Ein kleines weiteres Fazit: nach wie vor schlüpfen fast täglich noch Schwärmer, es sind jetzt fast ausnahmslos gesunde Exemplare, auch aus den Zuchten, wo anfangs die meisten krank waren und nicht fliegen konnten. Ich freue mich jedenfalls, auch wenn das Rätsel (nicht ganz) gelöst ist.
Posts by Naturfreund68
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Hallo David, freut mich dass du ähnliche Erfahrungen mit dem Frischhalten von Futter gemacht hast. Ich denke, der Rudi hat mit seiner Vermutung ins Schwarze getroffen. Die ganz leicht dunklen Verfärbungen an manchen Raupen im Durchmesser von ca. 5mm oder auch etwas mehr, an verschiedenen Körperregionen, die man oft erst im richtigen Licht und bei genauem Hinsehen überhaupt wahrgenommen hat, waren vielleicht ein Indiz, dass da eine Pilzinfektion o.ä. stattgefunden hat. Und nur weil eine Raupe groß und munter wirkt, muss das vermutlich nicht heißen, das auch ein gesunder Schmetterling rauskommt. Und im letzten Jahr bei dem häufigen Regen alles immer total sauber zu halten, das war nicht immer zeitnah möglich. Vielleicht liegt hier der Schlüssel. Ich bin dabei alle Aerarien nochmal richtig zu desinfizieren. Das ist wohl das Wichtigste. Gut, wenn man sich über so ein Forum austauschen kann.Klasse!
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Danke Rudi for deine Einschätzung. Ich wohne im Vorerzgebirge. Das Wetter letztes Jahr trifft deine Beschreibung. Mistig hoch zehn. Und wenn ich drüber nachdenke, dann fallen mir ganz leichte dunkle Stellen ein, die manche Raupen hatten. Die waren zwar trotzdem groß und munter, aber je mehr ich über die Sache und deine Aussagen nachdenke, umso mehr denke ich, du liegst goldrichtig. Eine Metamorphose ist nun mal ein gigantisch komplizierter Vorgang. Da muss einfach alles stimmen. Ich werde auf alle Fälle die Aerarien nach und nach richtig gründlich reinigen und desinfizieren. Habe schon angefangen. Ich glaube, mit Hygiene und Sauberkeit und besseren Wetter bekomme ich das hoffentlich in den Griff. Tun mir leid, wenn die nicht starten können. Es ist nämlich herrlich, sie in die Nacht schwirren zu sehen. Jedes Jahr ein Erlebnis. Meist leuchen dabei noch paar Glühwürmchen. Ich beobachte die Sache und danke dir für deine Einschätzung. Übrigens bin ich während ich das schreibe, schon wieder auf Männchenfang. Neben mir im Baum ein Aerarium, irgendwo an einem Teichgebiet. Ich habe auch den Eindruck, dass in den letzten Tagen das Verhältnis gesunder und kranker Schwärmer gedreht hat. Die meisten sehen gut aus und starten. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Viele Grüße
Karl
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Hallo Rudi,
Ja das versuche ich. Wenn es zu viele Raupen sind, holen wir zusätzlich lange gut belaubte Ligusterzweige. Daran fressen die Raupen die letzten 1-2 Wochen. Die Zweige stehen mit den Spitzen im Wasser, da bleiben sie ca. 5 Tage taufrisch. Ringsherum das Aerarium im Freien an halbschattigem Platz. Ich weiß, das Wasser ist umstritten und am Anfang habe ich mit und ohne probiert. Außer das der Liguster schneller welk wurde, gab es nie derartige Probleme. Heute ist und gestern sind wieder überwiegend kerngesunde Exemplare geschlüpft. Einer konnte wieder nicht seine Flügel gerade entfalten. Die Aerarien sind 60 60 90, und drin sind ca. 15 Raupen, also genug Platz sollte auch sein. Die meisten sind auch groß bis sehr groß, dich ich behalte. Meist sortiere ich die kleineren heraus ,ich lasse ja viele auch frei, wenn sie verpuppungsbereit sind. Letztes Jahr, weil es wegen dem Kälteeinbruch im Frühjahr kaum Obst gab, hatte ich übrigens das erste Mal ein Wespenproblem. Die haben in 2 Aerarien Löcher gefressen und ich glaub 3 Raupen getötet. Es hat paar Tage gedauert bis ich dahinter gekommen bin, wer das war. Die Raupen hatten sichtbare Fraßspuren. Alle anderen sahen, zumindest äußerlich, gesund aus. Raupenfliegen sitzen oft an den Aerarien, aber alle Löcher flicke ich schnell wieder, darum ist bisher noch nie eine Fliege geschlüpft. Das Einzige wären Schlupfwespen mit ihrem langen Stachel. Aber dann käme auch kein Schwärmer, sondern ne Wespe raus.
Gruß Karl
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Ja voriges Jahr war bei uns in der Gegend ein sehr feuchter und in weiten Teilen auch kühler Sommer, das heißt es könnte schon etwas mit einer Krankheit oder Schimmel zu tun haben obwohl ich die Behälter nach der Saison immer mit kochendem Wasser und einer Seifenlauge reinige. Aber mittlerweile denke ich es könnte an so etwas liegen. Man muss auch wirklich ganz schön hinterher sein immer die Hinterlassenschaften aus den Behältern zeitnah zu entfernen. Gerade wenn es oft regnet ist das manchmal schwierig unter Freilandbedingungen.
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Hast schon mal Flieder versucht zu füttern? Den nehme ich immer ab L3.
Flieder hatte ich vor längerer Zeit mal angetestet aber da gibt es bei mir nicht genug. Genau wie Esche die sie extrem gern fressen aber auch da gibt's hier wenig, aber der ganze Garten ist mittlerweile voller Liguster den ich so geschnitten habe dass man wunderbar ein großes Aerarium drüberstülpen kann. Hat immer wunderbar funktioniert, darum zerbreche ich mir ja gerade meinen Kopf warum das in diesem Jahr so anders ist.
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Grüße Rudi, tatsächlich habe ich hin und wieder mal Raupen mit Durchfall. Wenige, aber ja. Hatte das nicht so ernst genommen weil die ganzen Jahre über ja nie wirklich was passiert ist, und auch solche Raupen haben sich problemlos verpuppt sprich eingegangen sind keine. Übrigens füttere ich die Ligusterschwärmer wenn ich sie mal länger als ein oder zwei Tage bei mir behalte nach deiner Art und bin begeistert wie stressfrei das für die Tiere funktioniert und was die für Massen Zuckerwasser wegsaugen. Klasse.
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Kann man vielleicht so machen, aber bei um die 80 Puppen jedes Jahr ist mir zum Einen der Aufwand zu groß, zum anderen stehe ich darauf, dass die Raupen sich mal schön selbst eingraben und ihre "Schlafposition" ebenfalls selbst einnehmen, alles so naturnah wie möglich. Und hat ja fast 10 Jahre perfekt funktioniert. Am Anfang habe ich noch nach paar Wochen stichprobenartig die Puppen kontrolliert. Die sahen immer wie gemalt aus. Das ist glaub ich hier nicht das Problem.
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Grüß dich Reinhold. Ja, die verpuppen sich auch darin. Meist 2 Raupen in entsprechenden größeren Topf, unten eine Schicht Kies. Damit kann Feuchtigkeit besser weg und die Raupen graben nicht, bis sie unten wieder aus den Topflöchern gucken. So ging das perfekt über eben viele Jahre. Bis dieses Jahr. Frage nebenbei: Warum werden Buchstaben verschluckt? Mein Beitrag sieht ja grausig aus, wenn ich einen Buchstaben ergänze, ist er meist wieder weg wenn ich paar Worte weiterschreibe... seltsam.
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Ich züchte seit ca 10 Jahren Ligusterschwärmer ohne finanzielle Interessen einfach nur privat und aus Spaß an der Freude. Da kann es schon mal passieren, dass in den Monaten juni/juli 50 bis 70 Tiere in die Freiheit entlassen werden. Es sind immer verschiedene Zuchtlinien, da ich auch Buch führe über die Jahre, um bei Paarunen Inzucht zu vermeiden und die meisten Männchen sind sowies ein Freifang. Dazu fahren wir in irgendeine schöne Gegend und hängen ein Aerarium auf mit einem lockenden Weibchen. Erstmals in dieser Zeit musste ich leider feststellen, dass in diesem Jahr sehr viele Ligusterschwärmer geschlüpft sind, die ihre Flügel entweder nicht richtig entfalten konnten oder sie waren ungleichmäßig lang oder verbogen, manche sahen auch irgendwie noch unfertig aus so halb wie Puppe und nicht ausgefärbt, einer hatte auch nach Stunden noch weiche Flügel. Die Puppen werden unter Freilandbedingungen an einem geschützten Ort im Garten gelagert. Die Erde ist billige Blumenerde aus dem Baumarkt wo keine Zusätze und auch kein oder kaum Dünger drin ist. Ich kann mir einfach keinem Reim drauf machen und wollte mal in die Runde fragen, ob jemand schon mal ähnliche Erfahrungen bei Schwärmern oder auch anderen Faltern gemacht hat. Ich tippe einfach mal auf die lange feuchtkalte Witterung, denn es betrifft so gut wie alle Zuchtlinien. Der Liguster ist größtenteils aus dem eigenen Garten und wird definitiv nicht gespritzt oder sonstwie behandelt. Ansonsten holen wir seit vielen Jahren den Liguster ebenfalls immer von den gleichen Stellen wo nicht gespritzt wird, denn da handelt es sich um Brachflächen wo die Hecken einfach wachsen dürfen und Vögeln und anderen Tieren Raum zu bieten,denn ich habe auch schon an Pestizide gedacht. Vielleicht kann ja jemand paar Tipps oder Erfahrungen aus seiner eigenen Zucht beisteuern. Beste Grüße in die Runde Karl