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Rudi

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Tuesday, May 20th 2008, 8:36pm

Actias isabellae - es geht auch anders...

Hallo Kollegen und Kolleginnen.
Und ein herzliches Gruezi in die Schweiz.

Da es ja für mich (wohnhaft nähe München) nicht gerade ein Katzensprung in die Schwiez ins Wallis ist, habe ich mir mal vorgenommen, das angeblich "Unmögliche" zu wagen.
Zur Erbauung des Forums und der Vereinfachung der weiteren Pfingsferienplanung sämtlicher schweizer Entomologen, die auf eine Paarung von Actias isabellae aus sind:

Eine Paarung von isabellae im Flugkäfig und nicht im Freiland oder durch Anflug ausgesetzter Männchen!

Denn: es geht auch anders und hunderte Kilometer auf den schweizer Strassen kann man sich ev. auch sparen. :grinsen:
Gestern war es endlich so weit, dass ein Weibchen und zwei Männchen schlüpften. Um 19.00 Uhr in den Flugkäfig verfrachtet, war dann ab 22.00 Uhr die Paarung vollzogen. Heute Nachmittag legte das Weibchen dann die ersten Eier. :freudentanz:

Diese Nacht wird das Unternehmen neu gestartet und dann wird sich herausstellen, ob es nur ein "blindes Huhn mit dem berühmten Korn" war, oder ob sich der Erfolg wiederholen lässt. :frage:

Anbei noch ein paar Bilder, nur so zur Erbauung.
Und sämtliche schweizer isabellae-Züchter mögen mir meinen schelmischen Ton verzeihen: ich freue mich einfach ganz toll über diesen unerwarteten Erfolg und ohne die Unterstützung von diversen schweizer Freunden, hätte ich gar keine isabellae, mit denen ich dies nun versucht hatte.
Nochmal ein ganz grosses "Vergelt´s Gott" an euch!

Grüsse.
Rudi



Paarung im Flugkäfig


frisch aus der Puppenhülle: dann sind die Flügel noch gelblich


der Blick heute morgen in den Puppenkasten; lauter süße Mädels


Männchen beim Fotoshooting


Weibchen beim Fotoshooting
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derFalk

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Tuesday, May 20th 2008, 9:27pm

Super !!!

Hallo Rudi,

Ich kann den blanken Neid kaum unterdrücken!!! :daumenja:
Auf jeden Fall herzlichsten Glückwunsch zu dem Erfolg. :respekt:
Hab mir auch 12 Eier bestellt, es sind aber erst 2 Räupchen geschlüpft. :aufstampfen:

Hattest Du die Puppen im Kühlschrank?
Wünsch Dir viele Nachkommen: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter: :falter:

Gruß Falk
Hier noch die obligatorischen,entomologischen Grüße Falk

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Tuesday, May 20th 2008, 10:10pm

ganz speziell!

Ich gratuliere!

Und … ich erfreue mich immer wieder an diesem wunderschönen Schmetterling.
Form und Farben - ganz speziell!

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Tuesday, May 20th 2008, 10:22pm

RE: Graellsia isabellae - es geht auch anders...

Oh, phantastisch, Glückwunsch!

Ich schließe mich dem Dank an die Schweizer Gemeinde an -
was für ein Glück, diese himmlischen Freuden genießen zu dürfen!
Daß Ihr ein so schönes Teilchen Eurer Heimat der übrigen Welt habt
zuteil werden lassen, großes Lob!
Und nun ist es auch lobenswert, daß mit Nachzuchten experimentiert wird,
um die natürlichen Populationen auf Dauer nicht zu überfordern...
Schade nur, daß die Tierchen laut Ulla doch nicht so frosthart sind
wie ursprünglich angenommen - oder habt Ihr im entsprechenden Gebiet
im Wallis doch härtere Winter als -10°C?
Ich sehe schon, der Garten Eden lag wohl in Westeuropa - und hat immer noch scharfe Grenzen...


Viel Glück noch,
Bostjan Dvorak

Rudi

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Tuesday, May 20th 2008, 10:43pm

RE: Graellsia isabellae - es geht auch anders...

Hallo nochmal.

Danke für Glückwünsche zur "Nachkommenschaft" :freudentanz:

Im Augenblick tut sich im Flugkäfig nicht viel.
Wir haben Nieselregen und 7°C. Das ist dann selbst den walliser Bergbewohnern zu ungemütlich, wie es den Anschein hat. :grinsen:
Sei´s ihnen gegönnt, bei dem Wetter scheucht man ja sonst nicht mal Hunde vor die Tür.

@Falk
Ja, ich hatte die Überwinterung der Puppen im Kühlschrank vorgenommen und sie erst Anfang April ins Freiland gebracht.

Gute Nacht.
Rudi
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Tuesday, May 20th 2008, 11:01pm

Günstiges Wetter

Unter Einfluß einer Erzählung von Martin Geck vermute ich, daß eben dieses Wetter sehr günstig ist... Er soll nach tagelangen Versuchen unter besten Bedingungen - es war mal in den 80ern in Augsburg - verzweifelt aufgegeben und bei einem Wutanfall sämtliche Tiere aus dem Fenster ins Freie geschmissen haben; es gab Nieselregen mit Temperaturen unter 10°C - am Morgen danach fand seine Frau an ausgehängten Wäschestücken auf der Terasse drei Pärchen von G. isabellae...
Sie sollen ja auch bei niedrigen Temperaturen, bei nasskühlem Wetter gerne unterwegs sein.

Also...
Bostjan Dvorak

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Tuesday, May 20th 2008, 11:02pm

RE: Actias isabellae - es geht auch anders...

Hallo Rudi, Kolleginnen & Kollegen

Da das Münsterland noch weiter von der Schweiz entfernt ist als Dachau,
macht das Paarungsverhalten bei isabellae jedoch keinen Unterschied.
Auch bei mir im Garten paarten sich gestern Abend in einem Moskitonetz isabellae bei 9°C um 23 Uhr.
Zur Zeit finden gerade unter selben Bedingungen jedoch bei 11°C wiederum zwei Kopula´s statt.
Da am gestrigen Vormittag auch ein kräftiges A. luna Weibchen schlüpfte, setzte ich dieses zu den isabellae in das Moskitonetz.
Auch mit dem luna Weibchen fand eine Kopula statt,
welche bis heute Abend um 18 Uhr andauerte und die ersten Eier sind auch schon da.
So viel zum Paarungsverhalten bzgl. isabellae aus dem Münsterland;
euch allen noch einen schönen Abend und ich werde nochmal nach draußen gehen
und schauen, was meine isabellae so machen.
Leider hab ich nicht so schöne Foto´s, wie der Rudi
aber diese sind ja schon super!

sphingidae :falter:

Rudi

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Tuesday, May 20th 2008, 11:13pm

RE: Actias isabellae - es geht auch anders...

Servus Heiner.

Zum Glück hast du mit deinen getopften Pinus vorgesorgt! :fröhlich:
Pass mir auf, dass du nicht in einer grünen isabellae-Flut ertrinkst. :geschockt:

Gerade war ich wieder draussen, aber es tut sich nichts.
Ich werd es um 1.00 noch mal versuchen.
Wie lange bleiben isabellae-Weibchen eigentlich paarungsbereit?
Ein-zwei Nächte, oder länger?

@Bostjan
Dein Wort in Gottes Ohr.
Eine oder zwei weitere Paarungen wären schon phantastisch. Das würde den Zuchtstamm vitaler erhalten.
Und wer ist "Ulla"?

Gute Nacht.
Rudi
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9

Wednesday, May 21st 2008, 12:09am

RE: Actias isabellae - es geht auch anders...

Verzeihung, habe den Namen falsch geschrieben -
J. Ylla i Ullastre (1997): Història natural del lepidòpter Graellsia isabellae

Dieses tolle Buch, eine glänzende, allumfassende Studie, habe ich einst beim Frankfurter Entomologentreff gefunden - und daraus mit Begeisterung Katalanisch gelernt. Damit hörten leider auch einige meiner (auf Meinungen älterer Entomologen beruhenden) Kindheitsvorstellungen auf - zuviel Wissen tut nicht immer gut, aber man muß erwachsen werden; aus der süße Traum von Westsibirien als Lebensraum im Osten... Die Grenzen sind und bleiben scharf, weil nicht sein kann, was nicht sein darf - drum achte man auch immerfort, zu schützen weltweit jeden Ort.

Als Slowene denkt man da an Proteus anguinus (Bären werden ja exportiert, die sind nicht so ortstreu), als Südwesteuropäer vielleicht an G. isabellae...

Gruß und viel Glück noch,
Bostjan Dvorak

derFalk

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Wednesday, May 21st 2008, 6:58am

nervige Fragen

Entschuldigung habe Fragen über Fragen:

@Rudi
Bei welcher Temperatur im Kühlschrank, Gefrier-oder Gemüsefach???
Gibt es im Netz irgendwo Zuchterfahrungsberichte? Im Friedrich steht ja nicht viel, oder könntest Du mir Deine Erfahrungen zukommen lassen?

@Heiner
Glückwunsch zum Zuchterfolg!!! Was Actias luna und isabellae Kreuzung betrifft, gibt es da schon Erfahrungen? Was würden denn die Raupen fressen, Kiefodendron???

@Bostjan

Quoted

Als Slowene denkt man da an Proteus anguinus (Bären werden ja exportiert, die sind nicht so ortstreu), als Südwesteuropäer vielleicht an G. isabellae...


Bei uns in Deutschland, ist die Hermannshöhle im Harz bekannt für ihre Proteus anguinus . Es wurden 13 Grottenolme in den Jahren 1932 und 1956 im Olmensee ausgesetzt. Warum setzt man den da kein Weibchen dazu? Sozusagen im Rahmen der Arterhaltung oder haben die Tiere da keine Voraussetzungen zur Reproduktion?

Gruß Falk
Hier noch die obligatorischen,entomologischen Grüße Falk

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Rudi

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Wednesday, May 21st 2008, 11:31am

RE: nervige Fragen

Quoted

@Rudi Bei welcher Temperatur im Kühlschrank, Gefrier-oder Gemüsefach??? Gibt es im Netz irgendwo Zuchterfahrungsberichte? Im Friedrich steht ja nicht viel, oder könntest Du mir Deine Erfahrungen zukommen lassen


Hallo Falk.

Bis zum Herbst ganz einfach im Freiland und kurz vor´m ersten Frost bei 5°C im Kühlschrank. Im Januar/Februar dann runter auf 0°C und im März wieder 1-3°C wärmer. Ab April dann ins Freie.
Das war der Ablauf. Ob es so richtig ist/war :augenrollen:?
Und das ganze Procedere nicht im Gefrier- oder Gemüsefach, sondern im Suppentopf mit Sandeinlage :cool:

Grüße.
Rudi
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Jasius

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12

Wednesday, May 21st 2008, 12:12pm

RE: nervige Fragen

Hello all,

I kept my puppae in refridgearator.
Temp arround 5-7 degrees till first week off may.
(Moving new house etc)
I did not know if frost or 0-degrees temps are neccasry.
The First pupae is now about to hatch. (2 weeks later)

Greeetings Fillip

Chutz

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13

Wednesday, May 21st 2008, 1:48pm

Freilandanflug im Wallis

servus Rudi

der laie staunt und der fachmann lächelt …

ich habe es mehrer male versucht und im flugkasten nie fertig gebracht.
wir haben versuchsweise im wallis beim freilandanflug die männchen markiert und nachdem die weibchen lockten, in die freiheit entlassen.
es ist keines der markierten männchen dann angeflogen … aber theorie über theorie - bei einem klappts und beim anderen nicht.
übrigens hatte ich letztes jahr bei leichtem nieselregen und einer temp. von 4°C einen einzigen anflug.
also sind eure 7 - 9°C schon fast tropische temp. :grinsen:

wir könnten hier noch lange über das wie wann wo spekulieren.
ich - wir haben nun mal die möglichkeit zum freilandanflug und an deiner stelle ist klar, dass man es versucht (und eben wie du erfolg hast).
hinzu kommt das wir eine superwoche hatten (wetter - stimmung und walliser wein) :winken:
an dieser stelle nochmals ein danke schön für die jungs und mädels von der schnellen truppe,
für ihren beitrag an diese gelungene woche.

anbei ein paar bilder die während der woche von Roman geschossen wurden:










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Wednesday, May 21st 2008, 3:14pm

RE: Actias isabellae - es geht auch anders...

Hallo Falk & Kollegen,

ich bekam letztes Jahr Mitte Mai Eier von isabellae und hatte vorsorglich schon
einige Pinus silvestris in unterschiedlichen Größen von 15 bis 50 cm in Töpfen und Containern gepflanzt.
Das Pflanzenausgangsmaterial habe ich bei uns aus der Heide wo es viele alte Pinus silvestris Bäume gibt, geholt.
Sämlinge stehen dort in jeder Größe - mengenweise.
Nach dem Schlupf der Raupen setzte ich diese erst auf die kleine Pflanzen und stellte sie danach in ein Vollglasaquarium, sodass ich mit einer Glasscheibenabdeckung die Luftfeuchtigkeit gut kontrollieren konnte.
Ich habe die Feststellung gemacht, dass ich isabellae und zur Zeit auch A. dubernadi als Jungraupen bis L2 bei einer rel. Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90%
sehr wohl fühlten und auch gleich anfingen zu fressen.
Ab L2 bis L3 hab ich dann durch Lüften die Luftfeuchtigkeit langsam heruntergesetzt und sie dann unter einigermaßen natürlichen Bedingungen in meinem Gewächshaus (im Sommer ohne Frontscheiben) nur ein Pultdach über dem Kopf in großen Gazekäfigen ohne Probleme zu kräftigen Puppen durchgezüchtet.
Ich habe auch festegestellt, dass ihnen Temperaturen tagsüber bis 36 °C entgegen aller Literaturangaben überhauptnicht geschadet haben.
Die Luftfeuchtigkeit von tagsüber 25 - 30% und nachts bis 90 % hat ihnen meiner Meinung nach sehr gut getan ( annähernd natürlich).
Ab L4 habe ich sie auf gewässerten P. silvestris (jeden 2. Tag neu) gehalten.
Ende Juni/ Anfang Juli hatten sich alle bei Einzelhaltung in durchsichtigen Grillendosen mit drei Ausfällen zu 1A kräftigen Puppen entwickelt.
Ich habe sie noch zwei bis drei Wochen unter gleichen Bedingungen im Gewächshaus gehalten und während einer kühlen Periode bei mir in den schattigen Schuppen gebracht, wo sie bei annähernden Freilandtemperaturen aber frostfrei bis zum Anfang April gelegen haben.
Danach habe ich sie in Etappen in das Gewächshaus gebracht (die Weibchen immer 5-8 Tage später als die Männchen).
Der erste Falter, ein Männchen, schlüpfte am 12. Mai um 10 Uhr.
Die anderen Falter schlüpfen ( auch heute noch wieder ein Weibchen und 2 Männchen) den Abständen ähnlich, wie ich sie ins Gewächshaus gelegt habe.
Ich hoffe hiermit ein wenig geholfen zu haben und wünsche allen viel Erfolg bei der Zucht.

Übrigens: Von mit Wasser ansprühen, wie bei A. dubernadi angegeben, halte ich persönlich nicht so viel.
Oft genügt bei L1 und L2 Raupen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit (80 bis 90 %).
Bei tropischen Saturniden ist das Sprühen jedoch durchaus angebracht.

Viele Grüße,

sphingidae :falter:




Die Hochzeitssweat der isabellae´s

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Wednesday, May 21st 2008, 4:37pm

Feuchtigkeit? Wieviel denn?

Bei Entomologen wird die Feuchtigkeit wie Religion gehandhabt … eine Glaubensfrage.

Ich bin da immer etwas skeptisch. Das Wallis ist eine ausgesprochen trockene Gegend in der Schweiz. Wären da nicht die frischen Nächte und der Morgentau, die Raupen würden oft wochenlang keine Feuchtigkeit auf ihren Föhren (Waldkiefer) spüren.
Auch in den spanischen Nadelwäldern ist die Feuchtigkeit tief.

Könnte es sein, dass erhöhte Luftfeuchtigkeit das Wachstum beschleunigt?

Man müsste eine Parallelzucht starten: eine Hälfte trocken, die andere feucht.

Aber es ist wohl so wie Chutz schreibt:
Theorie über Theorie - bei einem klappts und beim anderen nicht.

Was auch meinen Erfahrungen entspricht:
hohe Temperaturen - bis zu 40° - scheinen den Raupen nichts auszumachen.
Sie hängen an ihren heissen Nadeln und warten einfach bis es wieder kühler wird.

Papilion65

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16

Wednesday, May 21st 2008, 6:44pm

Kreuzung isabellae x dubernardi

Hallo zusammen,
bis vorhin dachte ich noch, ich wäre der nördlichste Glückspilz in puncto einer isabellae Paarung, Pech gehabt.

Dafür hatte ich eine beobachtete Kreuzung ziwschen isabellae x dubernardi. Ob die Eier allerdings befruchtet sind werden wir am Wochenende erfahren.

Schönes langes WE.

Gruß,
Papilion65 has attached the following image:
  • gisaxadub1.jpg
Papilion 65

Brunschi

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Wednesday, May 21st 2008, 9:10pm

Da ich letztes Jahr mit meinem Inserat der Isabellaeier
für viel Diskussion gesorgt habe freue ich mich dass es Heute
doch sovielen Züchtern gelungen ist erfolgreich diese
Perle der Europaischen Fauna zu züchten und vielmehr jetzt
über das zu schreiben und zu berrichten.:daumenja:

Selber darf ich auch sagen dass es mir auch gelungen ist im
Flugkäfig eine Kopula zu erreichen wobei es nach wie vor schwierig
ist und nicht selbsverständlich.
Ebenfalls gelang es mir von 7 Versuchen in dem
ich die Männchen nachdem die Weiber schon lockten ins Freie entliess
5 Kopulas zu erreichen nach dem sie in kurzer Zeit wieder nach Hause fanden !
Und ewig lockt das Weib!:daumenja:

Aber wenn man einmal im Biotop nach Sonnenuntergang und Bergpanorama erlebt hat
wie die Männchen antanzen ist es doch ein unvergleichliches
Erlebnis und deshalb auch für jeden Fan eine Reise wert !
Ins Wallis oder wo auch immer die Perle fliegt hinzureisen (Natürlich nur miteinem
unwiederstehlichen Weibchen):ausruf:

Übrigens hatten meine Puppen mehrmals frost bis minus 4°C oder mehr
problemlos überstanden also hier sollte es keine Probleme geben.

Viele Grüsse
Brunschi

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Wednesday, May 21st 2008, 10:02pm

RE: Kreuzung isabellae x dubernardi

Ja, das mit hohen Temperaturen kann ich bestätigen; sie scheinen zumindest einigermaßen hitzeresistent zu sein. Die Luftfeuchtigkeit könnte sich wirklich günstig auswirken; sehr schöne Beobachtungen, würde Einiges erklären.

Von Mon Chery wurden mal zu Ostern solche großen Kunststoffeier angeboten, als österliche Pralinenverpackung; einmal habe ich - aus Ratlosigkeit und Zeitmangel - einige der G. isabellae Raupen in so ein Ei gelegt, auf einem Nadelschopf von P. silvestris. Darin wuchsen sie dann lustigerweise erstaunlich schnell, viel besser als in allen anderen Gefäßen und Käfigen, die ich ausprobierte. Die Raupe, die ich bis zum Schluß darin fressen ließ, wurde als erste groß - und riesig. In anderen Gefäßen sind mir einige Raupen auch krepiert, und sie wuchsen viel langsamer. Im nächsten Jahr habe ich - man könnte es als Aberglauben betrachten - zwanzig solche Mon Chery Plastikeier gekauft, die Pralinen verschenkt und fast die komplette Zucht darin durchgezogen; mit fabelhaftem Ergebnis - die Raupen fraßen beständig, irrten nicht umher, und fertigten schließlich am Eiboden sehr schöne, gesunde Gespinste an. Die Eier habe ich immer ganz verschlossen, ohne Luftlöcher, im letzten Stadium mit je einer Raupe auf einem Alttrieb von P. silvestris, unten mit nassem Klopapier umhüllt... Scheinen ideale Bedingungen zu sein.

@Falk zu P. anguinus im Harz: Ja, die Bedingungen wären, soweit mir bekannt, schon komplett, aber es dauert bei diesem Tierchen wohl etwas länger; sie werden ja locker so um die 100 - und die Vermehrung war lange im Nebel, Ernährung auch... Aber ein Höhlensystem brauchen sie auf Dauer schon.

Herzliche Isabellagrüße,
Bostjan Dvorak

derFalk

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Thursday, May 22nd 2008, 10:02am

Hallo Zuchtkollegen,

vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten. :fröhlich:

Gestern Abend, nachdem ich wieder einmal in den Grillenbehälter eingehaucht hatte, indem ich meine isabellae Eier aufbewahre, ist Räupchen Nummer 4 geschlüpft. Das liegt wahrscheinlich weniger an der hohen Luftfeuchtigkeit, welche sich ja sichtbar an den Behälterwänden niederschlägt.
Sondern viel mehr an der enormen Temperaturveränderung, welche dieses Verfahren mit sich bringt.

Man muss sich das mal vorstellen. Da sitze ich als Räupchen, ziemlich träge, bei 12 -16 Grad in meinem gemütlichen Ei und plötzlich jagt die Temperatur auf 35 Grad hoch. Würde ich sicher auch vor Wut gleich irgendwo reinbeißen.

Hatte da erst noch an etwas Anderes gedacht, was die Raupen aus den Eiern treibt. Meine Frau meint aber ich hätte keinen Mundgeruch.

Das erste Räupchen schlüpfte am 17 May, gleich nach der Ankunft. So kommt Eines nach dem Anderen gekleckert. Ist wahrscheinlich normal. (?)
Bin gespannt ob es ein paar in den Suppentopf mit Sandeinlage schaffen. Der Sand ist nicht nur Feuchtigkeitsspender, sondern sicher auch ein super Temperaturpuffer (RAFFINIERT).

Falls bei mir im nächsten Jahr Falter schlüpfen sollten, so weiß ich jetzt auch das feuchte Wäsche im Flugraum aufzuhängen ist. Mit meinem 5 Liter Zerstäuber kann ich sicher auch ein paar Stunden künstlichen Nieselregen erzeugen. Nur mit der Temperatur von 4-9 Grad weis ich noch nicht wie ich’s hinbekomme. :nixweiss:

@Eric

Kreuzung isabellae x dubernardi -was für ein Bild. Hab ich noch nie gesehen. Ein wunderschöner Bastard oder besser Hybrid. :daumenja:

@ Bostjan:

Hallo und Danke für die Antwort (mir ist schon bewusst das dieses Thema eigentlich nicht hier her gehört, und trotzdem …) ich glaube 3 von den 13 Grottenolmen im Harz sind noch von 1936.Also 72 Jahre sind die schon da, wer kann schon sagen wie alt die waren als man sie in die Höhle gesetzt hat.
Bei einer Temperatur von 7 Grad sind die Körperfunktionen natürlich stark verlangsamt. Kein Wunder das die Tierchen wohl sogar ein Alter von 130 bis 160 Jahren erreichen sollen. Kann man also sagen, dass die Olme langsam in die Wechseljahre kommen. Dass die Tiere ohne Höhlensystem nicht auskommen wusste ich nicht.

Zu Isabellaezucht:
Meine Grillenschachteln dürften den Mon Chery Osterkunststoffeier recht nahe kommen, nur das durch die winzigen Löchlein auf zwei Seiten eine gleichmäßige, gering Luftzufuhr gewährleistet ist. Ansonsten, mit dem Klopapier mach ich‘s genau so. Danke für die Infos, werde mir alles Ausdrucken.

Gruß Falk
Hier noch die obligatorischen,entomologischen Grüße Falk

Rudi

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Thursday, May 22nd 2008, 8:53pm

Guten Abend nochmal zusammen.

Nur ganz kurz zur Vervollständigung: zwei weitere Paarungen im Flugkäfig und, man staune, eine per Handpaarung. Das erste Mal versucht und geklappt. Mal sehen, ob die Eier auch befruchtet sind. Aber auch 4 Fehlversuche bei der Handpaarung!

Eines würde mich noch interessieren. :hilfe:
Hat schon mal jemand ein Männchen in Zucht gehabt, das nachgewießenermaßen zweimal eine Kopula, mit zwei unterschiedlichen Weibchen, eingegangen ist? Nicht in einer Nacht, sondern in seinem kurzen Leben als Falter.

Grüße.
Rudi
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Friday, May 23rd 2008, 12:10am

Hallo Rudi,

schön davon zu hören!
Also bei dieser Art ist mir in Gefangenschaft - bisher - keine Paarung gelungen; ich denke aber, daß ein Männchen es, wie bei verwandten Arten, auch mehrmals schaffen müßte. Bei manchen anderen Saturnidenarten paarten sich Männchen in meiner Zucht sehr ausgiebig: bei A. pernyi ein Männchen 9x nacheinander, jeweils das vollständige Programm, also ca. 24 Stunden - ich hatte damals nur eines, und dieses hat alle neun Weibchen vollständig befruchtet (und hätte es sich nicht jeden Abend sofort gepaart, hätte es, wg. Flugaktivität, wohl nicht so lange gelebt). Bei A. yamamai 2x, bei A. luna 2x, bei S. cynthia 4x, bei H. cecropia 2x, bei C. promethea 3x, bei S. ligustri 2x. Andererseits verpaaren sich bei manchen Arten auch Weibchen mehrfach; so z.B. bei A. yamamai - da konnte ich mal 3 Andockmanöver mit jeweils verschiedenen Männchen beobachten, allerdings zu je maximal 10 min. - Ich denke, die Männchen sind so programmiert, daß sie ständig auf der Suche sind (im Netz war mal eine wunderschöne Studie zu Rothschildia lebeau in Costarica zu finden, die das beleuchtet). -- Aber zugegeben, in Gefangenschaft gelingen solche Reihen viel seltener - ich wieß nicht so recht, warum...

Hallo Falk,

wirklich faszinierend! Danke für die Information - ich wußte nicht, daß sie wirklich schon so lange da sind, und habe mit meiner Altersangabe geblufft... Aber wenn das so ist - offiziell wird das Alter nämlich mit 70 angegeben - werden sie wohl noch viel älter; und - man stelle sich vor - es ist alles eigentlich ein Larvenstadium! Als Larve hatte das Tier bessere Chancen - kann jahrelang ohne Licht und Nahrung auskommen (wer weiß, was für ein Drachen mal draus wird, bei wirklich guten Bedingungen, haha...) - und ist in diesem Stadium auch fortpflanzungsfähig...

Viele Grüße,
Bostjan Dvorak