Hallo Swetlana,
Ich habe Angefangen, indem ich einfach Raupen eingesammelt habe und die schlüpfenden Falter freigelassen habe. Inzwischen versuche ich natürlich die Falter auch zur vermehrung zu bringen.
Raupenzuchtbehälter:
- große Marmeladen/Gurkengläser mit Fliegengitterverschluss: Für Arten die es sehr feucht wollen, aber diese Gläser sind schlecht zu reinigen und es kann zu Problemen mit Kokons zwischen dem "Verschlussfliegengitter" und den Gläsern kommen (Das Gespinst wird dann beim öffnen zerstört und dabei die Puppe möglicherweise gleich mit). Ich verwende solche Gläser eigentlich nur noch zum einsammeln der Raupen weil sie stabil und Kratzfest sind und so gut im Rucksack verstaut werden können. Allerdings darf man sie nicht in der Sonne lassen! Nur manchmal sind Gläser auch zur Zucht praktisch, zum Beispiel zur Verpuppung von Gabelschwanzraupen, die andere Materialien als Glas zernagen, um einen Kokon daraus zu bauen.
- Plastikboxen: Mit einem Gazefenster zur Belüftung ausgestattet eigentlich ideal: Man kann reingucken, sie sind günstig zu haben, mit einer Papiereinlage auf dem Boden auch sehr leicht zu reinigen und mit Gazefenster auch gut belüftet
- Raupenkasten: Selbstgebaut oder gekauft, ist natürlich die Luxusvariante die besser Aussieht als Plastikboxen. Einziger Nachteil: Sie lassen sich oft nicht leicht säubern. Oft wird auch das Aerarium verwendet, allerdings kann es vom Wind weggetragen werden, wenn keine schweren Gegenstände darin sind. Also nicht als Falterflugkasten im Freien verwenden!
Wenn man mehrere Raupenkästen baut, sollte man verschiedene Bauen, wie 1. alle Wände als Gazefenster und 2. Rückwand ohne Gazefenster und Seitenwände mit kleinem Gazefenster, um Raupen verschieden feuchter Standorte ideal pflegen zu können.
Flugkasten:
Nur Notwendig wenn du die Falter zur Paarung und Eiablage bringen möchtest oder sie einfach noch ein paar Tage pflegen möchtest. Der Kasten sollte um Platz für ein großes Artenspektrum zu bieten 1x1x1 Meter groß sein, für manche Arten reichen aber auch 30x30x30 cm.
Wenn du die Falter sofort freilässt, brauchst du keinen Flugkasten.
Der Flugkasten sollte nur eine kleine Öffnung haben, bei einer großen Quadratischen Grundfläche um die Falter von überall fangen zu können an mehreren Seiten eine, damit die Falter bei der Fütterung nicht so leicht rausfliegen können.
Man kann auch ein Moskitonetz, wie man es über Betten hängt, als Flugkasten verwenden.
Puppenkasten:
Nicht unbedingt nötig, aber ein praktisches Utensil, da man die Puppen und den schlupf gut überwachen und beobachten kann. Ich verwende einen Puppenkasten nach Friedrich, hat bis jetzt gute Ergebnisse erziehlt. Man kann aber auch ohne Puppenkasten relativ leicht Puppen zum schlüpfen bringen und überwintern. Wenn es dich interessiert, kann ich Bilder vom Puppenkasten reinstellen.
Das hört sich jetzt nach viel Material an, aber man braucht ja für den Anfang nicht sehr viel, wenn man nur Aufziehen und dann freilassen möchte reichen ein paar Raupenbehälter. Bei den Raupenbehältern würde ich Plastikboxen empfehlen, ideal wären verschiedene Größen.
Wenn man Eier zum schlüpfen bringen möchte, sollte man auf jeden Fall behälter unter 1 Liter volumen benutzen, damit die Raupen die Futterpflanze nicht verlieren. Ich überlege sogar ob ich in Zukunft Petrischalen verwenden soll.
Und, wie von selene4 schon gesagt, dieses Hobby macht wirklich süchtig, es gibt allein in Deutschland schon so viele tolle Schmetterlinge dass es einem nie langweilig werden kann, und dann sind da ja auch noch die Exoten...
Tipps und Tricks gibt es so viele, die kann man gar nicht alle beantworten, das wäre zu sehr auf einzelne Arten bezogen. Wenn du irgendwas wissen möchtest, einfach fragen. Interessant wäre zum Beispiel wo man Raupen verschiedener Arten finden kann und wie überhaupt an Zuchtmaterial kommt.
Viele Grüße,
Jakob