Endlich ist es so weit: wir kommen zur Auflösung und Preisverteilung dieses Wettbewerbs.
Die Frage lautete:
Wieviele Kilo Insekten verenden jedes Jahr weltweit an den Windschutzscheiben von Autos?
Da gibt es gleich eine grundsätzliche Bemerkung dazu: Es gibt keine genaue Antwort, ja nicht einmal eine ungenaue.
1. fehlen internationale oder sonst verwertbare Erhebungen,
2. müsste der Begriff
Auto noch klar definiert weden und
3. welche Zahl man auch immer nennt, sie geht von Hochrechnungen mit riesigen Ungenauigkeitsfaktoren aus.
Deshalb haben wir die Preise unter jenen Einsendern verlost, die eine möglich scheinende Antwort gegeben und sie auch begründet haben.
Darüber am Schluß dieses Beitrages.
Nun zu den Kommentaren und Erkenntnissen der Experten, die hier leider anonym auftreten möchten.
»Sonst kriegen wir nie einen Nobelpreis!«

So
kann eine Windschutzscheibe aussehen nach einer Fahrt an einem Sommernachmittag, muss aber nicht.
Dies ist nur an wenige Tagen pro Jahr möglich, wenn auch wirklich viele Insekten - möglichst schwarmweise - über dem Asphalt tanzen.

Bei modernen Autos werden die Insekten zwar arg gebeutelt, streifen aber im Fahrtwind über die Karosserie hinweg.
Kleine Insekten können nicht an der Windschutzscheibe aufklatschen.
Es gibt je nach Fahrzeug eine Mindest- und eine Maximalgeschwindigkeit, damit die Insekten überhaupt mit der Scheibe in Berührung kommen können.
Da die diese Minimalgeschwindigkeit über 60 km/h liegt, werden gerade in insektenreichen Gegenden praktisch keine Insekten getroffen,
weil die Naturstraßen keine höheren Geschwindigkeiten erlauben. Der Insektentod findet hauptsächlich auf Autobahnen statt!
Dazu kommt noch, daß die Windschutzscheibe als Insektenkiller nur einen vernachlässigbaren Promillesatz ausmacht! Die meisten Tote gibt es hier:

Am Kühlergrill werden die Insekten unrettbar angesogen; und zwar auch schon bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h.

Im Extremfall saugen die Kühlventilatoren die Insekten auch bei Stillstand an. Da gibt es kein Entkommen.

Ein Wissenschafter pflückt tote Insekten vom Kühler nach einer einstündigen Fahrt bei 100 km/h.
Je nach Temperatur des Kühlers (Wasser-, Öl-, Kondensator- oder Ladeluftkühler) verbrennen die meisten Insekten rückstandfrei innerhalb von wenigen Minuten.

Was die richtige Antwort erschwert: wer auch nur eine Minute durch einen Heuschreckenschwarm fährt, kann über ein Kilo Schrecken ablesen.

Sichtbare Ernte: die gigantischen Trucks, die stundenlang über die Highways fern der großen Städte brausen, sind fahrende Insektensauger.
Der Fahrer dieses Sattelschleppers mußte anhalten, um die Leichen abzukratzen, weil das Wasser nicht mehr richtig gekühlt wurde.
Genug der unappetitlichen Bilder. Zurück zum Wettbewerb.
Da ging es auch noch um die Anzahl der Autos weltweit. Es gibt bereits über eine Milliarde, davon fahren 600 Millionen regelmäßig.
Und hier die Presigewinner:
1. Preis: ein AERARIUM geht an
luckyluke für seine ausführliche Begründung, warum es 7'600'000'000 kg sein könnten.
- Auszug aus seinen Berechnungen:
Wenn ein Auto durchschnittlich pro Jahr 21.000 km zurücklegt, bedeutet das, dass es dabei mit der Windschutzscheibe einen Luftraum von 21.000.000 m³ durchpflügt. Rechnet man jetzt damit, dass sich in 10 m³ Luft etwa 1 Insekt befindet, wären das 2,1 Mio Insekten pro Jahr pro Auto. Diese Zahl beinhaltet natürlich nur "massereiche" Insektentypen, nicht so das Luftplankton. Diese "massereiche" Insekten können wieder in besonders "schwere" und leichte unterteilt werden. Um einen Durchschnitt zu finden, nehme ich die Ameise: diese Gruppe stellt 20% der Biomasse weltweit dar, man kann also annehmen, dass die Ameise etwa Durchschnittswerte hat, bei der Masse wären das etwa 6 mg. Pro Auto sind das dementsprechend 12,6 Mio mg tote Insekten, oder besser 12,6 kg. Geht man jetzt von dem Beispieljahr 2010 aus, also 1 Mrd Autos weltweit, wären das 12,6 Mio t tote Insekten. Diese gigantische Masse minimiere ich allerdings noch um ein Drittel, denn während der 5-6 kälteren Wintermonate sterben in den nördlichen Gebieten der Erde mit vielen Insekten und Jahreszeiten sowie vielen Autos nicht so viele Tierchen wie in den wärmeren Monaten. Deshalb die Einkürzung um ein Drittel. Also: 7,6 Mio t Insekten sterben im Beispieljahr 2010 an den Windschutzscheiben von Autos.
2. Preis: das Buch von Alfred Westenberger und Joachim Fabian
Die Tagfalter des Main-Taunus-Kreises und der näheren Umgebung, ihre Raupen und Futterpflanzen geht an
Josephine, nicht etwa, weil ihre Antwort «Vielleicht hundert bis dreihundert Tonnen» irgendwie brauchbar gewesen wäre, sondern, weil sie als einzige das Ganze von der philosophischen Seite her anging.
- Auszug aus ihrer Begründung:
Mein erster Gedanke dazu war: eine unglaublich hohe Zahl. Aber dann mußte ich daran denken, wie wenig ein solches Insekt wiegt! Mehr als ein paar Gramm oder Milligramm wird so ein Tierchen betimmt nicht auf die Waage bringen. Wenn ich mir dann noch überlege, daß doch meist eher die Kleinen und somit auch ganz leichten an den Scheiben kleben, kann das Gewicht zwar hoch, aber eher weniger utopisch sein, als ich Anfangs annahm. Es wurde hier ja nicht nach der Anzahl, die meiner Meinung nach in mehreren Milliarden zu rechnen ist, sondern nach dem Gewicht gefragt.
Ich darf bei dieser "Berechnung", aber auf keinen Fall außer Acht lassen, daß z.b. in meiner nordhessischen Heimat (D) nur ein Bruchteil von dem an Insekten lebt, wie z.B. in einem tropischen Land. Aber fahren in diesen Ländern nicht vielleicht auch weniger Autos als bei uns? Aber das Wissen, dass es sich wohl um mehrere Milliarden Insekten handeln muß, hilft mir bei der Gewichtsfrage auch nicht weiter!
Ich schätze, auf Grund des niedrigen Gewichts und der bei weitem nicht überall gleich hohen Vielfalt, daß es sich nicht um mehr als ein paar hundert Tonnen handeln kann. Deshalb: Vielleicht 100 bis 300 Tonnen jährlich.
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Erwähnenswerte Leistungen finden wir die Antworten von jenen Experten, die sich der Lösung mathematisch genähert haben:
Die anderen 3'460 Mitglieder haben einfach eine Zahl geschätzt oder überhaupt nicht mitgemacht. Sie werden deshalb hier nicht erwähnt.
Besten Dank! Der nächste Wettbewerb folgt bald.
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