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Rudi

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Thursday, August 7th 2008, 6:01pm

Einheimischer Nashornkäfer - Oryctes nasicornis

Hallo Käferzüchter.

Ich bin durch Zufall an 10-20 Larven des einheimischen Nashornkäfers (Oryctes nasicornis) in unterschiedlichen Stadien gekommen. Die Larven sind zwischen 3 und gut 8 cm gross.
Leider habe ich von der Käferzucht nun überhaupt keine Ahnung und brauche Tipps zu dieser Zucht.
Haltung, Verpuppung, Überwinterung, Schlupf usw.

Leider gibt es für mich im Augenblick keine Möglichkeit, die Tiere wieder ins Freie zu entlassen.

Wer kann helfen? :hilfe:

Danke Euch schon mal.

Rudi
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derFalk

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2

Thursday, August 7th 2008, 9:14pm

Hallo Rudi,

Glückwunsch zu den mittlerweile doch recht seltenen Tierchen.

Wir hatten in unserer alten Heimat, dem Vogtland, ein Sägewerk, in welchem ein großer Berg Holzabfälle vor sich hin verrottete.
Ein Sägewerkmitarbeiter holte mich damals, weil er wissen wollte was für riesige „Maden“ in den Holzabfällen herum kriechen.

Es waren :viele: Engerlinge des Nasshornkäfers zu finden, und auch schon Kokons, welche sie sehr stabil aus den Holzabfällen fertigen.

Damals hatte ich mir an die 100 Larven mitgenommen, und sie in großen Mörtelkübeln, bei Zimmertemperatur weiter gezüchtet.

Das Substrat bestand hauptsächlich aus verrottetem Laubbaumholz ( Birke, Eiche, Buche ) welches gar nicht so leicht zu finden ist, Komposterde und Laub.
Auf dieses Substrat legte ich halbierte Äpfel, Brotscheiben und anderes, was als Zusatznahrung gern genommen wurde. Mit dieser Methode hatte ich kaum Ausfälle.

Allerdings muss ich sagen, dass die Käfer im Sägewerk schneller in der Entwicklung voran kamen, da, wie ich meine, die Vorzugstemperatur von den Larven selbst gewählt werden konnte. Die Kerntemperatur im Sägespäneholzabfallhaufen lag bei ca. 55 Grad und das über den ganzen Winter. Bei mir zu Hause waren es halt nur 18 Grad.

Die Käfer konnte ich im Frühjahr, des nächsten Jahres, voll entwickelt der Natur übergeben. Der letzte schlüpfte Anfang Juni, eine Weiterzucht habe ich nicht versucht, da in dem Sägehobelspänerindenstückeholzabfallhaufen unseres Sägewerkes auch später immer wieder Larven in unterschiedlichsten Entwicklungsstufen zu finden waren.

Viel Erfolg mit den Rhinozeros Jungs
und lass Dich nicht aufs Horn nehmen! :freude:
Hier noch die obligatorischen,entomologischen Grüße Falk

Joe

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3

Friday, August 8th 2008, 7:33am

Hallo,

Quoted

Glückwunsch zu den mittlerweile doch recht seltenen Tierchen.

Diese Aussage kann ich so nicht bestätigen. Im Gegenteil - ich würde sogar sagen, dass diese beeindruckende und schöne Käferart geradezu "boomt". Die Imagines und vor allem die Larven werden sehr häufig gesehen. Grund ist sicherlich der ständig wachsende Trend zu eigenen Komposthaufen sowie die Verwendung von Rindenmulch bei der Pflege innerstädtischer Gehölze.
Die Haltung der Nashornkäferlarven ist im Prinzip nicht schwierig. Einfach die Larven in ein Becken mit Kompostsubstrat geben (oder eine Mischung aus unbehandelter (!) Blumenerde und Rindenmulch). Etwas problematisch ist jedoch die Aufrechterhaltung der für Komposthaufen typischen Feuchtigkeit. Es passiert schnell, dass das Substrat im Becken zu nass oder zu trocken wird.
Interessant ist es zu beobachten, wie schnell sich die Larven eingraben.

Viel Spass
Achim

Rudi

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4

Friday, August 8th 2008, 8:51am

Hallo Achim und Falk.

Danke für eure Hilfestellung und "aufmunternden" Worte.
So werde ich mich jetzt erstmalig mal an die Käferzucht wagen und dabei hoffen, die Tiere bis zum Frühjahr zum Imago zu bringen.

Noch eine Frage: zu welcher Jahreszeit verpuppen sich die Nashornkäfer und soll ich diese Puppen dann im Substrat überwintern, oder im Schmetterlingspuppenkasten?

Danke!

Rudi
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Joe

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5

Friday, August 8th 2008, 9:17am

Quoted

und dabei hoffen, die Tiere bis zum Frühjahr zum Imago zu bringen.

Ähm - auf Grund des geringen Nährwertes des Substrates (totes pflanzliches Material) erstreckt sich die Larvenzeit über mehrere Jahre (bis zu fünf). Wenn man in einem Komposthaufen Engerlinge von deutlich unterschiedlichen Größen findet, sind das Vertreter aus unterschiedlichen Jahren.
Eine obligatorische Winterruhe brauchen die Tiere meines Wissens nicht - zumindest habe ich sie vor einiger Zeit bei Zimmertemperatur über mehrere Jahre gehalten.
Die Puppen würde ich im Substart belassen - jedoch auch weiterhin die Feuchtigkeit beachten.

Viel Spaß
Joachim

Chris

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6

Friday, August 8th 2008, 4:13pm

RE: Einheimischer Nashornkäfer - Oryctes nasicornis

Hallo

Ich hab mal gelesen die Tiere werden umso größer, je langsamer sich die Larven entwickeln. Hierbei spielt wohl die Temperatur die Hauptrolle. Ähnlich wie bei einigen Schwärmerarten. Nur das es beim Nashornkäfer nicht um paar Wochen sondern um paar Jahre geht.
Also laß dir lieber nicht nur 5 Jahre, sondern besser 8 Jahre Zeit :zwinkern:

VG Chris

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7

Friday, August 8th 2008, 4:32pm

Hallo ZUsammen

Ich denke nicht das es bei Arten wie Oryctes zu einer Längeren Entwicklungszeit als 2-3 Jahre kommt! und das empfinde ich schon als lange... Käfer der Gattung Dynastes brauchen auch ~3 Jahre, je nach Art. Diese werden aber um einiges größer..also ich stehe gegen die Behauptung :augenrollen:

Patrick

Saturn

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8

Friday, August 8th 2008, 5:54pm

Quoted

Patrick H. schrieb:
Ich denke nicht das es bei Arten wie Oryctes zu einer Längeren Entwicklungszeit als 2-3 Jahre kommt! (...)

Käfer der Gattung Dynastes brauchen auch ~3 Jahre, je nach Art. Diese werden aber um einiges größer


Gegenbeispiel: Maikäfer...? Unser Hirschkäfer...? u.v.a.


Von der Größe der Imago auf die Larvalzeit zu schließen ist völliger Quatsch.

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9

Saturday, August 9th 2008, 4:31am

Moin Patrick,

Du vergißt bei Deinem Einwand, dass Dynastes aufgrund der klimatisch sehr günstigen Bedingungen innerhalb seines Verbreitungsgebietes keine Diapause einlegen muss. Wenn du hier eine Diapause mit einberechnen würdest, kämest Du auf eine Entwicklungszeit von wenigstens sechs Jahren, was das ganze dann relativiert.

Und der Einwand von Saturn ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, da Beispiel 1, je nach Art, 2-4 Jahre, Beispiel 2 mindestens 5 Jahre Entwicklungszeit hat in unseren Breiten.

Viele Grüße
Klaas

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Saturday, August 9th 2008, 3:18pm

Hallo Ihr zwei

Ja stimmt, wo ihr es mir jetzt sagt erscheint mir das auch logisch vor.
Bin halt von einer durchgehenden Entwicklung ausgegangen...und der Vergleich zu Dynastes war auch nicht der Beste :augenrollen:
Naja..aber alle wissen wie´s ist und wie es ansich gemeint ist..

MFG

Patrick

Rudi

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11

Saturday, August 9th 2008, 3:30pm

Hallo nochmal alle zusammen.

Jetzt muss ich als Schmetterlingszüchter mal ganz doof fragen:

wie oft sollte ich denn den Zuchtbehälter sauber machen? Im Augenblick habe ich die Larven in einem 20 Liter Farbeimer, der zu 4/5 mit verrottetem Rinden- und Holzhecksel gefüllt ist.
Von den Larven sehe ich nur was, wenn ich den Eimer ausleere. Aber wie oft sollte ich das Substrat wechseln? Der Kot der Tiere ist zwar für mich nicht erkennbar, aber doch wohl vorhanden.

Wie macht ihr das so bei euren Dynastes-Zuchten usw.?

Grüße
Rudi
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12

Saturday, August 9th 2008, 3:36pm

Hey Rudi

Dein Eimer ist für die Anzahl an Larven zu klein.
Also Du müsstes die dann eher schon auf zwei Eimer dieser größe verteilen...
Die Kotpillen sieht man eigentlich sehr gut!
Je nach verbrauch des Substrates kannst Du dieses alle 4-6 Wochen auswechseln oder aufbessern...

Gruß

Patrick

Rudi

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13

Saturday, August 9th 2008, 3:40pm

Hallo Patrick.

Danke für die Hinweise.
Ich wollte die Tiere morgen eh auf 3 Eimer verteilen.

Sollte ich dem Holzsubstrat ev. noch ein bisschen Lauberde mit zu mischen?
Ich habe da selbst kompostiertes Material, aus Buche/Eiche/Ahorn/Apfel usw.
richtig schön unbehandelt, bio und lecker. Könnt´ich mir zumindest als Nashornkäferlarve vorstellen. :grinsen:
Soll ich oder soll ich nicht?

Und nach den Hinterlassenschaften der Süßen werde ich wohl noch ein bisschen besser achten.

Grüßle.
Rudi
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14

Saturday, August 9th 2008, 3:52pm

Hallo Rudi

Das wäre sehr gut mit den 3 Eimern!
JA, LAubwaldhumus ist sehr gut, jedoch bei Oryctes, da ja in Holzhaufen o.ä. darf der Holzanteil ruhig etwas höher sein...denek so an 80% und 20 Humus.

JA, dann viel Spaß mit deinen kleinen Rhinos :daumenja:

Patrick

Chris

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15

Saturday, August 9th 2008, 4:19pm

RE: Einheimischer Nashornkäfer - Oryctes nasicornis

Hallo :-)

Die Entwicklungszeit wird ja fast überall mit 3 -5 Jahren angegeben -da wird scho was dran sein. Mit der Größe war eigentlich weniger gemeint, daß ein Maikäfer größer als ein Hirschkäfer wird, wenn er nur länger für die Entwicklung braucht. Sondern daß eine Nashornkäferlarve, die sich über 5 Jahre entwickelt ein größeres Imago ergibt als eine Larve (auch vom Nashornkäfer selbstverständlich), die in 2 Jahren durchgetrieben wurde. So wie eine Raupe beispielsweise des Totenkopfschwärmers in unseren Breiten eine längere Entwicklungszeit hat, aber später einen größeren Falter ergibt, als eine Raupe DER SELBEN ART!!! die in Afrika in null komma nix verpuppt ist... Also ein Größenunterschied der Individuen innerhalb einer Art und NICHT eine artübergreifend Faustregel "je langsamer, desto größer" -sowas Absurdes :evil:
Ob das stimmt weiß ich allerdings nicht -hab bisher keine Nashornkäfer gezüchtet. Es erschien aber plausibel, drum hab ichs hier zum besten gegeben.

VG Chris

derFalk

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16

Sunday, August 10th 2008, 9:09pm

Hallo Zusammen,

Eigentlich ist das Thema ja gegessen. Es wurde alles Wichtige gesagt.
Dennoch hab ich ein paar Dinge, die ich nach los werden muss.

@Joachim

Quoted

ich würde sogar sagen, dass diese beeindruckende und schöne Käferart geradezu "boomt"


Meine Aussage, dass die Tiere mittlerweile doch recht seltenen sind, beruht nur auf eigenen Erfahrungen. 1984 waren Sie für mich zugänglich, also häufig. Seit dieser Zeit habe ich keinen mehr in den Händen gehalten, deshalb meine Vermutung sie wären selten. Steht der Nashornkäfer nicht auch noch unter Schutz?

Quoted

Verwendung von Rindenmulch bei der Pflege innerstädtischer Gehölze


Bei Neupflanzugen sollte eine 10 cm dicke Schicht Rindenmulch aufgebracht werden. Grade bei Staudenpflanzugen ist das aber nur schwer Praktikabel. Vermutlich sind solche Flächen eher unattraktiv für den Käfer als Eiablageplatz. Es wäre aber denkbar, dass bereis abgelegte Eier und Larven einfach mit ausgebracht werden.

Bei uns hier gibt es doch einige Sägewerke und auch im Wald wird nicht mehr alles verbrannt, sondern zu Hackschnitzel verarbeitet. Also haben wir uns einmal auf die Suche gemacht,



und überall rumgebuddelt.



Alle hatten ihren Spaß, aber leider haben wir nichts gefunden.Wo kann man den die Tierchen finden? :aufstampfen:

@Rudi

Damals habe ich auch erfahren, dass der Nashornkäfer eigentlich ein Ausländer ist und wahrscheinlich mit Korkeichenrinde aus Italien zu uns gekommen sein muss. Seit wann werden eigentlich Korken auf Weinflaschen gepresst?

Auf jeden Fall mag es die Larve schön warm. Seiner Zeit hatte ich mir auch nur die größten Larven herausgesucht und sie über den Winter zur Verpuppung gebracht. Die Larven mit 5-8cm schaffen es bestimmt bis zum Frühjahr zum Imago. Nur die kleinen kommen zu Anfang nicht so recht aus der Hose.
Hier noch die obligatorischen,entomologischen Grüße Falk

Joe

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17

Monday, August 11th 2008, 7:11am

Hallo Falk,

Quoted

...aber leider haben wir nichts gefunden. Wo kann man den die Tierchen finden?

Also die Haufen sehen doch aus, wie ein Schlaraffenland für xylobionte Käfer. Eigentlich müssten sich da Nashornkäfer und eine ganze Menge weiterer Holzkäfer tummeln (z.B. Bockkäferarten) - es sei denn, die Haufen mit dem Holzhäckse sind noch zu frisch oder zu trocken. Vielleicht lohnt sich auch mal nachts ein Lichtfang in der Nähe dieser Halden.

Quoted

Wo kann man den die Tierchen finden?

Wie gesagt - häufig im städtischen Bereich, wo bei Pflanzungen Rindenmulch Verwendung findet. Oft wird weit mehr als die von Dir genannten 10 cm aufgebracht. In Parks werden Mulden oft völlig mit Mulch aufgefüllt, bevor angepflanzt wird. Aber auch an Baumscheiben, die mit Mulch aufgefüllt wurden, sitzen oft Käfer (wobei Du Recht haben könntest, dass hier einfach Eier und Larven mit ausgebracht wurden).
Weiterhin sind die Käfer in Gartenanlagen häufig, wo sie in Komposthaufen und Gewächshäusern leben. Außerdem findet man die Käfer im Wald und Obstplantagen, wo nach Abholzungen Zweige, Äste und Wurzeln zu Haufen zusammengeschoben werden und einfach verrotten.

Viele Grüße
Joachim

fladda

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Monday, August 25th 2008, 8:02pm

RE: Einheimischer Nashornkäfer - Oryctes nasicornis

Hallo zusammen,

ich habe mich mit Oryctes nasicornis zwar nur in der Hinsicht beschäftigt, dass ich ihre Lebensweise und somit die Lebensweise der großen Dolchwespen, die die Larven des Nashornkäfers als Wirt nutzen, verstehen wollte.

Der heimische Nashornkäfer ist dabei extrem anpassungsfähig und kommt auch hier im Norden Hamburgs vor. Ich konnte Elytren (Flügeldecken) von Nashornkäfer und auch Hirschkäfer hier in der Umgebung endecken (Na ja, nicht ich, sondern einer meiner Töchter, brachten mir dann das Fundstück). Die ausgewachsenen Tiere in Masse kenne ich nur aus der Umgebung von Avignon.

Alle Dynastidae und Lucanidae ernähren sich von den Bestandteilen von Holz (Zellulose (weisfaul) oder Lignin(rotfaul)). Zellolose ist dabe den Kohlenhydraten unserer Nahrung am ähnlichsten, da sie wie die natürlichen Zucker aufgebaut sind und sind damit die wahrscheinlichste Nahrungsgrundlage.

Die heimischen Nashornkäferlarven sind aber, den Meldungen nach, auch schon in Komposthaufen zu finden. Ich gehe davon aus, dass dort eine erhöhte Menge an verrottendem Holz zu finden sein muss.

Ich werde mich mal Max nachahmen und in unseren Häckseln nachsehen :zwinkern: .

Viele Grüße
Franz

P.S.:Lasst uns noch etwa 2 - 3 Jahre abwarten, dann wird die Nashorn- und Hirschkäferzucht zu einem der einfachsten Dinge der Welt (Hauptsache, die existieren dann noch :evil:!)

Viele Grüße

Franz

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19

Tuesday, October 7th 2008, 7:06pm

Hallo Freunde ,

ich bin ein bischen spät dran!

Zu den Oryctes ich züchte 2 afrikanische Arten Oryctes boas (Tansania) und Oryctes owariensis ( Nigeria )

Die Afrikaner haben keine Diapause und brauchen bei Raumtemperturen von 20-25 Grad 11-15 Monate vom Ei bis zum Käfer.

Gefüttert werden die Larven mit einer Mischung die zu 80 % aus Weißfaulem Holz und 20 % Humus besteht .

Die Aufzucht der Larven funktioniert absolut problemlos; ich behalte immer 15 larven zur Weiterzucht ;gehalten werden sie zusammen in rund 50 Liter Substrat.

Ich würde auch behaupten das unser Oryctes im Westerwald recht häufig ist aber das Aufkommen schwankt von Jahr zu Jahr.

Nun ich hoffe das ich wenigstens etwas helfen konnte!

Rudi

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20

Tuesday, October 7th 2008, 9:42pm

Servus Michael.

Lieber spät, als gar nicht!
Und mit deinen Hinweisen bestätigst du mich in meinen Haltungsbedingungen für die "Süßen".
Somit besten Dank für deine Tips.

Rudi
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21

Friday, October 10th 2008, 3:23pm

Ich wage mal zu behaupten das die Oryctes keine Diapause brauchen sprich wenn sie warm gehalten werden entwickeln sie sich weiter und schlüpfen zur "verkehrten Zeit".Zumindestens war das bei einem Freund vor rund 20 jahren so.

Oryctes sind unglaublich flexibel und variabel was die Lebensbedingungen angeht nicht umsonst hat diese Species einen einzigartigen Siegeszug rund um den Erdball angetreten und verbreitet sich im rasenden Tempo im weiter.

Da sie ja als Schädlinge gelten speziell bei Palmen sind nicht alle begeistert von der Ausbreitung.................................!

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22

Sunday, October 12th 2008, 7:56pm

Hier mal ein paar Fotos von subtropischen Nashornkäfern aus meiner Zucht .

Besonders bemerkenswert ist bei den Larven der Rote Fleck auf dem Hintern !



Eventuell ist die Ausprägung des Fleckes ein Hinweis auf das spätere Geschlecht .Schwach rot =Weibchen ? / Intensiv Männchen ?



Männchen Oryctes owariensis Herkunft Nigeria Größe bis 75 mm !!!!



Männchen Oryctes boas Herkunft Tansania Größe bis 45 mm.



Gruppe Oryctes owariensis ein Männchen rechts langes Horn die anderen 3 mit den Stummelhörnern sind Weibchen !

Auch wenn der Beitrag nicht unbedingt zur Überschrift paßt so hoffe ich doch etwas Wissenswertes rund um die Familie der Nashornkäfer beigetragen zu haben.

Rudi

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23

Sunday, August 22nd 2010, 11:23pm

Nach zwei Jahren "Pause" geht es weiter

Servus zusammen.

Nachdem ich dieses Thema vor fast genau zwei Jahren eröffnete, muss/darf ich heute weiter machen.
Heute Nachmittag war es mal wieder so weit, meine Schützlinge zu füttern und dabei kamen für mich völlig überraschend 12 quicklebendige Nashornkäferpuppen ans Tageslicht.
Unglaublich, wie schnell so ´ne Nasi-Zucht vonstatten geht. :whistling: Kaum wartet man zwei Jahre, husch husch ist´s schon fast gelaufen.

Es sind insgesammt 12 Stück und alle gesund, zumindest präsentieren sie sich so meinem ungeschultem Käferneulingsauge. Allerdings waren alle extrem von Milben besetzt.


Die habe ich dann feinsäuberlich weggeblasen und mit nem weichen Pinsel ein bisschen nachgearbeitet.

Nun stellt sich mir jedoch die Frage, wie ich die Puppen weiterbehandeln, bzw. lagern muss, damit alles zu einem guten Ende kommt? Und vor allem auch, würde mich interessieren, wie lange die Puppenruhe dauern wird?


Schon mal im Voraus: Danke für alle Tips.

Rudi
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Jakob

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24

Sunday, August 22nd 2010, 11:47pm

Hallo,
stehen die nicht unter Naturschutz? Die Käfer fressen entweder gar nichts oder Baumsäfte, also in der Haltung Beetle-Gelly. Eventuell würden sie auch Bananen nehmen.

Rudi

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25

Sunday, August 22nd 2010, 11:59pm

Servus Jakob.

Ja, die Oryctes nasicornis sind in Deutschland laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.
Mich interessiert im Augenblick auch goar ned wie man die Imagos hält, sondern ich bräuchte Informationen dazu, wie ich die Puppen lagern soll, damit die Imagos sich gut entwickeln um sie dann ins Freie entlassen zu können.

Rudi
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26

Monday, August 23rd 2010, 7:51am

Ein Mitarbeiter erzählte mir, dass er vor einigen Jahren sein Zelt verborgte und es erst kürzlich aus der Schutzhülle nahm. Er fand nur noch einen Haufen Mulm vor und mittendrin einen voll ausgebildeten Nashornkäfer. Da dieser Mitarbeiter, was die Natur angeht, völlig unbedarft ist und nicht mal den Namen des Käfers kannte (er sprach von einem Riesenkäfer mit einem Stachel auf der Nase), muss ich es wohl glauben. Ich gestehe aber, es fällt mir schwer.

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27

Monday, August 23rd 2010, 1:51pm

Die Puppen waren nicht in einem Kokon?
Am besten wieder im Substrat vergraben in dem sie sich auch verpuppt haben und dann abwarten.
Eventuell gehen auch Steckschaumkokons aber mit denen kenne ich mich nicht wirklich aus....
Bugman's Käfer
MFG Christian

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28

Monday, August 23rd 2010, 2:46pm

Die Steckschaumkokons gehen sogar wirklich gut! ;)

LG

Patrick

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Monday, August 23rd 2010, 8:06pm

Es gibt 2 praktikable Lösungen entweder Kunstkokons aus Steckschaum oder ganz einfach das alte substrat verdichten und mit dem Handrücken kleine Mulden rein drücken und da jeweils eine Puppe rein legen beides geht ganz gut sollte aber immer nur eine Notlösung sein am besten schlüpfen die Käfer in ihren Kokons.
Sowohl der Steckschaum als auch die Erdmulden sollten leicht feucht sein (Erdfeucht).
Das entfernen der Puppen aus ihren kokons birgt viele Risiken und führt oft zu nicht gefalteten Flügeln,die Puppen vertrocknen oder werden von Parasiten befallen.
Rudi deine Puppen sehen aber gut aus und ich schätze mal in 2-4 Wochen beginnt der Schlupf.
Die komplette natürliche Puppenphase beträgt bei Oryctes ca 8 Wochen.

Rudi

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Monday, August 23rd 2010, 9:57pm

Danke!

Servus Ihr 3.

Danke für eure Hilfe. :dafür:

Ich hatte auch schon die Befürchtung, dass die Puppen es an der Luft so nicht besonders gut gefallen würde.
Leider hatten sich alle Kokons direkt am Boden der Farbeimer befunden und dort auch immer direkt in der Kante von Boden und Seitenwand.
Beim leeren der Eimer sind dann die Erd-Kokons mit den Puppen zum Vorschein gekommen. Allerdings waren die Kokons entweder komplett zerbrochen (es handelte sich "nur" um verdichtete Erde und Fraßreste) oder gar nicht vollständig ausgeformt.
Anbei mal ein Foto von den "Kokons".


Was haltet ihr von folgender Lösung:

Ich fülle in einen meiner Farbeimer wieder mit Substrat, feuchte dieses an und lege die Puppen in vorgefertigte Mulden. Zusätzlich lege ich noch schräge Holzstücke mit rein, die es den schlüpfenden Käfern ermöglicht, sich einen guten Platz zum "Entfalten" zu suchen. Das Ganze mache ich einigermaßen dicht, mit einer nicht ganz schließenden Glasscheibe. So kann ich kontrollieren, ob sich was tut und die Luftfeuchte bleibt konstant. Wie hoch sollte denn die Luftfeuchte sein?

Wäre das eine Option, die Tiere gut zum Schlüpfen zu bringen?

Oder doch eher die Möglichkeit mit den Steckschaumkokons, was immer das auch sein soll. Ich kenne Steckschaum aus dem Floristikbedarf. Reden wir da vom gleichen Material und wie sollte das funktionieren?

Noch eine Frage: brauchen Käfer, so wie Schmetterlinge, irgendetwas zum Hochklettern, um die Flügel richtig ausbilden und trocknen zu können?

Noch was: um ein vielleicht vorhandenes Missverständnis zu klären: ich halte diese Nashornkäfer nicht zu meinem Vergnügen, sondern bin von der Unteren Naturschutzbehörde darum gebeten worden, die Larven bis zum Imago zu bringen, um sie dann wieder frei zu lassen. Bei dieser ganzen Nashornkäfergeschichte sind keinerlei finanzielle Hintergedanken etc. mit im Spiel. Somit bitte auch keine weiteren Anfragen, wegen Präparations- oder Zuchtmaterial etc. etc.

Tschau
Rudi
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