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sphinx

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First Name: Michael

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Thursday, August 25th 2011, 12:00pm

Daphnis nerii - Futterbeschaffung

Liebe Actiasgemeinde und Sphingiden-liebhaber.

Ich habe aus Rhodos 7 Oleanderschwärmerpuppen mitgebracht. Ich bringe es nicht über's Herz keine Nachzucht zu versuchen.

Aber bei mir im Garten wachsen nur Ligustrum vulgare und Vinca minor.

In einem älteren Beitrag schreiben Heiner & Rudi, dass die Raupensterblichkeit bei L. vulgare erhöht ist und Vinca minor qualitativ nicht an V. major heranreicht.

Daher meine Frage: Kann ich auf andere Oleaceae wie Syringa/ Forsythia evtl. Fraxinus ausweichen?

Welche andere gute Futterpflanze kann man kostengünstig über Gärtnerei/ Internet beziehen?

Viele Grüße!

moe

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First Name: Benjamin "moe"

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2

Thursday, August 25th 2011, 12:12pm

Servus sphinx,

ich hab gestern in der Gärtnerei meines Vertrauens festgestellt, dass der Oleander um 50% reduziert ist, weil mediterrane Pflanzen laut Gärtner jetzt eigentlich nicht mehr gekauft werden.

Du müsstest halt - egal bei welcher Pflanze - fragen, wann das letzte Mal Pflanzenschutzmittel angewendet wurde. Wie lang das dann genau vorhält, weiß ich auch nicht, aber da kann bestimmt jemand anders helfen (Rudi?).

Servus,
der moe

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First Name: Heinz

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3

Thursday, August 25th 2011, 1:02pm

D. nerii

Servus Michael,
gerade in diesen Tagen schlüpfen bei mir viele Oleanderschwärmer in stattlicher Größe, deren Zucht ich an gewässertem Ligustrum vulgare problemlos und ausfallsfrei durchgeführt habe.
Ein vorangegengener Zuchtversuch an Vinca minor scheiterte zur Gänze.

Nette Grüße und alles Gute
Heinz

wern

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First Name: Werner

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4

Thursday, August 25th 2011, 1:21pm

Hallo Michael,

ich habe auch schon den Oleanderschwärmer mit Ligustrum vulgare problemlos gezogen. Allerdings waren im Gegensatz zu Heinz Niederleitner die Falter relativ klein. Vor einigen Jahren hat ein Sammelkollege von einer Hausfrau in Innsbruck (!) 3 Raupen auf Oleander bekommen die sie auf ihrem Balkon mitten in der Stadt gefunden hat. Diese Falter waren ca. 1 Drittel größer als meine Zuchtfalter. Ob es nur am Futter lag kann man nur vermuten.

Viel Erfolg mit der Zucht wünscht

Werner

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First Name: Heiner

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5

Thursday, August 25th 2011, 2:15pm

Hallo Michael,
Syringa,Forsythia und Fraxinus geht nicht.
Gerade bei frischem Freilandmaterial,was an Nerinum oleander groß geworden ist,
ist es nicht ganz einfach ,sie an Liguster zum fressen zu bringen.Dieses wiederum,
gelingt am besten mit einer wässerigen Lösung/Auszug/Tee, aus zerschnittenen,
zermörserten Oleanderblättern.Mit dieser gefilterten Lösung,sollten die Liguster-
triebe 2 - 3 mal eingesprüht werden (tropfnass),so das sich auf den Blättern ein
deutlicher Film bildet.Bevor die L1-Raupen an das Futter gesetzt werden,muß es
unbedingt wieder trocken sein.

Da es sich bei Oleander,in Gärtnereien/Gartencentern zu 99% um Importware aus
Spanien,Italien,Portugal handelt,sollte man äußerst vorsichtig sein.Diese in Massen
prodozierte Ware, wird regelmäßig mit systemischen Insektiziden behandelt.
Die Abbauzeit liegt bei frischem Zuwachs im Schnitt bei 8-10 Wochen.In den älteren,
dunkelgrünen Blättern,kompremieren sich diese system.Insektizide und Fungizide extrem.
Die Gärtner und Gartencenter-Angestellten,können darüber meißtens keine genaue
Auskunft erteilen.Fakt ist auf jeden Fall,dass jede Importlieferung keinen Insekten
oder Pilzbefall haben darf ( Pflanzenschutzzeugniss ) und dafür wird mit 100%tiger
Sicherheit gesorgt.

Gruß, Heiner

ps.Die Größe der Falter,ist auf jeden Fall von der Qualität und Substanz der angebotenen
Futterpflanze abhängig.Die Zucht ist auch auf L.vulgare und V.minor möglich.
Größere/kräftigere Falter erhält man jedoch auf L.ovalifolium,V.major oder wenn
möglich auf unbehandeltem Nerinum oleander.

Rudi

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First Name: Rudi

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6

Thursday, August 25th 2011, 2:29pm

Servus Michael.

Das Problem mit Ligustrum vulgare besteht definitiv, ist aber auch von der Jahreszeit her abhängig.
Jetzt im Sommer, wenn der Liguster noch am Treiben ist, sind vor allem die Triebspitzen für die nerii-Zucht geeignet. Wenn du von Ligusterzweigen, die dieses Jahr gewachsen sind, die jüngsten 20-50 cm verfütterst, wirst du bei entsprechend guter Pflege der Raupen, einen ähnlichen Erfolg einfahren können, wie bei einer Zucht auf ovalifolium.
Jedoch wird Ligustrum vulgare zum Oktober hin immer härter im Laub und Trieb, da sich die Pflanze schon so langsam auf den Winter einstellt, ganz im Gegensatz zu Ligustrum ovalifolium, der fleißig weiter wächst.
Wennn man dann zu dieser Zeit oder gar im Winter eine nerii-Zucht auf vulgare anstrebt, sind die Zuchterfolge bescheidener.
Das gleiche ist bei Vinca minor zu Vinca major der Fall.

Wie so oft hängt der Zuchterfolg eben vom Zustand der Futterpflanze ab. Die Qualität des Futters wird dann entsprechend der Wachstumsbedingungen der Pflanze bestimmt: Wasserversorgung, Nährstoffe im Boden, Jahreszeit, Sonne/Schatten etc etc.
Somit läßt sich nicht mit absoluter Bestimmtheit sagen "so und so wird die Zucht gelingen".

Besten Gruß
Rudi
Sphingiden - was sonst? :w00t: Sphingids - what else?

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7

Friday, August 26th 2011, 1:10am

Futterpflanze Nerii

Hallo Zuchtkollegen.

Ich habe meine Nerii letzten Winter von Dezember bis Januar gezüchtet. Da gabs nur noch Ligustrum ovalifolium. Das ist neben Oleander und Vinca Mayor das Beste Futter überhaupt. Hat viel grössere Blätter als Vulgare. Sehr haltsam in Blumenvasen und überall zu finden. Oft an Hecken bei überbauungen. Das andere ist in der Gärtnerei nach Oleander fragen. Meistens haben die noch kleine Krüppelbüsche ungespritzt die niemand mehr will am Winter. :) Es geht aber wie bei S. ligustri auch sehr gut Flieder. Aber nicht der Sommerflieder! Damit habe ich schon Raupen verloren. Also sie haben Dünnschiess bekommen und sind gestorben. Aber normaler Flieder mit dicken Blättern geht gut. Nur sollte man nicht zu häufigen Futterwechsel vornehmen. Besser du entscheidest dich für ein Futter und ziehst das konsequent durch die ganze zucht. Aber ich denke das ist keine schwirigkeit Neriis zu züchten. Habe schon paar mal mit der Art Erfolg gehabt. DOch bei der Kopula ist es nicht immer so einfach. Dort muss einiges zusammenspielen. Viel Glück!

Thomas

sphinx

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8

Friday, August 26th 2011, 8:27am

Lieber Benjamin, Heinz, Werner, Heiner, Rudi und Thomas.

Vielen Dank für alle Euren Antworten, von jeder konnte ich interessante Informationen erhalten.

Vorausgesetzt, ich habe Erfolg mit der Kopula und eine gute Eiablage, werde ich wie folgt vorgehen:

Da Heiner bestens erklärt hat, wie und warum die Pflanzen so stark belastet sind, werde ich nur einen kleinen Oleander, falls er schon 10 Wochen nicht mehr gespritzt wurde, und nicht viele Raupen auf ihn setzen.

Dem Großteil werde ich die noch treibenden L.vulgare anbieten, davor natürlich mit etwas Oleandersud "versüßt", gleichzeitig einer kleinen Gruppe auch noch Vinca minor danebenlegen, dann haben die Raupen die Wahl.

Vielleicht versuche ich auch ein, zwei Raupen auf Flieder.

Euch allen noch mal vielen Dank!

Über den weiteren Verlauf werde ich natürlich berichten,

beste Grüße,
Michael

sphinx

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9

Monday, September 5th 2011, 10:50am

Liebe Freunde des Oleanderschwärmers!

Nun sind bei mir noch einmal neue Fragen aufgetaucht.
In einem älteren Beitrag stand, dass Daphnis nerii in Gefangenschaft kaum selbst Nahrung sucht.
Daher habe ich zwangsgefüttert, was bei Daphnis nerii wie von alleine geht, wenn man nur eine Spitze mit Kanüle an der Rüssel hält und ein paar Tropfen gibt.
Aber ich wollte zusätzlich ein Experiment machen.
Ich habe mir eine künstliche Calla gekauft und etliche ml Honigwasser in die Blüte gefüllt. Jede Nacht ist es am nächsten Morgen weg.
Außerdem habe ich die unten gezeigte Pflanze in den Flugkäfig gestellt, weil sie so kelchige Blüten hat, in die ich ebenfalls ein paar Tropfen getan habe.

Meine erste Frage: Kann es sein, dass die Oleanderschwärmer doch sich nachts selber versorgt haben?

Meine zweite Frage: An die unten abgebildete Pflanze wurden auch Eier abgelegt, besonders an die roten Blüten.
Hat das zu bedeuten, dass die Pflanze vom Weibchen als Futter für geeignet angesehen wird, oder ist es in Gefangenschaft ganz normal, dass an vielerlei Sachen abgelegt wird?
Welche Pflanze ist das überhaupt? (Ich habe sie meiner Mutter entwendet, sie hat sie vor 2 Jahren gekauft und weiß auch nicht mehr, was es ist)
Vielen Dank schon im Voraus!



derFalk

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10

Monday, September 5th 2011, 1:10pm

Hallo Michael,

Erste Frage: Ja, natürlich warum den nicht? Ob künstliche oder echte Trichterblüten werden von Sphingidae immer gerne angenommen. Ausnahmen wie Acherotia atropos bestätigen die Regel.

Zweite Frage: Eine Mandevilla ich glaube sanderi . Diese Pflanze gehört ja auch zu den Apocynaceae also Hundsgiftgewächse, wie auch das große Immergrün (Vinca major) welches ja vom Oleanderschwärmer gut angenommen wird. Lasse doch einmal zwei, drei Raupen daran fressen. Würde mich interessieren wie sich die Raupen entwickeln. Deine Mutter wird das schon verschmerzen, oder? :huh:

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11

Monday, September 5th 2011, 1:38pm

Hallo,
das Wesentliche,hat Falk ja schon gesagt.
Die genaue Bezeichnung der Pflanze heißt :
Mandevilla sanderi - hybride / Sundaville - Red Sun.

Gruß, Heiner

sphinx

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12

Monday, September 5th 2011, 11:27pm

Hallo Falk, Hallo Heiner,

vielen Dank für die raschen Antworten.
Ich habe meiner Mutter voll Freude mitgeteilt, dass sie stolze Besitzerin eines Hundsgiftgewächses ist und wir da also einen interessanten Versuch machen könnten.
Sie hat es strikt abgelehnt.
"Zwei Jahre habe ich diese Pflanze gehegt und gepflegt und jetzt soll sie 'zam'gefressen werden. Nein, nicht meine geliebten Pflanzen."

Ich habe dann versucht, ihr zu erklären, dass ein, zwei Raupen der Pflanze gut tun und ihre Widerstandskraft nur kräftigen. Praktisch wie eine Impfung.
-->Nein. Bisher ging's auch ganz gut ohne.
Ich habe ihr versucht zu erklären, dass Pflanzen und Insekten seit Millionen Jahren zusammen auskommen und dass es ein menschlich erzeugtes Ungleichgewicht ist, wenn die Pflanze nie befressen wird.
-->Und wenn Du raupen 'ran setzt, ist das natürlich?
Ich habe ihr den Hungertod der armen Raupen vor Augen gestellt.
-->Die haben doch die ganze Ligusterhecke.

Ich habe alle Register gezogen, aber an die Pflanze komme ich nicht heran....
Schade, es hätte mich wirklich brennend interessiert, wie Mandevilla sanderi /Sundaville - Red Sun so als Futter abgeschnitten hätte.

Danke und viele Grüße!

moe

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13

Monday, September 5th 2011, 11:32pm

Die Pflanze wurde ja schon belegt, oder? Dann "vergiss" doch ein paar Eier auf der Pflanze ;)

Und wenn Deine Mutter fragt, von mir hast Du die Idee nicht...

sphinx

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14

Monday, September 5th 2011, 11:37pm

Du kennst meine Mutter nicht....

Ihr letzter Satz war:
Und dass Du mir keine Eier auf der Pflanze "vergisst".
Sonst werde ich die Raupenzahl auf der Pflanze verdoppeln. Mit der Schere.......

Wie ich sie kenne, brächte sie das nicht übers Herz, aber gut, ich mag Schmetterlinge, sie mag Pflanzen, man muss sich ja nicht ins Gehege kommen, wenn's anders zu lösen ist.....

Viele Grüße!

gynander

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15

Tuesday, September 6th 2011, 8:49am

Hallo Michael,

jetzt ist meine Neugier aber auch entfacht, was die Sundaville als Futterpflanze angeht...Gibts immer mal wieder günstig im Gartencenter, klar nach einem halben Jahr erst verfüttern wegen der Chemikalien- aber die Pflanze ist ja auch schön und mehrjährig.

Es geht ja nur darum, ob die Räupchen drangehen.... Eine Umstellung der Versuchsraupe auf Vinca oder Liguster nach ein zwei Bissen wird bestimmt klappen.

Wem es um die wissenschaftliche Seite geht, der hört hier bitte auf zu lesen!

Phase 1: Vielleicht kannst du deine Mutter ja fragen, ob sie dein Weihnachts-/ oder Geburtstagsgeschenk in Form eines bescheidenen Blattes vorzieht (dabei grosse Augen machen, wie das Söhne so machen, wenn sie was wollen, du weisst schon).

Hinter dir stünde die gesamte Actiasgemeinde und stelle ihr eine Ehrenmitgliedschaft in Aussicht?

Phase 2: Du bedankst dich für das Ausleihen der Pflanze zur Falterfütterung mit einem Wohnungsputz, dabei kann dir beim Abstauben des Fensterbretts a) alternativ die ganze Pflanze runtergefallen sein (ein Ast abgebrochen) oder du bist b) einfach "ungeschickt" drangekommen (1 - 2 Blätter)

Phase 3: Schneide ein Blatt ab - sie wird es nicht merken- und berichte dem Forum schnell über deine Beobachtungen!!

Entomologische Grüsse
Michael

sphinx

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16

Tuesday, September 6th 2011, 10:09am

Jetzt habt ihr meine Neugier noch weiter angestachelt.
Ich werde das wirklich so machen: ein, zwei Blätter mal anbieten und dann sehe ich ja, ob die Raupen ran gehen.
Wenn ja, kaufe ich mir eine eigene Sundevilla und hoffe, dass sie lange nicht mehr gespritzt wurde. Falls doch, wasche ich die Pflanze merhmals ab und hebe ich sie für die zweite Nachzucht auf. Bis dahin könnten sich ja die Giftstoffe vielleicht abbauen?
Wäre ja vielleicht ein gutes Winterfutter!

Viele Grüße!

moe

Moderator

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17

Tuesday, September 6th 2011, 10:15am

Servus Michael,

frag einfach nach, in einer guten Gärtnerei wissen die Mitarbeiter auch, wann und wie ihr Zeug behandelt wurde. Zumindest für die Zeit, die die Pflanzen bei ihnen stehen, wenn sie von einem Lieferanten kommen und nicht selbst gezogen sind.

Rudi

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18

Tuesday, September 6th 2011, 11:42am

Hey Moe.

In Süddeutschland wird keine Gärtnerei Mandevilla sanderi selbst vermehren. Die hier zum Verkauf angebotenen Pflanzen stammen alle aus Holland und ev. Italien.
Somit kann dir wirklich kein Gärtner oder Verkäufer definitiv sagen, mit welchen Mitteln die Pflanzen vor Ankunft im Betrieb behandelt wurden.
Jegliche Aussage dahingehend, dient nur zur Beruhigung des Kunden und zum pushen dessen Kaufwillens.

Michael, versuche eben 2 oder 3 L1-Raupen auf eine kleine weiche Triebspitze anzufüttern. Verwende dafür ein möglichst kleines Plastikgefäss. Wenn du ein oder zwei solch kleine Triebspitzen von der Mandevillia wegschneidest, ist das für den Wuchs der Pflanze eher förderlich, da sie sich dann besser verzweigt, mehr Blütenknospen ansetzen kann und somit die Blühwilligkeit gefördert wird. Sag das doch deiner Mum mit bestem Gruß vom Gärtner. ;)
Dass sie dir nicht die komplette Pflanze überläßt, dafür habe ich sogar Verständnis.
Als Futter eignen sich ev. auch die Blüten der Pflanze, da nerii auch sehr gerne am Oleander die Blüten frisst. Auch sehr gerne werden knospende Blüten genommen, die halten auch länger als Futter.

So, jetzt bin ich echt gespannt, ob du Erfolg vermelden kannst.

Gruß
Rudi
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Tuesday, September 6th 2011, 5:53pm

Hallo Zusammen,
noch zwei weitere Gattungen ,sehr schöner und stark wachsender Schlingpflanzen, gute Futter und Eiablagepflanzen für D.nerii,
aus der Familie der Apocynaceae sind in Südamerika beheimatet.
1.)Allamanda cathartica und 11 weitere bekannte Arten.Häufiger als die reinen Arten finden sich einige Zuchtformen
wie,Grandiflora,Nobilis und Schottii im Handel.
2.)Diplandenia boliviensis und D.sanderi sind die bekanntesten Arten,aber sie gelten heute als überholt durch eine
Anzahl noch schönerer,noch reicher und farbenprächtiger blühender Hybriden wie,Amoena,Rosacea,Rubiniana.......

Standort und Pflege.
Einen möglichst hellen bis halbschattigen Platz ohne direkte Besonnung.In den Wochen nach Austriebsbeginn,etwa ab März,
mehr Wärme und Luftfeuchtigkeit.Dieses steigert extrem das Wachstum und die Blütenbildung.Ab ende Mai bis ende August,
ist auch in geschützten Lagen Freilandhaltung möglich.Im Dez.Jan.Feb. sollte eine kurze Ruhepause bei nur 12-15°C und
sparsamen Gießen eingehalten werden.Ansonsten wird je nach Wachstum ausreichend,jedoch ohne stauende Nässe gegossen.

Düngung: April - August / 0,2% mit gutem Flüssigdünger z.B. WUXAL 8-8-6+

Umpflanzen: Im zeitigen Frühjahr(März) in strukturstabiles Kübelpflanzensubstrat in angepasste Container.
Ein starker Rückschnitt ist anzuraten,er fördert stabiles Wachstum.
Ich habe in den 80ziger Jahren stattliche Kübelpflanzen von Allamanda grandiflora und Diplandenia x Amoena sehr erfolgreich
bei der Eiablage und als Futterpflanze bei der Zucht von D.nerii eingesetzt.Wie Rudi schon sagte,die Eier werden bevorzugt
an Knospen,Blüten und ganz frischem Zuwachs abgelegt und sie fressen es sehr gerne.
Ich glaube nicht das sie bei Mandevilla einen Unterschied/Rückzieher machen.

Die meißten Allamanda,Diplandenia,Mandevilla und ihre zig Hybriden werden in Holland,Dänemark,Israel,Spanien und Italien produziert
und sind in gut sortierten Gartencentern und im Fachhandel ab April/Mai reichlich vorhanden.(Massenware ! )

Gruß, Heiner

sphinx

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Saturday, September 17th 2011, 12:23pm

Hallo Rudi & Heiner und alle Daphnis nerii-Liebhaber!

Vielen Dank nochmal für die guten und detaillierten Erklärungen.
Allamanda und Diplandenia gab es leider in keiner örtlichen Gärtnerei mehr.

Als erstes möchte ich eine Warnung vor der Sundevilla-Pflanze aussprechen. Ich hatte tatsächlich ein Ei unbeabsichtigt(ehrlich) übersehen. Aber an der Blüte entdeckte ich schnell den Lochfraß der L1 Raupe. Die fand ich dann wenige cm darüber auf einem jungen Blatt, und zwar TOT.
Das wollte ich natürlich prüfen, habe also heimlich dann noch ein L1 Räupchen, welches frisch geschlüpft war, rangesetzt. Kurze Zeit später war auch dieses TOT.
Es kann zwar Zufall gewesen sein, aber ich setzte erstmal nichts mehr ran.

Ich vermute, dass die Sundevilla einfach zu viel von ihrem Hundsgiftsaft abgibt, oder der zu klebrig für die Raupe ist. (<-- Kann das sein?) Der Saft von Oleander scheint jedenfalls um einiges dünner. Die Sundevilla war, wie gesagt, zwei Jahre in unserem Besitz und wurde nie gespritzt, nur im Frühjahr mit Langzeitdünger versehen.

Desweiteren wollte ich noch weitere Pflanzen ausprobieren. Für Flieder ist die Jahreszeit zu weit fortgeschritten, er sieht nicht mehr gut aus. Dafür stand die Forsythie noch excellent mit frischen Trieben dar. 3mal mit Oleandertee besprüht, haben auch 7 Raupen sich daran gesetzt, aber davon sind 4 gestorben, die restlichen habe ich sofort entfernt. --> hätte gleich auf Heiner hören sollen, aber die Pflanze war noch so schön grün, hingegen der Liguster zeigt leichte Verfärbung bei den frischen Trieben.
Ebenfalls war der Verlust auf Ligustrum vulgare eindeutig zu hoch. Wurde ebenfalls mit Oleandertee behandelt, auch von den Raupen teils zögerlich teils nicht angenommen, und ein paar Raupen haben sogar schon Wachstum gezeigt. Aber nachdem auch hier 4-5 Raupen von 20 gestorben waren, hat es mir gereicht. Ich habe überall herumtelefoniert und ein Baumarkt vor Ort hatte noch Oleanderbüsche, die 1,80 hoch sind, im Frühjahr aus Holland kamen, jetzt noch blühen und hier in Deutschland angeblich nie behandelt wurden.
Den Raupen jedenfalls schmeckt es allerbestens, wie zu erwarten, war eine "Umgewöhnung" gar kein Problem.

Die Tipps mit dem Rückschnitt habe ich übrigens weitergegeben, mal schauen ;)

selene4

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21

Saturday, September 17th 2011, 4:30pm

Hallo Michael,

ich hatte dieses Jahr eine D. nerii Zucht. Die Sommerraupen konnte ich problemlos auf Ligustrum ovalifolium ziehen und sie wurden auch schnell groß (bis 14 cm). Die Nachkommen, die bei Paarungen in der Augustmitte kamen, habe ich zur Zeit auf eben diesem Liguster und auf Oleander. Während sich zwei "Oleanderraupen" schon eingesponnen haben und der Rest in L5 ist, so hängen die "Ligusterraupen" ganz schön hinterher. Sie sind in L3, maximal in L4. Es geht ihnen gut, sie wachsen nur sehr langsam. Ich denke, obwohl L. ovalifolium winterhart ist, ändert sich doch die Chemie im Blatt und ist somit nicht mehr so ergiebig wie im Sommer.

Das sind die Erfahrungen die ich dieses Jahr gemacht habe.

Guß Heiko
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sphinx

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22

Friday, October 7th 2011, 11:46pm

Hallo!

Danke für die Info, Heiko.

Heute ist mein Weibchen leider gestorben. Sie war in der Nacht vom 01ten auf den 2ten September geschlüpft und hat 795 Eier abgelegt. Es war somit das längste Falterleben, was ich in meiner bisher nicht allzu langen Züchterkarriere miterleben durfte. Fast hätte sie noch die Verpuppung ihrer "Kinder" miterlebt. Die ersten Raupen sind schon Präpuppen, während ich noch 7 Eier da habe.

Ich möchte abschließend noch einige Beobachtungen mitteilen.

Ich habe von Mitgliedern, die ich beliefert habe, unterschiedliche Meldungen bekommen. In einem Fall wurde Ligustrum ovalifolium sofort und ohne Vorbehandlungen angenommen, in einem anderen Fall wurde Ligustrum ovalifolium vollständig verweigert.

Ich selber habe noch einmal eine weitere Raupe auf die Sundevilla-Pflanze gesetzt, um Gewissheit zu gewinnen. Ich habe frisch geschlüpfte Raupe extra auf eine zarte Blüte gesetzt, weil die nicht ganz so viel Saft abgeben wie die Blätter. Die Raupe hielt zwei Tage durch, am dritten Tag war auch sie verendet. Wie die beiden anderen Raupen blieb sie an der Pflanze auch nach dem Tod haften. Entweder ist die Pflanze zu giftig oder der Saft zu klebrig. Schade.

Wie mein Weibchen 795 Eier produzieren konnte, weiß ich nicht. Ich hatte nie gedacht, dass soviele Eier möglich sind. Ich habe die Tiere täglich mehrmals gefüttert, jeweils an Ort und Stelle, wo sie saßen. Dazu habe ich eine Spritze mit feiner Kanüle verwendet, so konnte ich ein paar Honigwassertropfen direkt an den Rüssel "anheften", die Falter haben dann die Tropfen eingesogen. Wie gesagt, diese Prozedur habe ich jeden Tag gemacht, sooft es ging.

Zusätzlich habe ich in der Anfangsphase des Legens den Weibchen jeweils einen Tag Pause gegönnt,( mit Dauerbeleuchtung und in einem kühleren Zimmer), auf Anraten eines Mitgliedes. Auch das scheint sich positiv ausgewirkt zu haben.

Bei allen, die mich bei dieser Zucht mit Rat und Tat unterstützt haben, möchte ich mich hier bedanken!

(F2 kommt in wenigen Wochen)

Viele Grüße,

Michael

selene4

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First Name: Heiko

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23

Saturday, October 8th 2011, 12:45am

Hallo Michael,

ich möchte Dir meinen Momentanen stand angeben.

Bei mir leben zur Zeit 8 große L5 (12cm) im Raupenkasten auf L. ovalifolium. Eine hat sich heute umgefärbt und läuft zum verpuppen. Der Rest frißt noch ( und wie! ). Die Raupen die ich auf Oleander hatte sind schon lange verpuppt. Man kann an den Augen schon die Entwicklung erkennen.

Die "Ligusterraupen" haben auch viel mehr braune Raupen. Von den 8 sind 5 braun. Bei den "Oleanderraupen" waren alle 5 grün.

Man merkt an dieser Parallelzucht, das Oleanderzucht schneller geht, aber das Ergebnis ist das Gleiche, nämlich große Raupen und Falter.

Verluste hatte ich bei der Ligusterzucht nur in L1, da waren ein paar Futterverweigerer dabei. Die Blätter des Ligusters behandelte ich bis L2 mit "Oleandertee".

Die beiden Zuchten sind Geschwister von den gleichen Weibchen und die Haltungsbedingungen die gleichen, also kann die so unterschiedliche Zuchtdauer nur am Futter liegen.

Grüße, Heiko
Don´t waste your time, always searching for those wasted years!

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24

Saturday, October 8th 2011, 1:29pm

Hallo zusammen,

anbei möchte ich auch meine Erfahrungen mit dem tollen Zuchtmaterial vom Michael schildern.

Ich habe 2 Portionen beim Michael bestellt, wobei bei mir die Jungraupen am 10.September sowie am 24..Septemper 2011 geschlüpft sind. Die Schlupfquote lag jeweils bei 100%, Inkubationszeit: 5 Tage ab Legezeitpunkt der Eier bei einer Lagerungstempertur von 22-24 Grad. Die Zucht wurde bis zum 7. Oktober komplett im unbeheizten Gewächshaus durchgeführt bei Temperaturen von ca. 12-30 Grad, danach auf Zimmerzucht umgestellt.

1. Zuchtbestand:
Die Raupen der 1. Lieferung habe ich auf 3 Futterpflanzen aufgeteilt: L. ovalifolium (gewässert), Vinca major (gewässert) und Nerium im Container (mit Blütenknospen aber ohne Frischtriebe)
Alle 3 Futterpflanzen wurden ohne Probleme sofort angenommen. Eine Vorbehandlung von L. ovalifolium mit Oleandertee-Extrakt war nicht nötig. Die Raupen am Nerium im Container haben sich bis L3 vorwiegend von den Blütenknospen ernährt, es wurden aber auch die sehr harten Blätter angenommen (siehe Abbildung).

Die Entwicklungszeit der Raupen auf V. major war mit ca. 24 Tagen am schnellsten, gefolgt von Nerium (ca. 28 Tage). Die Raupen auf L. ovalifolium fressen noch (geschätze Enwicklungszeit: ca. 32 Tage)

Aufgrund von Futterproblemen mit V. major habe ich versucht die Raupen auf L. ovalifolium umzugewöhnen. Nach ca. 12 Std. haben etwa die Hälfte der Tiere den Futterwechsel akzeptiert. Die andere Hälfte habe ich auf Nerium umgestellt. Vinca minor wurde leider nicht angenommen.

Die größten Exemplare haben sich auf V. major und L. ovalifolium entwickelt. Die Raupen auf dem hartblättrigen Oleander sind etwas kleiner geblieben.

2. Zuchtbestand:
Die Raupen der 2. Lieferung habe ich komplett auf Frischtriebe von gewässertem L. ovalifolium gesetzt. Im Gegensatz zum 1. Zuchtbestand haben nur 70% der Raupen das Futter angenommen. Auch die Entwicklung der verbleibenden Raupen, die sich derzeit in L3 befinden, läuft weiterhin etwas schleppend. Die Tiere wandern oft umher und nagen nur sporadisch an den Blättern. Die Zucht habe ich aufgrund des aktuelle stattfindenden Temperatursturzes ins Wohnzimmer verlagert.

Mein persönliches Fazit:
D. nerii nimmt auch ohne Vorbehandlung L. ovalifolium als Futterpflanze an. Probleme mit L. ovalifolium treten offenbar dann auf, wenn die Pflanze aufgrund der Jahreszeit ihre "Chemie" ändert. Dies geschieht in unseren Breiten so gegen Ende September/Anfang Oktober. Durch den Chlorophyll-Abbau in den Blätter werden diese offenbar für die Raupen ungenießbar. Besonders die Jungtriebe von L. ovalifolium verfärben bei uns gegen Anfang Oktober teilweise oder fallen sogar ab, besonders dann, wenn der erste Frost zuschlägt. Die Blätter der älteren Triebe bleiben in geschützten Witterungslagen jedoch oft sattgrün, wahrscheinlich bleibt hier das Chlorophyll in den Blättern gespeichert. Aber hierzu können unsere Botanik-Experten bestimmt genaueres berichten. Die Zucht ist auch an harten, alten Oleandertrieben - zumindest ab L3 - durchführbar - diese Raupen werden dann aber nicht so groß wie auf V. major oder L. ovalifolium. Wie sich die Raupen auf frischen Oleandertrieben entwickeln kann ich leider nicht beurteilen. Die Umstellung von einem Hundsgiftgewächs auf L. ovalifolium ist in L5 möglich, jedoch lassen sich nicht alle Tiere problemlos umstellen. Krankheitsbedingte Ausfälle aufgrund von Durchfall oder Schlaffsucht sind bei dieser Zucht nicht aufgetreten, was für mich maßgeblich durch die sehr gute Qualität des Zuchtmaterials (1. Nachzucht auf Freilandfunden) zu begründen ist.

Viele Grüße,
Robert
DerCapeBretoner has attached the following image:
  • D. nerii(L3)_Oleander1.JPG
DerCapeBretoner