Insektenbörse Kloten, bei Zürich
Trotzdem schon einiges berichtet wurde erlaube ich mir, noch einige Sätze als Nachlese zur Börse in Kloten beizufügen
Nach einigen Jahren Unterbruch habe ich diese Börse wieder einmal besucht. Ich war überrascht über die Grösse des Angebots. Alle aufgestellten Tische waren belegt. Erstaunlich wieder das Angebot an prächtigem Zuchtmaterial, aus fast allen Familien der Insekten. Auch das Angebot von Vogelspinnen war beachtlich, so wurde auch die grösste aller
Vogelspinnen der Welt angeboten (siehe Bild). Alle diese lebenden Tiere machten einen ausgezeichneten gesunden Eindruck. Was mich besonders beeindruckte war die Freundlichkeit und Kompetenz mit der die vielen noch etwas unwissenden Kunden informiert und bedient wurden. Auch jeder noch so kleine Knirps wurde mit der nötigen Aufmerksamkeit beraten. Schön zu sehen wie die Kinderaugen leuchteten wenn sie stolz mit dem Schächtelchen mit Raupe, Schmetterling oder Käfer träumerisch von dannen trippelten, vorsichtig die Dose oder Schächtelchen vor sich herhaltend. Das ist dann einmal unser Nachwuchs, der einmal in unsere Fussstapfen treten sollten. Da lohnt es sich auch, diese vor Begeisterung zitternder Kinder mit der nur besten Sorgfalt zu bedienen, auch wenn sie noch nicht das grosse Geld ausgeben können.
Ein grosses Lob auch den Ausstellern und Verkäufern, was da an hoher Qualität angeboten wurde, war wirklich beachtenswert. Weniger Masse als Qualität, die Zeiten mit den uralten Leichen in den Verkaufsregalen scheint vorbei. Viele wunderschöne und seltene Arten begeisterten die Besucher und der Fachmann konnte interessante Tiere für seine Sammlung finden. Allerdings schien es mir, dass einige Preise etwas weit oben sich bewegten, zwischen Gut und Böse. Aber das muss jeder selber wissen, wenn er die meiste Ware wieder mit nach Hause schleppen musste. Ich hätte auch noch gerne einige Arten gekauft, allerdings wiederstrebt es mir bis das 5 und 6 fache des handelsüblichen Preises zu bezahlen. So verlangte z. B. ein Händler für gewöhnliche Lamprima adolphinae (also keine besonderen Farbschläge und auch keine Riesen!) 20 Fr. (14 Euro). Die erhält man überall im Internet für 2-3 Euro.
Sehr reichhaltig war auch das Angebot an diversen lebenden wie präparierten Insekten wie Phasmiden, Mantiden, Schaben und auch Nichtinskten, wie Tausendfüssler und Hundertfüsslern. Auch kunsthandwerkliche Werke wurden ebenso vorgestellt wie auch wunderschön und perfekt präparierte Klein –Diaramen mit Vogelspinnen, Käfern (siehe Fotos)
Dafür boten die Hobby-Züchter ihr Material zu wirklich fairen Preisen an, im Preis inbegriffen die kompetente Beratung! Die Palette der angebotenen Arten war beeindruckend, um nur einige zu nennen, Actias dubernardi-Raupen in allen Grössen, Actias rhodopneuma und andere Actias-Arten, verschiedene Automeris und weitere Saturniden. Es würde zu weit führen, alles aufzuzählen, was da an Zuchtmaterial aufgeführt wurde. Das natürlich die Literatur nicht fehlen durfte, dafür sorgten zwei Bücherstände, einer mit neuer, mehr populären Bestimmungsbüchern und einen mit mehrheitlich interessanten antiquarischen Werken und auch kleineren Separatas – eine wahre Fundgrube.
Dass eine Börse wie dieser natürlich auch einen Anbieter von entomologischen Utensilien von höchster Qualität einlädt, zeigt die Weitsicht der Organisatoren. Ich habe nur gestaunt über die vorgeführte Ware. Die Insektenkästen, egal aus welchem Holz, gehören zum Feinsten was ich je sah. Butterweich zu öffnen, ohne den geringsten Fehler in den Gehrungen und Kanten. Da braucht man kein Sackmesser oder einen Stechbeitel und Hammer um die Kästen aufzumachen wie ich zufällig einen Händler sah, der dem Kunden Schmetterlinge aushändigen wollte und mit dem Messer die liebe Mühe hatte, den Kasten zu öffnen! Ich habe eine Serie Spannbretter gekauft, eine saubere Sache, schönes weiches Holz und alles perfekt verarbeitet. Kunststück, Herr Schunke ist ja Möbelschreiner, da merkt man die präzise Hand und das genaue Auge.
Für den Seelenfrieden im Bauch bot sich ein Stand an der feine Brötchen und Kuchen offerierte, wer einen grösseren Hunger zu bekämpfen hatte, wurde im Restaurant vorzüglich bedient. Hier sah man auch stets Grüppchen von Entomologen, die vieles zu besprechen hatten. Für mich war es auch schön, den einen oder anderen alten Bekannten zu begrüssen, den ich seit Jahren nie mehr gesehen hatte. Es war also auch ein idealer Treffpunkt der Entomologen, es wurde rege diskutiert, und so manches gute Stück wechselte die Hand versteckt unter dem Tisch!
Ein ausgesprochen stark frequentierter Stand war die Vorstellung der
Swiss Butterfly Breeders, eine freier Zusammenschluss von Schmetterlingszüchtern, der hauptsächlich über Internet funktioniert. Es können Erfahrungen ebenso getauscht werden wie auch Zuchtmaterial. Papa Papillon stellte zudem seine prächtigen wie praktischen Aerarien vor. Im einen konnten sich die Besucher sogar zwischen den Schmetterlingen bewegen. Die Auskünfte von kompetenten Natur und Insektenfreunden wurden von den Besuchern sehr gerne angenommen, Der grosse Stand war wirklich den ganzen Tag dicht belagert.
Das zeigte doch auf, dass sich viele Menschen, vor allem Schüler und heranwachsende, für die Belange der Schmetterlinge begeistern können. Ich denke, nur durch solche Aktionen können Jugendliche für die Schönheit und Faszination der Insekten und die Natur überhaupt gewonnen werden. Ältere Entomologen müssen sich bemühen, Junge zu fördern mit Zuchtmaterial, man kann auch einmal ein paar Tier verschenken, es müssen nicht die teuersten und perfektesten sein. Auch mit Informationen kann man das Interesse fördern.
Swiss Butterfly Breeders möchte diese Zusammenarbeit zwischen sogenannten erfahrenen Entomologen und Züchtern und dem jungen Nachwuchs forcieren und ausbauen.
Roland alias gorostiza