Frage zum Totenkopfschwärmer Acherontia atropos

  • Hallo, da ich jetzt mit der Erlaubnis von meinem Vater endlich 20Eier vom Acherontia atropos alias TotenKopfschwärmer bestellen durfte,
    habe ich ein paar Fragen damit es ihnen auch gut geht.


    1.Reicht das Gehege solange die Raupen noch nicht verpuppt sind:
    40 cm hoch, 30 cm breit, 30 cm tief.
    Außerdem werden die rechte u. linke Wand mit Fliegengitter verdichtet für eine gute Luftzyrkulation.
    Nach der Verpuppung sollen die Maße folgende sein:
    50 cm hoch, 50 cm breit, 30 cm tief.
    Wird das reichen?


    2.Was frisst die Raupe des Acherontia atropos? Und stimmt es, dass er nach der Metamorphose Honig frisst?


    3.Wie oft muss man das Futter wechseln und das Gehege sauber machen?


    LG

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  • Diese Zucht ist nicht schwierig. Ein paar Dinge musst du trotzdem beachten.


    • Keine Eier bestellen, bevor du weißt, wie diese Art gezüchtet wird. ;)
    • Am besten nimmst du eine kleine Dose für die Jungraupen und setzt sie erst nach der zweiten Häutung in deinen eigentlichen Zuchtbehälter.
    • Füttere sie mit Liguster (Ligustrum ovaliforum). Das gibts auch im Winter. Die wenigsten Leute haben Kartoffelkraut im Garten.
    • Sauberkeit ist die Grundvoraussetzung einer problemlosen Zucht. Belege den Zuchtbehälter mit Haushaltpapier, das du jeden zweiten Tag erneuerst.
    • Dein Behälter ist gross genug. Die Raupen brauchen erst als L4 und später ziemlich Platz. Aber das wirst du schon sehen … 8)
    • Sobald die Raupen sich zum 5. Mal gehäutet haben, kommen sie in einen neuen Behälter, in den du etwa 5 bis 10 cm Blumenerde (ohne Torf bitte) schüttest. Die Raupe verpuppt sich nämlich in der Erde.
    • Um den Honig brauchst du dich nicht oder noch nicht zu kümmern. Du wirst ja die geschlüpften Falter frei lassen. Richtig?


    Hier ein paar Acherontia-atropos-Jungraupen an Liguster.
    Wie du siehst, sind sie genau in der Farbe der Blattunterseite.
    Der Zweig steckt im Wasser. So bleibt er länger frisch.
    Die Dose ist offen. Die Räupchen verlassen die Futterpflanze nicht,
    solange sie genügend zu fressen haben.


    Und jetzt viel Spass bei deiner ersten Zucht!

  • Sobald die Raupen sich zum 5. Mal gehäutet haben, kommen sie in einen neuen Behälter, in den du etwa 5 bis 10 cm Blumenerde (ohne Torf bitte) schüttest. Die Raupe verpuppt sich nämlich in der Erde.

    Öhm...? Erstens gibt es keine 5 Häutungen bei der Art, zweitens würde ich genau das nicht tun, denn gerade bei der gegen Ende des Larvalstadiums enormen Kotmenge eignet sich Torf schlecht zur Reinigung. Ich würde weiterhin Tücher bzw. keine Einlagen benutzen und bei Verfärbung (so sie denn auftritt) und Abwanderung der Raupen, sie einzeln in kleinere Gefäße mit Erde umsiedeln.

  • Saturn, wenn du richtig gelesen hättest, dann wäre dir aufgefallen das da "Blumenerde (ohneTorf)" steht. Von daher steht das Ganze nicht im Widerspruch zu deiner Aussage. Außerdem ist es für einen Anfänger unter Umständen schwierig zu erkennen wann sich die Raupen verpuppen wollen. Deswegen ist es nicht unbedingt schlecht den Raupen ab L5 Erde zum verpuppen anzubieten.

  • Torf hin oder her - mir ging es um die schlechtere Möglchkeit zur Reinigung. Die Grundaussage meines Postings bleibt die gleiche.


    "Von daher steht das Ganze nicht im Widerspruch zu deiner Aussage" :nixweiss: den Satz verstehe ich leider nicht


    By the way: Warum ist Torf eigentlich schlechter, ich habe das jetzt schon öfter gelesen. Geht es um den niedrigeren pH-Wert?

  • Quote

    .....denn gerade bei der gegen Ende des Larvalstadiums enormen Kotmenge eignet sich Torf schlecht zur Reinigung.


    Aufgrund deiner Aussage habe ich angenommen, dass sich Erde ohne Torf gut für die Verpuppung eignet. Da Marc aber geschrieben hat, dass man möglichst Blumenerde ohne Torf nehmen soll widerspricht sich deine Aussage nicht mit der von Marc. Soviel dazu.....


    Desweiteren verstehe ich ehrlich gesagt nicht warum Torf schlecht sein soll, weder wegen dem niedrigen pH-Wert noch wieso es sich "schlecht zur Reinigung eignet". Als ich die Art das erste mal gezüchtet habe benutzte ich auch Blumenerde mit Torfzusatz (gibt es eigentlich welche ohne?) und das hat ohne Probleme funktioniert, was aber natürlich auch Zufall gewesen sein kann. Ich würde einfach gesiebte und leicht angefeuchtete Gartenerde empfehlen.


    Zurück zum Topic: Crysiss, wenn du dich an die Anweisungen von Marc hälst sollte das mit dem Aufziehen der Raupen ganz gut funktionieren. Ich würde mir außerdem erstmal nicht zuviele Gedanken um die weitere Zucht machen, denn bis die Falter schlüpfen werden sowieso ungefähr 2 Monate vergehen und auch wenn die Zucht vergleichsweise einfach ist kann jederzeit etwas schiefgehen.

  • … ist mir eigentlich nur so rausgerutscht.


    offtopic

    Grund: in der Schweiz ist man der Meinung, Torf gehöre in die Moore und nicht in die Blumenbeete. Der grossflächige Torfabbau zerstört die Moore und damit selten gewordene Lebensräume für zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Zudem werden beim Torfabbau riesige Mengen Kohlendioxid freigesetzt.
    In der Schweiz ist der Abbau von Torf verboten, weil Moore von nationaler Bedeutung unter absolutem Schutz stehen. Das steht bei uns sogar in der Bundesverfassung! (Art. 78 Abs. 5).
    Ich gehe davon aus, dass sich der Totenkopfschwärmer nicht um die Ökologie der Moore kümmert. Dort wo er sich in der Natur verpuppt, ist die Erde meist trocken, torfarm oder torffrei.

  • Sobald die Raupen sich verpuppen wollen, ändern sie bekanntlich die Farbe. Sie gehen dann auf Wanderschaft und verwandeln sich dann in einen Orangeton. Diese Raupen entnimmt man dem Zuchtbehälter, nimmt normale Gartenerde(diese kann vorher in der Mikrowelle erhitzt werden, um eventuelle Keime abzutöten, dann abkühlen lassen!!) Ich nehme immer leere Tetrapacks von Milchpackungen, fühle diese zu 2 drittel mit dieser Erde, lege die verpuppungsbereite Raupe dazu und verschließe den Tetrapack wieder. Nach 14 Tagen hervorragende Puppen ohne Ausfälle. Wichtig: Bitte immer nur eine Raupe pro Tetrapack!



    Gruß
    Annett


    PS: die Erde sollte am Anfang handfeucht sein, also nicht zu nass und nicht zu trocken

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  • Hallo Zusammen,
    gegen Torf gibt es keinerlei Einwände solange er nicht pur benutzt wird.
    Torf ist aber nicht gleich Torf,es gibt nämlich den sogenannten Weißtorf
    und Schwarztorf.Das hat mit dem Zersetzungsgrad zu tun der in H2-H8
    auf jedem Torfsack (Rückseite,Warendeklaration)angegeben ist.
    Mei n Verpuppungssubstrat besteht aus: 1 Teil gesiebter Buchenwalderde,
    1 Teil Gartenerde (Mutterboden ohne Steine) und 2 Teilen Hochmoortorf
    ohne Zusätze,wenig bis mäßig zersetzt (H3-H5) pH-Wert:2,5-3,5 .
    Dieses Substrat benutze ich für alle Sphingiden die sich gerne tiefer im
    Boden verpuppen (A.atropos,H.convolvuli,S.ligustri, ect.) aber nicht für
    die sogenannten Oberflächenverpupper wie z.B.D.nerii,T.alecto,Hemaris spec.
    und alle Hyles Arten.
    Da sich A.atropos sehr gerne rel.tief (15-25cm)verpuppt,eignen sich als
    Verpuppungsbehälter sehr gut ,oben abgeschnittene 1 Ltr Tetrapacks von
    O-Saft,Milch,Eistee o.ä.
    Sehr wichtig ist auch,dass das Substrat eine leichte,milde Feuchtigkeit hat.


    Tschau Heiner

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

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