Oleanderschwärmer Daphnis nerii mit sehr kleinen Flügel

  • Dank der Großzügigkeit eines Kollegen von ACTIAS hatte ich eine größere Anzahl L1 / L2 Raupen von Daphnis nerii. Nachzucht aus Thailand. Habe die Art zum ersten Mal

    Zu Glück gingen die Raupen problemlos von Oleander auf Liguster über. Die Zucht verlief relativ problemlos.

    Seit einigen Nächten fangen die Tiere an zu schlüpfen. Insgesamt sind die Falter im Mittel kleiner als meine Freilandfänge aus Thailand.

    Bei den ersten war ein relativ kleines Männchen mit sehr kleinen Flügeln. Körpergröße etwas wie ein mittlerer Weinschwärmer, die Flügel aber nur wie die eines Taubenschwänzchens. (Flügellänge nur etwa halbe Körperlänge).

    Ansonsten sind die Flügel nicht deformiert und schön gefärbt, aber "geschrumpft".

    Heute Nacht sind 18 Stück geschlüpft, auch größere Exemplare und wieder waren 3 Stück mit sehr kleinen Flügeln dabei. Bei einem Weibchen nur knapp ein Drittel der Körperlänge. Da ich schon um 5.45 ins Büro musste, konnte ich mir die Tiere heute früh noch nicht alle in Ruhe ansehen bzw. Bilder machen.

    Habe so etwas noch nie erlebt. Hungerformen scheidet m.E. aus. Die haben gefressen wie die Blöden; die Flügel sind nicht verkrüppelt nur sehr klein und die Falter sind auch sonst fit bzw. kein Schäden am Körper (soweit heute Früh festgestellt).

    Hat jemand eine Idee?

    Werde versuchen (nach dem Spannen ?) Bilder zu machen. Aber der Eindruck war so heftig, dass ich nicht solange warten wollte bis ich diese Anfrage starte. (Habe keinen privaten PC; ja so Menschen gibt es auch noch :irrelachen: )

    Bin für alle Hinweise dankbar.

    Grüße Armin

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  • Hallo Armin,


    wir haben derzeit eine Luftfeuchtigkeit von ca. 25-30%. Das entspricht Umweltbedingungen wie in der Wüste.

    Ich lasse meine Tiere immer bei mind. 50% Luftfeuchtigkeit schlüpfen, damit sich die Flügel voll entfalten können.

    Bei Attacus atlas ist sogar eine Luftfeuchtigkeit von über 80% ratsam. Ein andere Sache die mit reinspielt ist natürlich

    die Inzucht. Nachzuchten ab F1, d.h. die Raupen stammen von Elterntieren derselben Blutslinie ab, sind immer kleiner

    als die von Freilandexemplarem oder Nachzuchten aus unterschiedlichen Blutslinien (beides als F0 zu bezeichnen).


    Beste Grüße,

    Robert

  • Moin Armin,


    diese kleinen Flügel kenne ich von meinen Zuchten her auch bei manchen Tieren. Allerdings handelt es sich bei meinen Tieren schon um "Verkrüppelungen" und das ist auch in der Regel gut zu erkennen.

    Dass es an Inzucht liegen würde, würde ich eher verneinen. Ich tendiere auch mehr in Richtung LF beim Schlupfvorgang. Ist aber nur ne Vermutung.


    Aber was Konkretes dürfte sich erst sagen lassen, wenn du Fotos von den Tieren einstellen kannst.


    Grüße

    Rudi

  • Hallo Rudi,

    Danke für die Antwort.

    Wie gesagt, nicht verkrüppelt, sondern "geschrumpft"

    Der Anteil der Falter mit geschrumpften Flügeln (nicht verkrüppelt sondern einfach geschrumpft) z.T. mit interessanten Färbungen im normalen grün / violetten Spektrum beträgt jetzt 30 - 40 % der geschlüpften Falter. Spannweite zwischen 80 bis < 40 % des "Normalen".

    Keine Ahnung warum. Habe ich in dieser Form noch nie erlebt.

    Minifalter in Folge Inzucht / Verkrüppelte Flügel aufgrund Trockenheit beim Schlüpfen / Verkrüppelt, weil Puppe am Körper hängt/ habe ich alles schon erlebt, aber m.E. hier nicht der Fall.

    Inzucht dürfte ja kaum die Ursache sein, da ja die Eltern / Großeltern aus Freilandraupen stammen.

    Habe eine Teil gespannt und einige auch getütet.

    Wie Du richtig sagst, 1 Bild sagt mehr als 1000 Worte. Sobald ich die Tiere vom Spannbrett nehmen kann, werde ich Bilder machen.

    Grüße Armin

  • Hallo David,

    ob die Tiere vollständig flugfähig sind, kann ich nicht sagen.

    Zumindest im Schupfkasten (80x 30x 50) und z.T. im Zimmer (nachdem sie mir abgehauen sind) fliegen die größeren Geschrumpften nachts durch Zimmer.

    Die Tiere fangen i.d.R. zwischen 01.00 und 02.00 an zu flattern, sowohl ich wie die Falter sind noch nicht ganz fit.

    Die mit den sehr geschrumpften Flügeln flattern zwar auch sehr heftig, können aber nicht "abheben".

    Und wie auch gesagt, kommen mir die Falter -im Mittel- kleiner vor wie Freilandfänge (Falter) aus Thailand.

    Grüße Armin

  • Anbei mal beispielhaft ein Foto der gestern geschlüpften 4 Exemplaren beigefügt.

    Die Größe der Falter, wie auch der Flügel schwankt sehr deutlich. Habe auch deutlich größere Weibchen mit normalen wie auch mit geschrumpften Flügeln.Bin absoluter Anfänger zu Thema Bildereinfügen etc. Hoffe dennoch, dass ein Eindruck vermittelt wird. Die Münze ist übrigens ein Cent.




    Grüße Armin

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  • Das sieht ja wirklich sehr merkwürdig aus. Ich würde fast sagen dass die Falter Probleme hatten die Flügel aufzupumpen und die sich dann in einer Miniaturversion normal entfaltet haben. Das ist natürlich nur eine Überlegung. Sowas hat man ja vorher noch nicht gesehen. Normalerweise wenn Falter ihre Flügel nicht richtig aufpumpen können, dann sind die Flügel ja schrumpelig und nicht so entfaltet. Schon interessant was so alles passieren kann. Mich würde interessieren ob jemand hier schon mal ähnliches gesehen hat oder besser weiß wie es dazu kommt.

    Beste Grüße, David

  • Hallo David,

    genau deshalb war / bin ich so verwundert. Habe schon fast alles gesehen.

    Minifalter (mit voll entwickelten Flügeln) aufgrund Inzucht oder als Hungerform in Folge Futtermangel; verkrüppelte Flügel, da Defekt an der Puppe oder anderen Gründen.

    Habe eine größere Anzahl solcher Falter z.T. gespannt oder getütet. Und ich habe noch 20 -25 Puppen in Wartestellung.

    Bislang war kein Falter mit wirklich verkrüppelten Flügen dabei.

    Grüße Armin

  • Sind denn die Flügelscheiden der Puppen voll ausgebreitet? Ich kenne das von Faltern, die als Puppe nicht voll ausgebreitete Flügelscheiden hatten. Wenn die Raupe sich verpuppt, sind die Flügelscheiden ja sehr klein. Beim Härtevorgang der Puppe breiten sie sich dann aus bis sie den Rand des Hinterleibes berühren. Falls das nicht der Fall ist, entwickeln sich die Flügel normal, sind aber klein.

    Ich hatte das schon bei Bärenfaltern. Vor allem bei Winterzuchten wenn die Luft recht trocken ist und die Präpuppe aus dem Kokon genommen wird, breiten sich die Flügelscheiden nicht ganz aus und ergeben Falter mit kleinen, aber voll entwickelten Flügeln.

    Schau mal bei deinen verbliebenen Puppen, ob da welche dabei sind, bei denen das so ist.

    Gruß, Heiko

  • Hallo Heiko,

    habe mir die verblieben 12 Puppen gestern Abend angesehen. Bei einer trifft Deine Aussage zu.

    Habe diese Puppe jetzt in einen gesonderten Schlüpfkasten. Bei den andern Puppen sind die Flügelscheiden i.O. Hiervon sind heute Nacht 2 geschlüpft => Normale Flügel.

    Also vermutlich zu trocken während der Verpuppung. Es wundert mich trotzdem, da ich alle Raupen "gleich" behandelt habe und nur bei einem Teil (bis lang ca. 25 %) sich die Flügelscheiden nicht richtig ausgebildet haben. Zumal ich dies -in dieser Form- noch nie erlebt habe und die Art auch in der Trockenzeit (Thailand) fliegt.

    Nochmals vielen Dank.

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