Haben die Süd-Afrikanischen Saturniidae-n ein oder zwei Generation?

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    • Haben die Süd-Afrikanischen Saturniidae-n ein oder zwei Generation?

      Hallo,

      Ich habe ein Usta terpsichore (Saturniidae) aus Süd-African Republik an einem Boerse gekauft. Könnte jemand sagen mir, wieviel Generation diese Art dort hat? Ich bin nur einfach neugierig.. Das Vieh wurde im October gesammelt. Könnte mir jemand sagen, im welchen Monaten fliegt diese Art?

      Oder haben die alle Saturniidae-Arten nur eine Generation? Wie geht es im tropischen Gegenden?
      Vielen Dank für die Antwort,
      Lamion
      Colector's Secret
    • Generationenfolge afrik. Sat

      Hallo,

      Usta terpsichore habe ich in Tanzania (Tabora Region, Tabora) im Freiland nur am 19. und 24.11. gefangen. (Die ähnliche Art Heniocha marnois flog auch nur am 19.11). Allerdings waren die Arten so selten,dass sich die Frage nach der Generationenverschiebung nicht stellte.
      Schaut man sich die häufigere Gonimbrasia zambesina (n=16) an, so ergibt sich eine Schwerpunktverteilung für Mitte November bis Ende Dezember
      und dann nur 2 Tiere Mitte Februar (Beginn der "kleinen" Regenzeit; siehe Ent. Z. (1988): 250-256; dort ist auch ein Raupenfoto von G. z. aus dem zentralen Tanzania).

      Und da wären wir beim Problem: 1 oder 2 Generationen in Abfolge ? Das beschäftigt uns ja immer wieder auch bei deutschen Faltern. Für G. zambesina, glaube ich, ist die Situation wie folgt: Der Schlupf der tief im Boden schlummernden Erdpuppen wird durch Benetzung mit einsickerndem Regen ausgelöst. Die Bodendurchfeuchtung ist trotz Pause zwischen der "großen" und der "kleinen" Regenzeit (November bzw. Februar) so reichlich, dass auch bisher nicht benetzte Puppen (sehr tief oder ungünstige Stelle) durch die Regen der 2. Regenzeit auch benetzt werden und schlüpfen. Also handelt es sich im vorliegenden Fall nur um 1 Generation. Das indiziert z.B. die geringe Zahl der im Februar beobachteten Falter (denn wenn alle Puppen einer 1. Generation schlüpfen würden, um "schnell" eine 2. Generation zu bilden, müssten die Zahl der Tiere dieser fiktiven 2. Generation wesentlich größer als hier nur 2 von 16 sein).

      Aber einfachen Lösungen sollte man immer hinterfragen:
      So könnte ja ein gewisser Prozentsatz der Puppen genetisch so "programmiert" sein, oder "anderweitig veranlasst" werden, erst nach einer längeren Diapause und dann bei Benetzung zu schlüpfen. (Man hätte dann so etwas wie Subitan- und Latenzpuppen.)
      Interessant wäre auch festzustellen, ob man bei uns eine durchgehende Folge von Generationen bekommen könnte. Das könnte vielleicht mit Kunstfutter klappen, denn den natürlichen "Break" gibt es bei uns ja nicht durch die Trockenzeit, sondern als Folge der Nahrungsknappheit im Winter.
      Und um es noch weiter zu komplizieren, wer sagt, dass eine bei uns nachweisbare Generationenfolge auch "zu Hause" zutreffen muss ?

      Allen ein ruhiges Weihnachtsfest,

      Gruß,
      Michael
      GL
    • Hallo,

      Franz und Michael, Vielen Dank für die Antworten. Aber vielleicht es ist vorstellbar, daß die 2. Generation von G. zambesina absolut regelmäßig ist, nur die Nummer von Exemplaren sind wesentlich kleiner. In Europe auch bei Colias-spp. die Herbstgeneration ist immer größer, als die Frühlingsgeneration (z. B. Colias hyale), nicht wahr? Obwohl wenn es würde so in Süd-Africa sein, dann
      1. die 2. Generation mit kleiner Nummer im Februar muß bilden die nächste 1. Generation mit größer Nummer und
      2. es würde z. B auch larvae zwischen Februar und Dezember sein. Hat jemand bereits larvae in dieses Period gefunden?
      Vielen Dank,
      Gruß,
      Kornel
    • Usta terpsichore: Laut "The Emperor Moths of Namibia" von R. Oberprieler, hat die Art 2 Generationen in Suedafrika - September/Oktober und Februar/Maerz. In Namibia nur 1 Generation - November bis Februar.

      Laut "The Emperor Moths of KwaZulu-Natal" (Suedafrika) von M.R. & M.D. Cooper, sollen viele Saturniden-Arten in Suedafrika 2 Generationen haben.

      Im trockenen Namibia hingegen sieht man gewoehnlich nur 1 Generation bei Saturniden, z.B. bei Imbrasia belina, wobei ein Teil der Falter in der kleinen Regenzeit, die Mehrzahl aber in der grossen Regenzeit schluepft.
    • Lt. Pinhey "The Emperor Moths of South and South-Central Africa" hat der "Frog Foot" (Antistathmoptera daltonae) nur eine Generation pro Jahr.Die meisten der im oben genannten Buch behandelten Arten aus Südafrika und dem 'südlichen Zentral-Afrika" hätten 2 Generationen. Sie sollen erscheinen, wenn das Wetter warn wird, im September (dann ist in Zentral-Tanzania noch dickste und vor allem heißeste Trockenzeit) und die Nachkommen fände man dann um das Neue Jahr herum. In der "Western Cape Province" sei das "natürlich" anders. Das ist ALLES, was er zum Thema Generationenfolge schreibt.

      Ich finde es schon erstaunlich, dass dieses interessante Thema (aus Mangel an genaueren Kenntnissen ?) in den gängigen Werken über afrik. Sat. so stiefmütterlich behandelt wird. (Ist es bei Oberprieler anders ? Habe leider das Buch nicht.)
      Wahrscheinlich ist es so: Wenn's klimatisch hinhaut, werden 2 Generationen gemacht. Reicht das "günstige" Wetter nicht oder dauert's nicht lange genug, wird eben nur 1 Generation produziert.
      GL
    • Mir liegen Pinhey's Buecher "Moths of Southern Africa" und "Some Well Known African Moths" vor. Letzteres wurde noch in Rhodesien publiziert. Zum Thema Generationen und Flugzeiten: Fehlanzeige. (Interessant aber z.B., dass Gynanisa nigra und G. maia als zwei verschiedene Arten angegeben werden, waehrend Henicha dyops und H. marnois als dieselbe Art bezeichnet werden. In neuerer Literatur wird gerade das Gegenteil vertreten).

      Oberprieler kritisiert in seinem Buch "The Emperor Moths of Namibia" indirekt Pinhey als zu technisch orientiert, und auch wegen fehlender Informationen zu Raupenstadien, Lebenszyklus, Verbreitung und Verhalten der Arten. An anderer Stelle las ich auch, dass Pinhey auch nicht alle Laender selbst bereist hat. Oberprieler versucht, einige dieser Luecken zu fuellen. U.a. schreibt er ueber Namibia, dass die Regenzeit dort recht kurz ist, daher die allermeisten Arten nur eine Generation pro Saison produzieren koennen. Nur in den an Zambia und Botswana angrenzenden, feuchteren Provinzen kann es 2 Generationen geben. Oberprieler's Buch deckt Namibia und teils Suedafrika ab und versucht den vollen Lebenszyklus zu beschreiben. Manches sind aber nur Vermutungen, vor allem bei selteneren Arten. Leider gibt Oberprieler kaum alternative Futterpflanzen an - das macht eine Zucht oder Nachzucht schwierig.

      Cooper's Buch ueber die Saturniiden in KwaZuluNatal ist aehnlich wie Oberprieler's Buch aufgebaut und geht im Detail auf die verschiedenen Stadien ein.

      Fazit: Es scheint insgesamt leider nur sehr wenig Literatur ueber die "Afrikaner" zu geben, manches ist veraltet, und vieles ist auf Vermutungen oder Hoerensagen aufgebaut.
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