Lieber Sebastian,
solche Zufälle sind gar nicht nötig! Ich habe nicht zufällig viel Fenchel in Töpfen. Und diese Fencheltöpfe stehen nicht zufällig auf der Terasse in Südlage mit grau-schwarzen (=heiß) Steinen. Und weil bei uns der Schwalbenschwanz fliegt, hat er dieses Jahr bereits zwei mal daran abgelegt. Auch nicht zufällig gibt es bei uns im Garten sehr viele Nektar-Pflanzen. Im Frühjahr hatte ich drei Raupen an meinem Fenchel und jetzt in der zweiten Generation sogar elf! Diese Mikro-Biotop Vorliebe konnte ich sogar im Möhrenfeld beobachten. Dort finden sich die Raupen stets an etwas vereinzelt stehenden Pflanzen (d.h. eine davor oder dahinter in der Reihe ist nicht aufgegangen) und die Raupen sitzen meist an ausladenden Zweigen über "möglichst warmem Boden".
Was mich gewaltig stört, ist das Verbot, diesen Tieren zu helfen. Abgelegte Eier werden gerne von Ameisen "ausgesaugt". Jungraupen werden, so lange sie klein sind, auch von Marienkäfer(Larven) vertilgt. Raupen auf landwirtschaftlich genutzten Pflanzen können bespritzt werden oder bei der Ernte "unter die Räder" geraten. Raupen und Puppen am Straßenrand können der Maht zum Opfer fallen...
Bevor ich mich jetzt wieder über meine abgelehnte Zuchtgenehmigung ärgere sollte ich mich lieber darüber freuen, dass der Schwalbenschwanz bei uns fliegt und ich hier jedes Jahr die Möglichkeit habe, Raupen und Falter zu sehen. Ca. dreißig Jahren habe ich erfolglos nach diesen Tieren gesucht und seit zwei Jahren wohne ich in einem geeigneten Gebiet und finde sie