Lohnt sich Köderfang noch?

    Hallo,

    ich habe irgendwie Sehnsucht danach, neue Schmetterlinge zu kartieren und präparieren und so weiter, Sagen wir einfach mal, mir ist langweilig. Da wollte ich mit dem guten alten Köderfang entgegensteuern. Tja, doof nur, dass die letzten fünf male, von September her, nie etwas da war. Gestern habe ich einen neuen, vielleicht sogar letzten Versuch für dieses Jahr gestartet. Was war? Genau, war auch nichts da... Meine Frage ist deshalb, ob sich das um die Zeit noch lohnt. Draußen ist es Arschkalt und bis ich angekommen bin, bin ich schon durch 100 Spinnennetze gelaufen, weil die nichts anderes zu tun haben, als diese auf Gesichtshöhe zu bauen :face_with_rolling_eyes:. Das würde ich mir gerne ersparen, wenn nichts mehr an den Köder kommt. Muss man sich ja auch nicht antun. Mich reizt es jedoch, da ich Frühs, wenn ich zum Bus laufe, ab und zu ein paar Noctuiden sehe. Habe leider nichts dabei zum einfangen, aber sie sind ja anscheinend da! Warum wollen sie dann nicht an den Köder?!

    Vielleicht kann wer von euch mal ein Statement dazu geben, oder möglicherweise erzählen, was bei ihm am Köder ist. Lichtfang wäre vielleicht auch noch interessant, aber bei der Nässe und dem Regen der jetzt wieder kommen soll, würde ich es gerne dahingehend langsam angehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Finn Küchenmeister

  • AD

    Ködern lohnt sich das ganze Jahr, insbesondere in frostfreien Nächten zwischen September und April.

    Die Artenvielfalt ist im Herbst und Winter zwar etwas niedriger, aber da.

    Außerdem gibt es viele Abende mit enormer Individuendichte.

    Aktuell tauchen all die Wintereulen (Conistra, Eupsilia etc) auf, die in einigen Tagen zu hunderten fliegen können oder werden :winking_face:

    Auch die ersten Frostspanner, Epirrita und Colotois pennaria/Agriopis aurantiaria fliegen (einfach Bäume anleuchten...)

    Wenn an deinem Köder nix kommt, ist er vielleicht falsch gemixt :winking_face:

    Versuch mal Rotwein, Apfelmus und Zucker.

    Gegenwärtig bin ich an der Ostsee und konnte mit der billigsten Mischung schon gut was auftreiben (meine ersten Rhizedra lutosa in Anzahl zb)

    Also einfach mal probieren.

    Viel Spaß und Erfolg!

    Auf Whatsapp habe ich so ca. 5 mal nachgefragt und ihr, insbesondere der Profi, also du, habt mir keine gescheite Antwort gegeben. Aber auf Actias, wo es theoretisch komplizierter ist 🙃. Naja, eine Antwort habe ich ja nun endlich bekommen. Dankeschön. Ich guck dann nochmal nach.

    Kann Jonas nur beipflichten. Besonders die überwinternden Eulen saugen auch gerne am Köder. Es hängt aber natürlich auch mit der Mixtur zusammen, und auch wann und wo die sie aufhängst.

    Heuer war ich mit meinen Ködern sehr erfolgreich ... die Mischung machts! Hatte billigen Rotwein, eine Flasche dunkles Malzbier und viel Zucker. Das ganze soll auch etwas "arbeiten" ... also solltest du das Mischmasch bei der Kälte eine Weile bei Zimmertemperatur halten.

    Die Köder dann spätestens 1 Stunde vor Sonnenuntergang aufhängen ... und da gleich mehrere in einer Reihe ...

    Viel Erfolg

    Leo

    P.S.: Solltest du züchten wollen, musstdu bei vielen Arten auf das Frühjahr warten, die legen erst dann ab. ... Aber das weißt du sicher schon

    • Official Post

    Es gibt da übrigens eine coole Anleitung zum Köderfang auf Youtube :applaus:

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    Also an meinem Köder liegts es nicht. Einen Liter billiger Rotwein, ein Kilo Zucker und Ahornsirup oder Zuckersirup. Hat immer gut funktioniert.

    Eben war mal wieder nichts dran. Außer an meinem Schmetterlingsflieder. Da war ein Flechtenbärchen :applaus:. Man nimmt was man kriegen kann. Und mit einer Sache war ich positiv überrascht. Ich bin durch kein Spinnennetz gelaufen :grinning_squinting_face:.

    Es gibt da übrigens eine coole Anleitung zum Köderfang auf Youtube :applaus:

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    Du Schlawiner 🤭. Hoffentlich gibts da keine Konsequenzen. 😂😂😂 Aber ist echt jedes mal wieder zum schießen.

    Auf Whatsapp habe ich so ca. 5 mal nachgefragt und ihr, insbesondere der Profi, also du, habt mir keine gescheite Antwort gegeben. Aber auf Actias, wo es theoretisch komplizierter ist 🙃. Naja, eine Antwort habe ich ja nun endlich bekommen. Dankeschön. Ich guck dann nochmal nach.

    Auf WhatsApp habe ich fast jeden Tag von meinen Ködergängen (ab Mitte August) berichtet und in der Zeit auch sicher 5 oder 6mal "mein" Köderrezept erklärt, man muss es halt auch lesen :winking_face:

    Auch habe ich erzählt, dass kontinuierliches Abgehen der Köder (also jeden Tag!), am meisten Erfolg verspricht.

    Was privat auf sozialen Medien besprochen wird hat hier übrigens meiner Meinung nach nichts zu suchen. Deswegen möchte ich deine Vorwürfe hiermit gerne entkräftigen.

    Für alle anderen:

    Die beste Zeit des Köderns ist in der Regel eine bis eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang (hoch lebe die Normalzeit).

    In dieser Zeit ist das größte Artenspektrum und die meisten Individuen unterwegs. Ausnahmen gibt's natürlich immer. Manche Arten wie Griposia aprilina oder die Lithophane-Arten fliegen gern später. Die Wintereulen fliegen sogar bereits ab einer Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt. Leichter bis starker Regen hält die besten Ergebnisse bereit. Momentan findet man zudem noch viele Rosenkäfer, Laufkäfer, Hornissen oder Hummeln zusätzlich am Licht.

    Tagsüber die letzten Tagfalter, Inachis io, Vanessa atalanta, Polygonia c-album und Co.

    Viel Spaß und Erfolg!

    VG Jonas

    ... die Mischung machts! Hatte billigen Rotwein, eine Flasche dunkles Malzbier und viel Zucker. Das ganze soll auch etwas "arbeiten" ... also solltest du das Mischmasch bei der Kälte eine Weile bei Zimmertemperatur halten.

    Die Köder dann spätestens 1 Stunde vor Sonnenuntergang aufhängen ... und da gleich mehrere in einer Reihe ...

    Viel Erfolg

    Leo

    Hallo Leo,

    darauf möchte ich auch gern eingehen.

    Das mit dem Köder "arbeiten" lassen versuche ich auch immer. Das geht sogar recht schnell, einfach etwas Hefe hinzugeben, unter eine Lampe stellen und 5h warten. Nötig ist das nicht zwingend, aber gerade im Frühherbst zieht gegorener Köder natürlich besser, weil er die verfaulten Früchte überdecken kann. Aktuell tuts fast schon pures Apfelmus :smiling_face:

    Recht umständlich finde ich das Aufhängen der Köderschnüre.

    Ich habe mir einige Haselnussstöcke geschnitzt, in die Erde gesteckt und einen halben Apfel drauf gesteckt. Dort drauf und auf den Stock den Köder. Hält 3 bis 4 Tage und wenn man immer dieselben Stellen benutzt "lernen" oder "riechen" die Tiere die alten Köderstellen sofort. Das kennt vermutlich jeder. Hast du einen Baum schonmal beködert und gibst nach einem Jahr neuen Köder drauf, hast du meist sofort wieder Falter dran sitzen, wohingegen sich an neuen Ködern manchmal erst Eingewöhnungen stattfinden müssen. Der Apfelköder hat übrigens den Vorteil, dass ein guter Anteil vom Köder bei Regen nie erreicht wird, intensiviert den Geruch also. Nach einigen Wochen verfaulen die Äpfel. Dann kann man einfach neue halbierte drüberstecken und beide erneut einschmieren. Je nach Witterung hast du dann teils zig Falter auf den Äpfel und keine auf den Schnüren, selten andersrum.

    Zu dieser Methode und zur Köderfalle sind Publikationen geplant, bei Fertigstellung füg ich die gerne an.

    VG und gutes Gelingen,

    Jonas

  • AD

    dieses Köderjahr ist leider verhalten, letztes Jahr war grandios.

    Wie gesagt, die Wintereulen und Herbsteulen schaffst du noch, dazu Chloroclysta siterata und als i-Tüpfelchen die Griposia aprilina vielleicht, man nimmt was man bekommt und wenn nicht alles kommt hat man noch was auf das man sich im Folgejahr freuen kann.

    Versuch mal nur Rotwein, Apfelmus und Zucker, 2/5/1 Teile.

    Viel Erfolg!

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