radikales Aufweichen farbempfindlicher Tiere

  • Hallo liebe Gemeinde,


    ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrung mit der Präparation von besonders farbempfindlichen Geometridae mitteilen. Dabei geht es grundsätzlich um Tiere, welche bereits trocken sind, da ich sie aus meinem Urlaub mitbrachte. Früher hatte ich es immer vermieden solche Falter mitzunehmen, solange ich sie nicht frisch präparieren konnte, da diese ja bekanntermaßen in der Aufweichglocke gelb oder braun wurden. Sicher hat der eine oder andere bereits eine gute Technik für einen solchen Fall. Ich möchte allerdings jenen Sammlern mein Vorgehen nicht vorenthalten, welche damit noch Probleme haben. Ich bin sicher kein erfahrener Entomologe, daher würde ich mich ebenso freuen, wenn ihr auch eure Ansätze mit der Community teilen würdet oder Kritik an meinem Vorgehen vorbringt. :) Zusätzlich wäre es auch sehr interessant zu wissen, welche Gründe jenes Verfärben verursachen. Meine Annahme war immer, dass Wasserkontakt die Ursache ist aber da kann ich natürlich auch falsch liegen.


    Zu meinem Vorgehen:

    Da ich ja annehme, dass Wasser die Farben zerstört, musste ich mich ja von der klassischen Aufweichglocke verabschieden. Ich habe den Falter deshalb ganz behutsam auf ein Styroporplättchen mit Rinne gelegt und mit einem breitem Spannstreifen fixiert. Danach habe ich etwas Weichflüssigkeit (Alkohole mit Pepsinzusatz) mit ruhiger Hand in den Thorax gespritzt, ohne das etwas davon an irgendeiner Stelle austrat. Nach ca. 10 Minuten hatte die Flüssigkeit den Thorax geschmeidig gemacht und ich habe unter beiden Flügelwurzeln zusätzlich ganz wenig nachgespritzt. Nach weiteren ca. 20 Minuten hat sich die Flüssigkeit auf den ganzen Falter verteilt und sowohl die Muskulatur als auch die Flügel, Beine und Fühler beweglich gemacht. Der Falter war danach einwandfrei spannweich und ich konnte ihn problemlos präparieren. Die Farben haben sich kein bisschen verändert und der ganze Prozess ging auch deutlich schneller als es mit einer Aufweichglocke gedauert hätte :) natürlich ist dieses Vorgehen nicht für wirklich kleine Tiere geeignet. Das kleinste Tierchen, welches ich so behandelt habe, hatte eine Spannweite von ca. 3cm.


    Ich hoffe jemand hat Verwendung dafür und freue mich auch auf eure Herangehensweisen :)


    liebe Grüße


    Till

  • https://www.exotic-insects.com
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