Pericallia matronula Verpuppung

  • Nachdem ich 34 Raupen vom Augsburger Bär erfolgreich überwintert habe stand ich vor dem Problem auch die Verpuppung erfolgreich einzuleiten.
    Ich erhielt von einem Kollegen folgende Tipps:


    Schönes Bild, die Raupenkringel wohlauf nach der Überwinterung wieder zu sehen. Freut mich, dass Phase 1 schon mal gutgeklappt hat.
    Möchte Dir aber noch schnell schreiben, wie es bei Matronula bei mir geklappt hat. Baden ist nun angesagt. 1 xtäglich – leichtwarmes Wasser,
    Wasserhöhe 7-10 cm. Wegen der Haare und der Oberflächenspannung schwimmen sie zunächst oben auf. Habe sie leicht benetzt,wenn sie
    noch oben schwammen oder kurz untergetaucht bis sie Wassertropfen zwischen den Haaren hatten, damit sie später leichter untergehen
    können. Nach der üblichen Schreckpausewerden sie vital und schlängeln sich durchs Wasser, bis sie sich windend abtauchen. Wenn sie langgestreckt
    untergegangen sind und dabei die Segmente leicht aufgedunsen und die Raupen reglos ausschauen, wurden sie gerettet, kamen raus in eine Dose
    mit Küchenrollenauslage. Dort tropfen sie ab und sind regen sich nach einiger Zeit wieder. Irgendwann an den Folgetagen bemerkst Du, dass sie
    beim Sich-Winden und Absaufen im Wassereinen Kotballen absetzen. Danach braucht diese Raupe nicht mehr ins Bad. Solch fertige Raupen
    kamen bei mir separat in eine Plastikdosemit Eierkartondeckeln. Futter dazu, manchmal wird noch vor dem Einspinnen gefressen. Tagsüber
    verkrümeln sie sich in die Kartons, die sieauch zum Einspinnen annehmen. 3-5 Tage 1 x baden war normal.


    Ich hielt mich an diese Tipps und es klappte bis heute sehr gut. Die 2 letzten Raupen hatten heute ihren Badetag. Die Raupen fraßen bei mir nichts mehr.

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  • Hallo Werner,


    es freut mich sehr zu lesen, dass die Zucht bei Dir mit den ganzen erhaltenen Tips bisher sehr gut geklappt hat.
    Ehrlich gesagt habe ich von der Aufzucht von Pericallia matronula absolut keine Ahnung, geschweige denn bisher
    irgendwelche Erfahrungen in der Richtung gesammelt.
    Wenn ich das oben beschriebene Prozedere lese, erscheint mir das Ganze ja nicht wenig aufwendig und durchaus auch
    sehr anspruchsvoll - bestimmt muss man auch bereits vor bzw. bei der Ueberwinterung selbst noch Dinge beachten.


    Was mich bei dem Thema allerdings sehr interessieren wuerde, wie laeuft denn die Entwicklung in der freien Natur ab,
    wenn keine 'Nanny' am Start ist, die die lieben Kleinen in regelmaessigen Abstaenden badet, in Wasser, das die richtige
    Temperatur und den richtigen Wasserstand aufweist und dann die regungslosen, aufgedunsenen Tierchen auch wieder
    herausfischt, bevor sie komplett absaufen, danach noch 'abfrottiert' etc. ?


    Kannst Du (gerne natürlich auch der eine oder andere Profi auf dem Gebiet) mir bitte erklaeren, warum diese 'Badeaktion'
    von Noeten ist, bzw. wie sich das Ganze denn Draussen im natuerlich Umfeld gestaltet?
    ... oder ist dieses Prozedere nur unter Zuchtbedingungen notwendig und wenn ja, warum ?
    Wuerde mich sehr freuen, mal wieder ein wenig 'erhellt' zu werden ... :)


    LG,
    Markus.

  • Hallo Markus,


    in der Natur sind die Raupen 2jährig. Das heißt sie überwintern 2mal. Bei der Zucht muß man versuchen daß man die erste Diapause überspringt und die Raupen im Herbst ausgewachsen sind.
    Ich überwinterte die Raupen in einem luftigen Wäschekorb der mit Buchenlaub vollgefüllt war. Der Korb stand auf der Nordseite und war ca. 5 Monate Wind, Regen, Schnellfall und Frost ausgesetzt.
    Wichtig dabei ist daß Schimmel (Buchenlaub) und Staunässe vermieden wird. Sonst aber doch recht feucht ist um ein Austrocknen zu vermeiden.
    Das Baden ersetzt die Schneeschmelze und den Frühjahrsregen. In der Natur wird es sicher viele Ausfälle geben da die Raupen je nach Überwinterungsplatz verschiedenen Bedingungen ausgesetzt sind.
    Bei dieser Zucht habe ich das Glück gehabt und im Herbst ausgewachsene Raupen von einem Kollegen erhalten habe. Mir selber ist es bei früheren Eizuchten nicht gelungen die Raupen bis zum Herbst groß zu bekommen.


    LG Werner

  • Hallo Werner,


    Glückwunsch zur Zucht. Ich möchte Dir schreiben, wie ich es 'geschafft' hatte. Bei meinen Raupen habe ich die Initialisierung zur Verpuppung ohne Baden durchgeführt. Dies hat auch funktioniert. Dafür habe ich die Raupen eingesprüht. Dies hat gereicht um den alten, noch in der Raupe vorhandenen Kot aufzuweichen.


    Schau Dir den früheren Thread an:


    Damalige Zucht


    Ganz viele Grüße
    André

  • Hallo Werner,


    herzlichen Dank fuer die rasche Antwort und die sehr interessanten Details. Der (warme) Fruehjahrsregen muss also simuliert
    werden um die Tierchen wieder aufzumuntern :)


    Dir André auch besten Dank fuer Deinen Beitrag - wenn auch eigentlich an Werner gerichtet, hat mir dieser ein weiteres Detail
    eroeffnet.


    Eine durchaus sehr anspruchsvolle Zucht - Glueckwunsch an Dich Werner, zum bisherigen Erfolg und weiterhin gutes Gelingen !!!
    Freue mich sehr, mal wieder dazugelernt zu haben und vielleicht veroeffentlichst Du hier ja noch ein, zwei Updates zum
    weiteren Verlauf.
    Grundsaetzlich hoffe ich auf viele weitere interessante Zuchtberichte ... :daumenja:


    Liebe Gruesse,
    Markus.

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