Entomologische Aktivitäten im Herbst

  • Guten Morgen allesamt,
    ich hab mal ein paar allgemeine Fragen an euch und eure Erfahrungen.
    Wie ihr sicherlich auch feststellt, ist ja zur Zeit entomologisch net viel los. Nun würde ich aber dennoch nicht nur rumsitzen, sondern trotzdem etwas tun. Deshalb habe ich gedacht ihr könnt mir vielleicht ein paar Tipps geben, was man in dieser Zeit mal ein wenig machen könnte. Nach Zipfelfaltern habe ich mitlerweile schon fast jeden Busch abgesucht und nun weiss ich nicht so recht, was jetzt. Ich hab mal in paar Büchern gelesen und bin auf die Schillerfalter gestosen. Die Raupen dürfden ja nun Überwintern...also wäre dies doch schon mal ne möglichkeit sich zu betätigen. Ich würde gerne nach diesen überwinternden Raupen suchen. Nun ist meine Frage an euch,ob ihr damit Erfahrungen habt und ob sich eine Suche überhaupt lohnen könnte. Wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilenwürdet wäre ich euch sehr dankbar.
    Des weiteren bin ich auf das "Puppenkratzen" gestossen. Ich habe gelesen, dass man nach manchen Schwärmer Arten, die nun verpuppt sind, suchen kann, indem man vorsichtig in der Nähe ihrer Futterpflanze(vorzugsweise Bäume) leicht eine Erdschicht nach der anderen abträgt. Ihh kann mir das zwar nicht so richtig vorstellen, aber vielleicht habt ihr das auch schon getan und könnt mir nun eure Erfahrungen mitteilen. Mich würde v.a. interressieren, mit welchen Arten das geht, und wo und wie tief man da am Besten suchen sollte. Natürlich wäre ich euch auch dankbar, wenn ihr andere Tipps hättet, was man zu dieser Zeit noch tun könnte
    Ich freue mich schon auf eure Antworten und Danke schon mal vornweg.
    Schönes Wochenende noch und mit freundlichen Grüßen,
    Toni

  • https://insektenlifestyle.com
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  • Jetzt kann man gut nach dem Hornissenschwärmer (Sesia apiformis) suchen.
    Am Fusse der Schwarzpappel, im Übergangsbereich Erde-Luft hinter der äußeren lockeren Rindenschicht, findet man die Bohrlöcher der Larve. Am äußeren Ende des Ganges findet man mit etwas Glück die Puppen. So habe ich vor vielen Jahren an einem Nachmittag 6 Puppen gefunden.
    Man muss aber sehr vorsichtig zu Werke gehen, um die Puppen nicht zu zerstören.
    Puppenkratzen auf gut Glück lohnt sich nicht. Man muss schon sehr genau wissen, wo etwas zu erwarten ist.
    Ich hatte es desöfteren versucht. Einmal war mir das Glück hold und ich fand nach einigen Stunde eine Puppe vom Kiefernschwärmer.
    Die Suche unter loser Rinde bringt gelegentlich was.


    PS: ich bin mir nicht mehr ganz sicher bei der Puppenzeit S. apiformis, villeicht war auch es erst im Frühjahr

  • Hallo


    Raupen vom Schillerfalter kann man zu der Jahreszeit schon finden. Ich hatte letztes jahr das Glück eine von A. iris zu entdecken. Allerdings war das an einer Weide an einer Stelle an der ich im gleichen Jahr ein Weibchen fliegen sah. Auf gut Glück scheinbar geeignete Bäume abzusuchen ohne zu wissen ob die Art im Habitat vorkommt hat zumindest bei mir nie zum Ziel geführt. Gleiches gilt für Raupen von Limenitis camila.
    Thecla betulae Eier hab ich im Winter auch schon gefunden -an Blutpflaume. Puppenkratzen hab ich nie intensiv gemacht, aber wenn man sich überlegt wie lange und weit verpuppungsreife Raupen wandern glaub ich nicht das das Ergebnis über Zufallsfunde hinauskommt.
    Was an warmen Herbst-, Frühlingstagen ganz gut geht ist das Suchen von Raupen. Besonders fallen mir da Macrothylacia rubi und Cosmotriche potatoria ein (Brommberspinner und Grasglucke) aber auch einige Arctiiden. Die Raupen sonnen sich manchmal relativ offen auf dem niedergedrückten Gras.


    VG Chris

  • Hi,
    danke für eure Hinnweise.
    Schade dass dies alles nicht so das Richtige ist. Das mit den Puppenkratzen konnte ich mir aber schon denken, dass man da großes Glück braucht. Vielleicht gibt es ja Spezialisten, die dies häufiger betreiben und die uns dann weiter helfen könnten, aber ich kann mir gut vorstellen dass dies äußerst schwer zu betreiben und mit sehr viel Fleiß verbunden sein muss. Chris: Die Zipfelfaltereiersuch ist wirklich auch ein guter Zeitvertreib, allerdings hab ich, wie schon gesagt, schon die meisten Stellen abgesucht und ca. 10-20 Eichenzipfelfaltereier gefunden. Nierenfleckeier gibt es bei mir dieses Jahr irgendwie weniger. In der Nähe sind ein paar Schlehenbüsche, an denen ich letztes Jahr auch schon ca. 15 Eier fand. Dieses Jahr allerdings nur3! Nach anderen Zipfelfaltern habe ich allerdings noch nicht gesucht. Also falls man da noch irgendwo eine andere Art suchen kann, könnt ihr das ruhig noch mal schreiben.
    Naja...falls jemand noch andere Erfahrungen oder Tipps für die Zeit hat, wäre es schön, wenn ihr uns diese noch mitteilen könntet, ist aber auch nicht so schlimm, wenn ihr mir da auch nicht weiter helfen könnt.
    MfG,
    Toni

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