Gut!
Dann füttert ihn, lasst ihn so einige Tage ein paar Runden fliegen und erlöst ihn erst dann, wenn er ganz klar und deutlich die Bereitschaft dazu angezeigt hat.
Schließlich hat dieses Viecherl ja seinen eigenen Willen und mit einem anderen Wesen würde man dann ja auch genauso verfahren.
Sorry für meinen Sarkasmus, aber wir schreiben hier über ein Tier aus einer Tiergruppe, die regelmäßig an andere Tiere verfüttert werden und auf der Nahrungsstufe ziemlich weit unten angesiedelt sind. Klar ist das kein Grund, ein Tier
unnötig zu töten, aber auch kein Grund ein Tier unnötig zu quälen. Es handelt sich hier um ein Insekt und nicht um einen Hund, Elefanten oder gar Menschen. Somit kann ich mich für solche Vergleiche nicht begeistern.
Den Tod dieses elpenors weiter als nötig hinaus zu zögern, ist für mich nicht weniger anmaßend, als die andere Alternative.
Trotzdem ein paar Hinweise, wie du, Julia, den elpenor ein paar Tage Leben bescheren kannst:
Halte das Tier bei 17-20°C in einem weichwandigen Flugkäfig und füttere ihn jeden zweiten Tag mit einer Honig-Wasser-Lösung (ca. 1:5). Dazu setzt du den Falter auf ein Handtuch, wo er sich gut festhalten kann und versuchst mit einer stumpfen Nadel den Rüssel zu entrollen und in das Honigwasser zu tauchen. Das Honigwasser bietest du in einem kleinen Kronkorken an. Du kannst dies auf einem Bild anschauen, das ich im Zuchtbericht zu Darapsa choerilus eingestellt hatte.
Es wird einige Anläufe brauchen, bis der elpenor sich nicht mehr verweigern wird und zu saugen anfängt, also brauchst du schon ein bisschen Ausdauer.
Beste Zeit für die Fütterung ist der frühe Nachmittag, so zwischen 12.00 und 15.00 Uhr.
Das das Tier selbstständig im Flugkäfig Nahrung aufnehmen wird, wenn den angeboten, ist ziemlich unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.
Und wenn du das Ganze als Training für eine spätere Schmetterlingszucht ansiehst, ok...
Ansonsten kannst du kaum was für das Tier tun. Wenn du dich wohler dabei fühlst, dann lass ihn in einem grossen Zimmer mal frei fliegen, aber pass auf, dass er nicht hinter´m Wohnzimmerschrank verschwindet und dort elendig krepiert.
Rudi