Zitterpappel eine Woche frisch halten?

  • Guten Tag zusammen,


    für den Zeitraum von einer Woche suche ich nach einer Möglichkeit Zitterpappel frisch zu halten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in Wasser gestellte, frisch angeschnittene Zweige rasch welken. Nun habe ich überlegt ob es möglich ist, Wurzelschösslinge oder Sämlinge die 50-80cm hoch sind, auszugraben und einzutopfen, so dass ich die, vermutlich dann L2-L3 Raupen, daran setzen kann und wie erwähnt für eine Woche genügend Futter zur Verfügung steht.


    Hat jemand schon Erfahrung mit der Zitterpappel gemacht und kann mir ev. Tipps hierfür geben?


    Besten Dank im Voraus!


    Viele Grüsse


    Max

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  • Hat jemand schon Erfahrung mit der Zitterpappel gemacht und kann mir ev. Tipps hierfür geben?


    Hallo Max.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das mit einer Pappel, egal welcher, über eine Woche problemlos so klappen wird.


    Wenn du das eingefrischte Futter in einem ziemlich geschlossenen Behälter bei erhöhter Luftfeuchte anbieten würdest, könnte es vielleicht grad soooo klappen.
    Wobei dann die Blätter sehr schnell schwarz werden.


    Auf diese Weise kann ganz schnell ne ganze Zucht den Bach runter gehen.
    Ich würde es nicht machen, auch ohne zu wissen, um welche Art es sich handelt.


    Rudi

  • Hallo Max! Ich würde mich da Rudi anschließen, 1 Woche wird schwierig. Die besten Chancen hast Du vermutlich mit Schneiden der Zweige mit Skalpell. Dann hast Du perfekt durchschnittene (nicht abgequetschte) Wasserleitbahnen. Wenn Du die Zweige dann noch in einen am besten sterilen Behälter wässerst geht´s vielleicht. Aber wie Rudi schon schrieb würde auch ich es lieber nicht probieren. Gruß Christian.

  • lieber Max,


    wenn du so vorgehst wie Werner beschrieben hat und die Zweige unter Wasser mit einer Gartenschere kürzt dann saugt der Ast Wasser an und es kann kein


    Luftpolster gebildet werden.Das mache ich mit jeder eingewässerten Pflanze die dann viel...länger frisch bleibt.Bei der Zitterpappel könnte sich so eine Woche ausgehen.


    viele grüße aus der Steiermark,


    gerd

  • Moin,
    das Anschneiden von Zweigen oder sonstigen Pflanzenteilen,
    wird niemals mit einer Garten/Rosenschere durchgeführt.
    Es muß nicht unbedingt ein Skalpell sein,aber je schärfer das Messer
    umso besser.Die Haltbarkeit von Schnittgrün ist im wesentlichen
    von zwei Faktoren abhängig.Je länger und verholzter der abgeschnittene
    Zweig ist,je schlechter wird er sich frisch halten lassen.


    Gruß
    Heiner

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

  • Hallo zusammen,


    besten Dank für eure Antworten! Die Option Zweige in Wasser zu stellen ist auch die letzte die ich in Betracht ziehen würde. Meine Hoffnung besteht immer noch darin, kleine Zitterpappeln auszugraben, einzutopfen und die mittlerweilen z. T. geschlüpften Raupen von Ph. ilicifolia an die eingetopfte Pflanze zu setzten für diese eine Woche.


    Den Raupen stelle ich neben Zitterpappel noch Salweide zur Verfügung, aber bis jetzt wird nur Zitterpappel gefressen.


    Was ich auch noch in Betracht gezogen habe, Heidelbeere einzutopfen, aber ob der Futterwechsel dann auch reibungslos klappen wird... ?!


    Viele Grüsse und nochmals besten Dank!


    Max

  • Hi Gerd,


    das klingt vielleicht logisch, ist aber leider Blödsinn.
    Die Wasserversorgung der Pflanze, besonders bei Schnittgrün wird in JEDEM FALL durch den Transpirationssog gewährleistet! Bei entsprechend ausreichender Atmungsaktivität der Pflanze öffnen sich die Stomata der unteren Epidermis sodass Wasserdampf entlassen wird, der dabei entstehende Mangel IM Blatt summiert sich zu einer starken Saugwirkung durch die gesamte Sprossachse. Dadurch wird Wasser in den meisten Fällen durch das Phloem nach oben gedrückt um den dort entstandenen Mangel auszugleichen. Eine Quetschung der Leitbündel im unteren Teil kommt einer schweren Verletzung des Phloems gleich wodurch die Wasseraufnahme eingeschränkt wird, in etwa vergleichabr mit einem Rohr unter stabilem Wasserdruck welches man an einer Stelle verletzt oder stark einschnürrt. Das kostet die Pflanze Kraft, welche sie als Schnittgrün nicht mehr lange aufbringen kann.


    Mit einem sauberen, sterilen und möglichst scharfen Messer geschnittenes (bestenfalls unter Wasser) Grün wird sich also hundertprozentig länger halten als gequetschtes Material!
    Im besten Fall setzt man den Schnitt NICHT gerade (also 90° zum Spross) sondern möglichst langgezogen schräg von oben nach unten an, dadurch öffnet man das Phloem über mehrere cm und erhöht somit die aufnahmefähige Oberfläche des Leitbündels...


    MFG,
    Lucas

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  • Grundsätzlich ist deine Idee mit dem Ausbinden sehr gut und wohl am einfachsten, aber ich bin da eher skeptisch gegenüber, nicht dass es nicht funktionieren würde, aber dass irgendwelche Neugierige oder gar militante Tierschützer daran rumfingern... die Weidenglucke gilt bei uns als verschollen oder gar ausgestorben. Geeignete Biotope sind bei uns aus meiner Sicht vorhanden, jedoch wurde dort meines Wissens nie gesucht. Meine Idee ist es, mit gezüchteten Weibchen in den entsprechenden Biotopen Anlockversuche in Reusenkäfigen zu machen. Vielleicht wurde die Art bis jetzt übersehen, da die Flugzeit doch eher früh im Jahr ist, und die Falter angeblich schlecht zum Licht fliegen. Da diese Art so wertvoll und rar ist, möchte ich den Versuch mit den Raupen ausbinden nicht wagen.

  • Ich fahre immer im Mai/Juni für 1 Woche in Urlaub. Ausgerechnet in der für mich (beginnenden) wichtigsten Zuchtzeit des Jahres. Aber anders geht es leider nicht.


    Jedenfalls habe ich schon öfters verschiedene einheimische Arten ausgebunden und nach einer Woche wieder zurück geholt. Das haben alle Raupen problemlos verkraftet.
    Ich habe mir dazu allerdings immer verschiedene Stellen ausgesucht und die Raupen aufgeteilt - eben für den Fall, dass sich Fremde daran zu schaffen machen.


    Wünsche dir -egal für welche Möglichkeit du dich entscheidest - viel Erfolg bei der weiteren Aufzucht.

  • Vielen Dank! Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, verschieden Standorte hierfür zu benutzen. Heute Mittag entdeckte ich unweit meines Arbeitsortes einige Zitterpappeln und auch etliche Jungpflanzen, denke Wurzelschösslinge. Werde es hiermit mal probieren mit eintopfen. Wenn alles schief geht, werde ich, zwar mit sehr ungutem Gefühl, wohl den Versuch des Ausbindens probieren.
    Was mir auch in den Sinn gekommen ist... bis Ende Juni wo ich weg bin bleibt ja noch einige Zeit, da kann ich doch einfach mal einen Zweig abschneiden, dann unter Wasser schräg anschneiden, ins Wasser stellen und dann schauen wie lange der hält. Wäre doch eigentlich so einfach! :-)

  • Mich wundert, dass der Vorschlag noch nicht gekommen ist :verwirrt:
    Wie wäre es mit Ausbinden an der lebenden Pflanze?


    Bin auf Kommentare der erfahrenen Züchter gespannt.


    Moin Alex.
    Nun, weil erstens die Info zur Art fehlte und zu Beginn auch nur danach gefragt wurde, ob und wie man eine Zitterpappel eine Woche lang frisch halten kann.


    Ein adhoc´es Ausgraben von Zitterpappel bringt auch kaum was, weil der Austrieb dann "stecken" bleibt, sprich sich kaum weiter entwickelt und gutes Futter ergäbe.
    Wenn dann bräuchte man schon eingewurzelte Topfpflanzen.


    Dein Hinweis zum Ausbinden finde ich nichts desto Trotz gut, vor allem für eine Phyllodesma.
    Aber ich kann auch Max´ Vorbehalten wegen der Seltenheit des Tieres nachvollziehen.


    Eine weitere Möglichkeit wäre es, je nach Urlaubsort, die Raupen mitzunehmen.
    Die Raupen dieser Art werden nicht so groß und so könnte eine Mitnahme die geringeren Probleme aufwerfen, als das Zurücklassen der Tiere.


    Servus
    Rudi

  • Was ich auch noch in Betracht gezogen habe, Heidelbeere einzutopfen, aber ob der Futterwechsel dann auch reibungslos klappen wird... ?!


    Es gibt auch Zucht-(Frucht-)heidelbeeren im Topf zu kaufen.
    Diese Pflanzen werden in der Regel nicht mit Insektiziden bespritzt und sind so auch kurzfristig für die Raupenzucht geeignet.
    Ich habe dies schon zweimal kurzfristig durchführen müssen und es hat bei Heidelbeere immer geklappt.
    Wohlgemerkt nicht mit Phyllodesma, sondern mit Sphingiden.


    Allerdings gibt es natürlich nie eine 100%ige Garantie, dass auf den Pflanzen keine Pestizidrückstände vorhanden sind.
    Da hilft nur der Futtertest mit ein paar Raupen.
    Wenn die es für ein paar Tage aushalten, ist die Pflanze in der Regel sauber.


    Gruss
    Rudi

  • Hallo zusammen,


    nochmals besten Dank für eure Tipps!
    Bei Baumschulen habe ich schon angefragt. Die meisten führen nur Zitterpappeln die viel zu gross und auch gespritzt sind. Eine hat jedoch knapp einen Meter hohe Zitterpappeln die wurzelnackt sind. Mir wurde von dieser Seite jedoch abgeraten jetzt wurzelnackte Pflanzen einzutopfen. Die beste Zeit hierfür sei von November - März.
    Ob diese Pflanzen gut belaubt sind und mal behandelt wurde weiss ich noch nicht, warte noch auf Antwort.
    Zu dem Hinweis von Rudi die Tier mit in den Urlaub zu nehmen: wir fliegen nach Griechenland und ehrlich gesagt möchte ich diesen Versuch nicht wagen diese seltenen Tiere mitzunehmen.


    Grüsse
    Max

  • https://insektenlifestyle.com
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