Posts by Adolar

    Meinst du für den Garten?


    Na ja, halt alle, welche die typischen Schwärmerarten so fressen? Ligustrum, Salix, Populus, Epilobium, Galium... evtl. Pinus und Tilia. die Sache ist nur, dass das nicht viel bringen wird, wenn einmal zu wenig "Trittsteinbiotope" da sind und zweitens die Pflanzenbestände nicht groß genug sind. Letzteres gilt vor allem für die gehölzfressenden Arten. Bei Galium und Epilobium reicht vielleicht auch ein kleinerer Bestand. Aber gut, alles ist besser als nichts.

    Sehr gute Liste, kann ich nur unterschreiben.


    Die Falter saugen gern an Blüten mit langen Kelchen, wie Küchensalbei, Phlox und Nachtkerzen. Wikipedia führt außerdem noch Petunien und Natternkopf auf. An Buddleja habe ich auch schon Schwärmer gesehen.

    Hallo Franz,


    noch besser: Das ist ein Pappelspinner, Leucoma salicis!


    Euproctis/Sphrageidus similis hat gelbe Afterwolle.


    Die Raupen vom Pappelspinner halten allerdings Sommerruhe, die bindet man am besten draußen an einer Pappel ein oder läßt sie frei.


    Gruß
    Uwe

    Ich bezweifle, dass Schwärmer neurdings so weit denken können, dass sie potentiell gefährliche Orte meiden.

    Da hast du mich mißverstanden. Ich hatte das auf Nachtfalter im Allgemeinen und die hell beleuchteten Städte bezogen.


    Bei Kleingärtnern und Hausgartenbesitzern kommt es natürlich darauf an, wie naturfreundlich sie eingestellt sind. Aber im Allgemeinen ist die Artenvielfalt in solchen Gegenden besser als z.B. auf Landwirtschaftsflächen.

    Hallo Christian,


    hier in Würzburg (130000 Einwohner) habe ich bisher nur zweimal einen Ligusterschwärmer, Pappelschwärmer und Taubenschwänzchen gefunden, obwohl es einen großen Park im Stadtinneren gibt. Einige andere Schwärmer wie Abendpfauenauge fliegen am Stadtrand in den Tälern.


    Grüße
    Uwe

    Ich kenne mich zwar in Bremen nicht aus, aber das ist ein generelles Problem bei Nachtfaltern. Sie scheinen beleuchtete Gegenden zu vermeiden, wenn das Licht nicht gerade UV enthält und sie davon angezogen werden. Außerdem ist der Straßenverkehr für sie sehr gefährlich, da sie erstens von den Lichtkegeln der Autos irritiert werden und zweitens meistens zu langsam fliegen, um ausweichen zu können. Das letztere trifft auf Schwärmer nicht zu, aber trotzdem habe ich schon überfahrene Schwärmer in der Stadt gefunden.
    Trotzdem fliegen manche Schwärmer auch in Städten, wie der Ligusterschwärmer, wie gelegentliche Raupenfunde an Liguster- und Spiraea x vanhouttei - Hecken zeigen.


    Außerdem kommt es auf die Umgebung an. Schwärmer mögen breite Flugschneisen, in denen sie zwar ihre Futterpflanzen finden, aber nicht ständig Ästen und anderen Hindernissen ausweichen müssen. Deswegen kann man oft Schwärmerraupen am Waldrand neben Hochspannungsleitungen oder Kanälen finden, auch Straßen, wenn sie wenig befahren sind.

    So und jetzt kommt’s: Gleich nach der Verabreichung der Salweideblätter nach dem Ausbringen des Spritzmittels durch den Bauern hat sich eine schmierende Infektionskrankheit bei den sonst recht agilen Raupen des Kleinen Nachtpfauenauges eingestellt. Der Kot verklebte am After und die Raupen mussten erbärmlich zugrunde gehen.
    Sollte die Praxis mit Glyphosat weitergehen und im Jahr 2021 wieder eine Verlängerung erreicht werden, dann ist die Insektenwelt, nicht nur die Honigbiene, unwiederbringlich verloren.

    Das klingt mir eher nach einem Insektizid. Vielleicht hat der Landwirt zusammen mit dem Glyphosat noch ein Mittel gegen den Maiszünsler gespritzt... Bacillus thuringiensis (BT-toxin) hat solche Auswirkungen auf die Verdauung von Raupen.



    Tja, dann bist Du ein Glückspilz, ich habe in den letzten 30 Jahren keinen einzigen Landwirt getroffen, den meine freundlichen Erläuterungen interessiert hätten, da könnt ich jetzt Geschichten posten, die sicher den Rahmen des Forums sprengen würden.


    Ich kenne unter den Landwirten nur eine einzige Ausnahme, mein direkter Nachbar hier, der sehr auf das Insektenwohl und den Umweltschutz allgemein bedacht ist, und das hat er auch schon immer so gemacht, sodass der schon mal gar keine Aufklärung mehr gebraucht hat...


    Sonst: Ökologisches Gewissen - Fehlanzeige... Leider, leider...

    Da hilft nur eins: Selber Landwirt werden... Denke ich ernsthaft darüber nach - wäre dringend notwendig.


    Grüße
    Uwe

    Hallo Thomas,


    danke schön für den Artikel. Die 3000 Insekten pro Kilometer findet man heute wohl kaum noch irgendwo, wo es Straßenverkehr gibt... Aber ich kann mich aus den 80er Jahren erinnern, wieviele Insekten man aud der Windschutzscheibe hatte nach einer Autobahnfahrt. Das ist heute auch fast Geschichte.





    Aber im Umfeld von Ballungszentren (wie hier in Hamburg) sind die Quadratmeterpreise inzwischen so exorbitant, dass bei Neubebauung statt eines Hauses drei Wohneinheiten auf das Grundstück kommen. Da bleibt kein Platz mehr für einen Garten, womöglich noch mit Wildwuchs oder, Gott bewahre, einheimischen Gehölzen (da muss man ja Laub harken).

    Gerade in Hamburg ist mir aber aufgefallen, dass an manchen Straßen 400jährige Eichen als Alleebäume stehen! Insgesamt ist die Stadt doch ziemlich grün. Wie weit das Lebensraum für Insekten bietet kann ich aber nicht sagen, dafür war der Besuch zu kurz.


    Uwe

    Was mir bei der ganzen Diskussion VIEL zu kurz kommt, ist der Straßenverkehr. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Anzahl von Autos überfahrenen Raupen und Schmetterlingen erheblich ist. Über Windräder zu reden geht da meiner Meinung nach völlig am Thema vorbei. Die Insekten, die durch den Straßenverkehr ihr Leben lassen liegt vermutlich (leider: vermutlich, anscheinend gibt es da gar keine Untersuchungen dazu?!) um Größenordnungen höher als bei Windrädern. Straßen sind überall, Windräder nicht.


    Was man da machen kann: In Gegenden mit Wald am Straßenrand, wo viele Insekten sind, langsam fahren! Besonders in der Abenddämmerung und bis 1-2 Stunden danach fliegen im Sommer viele Nachtfalter. Sie können oft noch ausweichen, wenn man langsam fährt, also 30-50 km/h. Dasselbe trifft auf kräftigere Tagfalter zu, wie z.B Distelfalterschwärme denen man begegnet.


    Raupen sieht man leider vom Auto aus fast gar nicht. Da kann man aber Strecken in der näheren Umgebung (nicht auf längeren Reisen) identifizieren, wenn man am Straßenrand entlangläuft und besonders viele überfahrene Raupen am Straßenrand findet und diese Strecken dann vielleicht meiden.


    Die Hauptursache für das Insektensterben ist aber die industrielle Landwirtschaft, mit den Monokulturen, den Insektiziden, dem Ausräumen von Gebüschreihen in den 50er-70er Jahren. DORT muß man über Änderung der Methoden nachdenken...

    Hallo zusammen,


    sehr gut für unterwegs finde ich auch Segerer & Hausmann: Die Gross-Schmetterlinge Deutschlands/The Macrolepidoptera of Germany.
    Da sind Tag- und Nachtfalter in schönen Abbildungen drin und meistens 4-5 verschiedene Exemplare, so dass man die Variationsbreite sieht.
    Der Text ist sehr sparsam, z.B. stehen an den Bestimmungstafeln nur die lateinischen Namen, also nichts über die Biologie.
    Obwohl es alle Arten Schmetterlinge außer die Mikros enthält, ist das Buch ist nur 2 cm dick (dafür A4 Format, also etwas größer, das braucht man auch bei den vielen Abbildungen).
    Vertrieben wird es über den Entomologie-Verlag Erich Bauer / Antiquariat Goecke & Evers und kostet genauso viel (99 €) wie Steiner et al.: Die Nachtfalter Deutschlands. Diese beiden Bücher zusammen sind, finde ich, was man für Lichtfänge braucht. Mit dem Bestimmen von Tagfaltern habe ich mich noch nicht so beschäftigt.


    Viele Grüße
    Uwe


    P.S.: Ein Nachteil des Buches ist, dass die Seiten schnell zusammenkleben, wenn sie nass werden (Regen oder Tau nachts). Da muss man aufpassen, sonst gehen Abbildungen verloren.

    Danke, Policeman, das war ein hilfreicher Tip ;) . Habe dieses Jahr Gelege von beiden Ringelspinner-Arten (beide das erste Mal). Und das obige ist M. castrensis, nicht neustria. M. neustria produziert kleine, saubere Ringe und die Eier haben oben einen dunklen Punkt. Bei mir sind sie auch generell dunkler, fast schwarzgrau. Die Eier von castrensis sind silbrig grau bis fast weiß.


    Die Raupen waren spektakulär - jede einzeln auf einem Storchschnabel gefunden in einer Talwiese hier in der Nähe von Würzburg.

    Hallo Rudi und HM,


    bisher hatte ich das mit den Puppen nur beim Abendpfauenauge. Bei Spannern und Eulen hat der Schlupf bisher geklappt (ganz viele Kätzcheneulen und Schnee+Frostspanner letztes Jahr). Die Puppen liegen bei mir nach Koch auf Leinenläppchen über einer Wanne mit Wasser und waren über Winter in einem Schuppen. Ok, bei Allophyes oxyacanthae (Weißdorneule) gab's ein paar verkrüppelte Flügel. Da lagen die Puppen in ihren Kokons in einer feuchten Plastikdose auf Papier. (Die Weißdorneulen spinnen UNTER der Erde sehr schöne, feste Kokons, die man dann ausgraben kann.)


    Vor Jahren (ca. 2007) hatte ich mal Sphinx ligustri Raupen von Rudi geschickt bekommen. Da waren alle, die es bis zur Puppe geschafft hatten, in Ordnung. Letztes Jahr hatte wir auch mal welche bestellt (ich weiß nicht von wem) und da gab es einige verkrüppelte Puppen, aus denen natürlich dann auch nicht viel geschlüpft ist. Allerdings war es in dem Substrat auch möglicherweise zu trocken, in dem sich die Raupen verpuppt haben (in Schaukästen auf der Landesgartenschau, der Pavillon befand sich in voller Sonne auf einem Hügel).


    Viele Grüße
    Uwe

    Hallo Rudi und Fabian,


    das Weibchen stammte aus einer Inzuchtpaarung vom Vorjahr. Das Männchen war ein Freilandanflug.
    Eiablage vor der Paarung gab es keine.


    Also ihr meint, diese Ausfälle sind nicht ocellata-spezifisch... das mit den Puppen auch (die Falter waren teilweise in den Puppen hängengeblieben oder hatten verkrüppelte Flügel)?


    Grüße
    Uwe

    Hallo Lens,


    ich hatte dieses Jahr das Gleiche - ein bei mir geschlüpftes Weibchen in einen Anflugkasten gesetzt, nach ein paar Tagen eine Paarung mit einem angeflogenen Männchen, die etwa einen Tag gedauert hat, Eiablage des Weibchens und aus NULL Eiern sind Raupen geschlüpft.


    Vielleicht gibt's solche Ausfälle bei dieser Art öfter??
    Es sind auch etwa ein Viertel der Falter im Mai nicht sauber aus ihren überwinterten Puppen gekommen.


    Oder es liegt daran, dass die Raupen aus einer Inzuchtpaarung gestammt haben, die vielleicht auch nicht die einzige war. Die Vorgänger wurden voriges Jahr gekauft, nicht selbst gefunden.


    Grüße
    Uwe

    Bei den genannten Tagfaltern ist der Ort, an dem man sie fliegen lässt, weniger wichtig. Sie fliegen ja recht schnell. Also die Puppen draußen stehenlassen ist in Ordnung. Es besteht allerdings die Gefahr, dass Vögel oder Wespen die Puppen und vor allem dann die schlüpfenden Falter entdecken (bei Erdpuppen wären es auch noch Nagetiere wie Mäuse und Eichhörnchen).


    Das Steckenbleiben in Puppen kann schon eine Folge davon sein, dass die Puppen zu trocken stehen. Aber für die Tagfalter wirklich bestätigen kann ich das auch nicht. Nur, wie David schon sagte, Arten die aus Kokons schlüpfen, machen das bevorzugt nach Regen oder am frühen Morgen, also wenn die Luft bzw. der Boden feucht ist.
    Bei Wolfsmilch-Ringelspinnern konnte ich das mehrfach beobachten dieses Jahr: Die Kokons mit einer Sprühflasche mit Wasser besprüht und schwupp, eine Stunde später waren 3-4 Falter da. Ich habe auch ein Männchen beobachtet, dass sich beim Schlüpfen einen Flügel verletzt hatte, als es sehr trocken war.


    Bei verkrüppelten oder nicht entfalteten Flügeln ist es oft schwer zu sagen, ob das nun ein genetischer Defekt ist oder nur ungünstige Schlupfbedingungen.
    Wenn die Raupen sich in der Erde verpuppen und man die Puppen dann in den Puppenkasten legt, haben die Falter durch den langen Weg durch die Erde nach oben ja in der Natur genug Reibung, um die Puppe und Reste der Hülle abzustreifen. Im Puppenkasten liegend, nur mit einem Tuch zugedeckt, haben sie das eher nicht. Beim Abendpfauenauge (Schwärmer) habe ich das öfter gedacht, da Schlupfdefekte immer wieder aufgetreten sind.


    Grüße
    Uwe

    Ja, Weidenzweige (Silber-,Sal- und Grauweide) halten sich nicht wirklich frisch in Vasen, aus irgendeinem Grund vertrocknen die Blätter trotzdem ziemlich schnell. Sie können dafür Wasser schnell über die Blätter aufsaugen (Blatthaare) - einfach mal einen Zweig unter die Dusche halten und 10 min warten, dann sind die Blätter äußerlich schon wieder trocken!


    Kleine Nachtpfauenaugen hatte ich die letzten zwei Jahre auch und habe sie immer mit Schlehe oder Zwetschge gefüttert. Das mögen sie gerne und beides hält sich in Wasser stehend lange frisch.


    Und dann gibt's noch den Kühlschrank. Aber habt ihr schonmal Raupen kotzen sehen?? Ich bisher noch nie, aber bei meiner letzten Kl. Nachtpfauenaugenraupe ist es passiert... Als ich sie Mitte Juni auf einer Wiese gefunden hatte, hatte ich zu Hause nur Brombeerblätter, die ein paar Tage in einem Glas im Kühlschrank gestanden hatten. Davon habe ich ihr eins gegeben. Während Schwammspinner gut mit den Blättern klar kamen, die Nachtpfauenaugenraupe lag am nächsten Morgen in brauner Flüssigkeit, die sie ausgespien hatte. Ich habe sie gewaschen, auf Krepp gelegt und als sie einigermaßen trocken war, in ein neues Glas gelegt, das mit Krepp ausgelegt war und einen frischen Schlehenzweig hineingetan. So lag sie zwei Tage und hat sich kaum gerührt. Ich habe damit gerechnet, dass sie stirbt, weil Raupen so was normalerwiese nicht überstehen. Aber nach den zwei Tagen hat sie tatsächlich wieder angefangen zu fressen und ist nun ganz normal dabei, sich zu verpuppen... Also offenbar war es keine Virus-Infektion.

    Zum Bewässern noch zwei Methoden, die funktionieren:


    1) ein Glas mit Schraubdeckel (da kann man ja passende Größen auswählen), Löcher in den Deckel schlagen (dazu eignen sich Hammer und Schraubenzieher oder etwas ähnliches), Wasser ins Glas füllen und die Stängel der Pflanzen durch die Löcher ins Wasser stellen. Wenn die Löcher etwa so groß sind wie die Stängel ist es ideal. Auf diese Weise hat man eine Vase, wo man leicht das Wasser austauschen kann und in der die Raupen nicht ertrinken können.


    2) ein größeres Stück Blumensteckschwamm kaufen; davon ein passendes Stück abschneiden, auf Wasser legen, bis es eingesunken ist (nicht untertauchen, dabei bleibt Luft im Schwamm!), kurz abtropfen lassen, im Zuchtgefäß auf eine Unterlage legen, die dem Schwamm nicht das Wasser entzieht und die Pflanzen hineinstecken. Bei Normaltemperaturen halten z.B. Bre(nn)(n)esseln so fast eine Woche durch.