Probleme mit Papilio machaon Zucht

  • Hallo,

    ich weiß, das Thema wurde schon öfters abgehandelt, aber ich möchte dringend etwas mehr Erfolg bei der Zucht haben.

    Ich habe vor einiger Zeit 30 Eier bekommen, wovon auch alle geschlüpft sind.

    Anfangs kommen sie in eine Plastikbox mit geschnittenem Fenchel. Da bleiben sie für 2 Wochen. Im Anschluss habe ich die Raupen auf vier getopfte Pflanzen verteilt und im Aerarium auf die Terrasse in den Schatten gestellt. Und ab dann hab ich das Gefühl geht das Problem los. Es sterben nach und nach die Raupen, von den dreißig Eiern haben sich gerade mal vier verpuppt. Die die nicht sofort sterben, hinken in der Entwicklung hinterher und sterben dann oft nach einiger Zeit obwohl sie eigentlich noch gesund aussehen. Morgens noch vital und abends lag eine dünn und vertrocknet auf der Erde.

    Hat jemand vielleicht Ideen wie ich etwas erfolgreicher bei der Aufzucht werden kann, bzw woran das liegen könnte?


    Viele Grüße

    Jens

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  • Also die Raupen sind zumindest dieses Mal nicht einfach verschwunden sondern irgendwie vertrocknet, teilweise auch dunkel verfärbt. Manche entwickeln sich normal, entwickeln sich aber als L4 nicht weiter bzw fressen dann kaum und wandern im Aerarium herum. Bei denen weiß ich dann schon das sie meist noch 2 Wochen leben aber es nicht bis zum verpuppen schaffen.

  • Hallo,

    mich macht die Bemerkung 'in den Schatten gestellt' stutzig. P. machaon ist ausgesprochen wärme/trockenheitsliebend - vielleicht sind die ungünstigen Haltungsbedingungen der Grund für den Mißerfolg!

    VG,

    Also sie standen auf der Terrasse, Südseite und absolut trocken. Den Schatten habe ich mit einem Gartenstuhl erzeugt damit sie bei 34 Grad in der Sonne nicht gegrillt werden.

    Schatten bezog sich nicht auf kühle und feuchte Umgebung.

  • Moin,


    für mich gibst du sie zu spät auf die lebende Pflanze.

    Nach zwei Wochen auf Schnittfutter in Plastikboxen, müssen sie doch schon in L3 sein....mindestens. Da rentiert sich das doch schon gar nicht mehr richtig, sie auf Topffutter zu setzen.


    Die besten Zuchterfolge hatte ich (nicht bei machaon, sondern grundsätzlich in vielen Zuchten) wenn ich L1 im Häutungsvorgang zu L2 auf die lebende Pflanze setze und sie dort bis Mitte L4 oder Ende L4, je nach Besatzdichte und Zustand der Pflanzen, beließ.

    Danach, wenn die Tiere in L5 aufwärts so richtig viel Futter brauchen kommen sie wieder auf Schnitt. So lassen sich die meisten Zuchten recht easy und auch in größerer Anzahl zu einem guten Ende bringen.


    Das Problem bei Schnittfutter und Plastikboxen ist die Zeitdauer, die man den Tieren diese Haltungsbedingungen "zumutet". Wenn man diese Phase verkürzt, also zb nur auf L1 beschränkt, haben die Tiere die Möglichkeit von L2 bis L4 sich wieder "zu erholen und zu stärken". Bis es dann wieder auf Schnittfutter geht.

    Du dagegen hältst die Tiere bis wahrscheinlich L3 durchgehend unter Plastik. Das Absterben der Tiere, könnte ich mir zumindest vorstellen, ist das Ergebnis dieser Haltung und liegt nicht am Wechsel von Schnitt- auf Lebendfutter.


    Rudi

  • Hallo Jens,


    also machaon braucht viel frische Luft (optimal dabei sind Zuchtbehälter von IKEA - die Wäschekörbe für 7 Euro nochwas. Ich würde auch mit verschiedenen Futterpflanzen die Tiere füttern. Fenchel, Dill, Petersilie und Karottenkraut - das müsste normal alles gehen. Ich mach prinzipiell verschiedene Angebote. Bei meinen Arctiiden z.B. liegen oft 5 - 6 verschiedene Pflanzenarten drin.

    Ausserdem macht es nichts, wenn die Tiere etwas Sonne bekommen - Betonung liegt auf etwas.

    In den Plastikboxen - also L1 und L2 würde ich an Deiner Stelle versuchen ohne Deckel zu arbeiten. Lieber einen Damen-Nylonstrumpf drüberziehen, kostet bei Aldi 99 ct.

    Ausserdem wirklich täglich frisches Futter - die Königin der Tagfalter ist da sehr empfindlich - gilt übrigens auch für den Kaiser ( podalirius).


    Kuck doch mal bei Friedrich nach - der hat immer sehr gute Tipps, auch wenn das Buch in der Zwischenzeit schon sehr veraltet ist, aber die Grundprinzipien passen meistens.


    Viel Glück


    Rainer

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  • Grüße,


    pralle Sonne und 34° schaden machaon überhaupt nicht, im Gegenteil. In der Natur sind machaon Raupen immer in der direkten Sonne. 30 Raupen auf 4 Pflanzen ist zu viel. Machaon mag es nicht dicht gedrängt. Pro Pflanze 1-2 Raupen, mehr nicht.

    In Dosen halten kannst L1, aber auch da darf die Luftfeuchte nicht hoch sein.

    Am Besten immer auf lebender Pflanze. Gewässert geht auch, z.B. Möhrenkraut oder Petersilie. Ich hatte die schon mit Giersch gezüchtet, auch gewässert.

    Die gröbsten Fehler sind meistens die zu hohe Luftfeuchte und zu dichter Besatz.

    Ich gehe davon aus, daß sich deine Tiere am Anfang in den Dosen infiziert haben und durch hohen Besatz schön angesteckt haben.

    Schön sonnig, warm und trocken und nicht zu viele Raupen zusammen, dann klappts auch.


    Grüße, Heiko

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