental, kurz vor dem Schlüpfen