Hallo Thomas,
ich habe letztes/dieses Jahr auch D. fascelina gezüchtet, im Moment läuft noch die Nachzucht. Für die Überwinterung habe ich die im Zoohandel erhältlichen Kunststoff-Transportboxen, welche durch den gegitterten Deckel einen guten Luftaustausch ermöglichen, verwendet und mit Laubstreu gefüllt. Die Raupen legen sich in eingerollten Blättern etc. Überwinterungsgespinste an (wie war das bei Deinen? Wenn Du sie im Dezember bekommen hast, müssten sie doch schon im Diapausestadium gewesen sein?).
Überwinterung im Freien - auf der Nordseite meines Hauses habe ich einen idealen Überwinterungsplatz gefunden, wo weder Sonne noch Niederschlag hinkommen und fast alle Überwinterungen verlustfrei verlaufen.
"Auswinterung" Ende März; Fütterung zunächst mit Esparsette, nach dem Laubaustrieb mit verschiedenen Gehölzen, die in meinem Garten stehen: Rotdorn, Blutpflaume, Ginster und hin und wieder Himbeere. Da die Raupen relativ polyphag sind, kannst Du im Prinzip so vorgehen dass Du ihnen eine Auswahl von für Dich gut erreichbaren Pflanzen vorlegst - irgendwas davon werden sie sicher nehmen. In unseren südwestdeutschen D. fascelina-Habitaten gibt es kein Heidekraut; da hab ich die Raupen im Freiland u.a. schon an Esparsette, Wicken (die schmalblättrigen Arten Vicia hirsuta, tetraspermum), an Kriechweide und Skabiosenflockenblume gefunden.
Hinsichtlich Weiterzucht im Frühjahr kann ich die Erfahrungen von Klaus-Bernhard nur bestätigen: Unbedingt luftige Gaze-Käfige verwenden, da kann man dann das Futter ein paar Tage ins Wasser stellen. Da ich Deinen Erfahrungshintergrund als Züchter nicht kenne, möchte ich sicherheitshalber noch folgenden Hinweis zum Thema "Futter im Wasser" anfügen: Wenn der "Vasenhals" nicht perfekt abgedichtet ist, dann finden die Raupen zielsicher den Weg ins Wasser und begehen Selbstmord durch Ertränken ....
Viele Grüße und viel Erfolg bei der Durchzucht
Stefan