Ausgestorben: Diskussionsthread

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  • In Nordostpolen aktuell in Ausbreitung begriffen, auch die Anzahl der Nachweise ist stark gestiegen.

    Und wer weiß? Sind ja nur noch schlappe 1000 km hierher...


    Interessant: metelkana ist der Jesus unter den Raupen - unter Ausnutzung der Oberflächenspannung des Wassers kann sie über halbwegs unbewegte Wasserflächen laufen..


    [Anmerkung der Moderation: In Bezug auf diesen Beitrag zu Diacrisia metelkana]

  • Hatte das Glück ihn 2017 einmal zu finden.

    Sehr schön! Darf ich deine Bilder in den Ausgestorben-Thread einbauen?

    In Nordostpolen aktuell in Ausbreitung begriffen, auch die Anzahl der Nachweise ist stark gestiegen.

    Interessant. Wie darf ich mir Ausbreitung vorstellen? Gibt es neue Vorkommen in der Umgebung der bekannten, wenn ja wie weit sind die etwa voneinander entfernt? Kann mir noch nicht ganz vorstellen, wie die wieder bis nach Deutschland kommen sollen, mangels geeigneter Habitate. Vielleicht hat da aber auch eine Anpassung stattgefunden. Bei Lycaena dispar hat ja auch nach dem massiven Rückgang eine Ausbreitung stattgefunden, die noch immer andauert. Vermutlich hauptsächlich durch die Möglichkeit auch die häufigeren Rumex-Arten R. crispus und R. obtusifolius nutzen zu können, wo vorher nur der mittlerweile extrem seltene R. hydrolapathum genutzt wurde.


    Grüße Dennis

  • Der Erstfund für Polen liegt in der Biebrza-Niederung, genauer bei Szóstaki, was nichtmal 15 km von dem von dir genannten Dorf entfernt liegt. Es ist davon auszugehen, dass die Art im gesamten Gebiet vorkommt und schon lange vorkam. Von daher würde ich darin keine Ausbreitung sehen. Der Fund in Deutschland war zwar in einem Garten, aber nach der Publikation von dieser Entdeckung kein Teich in dem Garten, sondern der "versumpfte Schilfgürtel des Machnower Sees" an den die Gartenanlage lediglich angrenzte. Vielleicht weißt du mehr als ich, aber die Publikation erwähnt auch keine Gartenanlage, sondern ein "Sommerhäuschen". Insofern würde ich nicht annehmen, dass das Habitat dort ein anpruchsloses, stark anthropogen beeinflusstes war. Sicher waren das zu dem Zeitpunkt sowieso nur noch extrem verinselte Reliktvorkommen.


    Grüße Dennis

  • In der Nähe der Stelle in Brandenburg gab es eine Bahnlinie. Möglicherweise waren die Tiere zum Beispiel aus Ungarn verschleppt worden und haben sich dann eine Zeit lang dort gehalten...

    Nicht einmal Zuchtaussetzer kann man 10000%ig ausschließen... Das wird wohl auf ewig im Nebel bleiben. Ein Sommerhaus irgendwo in der Pampa, zu DDR Zeiten? Eher weniger. Gartenanlagen, Campingsiedlungen und co. waren dagegen weit verbreitet.

    Aber letztendlich ist es für die Funde ziemlich unbedeutend ob Gartenlaube oder Luxuspalast in der Nähe stand.

    Die sinnvollste Hypothese ist doch die zufällige Einschleppung mit nachfolgend zeitweiliger Ansiedlung.


    Ähnliches wird ja auch für die alten Funde von pyropata vermutet...

    Windverdriftung kann ebenfalls ein mächtiges Transportvehikel sein: siehe die sächsischen Funde von vulcania welche in zeitlicher Nähe zu Südwest-Stürmen standen. Dort wurden die Tiere über wirklich gigantische Entfernungen versetzt. Dagegen ist Ungarn doch lediglich einen Gartenzaun weiter...

  • Man kann bei diesen alten Funden nie irgendwas ganz ausschließen. Die Tatsache, dass an besagter Stelle insgesamt 6 Falter in 3 unzusammenhängenden Jahren zu Zeitpunkten der regulären Flugzeit der Art über einen Zeitraum der 5 Jahre umfasst gefunden wurden, lässt meines Erachtens auf eine lokale Population schließen. Das heißt wenn man von der Richtigkeit dieser Funde ausgeht. Könnten Etiketten gefälscht worden sein? Klar. So wie ich das verstehe hat außer dem Ehepaar das die Falter gefangen hat niemand diese Falter lebend dort gesehen. Bei solchen Einzelfunden ist nicht mehr sicher zu klären, was dort tatsächlich der Fall war. Das wird wie du sagst ewig im Nebel bleiben. Wir können nur spekulieren und die Glaubwürdigkeit der Angaben bewerten.


    Wie ich schon in dem Beitrag zu metelkana geschrieben habe, ist es bei den extrem lokalen Vorkommen der Art, die als sehr standorttreu beschrieben wird und der Unzugänglichkeit der Habitate durchaus plausibel, dass dort eine Population existiert hat. Die restlichen (ehemaligen) Vorkommen sind ähnlich weit verstreut und verinselt. Die Vorkommen in Polen wurden erst vor 20 Jahren überhaupt entdeckt. Und das in einem noch großflächiger intakten Lebensraum. Eine zufällige Verschleppung halte ich für unwahrscheinlich, da wie gesagt der Falter so beschrieben wird, dass er seinen Lebensraum kaum verlässt. Ein Zug parkt wohl eher nicht in einem intakten Sumpf. Auch Windverdriftung ist nur bei Arten eine Option, die gute Flieger sind und kurze oder längere Wanderflüge unternehmen wie z.B. vulcanica. Flugschwache, standorttreue Arten werden nicht von starken Höhenwinden erfasst. Eine so stenöke Art wie metelkana hat auch keine guten Chancen sich bei Verschleppung, Verdriftung oder Aussetzen mal eben so anzusiedeln (wir reden dann vermutlich von wenigen Individuen). Die meisten Wiederansiedlungsversuche brauchen sehr viele Anläufe und scheitern regelmäßig und das mit weit mehr Individuen. Ist das alles sicher ausgeschlossen? Nein. Aber wahrscheinlich finde ich es keinesfalls.

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  • Die Vorkommen waren sicher schon immer sehr lokal, aber zumindest in den großen Stromtälern und Feuchtgebieten, die ja nun im nordöstlichen Deutschland existiert haben, müssen sie wohl vorgekommen sein. So ist es ja heute vermutlich auch noch von der Ukraine ostwärts der Fall. Dabei muss man eben auch beachten, dass Feuchtgebiete schon sehr, sehr lange von Zerstörung betroffen sind. Viel länger als der Zeitpunkt an dem die landwirtschaftliche Intensivierung eingesetzt hat.

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