Schmetterlinge spannen

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    Cage
    • Hi
      was soll das bringen mit der Rückenmethode?? Okay, wenn ein Falter auffällige Unterseiten hat, nur scheint dies hier nicht der Zweck zu sein.
      Was meint ihr dazu? Neigen sich die Flügel nicht nach einiger Zeit nach unten, dann hängen sie ja.

      Gruss Roland
    • Das ist der Knackpunkt, an den ich auch gedacht habe: Spannt man den Falter auf dem Rücken, so sind die Flügel nicht in leichter V Stellung, sondern völlig plan. Sie könnten dann ja "absacken".
      Deswegen noch mal die Frage an alle Spann-Profis und "Vielspanner": Gibt es Erfahrungen mit dieser Methode?
      Ich frage deshalb, weil es nicht allzu routinierten Sammlern eben oft passiert, daß man am Präparat geringe Spuren vom Spannen sieht. Wenn ich das richtig sehe, könnte man das ja mit dieser Methode vermeiden?
    • Hallo zusammen,
      ich habe nun die Methode vom Video ausprobiert. Mit einer 0er Nadel ging das sehr gut, für meinen Teil werde ich dieses Verfahren weiter anwenden. Das Loch ist so klein, mir fällt das nicht auf.
      Mal schauen wie der Falter aussieht wenn ich ihn abgespannt habe.

      Gruss Roland

      PS: Hat von euch schon mal jemand eine Köderfalle gebaut?
    • Hallo,

      also ganz ehrlich: bis vor 2 Jahren hab ich ganz genauso gespannt, wirklich absolut identisch!
      Heute hat sich das ein klein wenig verändert- bei kleineren Faltern steche ich die Flügel nicht durch, sondern ziehe nur mit der Nadelspitze in den vordersten Adern.
      Bei größeren Nachtfaltern, (Attacus zum Beispiel) mache ich es aber immer noch so - verwende zum ziehen aber einer 0er Nadel - wie Roland schon sagte, die Löcher sieht man kaum.
      Der Trick ist einfach, wirklich genau die Ader zu treffen - bei Attacus nicht schwer (am Gelenk teilweise extrem dick). Da möcht ich mal einen von euch sehen, der mir dann das Loch von meiner Nadel zeigen kann... man sieht das absolut nicht.

      Lucas
    • Schmetterlinge spannen

      Hallo liebe Leute,

      ich finde diese Art des spannens absolut besch..........sen.

      Wenn ich schon sehe, wie dieser Typ den Falter herumnudelt bis er endlich die Nadel durch hat. Ein Profi ist das sicher nicht.

      Auch die Löcher, und wenn sie noch so klein sind, haben im Flügel nichts zu suchen. Bei getrockneten Faltern kommt es schon mal vor, daß die Spannandel durch den Flügel sticht, aber bei frischen Faltern und auch bei den meisten getrockneten, kann man mit der Spannadel problemlos an den Flügeladern ansetzen. Bei besonders störrischen Faltern hilft auch eine kleine Injektion mit Salmiakgeist sehr gut. Allerdings kann man die so behandelten Falter nur noch schlecht korrigieren, wenn beim ersten Mal etwwas nicht zur Zufriedenheit erzielt wurde. Man braucht halt eine ruhige Hand dazu (und das Glas Wein sollte man auf die Zeit nach dem Spannen verschieben.)

      Aber jeder wie er meint.



      Viele Grüße



      Rainer
      We specialise in rare and common butterflies from the Neotropical (Central/South America, Caribbean Islands) and Holarctic regions (North America, Europe, Asia).
    • Hallo

      RaiHoff schrieb:

      Ein Profi ist das sicher nicht.
      Naja - wie man es nimmt.
      Gary Hevel ist Mitarbeiter am Smithsonian National Museum of Natural History, Department of Entomology (USNM Entomology Collections) - siehe hier (klick!).
      Aber so ganz eng scheint er die Sache nicht zu sehen.

      Bei Tieren, die sich leicht spannen lassen, sind die Löcher im Flügel tatsächlich nicht nötig!
      Andererseits - bei problematischen Tieren stellen sie einen sehr vertretbaren Kompromiss dar. Wenn ich einen "störrischen" Falter habe, der schwer zu spannen ist und dessen Flügel immer wieder zurück wollen, dann fixiere ich die Flügel auch mit einer dünnen Nadel (Gr. 00 od. 0) hinter der Costal- oder Subcostal-Ader (allerdings durch den Spannstreifen). Das kleine Loch ist meist nicht zu sehen und kein Vergleich zu dem Schaden, der entstehen kann, wenn man die Flügel immer wieder nachkorrigieren muss. Aber dieses Verfahren ist eine Ausnahme.

      Zur Methode mit der Unterseite nach oben:
      Dieses Verfahren haben einige von Euch missverstanden. Auch hier werden die Falter später "richtig herum" - d.h. mit der Oberseite nach oben - in den Kasten gesteckt. Der Knackpunkt ist, dass man sich das Spannbrett sparen kann, da man keine Rinne für den Körper braucht.
      Nach meiner Meinung dürfte dieses Verfahren nur bei frisch toten, sehr leicht präparierbaren Faltern Erfolg versprechen und kann bestenfalls ein Notbehelf sein.
      - der Falter steckt mit dem Nadelkopf nach unten im Schaumstoff, was zunächst gewisse Probleme bereitet, den Kopf in den Schaumstoff zu bringen, danach dürfte die Nadel nicht wirklich fest stecken.
      - durch das Fehlen der Rinne des Spannbrettes ist das Tier nicht ausreichend gegen Verdrehen während des Spannens gesichert.
      - die Insektennadel ragt relativ weit mit der Spitze nach oben heraus (ca. 2/3 ihrer Länge) - denn sie muss ja später weit genug in die Steckfläche des Insektenkastens gesteckt werden, damit der Falter fest steckt und auch das (die) Etikett(en) aufnehmen. Dadurch besteht aber die Gefahr, dass man während des Präparierens unbeabsichtigt gegen die Nadelspitze stößt, wobei das Präparat verrutschen könnte.
      - schließlich der Hauptgrund, weshalb mir dieses Verfahren sehr suspekt ist (Sphinx hatte schon darauf hingewiesen): durch die plane Präparation der Flügel besteht die Gefahr, dass diese später absinken.

      Selbst bei sehr großen Faltern, wo herkömmliche Spannbretter gewisse Schwierigkeiten bereiten - worauf Claude weiter oben hinweist - würde ich nur ungern auf dieses Verfahren zurückgreifen. Man kann sich auch Spannbretter entsprechender Größe herstellen lassen oder selbst bauen (siehe hier - klick).


      Da aber im Verlauf dieses Threads darauf eingegangen wurde, doch noch ein kurzer Hinweis zu Präparaten, die mit der Unterseite nach oben in der Sammlung stecken.
      Dieses Verfahren war vor einiger Zeit üblich. Bei größeren Serien von Faltern wurde oft ein Tier "verkehrt herum" in die Sammlung gesteckt. Zum einen hat das natürlich einen gewissen Schauwert, da die Unterseiten einiger Arten sehr schöne, teils filigrane Zeichnungen aufweisen. Andererseits wird die Unterseite oft auch zu Bestimmungszwecken herangezogen - man denke dabei z.B. an einige Bläulinge oder Perlmutterfalter.
      Präpariert wurden die Falter auf einem ganz normalen Spannbrett - nur mit der Ventralseite nach oben. Eine Alternative dazu waren die Glasbodenkästen, bei denen man die Unterseite der ganzen Sammlung ansehen konnte.
      Sowohl diese Kästen als auch die Methode, einige Falter mit der Unterseite nach oben in die Sammlung zu stecken sind inzwischen aber etwas aus der Mode gekommen.

      Viele Grüße
      Joachim
    • Oh mein Gott,

      ich habe mir gerade das Video angesehen! Das ist eine unglaublich schlampige Art einen Falter zu behandeln!
      Am Anfang ist mir fast schlecht geworden als ich gesehen habe wie der Herr Präparator das Tier herumwarf. Bei empfindlichen Arten wären die Schuppen der Flügel schon nach wenigen Sekunden draufgegangen. Bei sehr alten Tütenfaltern oder sowieso schon beschädigten Tieren wären womöglich die Schwänze abgerissen! Kleinen Tieren wären die Beine abgegangen!

      Auch fiel mir auf daß die verwendeten Stecknadeln entgegen des laufenden Komentars keineswegs Glaskopfnadeln waren, sondern schöne große und genormt gleiche Plastikköpfe aufwiesen. Glasköpfe sind NIE dermaßen gleichförmig und schon aus Gewichtsgründen auch nie so groß.

      Im Freien zu präparieren ist das allerletzte... wie schnell sch***t einem ein Vogel oder ein Insekt auf das Präparat oder läßt eine Böe in einem kritischen Moment die Flügel zerreißen! Von plötzlichen Wetterumschwüngen und Regen rede ich besser erst gar nicht...

      Die Flügel wurden auch nicht ausreichend abgedeckt bzw. es wurden nicht genug Nadeln verwendet um ein Verformen bei der Trocknung zu verhindern. Man kann deutlich sehen wie das Papier von den Flügelspitzen hochgehoben wird. Es ist des weiteren ausgemachter Blödsinn einen Falter wahllos einfach irgendwo mittig auf einem Spannbrett zu platzieren. Was ist, wenn nur kurz darauf drei weitere Falter zum Präparieren anfielen?

      FAZIT: Der Mann hat kein Auge für Details und gibt kein gutes Beispiel ab. Hochwertige Präparationen sind mit seiner Methode Glückssache. Als Lehrvideo ungeeignet, weil auch das Drumherum und vermeintlich unwichtige Kleinigkeiten beim Lernprozeß eine große Rolle spielen können. Seine Erklärungen fallen zu kurz (siehe Aufweichbox oder Fühler) und Löcher in den Flügeln sind bei einfachen Präparationen wie fangfrischen großen Papilio-Arten ein Zeichen von Respektlosigkeit dem Tier gegenüber. Ich behandele auch tote Tiere mit Respekt und meine das sich diese Haltung auch am Präparat ablesen läßt. Hier wird eine Art zu präparieren vorgeführt, die sich für Massenpräparationen für Großsammlungen eignen mag; ästhetisch anspruchsvoll ist das Ergebnis aber nicht! :daumennein:

      Schaut Euch um Himmels Willen nicht sein Video zur "Präparation" von Käfern an, welches man auf der selben Videoplattform auch noch finden kann. Außer Ihr wollt mal lachen...


      ich bin jetzt etwas sauer daß der Typ damit unter Umständen auch noch seine Brötchen verdient,
      angefressene Antje
      Wenn Sie etwas aus Ihrer Sammlung aussortieren, dann werfen Sie es bitte nicht weg - schicken Sie es
      mir (selbst wenn es sich nur um zerfressene Flügel handelt)!

      Gerne präpariere ich Ihnen Tiere nach Wunsch (auch im Austausch gegen Tütenfalter).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von leporello () aus folgendem Grund: Ergänzung

    • leporello schrieb:

      Oh mein Gott,
      ich habe mir gerade das Video angesehen! Das ist eine unglaublich schlampige Art einen Falter zu behandeln!
      Schaut Euch um Himmels Willen nicht sein Video zur "Präparation" von Käfern an, welches man auf der selben Videoplattform auch noch finden kann. Außer Ihr wollt mal lachen...


      Hallo Antje,

      von dir lerne ich gerne etwas dazu, kannst du nicht mal deine Anleitung hier reinstellen.

      Viele Grüsse

      Roland
    • An alle Interessierten,

      da ich jetzt schon mehrere Anfragen auch per mail oder PN hatte werde ich in den nächsten Wochen einen sehr ausführlichen Bericht zu meiner Pepsin-Aufweichmethode und dem Spannen auf dem Magnetbrett anfertigen.
      Sobald er fertig ist stelle ich den Bericht bei actias hinein.

      viele Grüße,
      Antje
      Wenn Sie etwas aus Ihrer Sammlung aussortieren, dann werfen Sie es bitte nicht weg - schicken Sie es
      mir (selbst wenn es sich nur um zerfressene Flügel handelt)!

      Gerne präpariere ich Ihnen Tiere nach Wunsch (auch im Austausch gegen Tütenfalter).
    • Hallo Mario,

      schau mal in meine Galerie, dort erkläre ich kurz was es mit den praktischen "Blechbrettern" auf sich hat und wie man sich ein solches bauen kann. Auch die Vorteile lege ich in der Bildbeschreibung dar. Einziger Nachteil sind die Anschaffungskosten für die Magnete.
      Ansonsten vertröste ich Dich auf meinen ausführlichen Bericht der in ein paar Wochen hier veröffentlicht wird. Dort werde ich lang und breit jedes Detail erklären ;)


      Grüße,
      Antje
      Wenn Sie etwas aus Ihrer Sammlung aussortieren, dann werfen Sie es bitte nicht weg - schicken Sie es
      mir (selbst wenn es sich nur um zerfressene Flügel handelt)!

      Gerne präpariere ich Ihnen Tiere nach Wunsch (auch im Austausch gegen Tütenfalter).
    • Hallo Antje,

      Ich habe erst vor Kurzem selber mit dem Präparieren von Schmetterlingen angefangen. Bevor ich dies tat habe ich erst einmal diverse Beiträge zu diesem Thema gelesen.

      Danach war ich erst einmal etwas verwirrt.

      Bei den meisten Schritten, angefangen vom Aufweichen bis zum Trocknen und einer eventuellen Nachbehandlung zum Schutz vor Schadinsekten, scheint so jeder seine eigene Methode zu haben. Alles funktioniert irgendwie, aber keiner hat mal versucht gegenüberzustellen was die beste Methode ist und warum.

      Du scheinst dich ja sehr gut mit dem Präparieren auszukennen und offensichtlich bist du auch eine Perfektionisten, was ich sehr schätze,da ich auch sehr perfektionistisch bin.

      Du hattest 2010 mal angekündigt einen Bericht über deine Präparationstechnik hier reinzustellen. Leider der könnte ich den Bericht nicht finden.

      Ist der irgendwie erhältlich ?

      Zur Zeit präpariere ich meine Tütenfalter nach folgender Methode.

      1. Grundsätzlich spritze ich alle Falter mit heißem Wasser. Dann 2 Stunden in die Weichbox und dann spannen.
      Antennen tauche ich noch zusätzlich in das heiße Wasser ein um sie flexibel zu machen.
      Man muss dabei halt aufpassen, dass man kein Wasser auf die Flügel bekommt. Passiert leider auch manchmal, speziell wenn man es eilig hat.

      Mit der Methode ging bisher fast jeder Falter.
      Das mit dem Spritzen habe ich angefangen, da ich diverse Fakter hatte, z.B. So was simples wie ein Graphium, der nach 4 Tagen in der Weichbox immer noch steinhart war.

      Warum verwendest du Pepsin? Wo kriegt man das her?

      2. Spannen tue ich auf selbstgebastelten Spannbrettern aus Styrodur. Winkel 0 Grad.
      Die Flügel verschiebe ich mit einer Pinzette, da ich beim Benutzen von Nadeln nur Beschädigungen hatte.
      Beim Abspannen nach ca. 10-14 Tagen habe ich festgestellt, dass manche Falter irgendwie ein bisschen die Flügel hängen lassen. Ich habe keine Ahnung was ich da falsch mache. Eventuell habe ich den Falter nicht richtig platziert und die Flügelebene war nicht auf der gleichen Ebene wie das Spannbrett oder vielleicht war die Trockenzeit zu kurz, was ich eigentlich nicht glaube.

      Oder ist es etwa so, dass alle Schmetterlinge beim Abspannen die Flügel etwas absenken?
      Ist das eventuell der Grund warum normale Spannbretter immer diesen leichten Winkel noch oben haben ?
      Bei einem winkeligen Brett fällt das Absenken ja nicht auf, da immer noch ein positiver Winkel vorhanden ist?

      3. Mit der Trockenzeit tue ich mir etwas schwer, da ich nicht weiß wann man wirklich abspannen kann.
      Gibt es hierfür ein eindeutiges Kriterium ?

      Du schreibst, dass du die fertigen Schmetterlinge im Backofen bei 65 Grad nachbehandelst um Schadinsekten zu töten.
      Sind die Falter dann schon vom Spannbrett runter oder noch drauf ?
      Wie lange lässt du die Falter im Ofen ?

      Ich habe auf YouTube ein Video gesehen, in dem ein alter Sammler aus Lindenfels m Odenwald seine Sammlung vorstellt. Am Anfang zeigt er seine Spannbretter und erzählt was vom Trocknen der Schmetterlinge im Ofen bei 50-80 Grad für eine Stunde.

      Da du ja am Ende deine Schmetterlinge in den Ofen packst, hast du doch bestimmt mal probiert, ob du hierdurch den Trocknungsprozess nicht verkürzen kannst. Wie waren deine Ergebnisse ? Da du es ja nicht machst, muss es da einen Nachteil geben.
      Ich selber habe es mal getestet. 1 Stunde in den Ofen bei ca. 60-67 Grad mit aktiver Heizung, dann noch 2 Stunden im abgeschalteten Ofen gelassen bis die Temperatur wieder unter 30 Grad war. Dann abgespannt. Sah alles durchgetrocknet und stabil aus. Ich hatte allerdings wieder das Problem, dass die Flügel leicht nach unten wegklappten. War ein Prioneris clemanthe.

      Es wäre nett wenn du deine Präparationsmethode nochmal vorstellen könntest.

      Gruß
      Hermann
    • Spannen von Sphingidae

      Lieber Hermann,

      da sich keiner bisher deiner Fragengestellt hat so will ich kurz meinen Beitrag dazu leisten.

      Das mit dem Abspannen da solltest Du wenn die Tiere im Raum trocknen willst dann sollten deine Tiere 3 - 4Wochen trocknen. Es hängt auch mit der Feuchtigkeit im Raum zusammen. Wenn Du viele größere Pflanzen hast kann es sein das Du auch ein gutes Mikroklima für Staubläuse schaffst, was nicht gut ist für die Sammlung. Wodurch die Raumfeuchtigkeit hochgetrieben wird.

      Mit einer Präperiernadel solltest Du gute Ergebnisse erzielen wenn Du deine Flügel spannst. Unterhalb einer dicken Ader geht meistens auch der Unterflügel in Position mit und dann kannst Du die Flügel fixieren.

      Die Fühler in heißes Wasser zu tauchen ist nicht nötig wenn Du deine Tiere in einer Weichbox hast für ca. 2 Tage. Es gibt bei den Sphingidae zwei Gattungen die Probleme bereiten. Das eine sind die Gattung Macroglossum wo ich nach Info von Ulf E. aus Markteuten erfahren habe das die Fühler leicht abbrechen und das kann ich bestätigen. Die andere Gattung ist Batocnema und dort brechen leicht der Hinterleib ab, warum das so ist kann ich nicht erklären.

      Das spritzten mit heißen Wasser mache ich seit 30 Jahren. Bei größeren Sphingidae gebe ich bis zu 3 mal heißes Wasser mit einer Weichpause von ca. 30 Min. Davor sind die Tiere 1 bis 2 Tage in der Weichbox.

      So sammelt jeder seine Erfahrung beim präparieren und das überwachen der Sammlung gegen Schädlingsbefall.

      Grüße Michi
    • Hallo Michi,
      Zuerst einmal ein Dankeschön für deine Anmerkungen.

      Trotzdem habe ich noch jede Menge Fragen zu grundlegenden Dingen.

      1.Da ich bisher nur mit Tütenfaltern (ca. 2-3 Jahre alt) gearbeitet habe, ist mir eigentlich noch nicht so wirklich klar, was der Zustand "spannweich" bedeutet.
      Bei den ca. 200 Faltern (Papilios, Nyphaliden, Pieridae, 4 Ornithopteren, 1 Thysania agrippina) ,die ich bisher gespannt habe, habe ich die unterschiedlichsten Spannzustände gehabt. Manche Falter waren selbst nach 3-4 Tagen in meiner Weichdose noch nicht wirklich weich. Gespannt bekam ich sie aber trotzdem irgendwie.
      Andere Falter hingegen (ich meine es war ein Papilio lormieri) war nach 36 Stunden so weich, dass sogar die linken Flügel mit runter gegangen sind, obwohl ich nur die Flügel auf der rechten Seite mit der Pinzette runtergedrückt habe.

      Muss man einfach nur lange genug warten und bekommt dann jeden Falter in diesen Zustand ?
      Ich glaube es jedenfalls nicht, daher habe ich dann mit dem Spritzen angefangen, wodurch alles einfacher zu sein scheint.
      Bei großen Faltern funktioniert das Spritzen ja auch gut, da man genügend Platz hat in den Körper zu stechen.
      Bei kleinen Faltern habe ich hier aber schon diverse Probleme festgestellt. Da die Körper wesentlich kleiner sind, passiert es öfters, dass man zu weit einsticht oder sogar durchsticht.

      Deshalb möchte ich für kleinere Falter ja eigentlich auch meine Weichdose nutzen.

      2. Daher stelle ich mal die Frage nach der optimalen Gestaltung einer Weichdose.
      Ich benutze eine ca. 10cm hohe Tupperdose mit einer Dichtung im Deckel und 4 Rastarmen.
      Gefüllt habe ich die Dose 5cm hoch mit Wasser.
      Auf dem Wasser schwimmt ein Stück Styrodur, aus dem ich 4 Durchgangsfenster herausgeschnitten habe.
      Ich wollte damit einfach die freie Wasseroberfläche vergrößern. Oben drauf habe ich dann eine dickere Klarsichthülle gelegt, in die ich lauter rechteckige Durchbrüche hineingeschnitten habe.
      Der Grundgedanke bei diesem Design war der, dass dann ja das verdunstende Wasser auch von unten an die Schmetterlinge kommen kann.
      Auf die perforierte Klarsichthülle lege ich dann noch ein oder 2 Lagen Toilettenpapier und dann darauf die Schmetterlinge.
      Da man ja irgendwie verhindern muss, dass sich Schimmel bildet, habe ich bisher mit Essigessens und Fensterputzmittel (verwende ich aktuell) gearbeitet, so wie das hier im Forum von manchen Kollegen angemerkt wurde.
      Mit irgendwelchen Chemikalien wie Z.B. Thymol oder Dichlorbenzol, wollte ich bisher nichts zu tun haben.

      Aber auch die beiden von mir bisher verwendeten Mittel scheinen Nachteile zu habe.
      Die Essigessenz (ca. 5prozentige Mischung mit Wasser) riecht sehr unangenehm und ich hatte das Gefühl, dass die Schmetterlingsflügel verspröden. Außerdem war das so aggressiv, dass es sogar die schwarze Emailierung von den Insektennadeln gefressen hat, mit denen ich vorher noch die Klarsichthülle auf dem Styrodurrahmen an den Ecken fixiert habe.
      Ich habe dann meine Gemisch geändert (2 Tage her) und habe statt Essgessenz jetzt einfach Fensterputzmittel in das Wasser getan.
      Das scheint aber auch irgendwie nachteilig zu sein bzw. funktioniert fast zu gut. Es scheint viel besser zu verdunsten.
      Ich hatte von gestern auf heute für 24 Stunden Schmetterlinge in die Box getan. Dazu 2 Lagen Toilettenpapier.
      Heute Morgen war alles durchweicht und die Klarsichthülle war total nass.
      Da die aber ca. 1,5 cm von der Wasseroberfläche weg ist, kann das eigentlich nur durch eine wesentlich stärkere Verdunstung entstanden sein.
      Das liegt dann wohl am Fensterreiniger nehme ich mal stark an.

      Deshalb einfach mal die Frage an dich. Wie sieht deine Weichdose aus und was verwendest du damit sich kein Schimmel bildet ?

      Anbei noch 2 Bilder. Einmal meine Weichdose und zweitens ein Bild meiner selbstgebauten Spannbretter.
      Steht alles im Wohnzimmer herum, das tagsüber meistens so 20 Grad war ist, nachts dann kälter natürlich.
      Pflanzen habe ich keine aufgestellt, Luftfeuchtigkeit schwankt so immer zwischen 40 und 60 Prozent.
      Es hängt ein Messgerät an der Wand daher weiß ich das.

      Du schreibt, dass die deine Falter so 3-4 Wochen trocknest ?
      Gehe ich recht in der Annahme, dass du so lange wartest, da du meistens Sphingiiden und Saturniiden spannst, die ja sehr dickleibig sind ?
      Meine Falter haben ja meistens wesentlich dünnere Körper, da müsste ich doch eigentlich nicht so lange warten ?

      Gruß
      Hermann
      Bilder
      • IMG_4572.JPG

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    • Sammlung anlegen

      Lieber Hermann,

      meine Weichdose ist ein Plastikbox mit Deckel. In diese fülle ich Vogelsand ca. 3cm und dann kommt etwas Wasser und Spülmittel hinein. Eine Klarsichthülle darüber und oder eventuell mehrere Lagen Küchenrolle und dann die Falter. Wie viel Wasser du hineingibst das sind Erfahrungswerte und hängt auch davon ab wieviele Falter du spanne willst. Essigessenz kann gut sein das die Nadeln verätzen. Wenn Die Falter mit Chloroform oder Benzin getötet werden kann das Schwierigkeiten beim spannen auswirken.Spannweich bedeutet wenn sich die Möglichkeit ergibt das die Tiere eingefroren werden für einige Monate und dann aufgetaut sind das diese dann spannweich (frisch) sind. Oder wenn durch Zucht auf einmal vielleicht 100 Tiere gleichzeitig eingefroren werden.

      Das mit dem Durstechen der Thorax kann passieren beim Präparieren. Wenn Du nicht im Backofen oder Heizungsraum die Falter trocknest so so sollten diese Tiere 3 eventuell 4 Wochen auf den Spannbrett lagern. Kleinere Falter vielleicht 2 bis 3 Wochen die Trocknungsphase sollte die Erfahrung hervorbringen.

      Zu deinen Vogelfaltern kann ich nur hoffen das Du eine Cites Bescheinigung bekommen hast sonst könntest Du Schwierigkeiten bekommen wenn deine Sammlung beschlagnahmt werden würde eines Tages.

      Grüße Michi