Handpaarung

  • Liebe Kollegen,


    die Papilioniden lasen sich ja bekanntermaßen ganz gut per Hand paaren. Technisch gesehen gelingt es mir mittlerweile auch ganz gut. Allerdings hatte ich - und andere auch - eine erstaunlich hohe Quote von Weibchen, die nach der Handpaarung fleißig Eier gelegt haben, aber aus letzteren keine Raupen geschlüpft sind. Jetzt weiß ich ich einerseits, dass falsch angesetzte Tiere zu einem solchen Effekt führen können. Meine Frage zielt aber auf einen anderen, möglichen Erklärungsansatz, zu demich gerne Eure Meinung hätte: Um bei den Männchen das Spreizen der Valven auszulösen, kann und soll man leichten Druch auf das Abdomen ausüben. Das funktioniert auch recht zuverlässig. Allerding ist der erforderliche Druck höher als zunächst erwartet und größer als ich es einem so kleinen Tier eigentlich zumuten würde. Jetzt ist mir aufgefallen, dass die Männchen beim Druck auf das Abdomen öfter mal einen Kleinen Tropfe Flüssigkeit verlieren. Da alle Tiere gut gefüttert werden (Honigwasser), kann die abgesonderte Flüssigkeit verstoffwechseltes Futter sein, oder aber Sperma ?! Letzteres wäre ein Erklärungsansatzbfür die schlechte Quote an befruchteten Eiern. Habt Ihr diesbezüglich Erfahrungen oder wisst etwas relevantes aus der Literatur?


    Liebe Grüße, Stefan

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  • Hallo Stefan,


    ich habe schon oft Handpaarungen durchgeführt, allerdings hatte ich nie das Abdomen gedrückt. Ich hielt die Falter an der Flügelwurzel und habe das Männchen so stimuliert, in dem ich das Abdomenende am Fingernagel hin und her bewegt habe. Natürlich langsam und gleichmäßig. Daraufhin haben fast alle Männchen ihre Valven von selbst gespreizt.


    Ich vermute Du hast die Tiere falsch "zusammengesteckt" und deshalb keine Befruchtung erreicht. Manchmal trennen sie sich bald wieder, auch da gibt es keine Befruchtung. Trotz der Handpaarung ist es mir immer wieder passiert, daß zwei Falter sich "nicht mögen" und die Kopula nicht richtig stattfindet.


    Grüße, Heiko

  • Lieber Heiko,


    danke für Deine Antwort. Ja, es kann sein, dass ich die Falter nicht ideal zusammengebracht habe. Aber: Ein erfahrener Züchterkollege, der das schon x- mal gemacht hat, hatte ähnliche Probleme. Weiterhin versuche ich, wie in der Literatur beschrieben vorzugehen, d.h. Winkel zwischen den Tieren ca. 90 Grad und das Männchen so ansetzen, das ein kleines Stück Hinterleib vom Weibchen noch herausschaut. Weiterhin haben alle Paarungen midestens eine halbe Stunde gehalten, einige sogar bis zu zwei Stunden.


    Deinen Hinweis, durch geschickte Stimulation auch ohne Druck auf das Abdomen auszukommen, werde ich erproben, da das Drücken mir letztlich überhaupt nicht gefällt.


    Ich kann bestätigen, dass es Tiere gibt - sowohl Männchen als auch Weibchen, die "nicht wollen". Um so mehr hätte ich vermutet, dass es bei den anderen funktioniert.


    Liebe Grüße, Stefan

  • Hallo Stefan,


    natürlich war das von mir nur eine Vermutung, mit dem falsch verpaaren. Nun, allein das die Kopulas nur ne halbe Stunde gedauert haben, ist Beweis, daß etwas nicht gestimmt hat. Entweder die "Chemie" unter den Faltern hat nicht gepasst, oder die Verbindung. Zwei Stunden sind schon eher ok.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Falter 3-4 Stunden zusammen bleiben. In der Zeit kann man recht schön erkennen, daß das Männchen teilnahmslos am Weibchen hängt. Das Abdomen des Männchens "pumpt" meist leicht. Auch während des Zusammenfügens kann man erkennen, wie das Männchen mit pumpenden Bewegungen den richtigen Halt sucht. Ist dies geschehen, hängt sich das Männchen hin und läßt sich vom Weibchen ziehen. Meist dauert das nicht sehr lange.


    Das nicht jede Handpaarung funktioniert geht mir auch so, obwohl ich das schon x-mal gemacht habe.


    Das kleine Stück vom Weibchen, ist der sogenannte Oviposator. Mit diesem "Taster" ertastet das Weibchen die beste Stelle der Eiablage und positioniert es dann dahin. Der muß auf alle Fälle frei sein. Mit 90 Grad bin ich fast ein wenig überfragt, mir kommt es aber sehr steil vor. Ich würde jetzt sagen so um die 130 Grad, also einen stumpfen Winkel. Ob das aber Vorraussetzung ist, weiß ich nicht.


    Es macht halt viel die Erfahrung, ich selbst bringe heute in fünf Minuten zwei Kopulas zustande, früher habe ich auch ewig gebraucht und hat dann letztendlich doch nicht funktioniert. Du wirst es schon noch schaffen. Aber, Geduld ist angesagt. Es sind nun mal Tiere, die machen nicht alles so, wie wir uns das vorstellen.


    Viel Erfolg für Deine Paarungen und Grüße, Heiko

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