Aussehen einer Puppe kurz vorm Schlüpfen

  • Hallo :)

    Ich denke es ist ja eher ein seltenes Erlebnis, wenn man live dabei ist wie ein Schmetterling aus dem Kokon, bzw. aus der Puppe schlüpft.

    An alle, die das schon live mitbekommen haben meine Frage: wie sieht die Puppe kurz vor dem Schlüpfen aus? (Falls man das verallgemeinern kann)

    Gestern und heute hatte ich folgendes:

    Gestern habe ich meine Attacus Atlas Puppe kontrolliert und da ist mir aufgefallen, dass die Außenhülle so dünn war, dass sie leicht geknistert hat, als ob sich die Puppenhülle vom Inneren löst. Die Puppe war sehr aktiv, Stunden später immernoch kein Schlupf, obwohl an einer Stelle die Puppenhaut schon gelöst war. Ich habe dem Falter dann geholfen, die Haut ließ sich leicht ablösen. Der Falter konnte sich nicht optimal aufpumpen. Heute, 12 Stunden später hat der Atlas einen Flügel aufgepumpt. Vll ist der andere Flügel schon durch den Defekt an der Puppenhülle angetrocknet?!

    Heute ähnliches Bild bei einem A. Dubernardi gesehen mit der knisternden Puppenhülle.


    Bin auf eure Erfahrungen gespannt 😉

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  • Hi, danke für die Antwort. Ich hatte nur die Erfahrung gemacht bei einem Schwärmer, dass er nicht aus der Puppe raus kam und hätte ich nicht nachgeholfen, wäre er gestorben. Daher war ich etwas sensibler. Aber man lernt ja dazu und dieses Knistern hatte ich bisher noch nie mitbekommen 😉

  • Hi Anna, da kann ich dem Bela nur zustimmen. Nicht die Puppe von selber öffnen.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Puppen wie transparent werden bevor die Falter dann schlüpfen.

    Man kann durch die Puppe schon die Farben sehen, aber bitte dann niemals dran pulen, rupfen oder ziehen.

    Die kommen schon von selber raus.


    Lg

    Christine

  • Bei mir hängen die Kokons aufgenäht auf einem Badehandtuch, welches ich auf Pappe gespannt habe, im Badezimmer. Luftzirkulation, Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind dort optimal.

    Auch werden die Puppen vieler Falter Arten vor dem Schlupf sehr dunkel und zeigen sehr deutlich die Konturen des Falters. Hab aber auch schon Schlupfe aus hellen Puppen miterlebt, hat den Tieren nicht geschadet. Alle Tiere ich "gerettet" hatte weil sie allein nicht aus den Puppen/Kokons rauskamen wären der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen. Ich vermute das es was mit dem gut gemeinten anfeuchten oder gar klitschnass spritzen zu tun hat. Ich neigte da früher auch immer zu. Daraus habe ich gelernt. Meine "geretteten" waren klatschnass als sie endlich aus der Puppe befreit waren und die Puppenhülle hatte eine seifige Konsistenz . Sie lebten zwar hatten aber verkrüppelte Flügel. Alle starben nach 3-4 Tagen. Ausser ein kleines Antherina suraka Krüppelchen, das lebte 17 Tage und legte die meisten Eier. Alle Falter aus ihrer Nachkommenschaft waren perfekt und alle kamen gut raus. Ich frage mich, ob Probleme beim Schlupf nur zu hoher Feuchtigkeit oder anderen Faktoren, wie Überzüchtung durch generationenlange Geschwisterverpaarung zuzurechnen sind.


    Was ich gelernt habe ist, die Kokons und Puppen in Ruhe zu lassen, sie möglichst nicht zu bewegen oder zu berühren, wenn es nicht zwingend notwendig ist. Ich kontrolliere die Puppen jetzt nurnoch alle 14 Tage, falls bereits Falter geschlüpft sind und aus einem Kokon so gar nichts kommt....


    Ich finde es erstaunlich, die Entwicklung der Puppe mit zu erleben. Die ganze Metamorphose ist ein Schauspiel vor dem ich grossen Respekt habe. Leider habe ich in der Vergangenheit viele Fehler gemacht weil ich zu neugierig war.



    Mir persönlich ist es wichtiger das die Tiere leben, als einen perfekten Falter mehr zu haben. Hin und wieder kommt sowas vor. Ich könnte es nicht übers Herz bringen einem Falterchen in Not nicht zu helfen, wenn ih mitbekomme, das er in Schwierigkeiten ist, auch wenn es daran läge, das der Falter naturgemäss nicht hätte schlüpfen sollen.


    In diesem Sinne wünsche ich euch allen weiterhin gut Schlupf!

  • Sehr guter Beitrag :)

    Ich glaube auch gerade Neulinge sind oft neugierig und man lernt einfach aus Erfahrungen. Gerade das Öffnen des Kokons ist auch nicht unbedingt "natürlich". Dadurch erhält die Puppe noch mehr Feuchtigkeit als in einem geschlossenen Kokon.


    Schwärmer Puppen finde ich irgendwie noch schwieriger. Entweder schlüpfen sie nicht oder sterben einfach in der Puppe und werden hart und unbeweglich. Vielleicht hat jemand zu Schwärmer Puppen noch ein paar Tipps. Überwinternde Puppen und die die nicht überwintern. Trotz sehr gut ausgebildeter Raupen hatte ich bei einer Art missgebildete Puppen. Eine scheinbar perfekt ausgebildete Puppe schlüpft einfach nicht und scheint sich auch nicht mehr zu bewegen.

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  • Das kenne ich! Bei meinen Schwärmern war das bei den Pappelschwärmern auch so. Sie wurden dunkel, hart und unbeweglich und dann immer leichter und schliesslich bröckelte die Puppe. Sowas ist schade und traurig. Seit diesen Erfahrungen vermeide ich es Puppen ohne Kokon zu stören oder sie zu bewegen, wie schion gesagt. Schwärmer erscheinen da besonders empfindlich zu sein.

    Ich habe etwa 40 cm hohe und 30 cm lange Schlupfkörbe mit Plastikdeckel. Sieht aus wie ein kleiner Rattanwäschekorb nur eben aus Plastik. darin ist Sägemehl/Holzeinstreu. Hierauf lagere ich die Puppen. Ich sprühe alle 2-3 Tage etwas Wasser leicht unter den Deckel. Ich hatte so bei Arctia Caja, Daphnis nerii und Atropos keine Puppenverluste mehr bis jetzt. Die Taubenschwänzchen legte ich auf einen mit Wasser gefüllten langen Behälter der mit Fliegenetz bespannt war. Auch das bot optimale Feuchtigkeit und alle 10 sind perfekt geschlüpft. Den Tipp hab ich vom Micha hier auf Actias! Übrigens nochmal Dank an Micha!:winken::thumbup:


    Zu deformierten Puppen: Ich hatte eine stark deformierte Atlas Puppe daraus kam ein rieiges ganz perfekt schönes Weibchen. Und sowas hatte ich öfter. Während aus einer makellosen Puppe ein kleines Krüppelchen schlüpfte. Man steckt halt nicht drin......auch ist mir ohne erkennbaren Grund eine Attacus Atlas Puppe einfach weggestorben...und das nach 7 Monaten im Kokon?!


    Es gibt noch viel über das geheime Leben unserer geliebten Falterchen zu lernen und Mysterien zu lüften...es bleibt immer spannend, nichts ist in Stein gemeisselt. Erfahrungen durch Beobachtungen sammeln, sich austauschen, mehr kann man nicht tun.:):thumbup:

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