Zuchten und Insektizide

    Frage: Haben wir hier Züchter die einen Hund mit Zeckenhalsband o.ä. besitzen?

    Bisher konnte ich diese Kombination vermeiden. Aber jetzt ist bei uns die Bestände der für Hunde besonders gefährlichen

    Auwaldzecke förmlich explodiert so das ich mein Tier zwingend schützen muss. Die "biologischen" bzw als Hausmittel angepriesenen Dinge sind in etwa so wirksam wie Nadeln in eine Zeckenpuppe stechen. Also komme ich um so ein Halsband nicht drum rum.

    Welche Erfahrungen habt Ihr bzw. wie haltet ihr diese Wirkstoffe von den Zuchten fern?

  • AD

    Lieber Andreas,

    ich weiß nicht ob Du dich damit absichern kannst zum Schutz. Warum??!! Ich habe 1988 in Madagaskar ein Hunde Flohhalsband dabei gehabt um mich vor Flöhen zu schützen. Ich war 1986 im gleichen Hotel im Regenwald und dort im Hotel gab es zahlreiche Flöhe.

    Grüße Michi

    Lieber Andreas - ein Nachtrag. Trotz des Halsbandes freuten sich die Flöhe mich als Gast zu sehen. Ich denke das es ein Problem mit den Zuchten sein kann. Ich würde das Band weglassen zum Schutze deiner Zuchten. Wichtiger wäre das Du dich jeden Tag nach Zecken absuchen solltest. Es wäre eine Zeckenimpfung angebracht. Grüße Michi

    Das Halsband trägt der Hund, nicht ich.

    Die verdammten Auwaldzecken verbreiten die Hundemalaria.

    2020 sah ich im Stadtgebiet die erste neu zugewandert Auwaldzecke. Vorher war das Tier hier unbekannt.

    2021, zwei warme Tage im Februar : 9 Zecken - an mir, am Hund und auf dem Teppich. Davon war ein einziger klassischer Holzbock und 8 Auwaldzecken. Für den Menschen ist diese Zecke weniger gefährlich. Für Hunde ist dieses Mistviech ein großes Problem. Das Hauptrisiko dabei ist die erwähnte Hundemalaria (Babesiose). Übersiehst Du die leichten, unspezifischen Anfangssymptome ist der Hund nach 2-3 Tagen tot.

    Das ist eine ganz andere Hausnummer als das was wir vorher hatten. Daher ist ein Schutz zwingend notwendig.

    Normalerweise sollte es reichen wenn man sich die Finger nicht wie üblich NACH dem Füttern wäscht, sondern auch VORHER.

    Ich hätte angenommen das Entomologen und Hunde keine so seltene Kombination sind. Und das von diesen Hunden auch das eine oder andere Zeckenhalsband getragen wird.

    Demzufolge es zu dem Thema schon Erfahrungen geben müsste.

    Es geht mir um praktische Erfahrungen dazu und Hinweise zum besseren Handling damit.

    Ich kann mir nicht vorstellen das Entomologen völlig hundefrei existieren...

    Händewaschen VOR dem Füttern, und Futter in Zukunft alleine - also ohne Hund - holen wären die Dinge die mir spontan einfallen.

    Wir benutzen das Halsband von Seresto. Die Inhaltsstoffe sind natürlich nicht unbedingt Insekten freundlich. Es handelt sich um Kontakt- und Fraßgifte so das eine räumliche Trennung möglich sein sollte.

    • Official Post

    Ich kann dir da nur aus chemischer Sicht mit ein bisschen Halbwissen aushelfen. Das Halsband enthält laut Hersteller Flumethrin und Imidacloprid. Ist halt eine gute "killt alles Kombi", das sind natürlich bekannte Breitband-Insektizide die auf praktisch alle Insekten absolut tödlich wirken. Sind auch für Wasserorganismen sehr ungut, also den Hund damit vielleicht auch besser nicht baden gehen lassen. Diese Stoffe sind beide sehr schlecht wasserlöslich, also nach Kontakt auf jeden Fall Hände gut mit Seife waschen. Flumethrin ist nicht sonderlich UV-beständig also möglicherweise hilft eine gewisse Sonnenbestrahlung. Imidacloprid ist dagegen sehr stabil und beide Stoffe sind sehr schlecht biologisch abbaubar. Die Handlungsempfehlungen sind eigentlich halt sehr selbsterklärend. Halte deinen Hund von deinem Raupenfutter fern. Versuche so wenig wie möglich direkten Hautkontakt zu dem Halsband zu haben, wenn du welchen hattest dann vermeide direkten Kontakt zu Raupenfutter oder Raupen und wasche dir gut die Hände mit Seife. Mehr kann man denke ich nicht tun. Im Prinzip gilt es zu vermeiden, dass etwas von dem Halsband in deine Zuchten gelangt.

    Grüße Dennis

    Vor 15 Jahren hatte ich mal einen Flohbefall auf den der Hund allergisch reagierte und entsprechend drastisch behandelt werden mußte. Es gab dabei keine Probleme bei den Zuchten.

    Auch sonst werden zumindest die Quarantänekästen und die Fächer mit den Spannbrettern begiftet. Als Spray wahrscheinlich noch mit größerer Reichweite.

    Daher bin ich generell daran gewöhnt die "Dinge" der Lebenden und die der "Toten" streng zu trennen.

    Im Grunde genommen muss ich das Verhalten auf den Hund ausweiten.

    Der Hund geht mir bis zum Oberschenkel, Zuchten, Puppenkästen und ähnliches stehen alles über Kopfhöhe, im Sommer teilweise auch auf der Bodentreppe.

    Da das keine wirklich luftübertragbare Substanzen sind dürfte die räumliche Trennung gegeben sein.

    Ich denke ich muß hauptsächlich verinnerlichen die Hände auch VOR dem Griff nach den Zuchten zu waschen.

    Das Problem mit den Auwaldzecken ist leider so massiv und gefährlich das man da nicht mit Kräutertränken oder Voodoo rangehen kann. Mir wäre es anders auch lieber gewesen.

  • AD
    • Official Post

    Man muss halt immer betrachten um was für Gifte es sich handelt. Sind sie leicht flüchtig? Instabil? Können sie leicht über Stäube oder Aerosole verteilt werden? Was für Molekülmassen haben die so und können die lange in der Luft bleiben oder sinken sie schnell zu Boden? Die spezifischen Substanzen in dem Zeckenband sind unbedenklich was die Luftverschleppung angeht, weil sie so gut wie gar nicht als Staub abgehen und auch nicht flüchtig sind. Sie sind aber eben als Kontaktgifte ausgelegt, sprich Haut-und Oberflächenkontakt ist problematisch und sie sind auf diesen Oberflächen auch sehr persistent. Man muss auch betrachten wie hoch die letale Dosis tatsächlich ist. Zwar sind die Substanzen tendenziell schon in sehr geringen Dosen für Insekten tödlich, aber du musst auch betrachten, dass du ja deine Futterpflanzen nur relativ kurz berührst und nicht deine Hände an allen Blättern reibst oder so. Ich würde davon ausgehen, dass die Mengen welche so auf die Blätter gelangen könnten an sich extrem winzig sind. Es ist aber sicher eine gute Vorsichtsmaßnahme sich immer gründlich die Hände zu waschen. So sind dann eigentlich keine Probleme zu erwarten.

    Grüße Dennis

    Hallo Andreas,

    laut Web gibt es auch relativ neu Tabletten für den Hund gegen Flöhe und Zecken. Eventuell ist das ja eine Alternative?!

    Auszug:

    "Tabletten:Seit kurzem gibt es nun auch eine Tablette, die bei Hunden gegen Flöhe und Zecken hilft.Die Wirkdauer beträgt zum Teil bis zu 8 Wochen gegen Zecken und 12 Wochen gegen Flöhe.Wenn Ihr Hund Spot-On-Präparate oder Halsbänder schlecht verträgt (Juckreiz, Unwohlsein), er gerne und viel schwimmt oder Katzen und/oder Kinder mit in ihrem Haushalt leben, dann ist diese Tablette eine gute Alternative.Der Wirkstoff gelangt durch den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf."

    https://tierarzt-detmold.de/images/tierarz…icht_zecken.pdf

    Viele Grüße

    Toralf

    Problem : Zecken sterben erst durch die Giftaufnahme BEIM Biß. Was eine erfolgreiche Infektion nicht sicher verhindern kann...

    Das Risiko ist bei dieser speziellen Erkrankung so hoch das man keine Kompromisse machen kann. Solange wir nur die allseits beliebigten Holzböcke hatten kamen wir gut nur mit Zeckenzange aus. Diese neue Zecke hat die Karten komplett neu gemischt.

    Viel mehr als sehr stark aufpassen kann ich wohl wirklich nicht.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!