Eigentlich müsste ich (fast) nichts schreiben, weil ich ziemlich genau Rudi's Meinung bin, aber ein paar Ergänzungen habe ich doch.
Die
PRO NATURA Bände sind das beste, was es gerade gibt. Beschreibung jeweils alles vier Stadien und Beschreibung der Ökologie jeweils alles vier Stadien, jahreszeitliche Entwicklung, Bilder zu jedem Stadium, Diagnose bei ähnlichen Arten, teilweise für alle Stadien. Aber
Achtung: Hesperiidae sind nicht im Band 1 (Tagfalter), sondern in Band 2.
Der
EBERT (eigentlich sogar 10 Bände

) kann da bei weitem nicht mithalten. Gerade die Beschreibung der Präimaginalstadien ist praktisch nie vorhanden. Auch die Ökologie wird weniger gut beschrieben als in den PRO NATURA Bänden. Die Diagnose ähnlicher Arten erfolgt meist nurn für Falter, da bieten sie aber immer wieder eine sinnvolle Ergänzung zu den schweizer Büchern. Der EBERT hat andere Qualitäten. Ich nehme ihn gerne zur Hand, wenn es um Flugzeiten oder Futterpflanzen geht, hier ist er wirklich super. Band 10 (Ergänzungsband) enthält dann sogar eine Liste nach Pflanzen sortiert, die für jede in den 9 Hauptbänden genannte Pflanze alle daran fressenden Arten auflisten. Als Bestimmungsbuch ist der EBERT definitiv Mist, dafür ist aber auch nicht gedacht.
Die einzige tatsächliche Ergänzung zu Rudi's Text: Wenn Du zu Hause bestimmen möchtest, ist das
Lepiforum nicht zu vergessen. Hier findest Du außer zu gen ganz seltenen Arten mittlerweile praktisch alles, was das Herz begehrt. Die Diagnose ähnlicher Arten ist in allen Fällen in denen ich bisher darauf gestossen bin, wirklich hervorragend, siehe z. B. hier
Argynnis paphia ganz unten bei Diagnose.
Im Feld hätte ich jetzt auch den
SETTELE (2005 oder 2009, nicht 1999) empfohlen. Ich hab zwar noch nicht damit gearbeitet, aber hatte ihn schon in der Hand und bekomme ihn demnächst auch. Einer unter mehreren Vorteilen: Er ist vollständig in folgendem Sinn.
Vollständigkeit der Arten: Es werden tatsächlich alle Tagfalter-Arten des außeralpinen Deutschlands abgebildet und besprochen. Fehlbestimmungen wegen Lücken kann es hier also eigentlich nicht geben – es sei denn, man trifft einen der extrem seltenen Einwanderer oder Irrgäste an. Die Auslassung der 44 rein alpin verbreiteten Arten ist gerechtfertigt – sie betreffen nur einen sehr kleinen Teil Deutschlands und würden ansonsten mehr zur Verwirrung beitragen als nutzen.
Den
KOCH und den
WEIDEMANN kenne ich nicht, kann ich daher nicht beurteilen, aber die beiden werden auch von vielen verwendet.
Noch wesentlich mehr Infos erhältst Du unter
Bestimmungsliteratur für Tagfalter