Wird ein Großer Eisvogel auch von gärendem Obst angelockt?

  • Hallo zusammen,


    ich hatte gerade eine überraschende Begegnung, die ich aber leider nicht im Bild festhalten konnte.


    Auf meinem Gundstück, welches in ländlicher Gegend in der Nähe des Este-Tals liegt, wächst ein Renekloden-Baum, der dieses Jahr extrem viele Früchte getragen hat.

    Da die Renekloden leider sehr schnell verderben, sind viele von diesen vom Baum gefallen und unter diesem angesammelt.


    Diese Früchte sind schon teils vergoren und lockten in den letzten Tagen bis zu 7 Admirale an.

    Als ich vorhin mit den letzten Sonnenstrahlen zu dem Baum ging, ist ein sehr großer braun-weißer Falten vor mir aufgeflogen der deutlich größer als ein Schwalbenschwanz war.


    Da dieser anscheinend recht benommen von den Früchten nur sehr schlecht vor mir herflog, sich dann jedoch in die Höhe schwang und im Obstbaumwipfel verschwand habe ich in den Schmetterlingsbüchern nachgesehen.

    Es müsste sich um einen Eisvogel und wahrscheinlich auf Grund der extremen Größe um einen "Großen Eisvogel" gehandelt haben.


    Mir ist bis dato erst einmal in meinem Leben ein solcher Falter in einem Hoch-Mischwald in Schleswig-Holstein begenget.

    Allerdings was das damalige Exemplar recht flink und hatte sich nur kurz auf der Lichtung auf den Unterbewuchs in die Sonne gesetzt und ist dann bei Annäherung in den Wipfeln verschwunden.


    Meine Frage an das ACTIAS-Forum, ist jemanden bekannt, dass auch der Große Eisvogel auf gäriges Obst scharf ist.

    Trauermantel, Diestelfalter, Tagpfauenaugen und natürlich Admirale sind dort auch schon angetroffen worden.

    Aber einen so großen Falten habe ich dort noch nicht angetroffen.


    Vielen dank für euer Feedback.



    Einen schönen Abend


    Dirk

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  • Bin da skeptisch, da der große Eisvogel eine Waldart ist. Flugzeit passt auch nicht wirklich. Trauermäntel können auch ähnlich groß werden und passen eher zum Fundort. Den gesehenen Falter nur aufgrund der Größe bestimmen zu wollen halte ich für relativ gewagt.


    Gruß Karsten

  • In den 80er Jahren, wo der große Eisvogel noch hier im Nordosten vorkam, war ein typisches Datum um danach zu schauen der 10. Juni.

    Im Zuge der Klimaerwärmung haben sich die Flugzeiten in den letzten Jahrzehnten (zumindest bei den Frühlings- und Frühsommerarten) deutlich nach vorne verlagert, oft bis zu 2-3 Wochen.

    Demnach wäre der Eisvogel heuer in unseren Breiten bereits ein Tier der zweiten Maihälfte.

    Selbst mit etlichen Höhenmetern unterm Hintern oder kühler Witterung wäre Ende August ziemlich arg!

  • Hallo Karsten,


    leider konnte ich kein Foto von der Begenung machen, da ich an sich gerade beim Pflanzengießen war und an sich nicht auf die Begegnung vorbereitet war.


    Aber ein Trauermantel war es sicher nicht und auch die Größe eines Trauermantels reicht hier nicht aus.

    Der Schmetterling hatte eher die Größe eines Morpho-Falters, den man ja in den Schmetterlingsparks immer gerne betrachten kann.


    Daher war ich auch recht überrascht als ich heute auf Ihn traf.

    Außerdem hatte ich bereits in meiner Jugend eine Begegnung mit einem Großen Eisvogel, daher kam mir auch gleich die Assozation.


    Wie gesagt war dieser Falter allerdings bereits leicht betrunken von den gärigen Früchten, so dass das Flugverhalten hier deutlich anders war als bei meiner ersten Begegnung in meiner Jugend.

    Damals (siebziger Jahre) wollte ich den Falter mit meinem Cacher fangen. Allerdings hatte ich damals keine Chance, da der Große Eisvogel im Wald viel zu schnell war.


    Vielleicht hat der Schmetterling noch nicht genug von den Früchten, so dass ich die Chance habe Ihn in den nächsten Tage zu fotografieren.

    Aber nochmals vielen Dank an alle für die Kommentare.



    Schöne Grüße


    Dirk

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  • Möglich sind alle angesprochenen Tiere, evtl. auch eine 2.te Generation, alle werden durch Gärung angelockt,

    aber ohne Foto kann man nur raten.

    Ich würde dir empfehlen in regelmäßigen Abständen den Garten zu beködern.

    Nicht nur wegen des "weiß-schwarzen", sondern auch wegen vieler anderer Falter.

    Ködern ist immer. auch im Winter, möglich.

    Einfacher Köderansatz: 1/3 Zucker, 1/3 Frucht (Banane ist immer möglich) und1/3 alkoholisches Getränk (Bier, Wein ...).

    So erhält man einen Jahresüberblick über Arten, die sonst kaum gesehen werden und selten zum Licht kommen

    (Ordensbänder ...).

    Köderansatz nie ganz verbrauchen, immer wieder aufpeppen und bei Bedarf mit erhöhtem Zuckerzusatz haltbar machen.

    Viel Erfolg,

    Policeman

  • Hallo Teilnehmer*innen des Forums,

    auch ich hatte vor kurzem eine Begegnung mit einem sehr großen Nymphaliden mit breitem weißen Band auf einem Wanderweg auf den Hochfelln (Bayern). Mein Ersteindruck hat mich genauso wie Dirk zu Limenitis populi, dem Großen Einvogel, geführt, aber wegen der späten Flugzeit im August (24.8.) habe ich die Möglichkeit, auf L. populi gestoßen zu sein, sofort ausgeschlossen. Doch an Brintesia circe habe ich denken müssen, der käme am ehesten in Frage.

    Leider war das Tier sehr weit entfernt, sodass keine weitere Beobachtung gelang. Es sonnte sich kurz auf einem mittelhohen Baumwipfel und flog dann über diese hinweg ins angrenzende Flusstal hinunter.

    Wenn sich in den nächsten Tagen weitere möglich Sichtungen eines großen Nymphaliden mit breiter weißer Binde ergeben sollten, werde ich das Gebiet ein weiteres Mal ganz gezielt aufsuchen und Ausschau halten.

    Es kann sich aufgrund des doch sehr kalten Frühlings und der regenreichen Zeit die Entwicklung der Raupe derart lange hinausgezögert haben, dass solche späten Funde wahrscheinlicher geworden sind. Wir haben in Bayern das kühlste und regenreichste Jahr seit langem gehabt. Eine Option wäre der Große Eisvogel tatsächlich. Diesbezüglich wäre ein Schillerfalter viel kleiner gewesen.

    Bis denn

    Otmar

  • Und noch meinen Kommentar,


    halte es für ausgeschlossen, dass es sich um L. populi handelt.

    Habe in meiner Jugend (Ende 70iger / Anfang 80iger) im Juni regelmäßig Schillerfalter und Eisvögel (auch den Großen) mit "stinkenden Ködern" (alter Käse / Pferdeäpfel/ etc.) angelockt; süße Köder waren für diese Arten völlig erfolglos;

    Ein Weibchen des Großen Schillerfalters habe ich schon Ende August / Anfang September bei Pilze suchen beobachtet.

    Ansonsten siehe Policeman; Ködern hat seinen Reiz; bei Verdacht auf Eisvögel und Schillerfalter => "stinkende Köder" (Aas und siehe oben).

    Meine Erfolge mit diesen Ködern waren in den Tropen (und in der Rheinebene) durchschlagend.


    Grüße Armin

  • Stinkende Köder, sind nicht immer für den Garten/Wohnbereich geeignet.

    Aber, dort wo es möglich ist, kommen die unterschiedlichsten Insekten auf Exkremente, Ass, Käse und andere

    Stinkern.

    Im Ausland setze ich ALLES ein, was zu bekommen ist.

    "Straßenleichen" (von Schlange, Vogel bis überfahrene Nutztiere), saure Milch, Kot.

    Wenn möglich am Besten in Damenstrumpf (Nylon) verpacken und aufhängen.

    Klingt nicht sehr hygienisch und duftet oft unappetitlich, aber der Erfolg heiligt die Mittel.

    Auf unterschiedlich alte "Stinker" kommen oft total verschiedene Arten.

    Eine Pipi-pfütze lockt oft hunderte Weißlinge, Bläulinge u.a. an, und selbstproduziertes ist

    oft besser als fremdes.

    Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt - möchte aber hier und jetzt nicht weiter darauf eingehen.

  • Hallo zusammen.


    Also ich habe schon öfters große Eisvögel beobachtet und gefunden.

    Das war meist mitte Juni bis maximal mitte Juli und das etwa seit 30 Jahren. Bei einem sehr warmen Frühjahr, konnte man sie auch schon Ende Mai beobachten. Vorher, also in den späten 70er und in den 80er Jahren, flogen sie auch noch bis Ende Juli. Später eigentlich nie.


    Ich tendiere auch eher zu Brintesia circe, da dieser bei mir auch die letzten Wochen öfters mal bei mir in der Ortschaft zu sehen war, an Buddleja, aber auch an Pflaume und anderem Obst.


    Aber wie schon mal geschrieben wurde,kann man ohne Bild nur spekulieren.


    Gruß, Josef

  • ein sehr großer braun-weißer Falten vor mir aufgeflogen der deutlich größer als ein Schwalbenschwanz war.

    Der Schmetterling hatte eher die Größe eines Morpho-Falters

    Hallo zusammen,


    also nur um mal zu zeigen, wie tückisch Größenvergleiche und Artbestimmungen auf dessen Basis sein können...

    Der Rest wurde ja schon gesagt.

    Beste Grüße,

    Toni


    PS.: und bevor hier gleich wieder jemand aufschreit: nee, alles legal.

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