Moin,
die hier gemachten Tips sind zwar nicht verkehrt, aber zu unspezifisch, was auch damit zusammenhängt, dass die Frage ein wenig zu unspezifisch ist, da nicht alle Käferarten gleich unempfindlich sind.
Das Wasserbad funktioniert hervorragend, ist aber bei tomentierten Arten wie beispielsweise Goliathus-Arten und ähnlichen nicht zu empfehlen, da es ausgesprochen häßliche Wasserflecken geben kann. Die weiteren Ausführungen von Thomas hingegen müssen leicht korrigiert werden: packst Du den Käfer tatsächlich in kochendes Wasser, kannst Du nicht so schnell "Ade!" sagen, wie der auseinander platzt. Wasser erhitzen, meinetwegen auch zum Kochen bringen, aber dann muss die Hitze verringert werden, bis es eben nicht mehr kocht. Gibst Du dne Käfer da rein, ist er je nach Größe innerhlab weniger Minuten bis Stunden butterweich; in Abhängigkeit von der Tötungsmethode.
Alkoholmaterial kriegt man so nicht weich. Es bleibt spröde. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass man Alkoholmaterial wieder einigermaßen weich bekommen soll, wenn man es mehrere Stunden in 5%iger Essigsäure erwärmt, also das gleiche Spielchen wie mit dem Warmwasserbad. Rüsselkäfer, die unter Verwendung von zuviel Ethylacetat (Essigäther) getötet wurden, neigen dazu eine starke Versteifung der Beine zu entwicklen, die sich auch nicht mehr lösen läßt. Zumindest ist mir keine Methode bekannt.
Die Pepsinmethode von Thomas ist sehr umstritten und erfordert auf alle Fälle Erfahrung mit der Methode, also erstmal mit "wertlosem" Material ausprobieren, bevor man hier "ernst macht". Pepsin verdaut gewissermaßen die Käfer an, d.h. die Strukturen werden, je nach dem, wie lange die Käfer im Pepsin schwimmen, abgebaut. Das passiert vorallem an den membranösen Teilen, also den Häutchen, welche die beweglichen Chitinteile miteinander verbinden. Liegt das Material zu lange im Pepsin, hast Du ein Puzzlespiel, weil Du z.B. die Tarsen in Einzelteilen aufkleben darfst. Und genau hier benötigst Du Erfahrung mit der Methode, weil Dir ggfs. Dein Objekt total zerfällt.
Barbers Reagenz kenne ich nciht, aber die simpelste Methode ist eigentlich, trockene Objekte in 5%iger Essigsäure aufzuweichen. Auch hier gilt, was beim warmen Wasser gilt: tomentierte Tiere sollten nciht direkt in Kontakt mit der Flüssigkeit kommen. Ansonsten kannst Du sie entweder in der Säure einfach schwimmen lassen und je nach Größe nach ein bis vierzehn Tagen präparieren, oder Du legst eine Weichdose mit Zellstoff (Klopapier, Tempo, Küchenpapier etc.) aus und feuchtest diesen mit der Essigsäure an und läßt das ganze entsprechend lange stehen.
Die Aussage, dass die Warmwassermethode nur bei Käfern funktioniert, ist nicht richtig. Du kannst diese auch bei Wanzen anwenden oder Ameisen, bzw. bei allem, was entsprechend unempfindlich ist. Für alle anderen bisher genannten Methoden gilt das gleiche, aber mit gewissen Abstrichen. Grüne Tiere sollten nicht in Essigsäure liegen, da diese die grüne Farbe zerstört. Für rote Tiere gilt das gleiche, wobei in beiden Fällen ein kurzer Aufenthalt ok ist, oder wenn der direkte Kontakt mit der Säure vermieden wird. Schmetterlinge sollte man mit keiner der Methoden versuchen aufzuweichen, es sei denn, man möchte sie danach direkt in die Tonne befördern.
Viele Grüße
Klaas