einheimische Spinnen / Weberknechte

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    • Im Moment gibt es ja noch nicht allzuviel zu moderieren.
      Ich scheide aus, weil die meisten Spinnenfragen ohnehin nicht mein Interessengebiet (einheimische Spinnen) betreffen werden.
      Ich werde aber regelmäßig vorbei schauen und wenn Fragen zu einheimischen Spinnen auftauchen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

      @ Bastian: Wenn du mir die einzelnen Arten nennst, kann ich dir evtl. nähere Auskünfte geben.

      Der größte Teil unserer einheimischen Spinnenfauna ist seit jeher Bestandteil unserer Fauna.

      Die Einwanderer kommen vor allem aus dem mediterranen Bereich, sprich Südfrankreich, Spanien, Italien etc. und verbreiten sich langsam nordwärts.

      LG Guido

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von birdeater ()

    • Hallo Eric, hallo Guido, schönen Gruß an beide!

      Es gab mal eine Diskussion über die Trichterspinne - und ob sie am Ende des Zyklus auszieht und ihr letztes Beinpaar liegenläßt (eine naive Vermutung von mir)... da immer wieder solche gefunden und fotografiert wurden; und jemand hatte Bilder reingestellt - aber ich kann das nicht mehr finden...

      Lieber Guido, wie war das nochmal mit den Zitterspinnen und jener kroatischen Karsthöhle, aus der sie angeblich alle stammen sollen? Stimmt das oder habe ich da was verwechselt? - Sie hätten sich später als Kulturfolger weltweit in Häusern ausgebreitet, heißt es, sollen aber aus einer einzigen Höhle kommen...

      Und noch zu der Wespenspinne: Ist sie europäischer Herkunft, bzw., seit wann gibt es sie auch in den Subtropen der Neuen Welt?

      Schönen Dank im Voraus und viele Grüße,
      Bostjan
      Bostjan Dvorak
    • Bostjan Dvorak schrieb:
      Es gab mal eine Diskussion über die Trichterspinne - und ob sie am Ende des Zyklus auszieht und ihr letztes Beinpaar liegenläßt (eine naive Vermutung von mir)... da immer wieder solche gefunden und fotografiert wurden; und jemand hatte Bilder reingestellt - aber ich kann das nicht mehr finden...


      Ich konnte diesbezüglich noch keine derartigen Feststellungen treffen und ich habe eigentlich immer mal Tegenaria atrica und Malthonica ferruginea zu Gast bei mir in Terrarien. Dazu müßte man auch viel umfangreichere Studien machen, dazu reichen zwei drei Fotobeläge nicht aus.
      Es ist aber sehr erstaunlich, mit welcher akribischen Disziplin sich Spinnen fortbewegen.
      Ich habe voriges Jahr eine Laufspinne - Philodromus rufus/albidus gefunden, welcher 4 Beine fehlten, aber nicht schön gerecht auf beiden Seiten verteilt, nein allesamt auf einer Seite. Und das Tier war dennoch in der Lage sich recht flink und koordiniert fortzubewegen unter zu Hilfenahme des Tasters als Laufbein.
      Derartige Laufstudien bei fehlenden Beinen wären sicher ein recht interessantes Projekt, setzen jedoch eine hochauflösende Videokamera voraus - vielleicht gewinne ich ja mal im Lotto... ;o)

      Bostjan Dvorak schrieb:
      Lieber Guido, wie war das nochmal mit den Zitterspinnen und jener kroatischen Karsthöhle, aus der sie angeblich alle stammen sollen? Stimmt das oder habe ich da was verwechselt? - Sie hätten sich später als Kulturfolger weltweit in Häusern ausgebreitet, heißt es, sollen aber aus einer einzigen Höhle kommen...


      Davon habe ich ehrlich gesagt, noch nie etwas gehört.
      Gerade die Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides) ist ja als Kosmopolit bekannt und kommt auf allen Erdteilen vor.
      Es ist schon erstaunlich, welche Legenden noch so über diese Spinne kursieren.

      Ein aus Australien eingeschlepptes Gerücht lautet, daß Pholcus phalangioides die giftigste Spinne sei, nur nicht in der Lage, den Menschen zu beißen, bzw. dessen Haut zu durchdringen. Begründet wurde diese Aussage dadurch, daß sie in der Lage ist, viel größere und wehrhaftere Spinnen zu erbeuten, woraus geschlossen wurde, daß sie ein sehr potentes Gift haben muß.
      Alles Quatsch -> Pholcus phalangioides hat lediglich die bessere Jagdstrategie und tut ihre Opfer erst Immobilisieren, bevor sie sich so nahe heranwagt, um einen Biß anzusetzen. Dank der sehr langen Beine hat sie dabei keine Probleme auf Distanz zu bleiben.
      In Deutschland wurde das Gerücht dann nach und nach gewandelt und plötzlich war es der Weberknecht, aber Weberknechte habe bekanntlich gar keine Giftdrüsen.

      Ich wüßte nicht, aus welchen Aufzeichnungen dies hervorgehen soll, daß diese Spinne wirklich ihren Ursprung in Kroatien haben soll und vor allem, wie alt diese Aufzeichnungen sein sollen.
      Gerade wenn man betrachtet, wie lange ein Einwanderer braucht um sich flächendeckend über Deutschland zu vermehren, wie z.B. auch die nachfolgend von Dir angesprochene Wespenspinne (Argiope bruennichi).
      Sie hat gut 30 Jahre gebraucht um sich in Deutschland zu etablieren, wird aber nach Norden hin immer seltener. Diese Ausbreitung ist ein sehr langer Prozeß, demnach muß man sich dann vorstellen, wie lange dieser Prozeß dauern muß, wenn sich eine art von einem Fundort aus weltweit so derart verbreiten will. Ich halte diese Aussage ebenso für ein Gerücht!

      Bostjan Dvorak schrieb:
      Und noch zu der Wespenspinne: Ist sie europäischer Herkunft, bzw., seit wann gibt es sie auch in den Subtropen der Neuen Welt?


      Auch diese Aussage ist sehr vage. Ich selbst kann es nicht beurteilen, ob die Wespenspinne (Argiope bruennichi) tatsächlich europäischer Herkunft ist, auch sie ist ein Kosmopolit.

      LG Guido
    • Lieber Guido,

      vielen Dank für die interessanten und sehr ausführlichen Antworten!! Das ist ja alles noch erstaunlicher als ich erwartet hatte... Faszinierend. Genau dieses Gerücht über das Gift von Pholcus phalangioides ist mir übrigens auch schon zu den Ohren gedrungen, aber ich konnte wenig damit anfangen... Beobachtet habe ich nur, daß sie sowohl kleine als auch große Raupen geschickt einfädeln...
      Gut, bei derlei kosmopolitischen Arealen bleibt dann die Frage nach der ursprünglichen Heimat noch offen - aber zugegeben, die Ausbreitung muß dann wirklich sehr viel älter sein und aus heutiger Sicht kein so einfaches Problem...

      Viele Grüße,
      Bostjan
      Bostjan Dvorak
    • Hallo Bostjan,

      ich denke den Ursprung der Herkunft einer Spinne kann man nur noch spekulativ klären.

      Die Systematik und Taxonomie von Spinnen reicht bis in Jahr 1700 zurück, jedoch sind die Aufzeichnung dieser Arachnologen nach heutigem Stand alles andere als akzeptabel, da sich natürlich die Regeln im Laufe der Zeit ständig erweitert haben.

      Zu diesem Zeitpunkt war das Thema auch noch in den Kinderschuhen, d.h. ein umfassendes Wissen, auch auf internationale Ebene war ohnehin nicht vorhanden.

      Sämtliche weitere Arbeiten bauen dann theoretisch auf den Erkenntnissen dieser ersten Arbeiten auf, bis diese letztlich völlig überholt sind.

      Wirklich wertvolle arachnologische Arbeit beginnt eigentlich erst ab 1900, auf deutschem Raum z.B. durch Friedrich Dahl. Später und in meinen Augen die wertvollsten Arbeiten lieferte in den 60er Jahren Hermann Wiehle.
      Hermann Wiehle hat bereits 1931 z.B. die Wespenspinne (Argiope bruennichi) als Bestandteil der deutschen Spinnenfauna beschrieben.
      Weil ich aber schon wieder beim Thema Wespenspinne bin. Bereits 1845 hat der Arachnologe C.L. Koch die Wespenspinne bei Berlin gefunden.
      Daraus kann man erkennen, daß auch diese Art so neu in Deutschland gar nicht ist. Allgemein redet man von 1960 bis 1970, aber die ersten Fundmeldungen reichen eben noch über 100 Jahre weiter vor.

      Allgemein bekannt ist, daß mediterrane Arten häufig über die oberrheinische Tiefebenen nach Deutschland vordringen, sie breiten sich dann vorwiegend an wärmebegünstigten Standorten vor allem im Westen aus, bis sie auch langsam in den kontinentalen Raum - Richtung Osten - vordringen. Über die Alpen werden es die wärmeliebenden südlichen Spinnenarten wahrscheinlich nicht schaffen.

      Natürlich können Spinnen nicht nur auf diese Weise einwandern. Um ein Beispiel zu nennen: Uloborus plumipes (Federfußspinne). Diese wurde durch Pflanzen aus mediterranen und sub- / tropischen Gebieten nach Deutschland eingeschleppt ung ist heute in fast jedem Gartenmarkt zu finden, jedoch nur im synanthropen Bereich, in Gebäuden. Diese habe ich auch sehr lange Zeit in meinem Arbeitszimmer freilaufend gehalten und vermehrt. Das kuriose war, ich habe niemals ein Männchen zu Gesicht bekommen, was für mich die Frage aufgeworfen hat, ob sich diese Art durch Parthenogenese fortpflanzt?!

      Ich will jedenfalls dieses Jahr mir wieder einpaar Exemplare aus einem Gartenmarkt zulegen und die Tiere (vor allem Nachkommen) getrennt voneinander groß ziehen.

      Uloborus plumipes ist übrigens eine völlig ungiftige Spinne, eine der wenigen Spinnenarten, welche gar keine Giftdrüsen besitzt.
      Ich habe mal ein Bild von Uloborus plumipes angehängt.


      LG Guido
      Bilder
      • Uloborus-plumipes1.jpg

        98,65 kB, 500×400, 419 mal angesehen
    • Hallo Guido,

      schönen Dank für die ausführlichen Informationen, auch aus der historischen Perspektive, die Du mir zum Überblick zusammengestellt hast! Das ist ja spektakulär, wie manche Arten als Einwanderer betrachtet werden, und z.T. schon seit viel früher in der heimischen Fauna vertreten sind; nach Berlin scheint es ja ungewöhnlich viele mediterrane oder wärmeliebende Elemente zu locken - auch Mantis religiosa hat hier bei uns fußgefaßt... Milde Winter scheinen dabei gar nicht so ausschlaggebend - schon eher warme Sommer, Sonnenwetter - und (wohl nicht zu unterschätzen) interessierte Entomologen, die ja auch Tradition haben.
      Ein Kunstwerk - dieser Uloborus plumipes, macht seinem Namen Ehre. Parthenogenese klingt interessant; wie würden denn die Männchen aussehen?

      Schönen Gruß,
      Bostjan
      Bostjan Dvorak
    • Bostjan Dvorak schrieb:
      Ein Kunstwerk - dieser Uloborus plumipes, macht seinem Namen Ehre. Parthenogenese klingt interessant; wie würden denn die Männchen aussehen?


      Kann ich Dir nicht sagen, ich hab wie gesagt noch kein Männchen gesehen, aber es muß sie geben...

      Ich bin aber auch nicht der erste, welcher die Vermutung anstellte, daß sich diese Art auch durch Parthenogenese fortpflanzen kann.
      So wirklich dran glauben tue ich auf der anderen Seite auch wieder nicht, weil eben auch schon Männchen beschrieben wurden. Es muß sie also geben.

      Falls jemand ein deratiges Männchen in seiner Sammlung hat und dieses nicht benötigt, ich wäre sehr daran interessiert.

      LG Guido
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von birdeater ()

    • Hallo zusammen,

      ich hab mich hier noch nicht zum Wort gemeldet. Ich bin Dipl. Biologe und habe mich vorallem mit der Entomologie, Biometrie und Statistik beschäftigt. Ein Hobby unter anderem war die Beschäftigung mit Spinnentieren. Ich habe diverse Vogelspinnen und auch Skorpione gehalten und gezüchtet, vielleicht kann ich ja dem einen oder andern helfen!

      Viele Grüße
      Franz Ladda
      Auf der Koppel 9
      22399 Hamburg
    • Hallo zusammen,

      ich habe gesehen das Thema ist zuletzt 2008 bearbeitet worden. Hoffe aber trotzdem auf Hilfe.

      Als 4 Jähriger ist mir mal eine der großen schwarzen Hausspinnen das Bein hoch gerannt in Richtung Kopf. Seit dem habe ich Panik vor jeglichen spinnen. Mittlerweile bin ich 34 und die Angst besteht immer noch. Ich selber halte Bartagamen und habe vor sonst keinem Tier Angst, weder Insekt noch Reptil.

      Mit der Phoby habe ich mich vor 14 Jahren mal beschäftigt indem ich die Schockmethode nutzte und mir damals jegliche Bücher und Videos über Spinnen besorgte um raus zu finden ob unsere deutschen Spinnen giftig sind. Leider traf ich dabei auf das hier im Forum bereits angesprochene Gerücht, dass die Zitterspinne die giftigste Spinne der Welt sei und nicht durch die Haut des Menschen beißen könne, jedoch bei einer offenen Wunde (Kratzer) das Gift den Menschen innerhalb von ein paar Sekunden töten könne was auch schon passiert sei. (Wie bereits gesagt vor ca. 14 Jahren gelesen)

      Alleine diesen Beitrag zu schreiben hat mich viel Überwindung gekostet weil ich mir die vorherigen Beiträge durchlesen musste und ich schon Schweißausbrüche habe. Dazu kommt, dass ich vorhin auf einer anderen Seite über die dicke schwarze Hausspinne gelesen habe diese sei giftig und beißt auch den Menschen. Sie sei aggressive und durch die Schnelligkeit von 4 kmh würde sie Blitz schnell zubeißen aber dabei kein Gift absondern.

      Ich denke meine Angst begründet sich alleine auf die Angst vor dem Gift. Könntet ihr mir ein buch vorschlagen oder einen Rat geben wo man mir sagt dass unsere heimischen Spinnen nicht giftig sind für uns? Da dass Internet mittlerweile ja zum großen Besserwisser Medium geworden ist, ist es schwer eine Antwort zu finden da auf der einen Seite das und der anderen wieder was anderes steht. Fachliteratur oder Ansprechpartner aus Fachkreis wär mir lieb.

      Langsam komme ich mir ein wenig blöd vor mit meinen 1,84 und 100kg, meinen Kindern zu erklären warum ihr Papa Angst vor Spinnen hat und vor keinem anderem Tier.

      Dane im Voraus.

      gerne auch per Mail an: ralf@valhallaa.de
    • Vollstes Verständnis

      Hallo Ralf.

      Wenn du den Infos aus dem Internet nicht traust, was ich gut nachvollziehen kann, dann wende dich doch mal an die entsprechenden Landessammlungen, -museen.
      Hier in München würde mir spontan die Zoologische Staatssammlung München einfallen, aber auch in den anderen Landeshauptstädten gibt es solche Einrichtungen.
      An solchen Instituten müssten doch Leute arbeiten, die fern jeglicher Propaganda und Hysterie eine fachliche Auskunft geben, bzw. einen zu einem Spezialisten weiter vermitteln, oder auf entsprechende Literatur verweisen könnten.

      Viel Glück
      Rudi
      Sphingiden - was sonst? 8o Sphingids - what else?
    • Hallo Ralf,

      wer auch immer diesen ganzen Blödsinn verbreitet, es ist nur Gelaber.
      In Deutschland gibt es derzeit knapp über 1000 Spinnenarten, das entspricht in etwa 2 - 3 Prozent der bislang bekannten Spinnenarten weltweit.

      Unsere einheimischen Spinnen sind allesamt als harmlos einzustufen.

      Bißunfälle mit extremen Folgen kenne ich von unseren einheimischen Arten nicht, bei ausländischen Mitteilungen muß man schon die Quelle genau prüfen.
      So ist z.B. Tegenaria agrestis (Feldwinkelspinne) in den USA in Verruf geraten, daß sie "tödlich" sein soll. Hierzulande, wo diese Art ebenfalls vorkommt, sind noch nicht einmal ansatzweise derartige Meldungen bekannt.
      Vielmehr betseht der Verdacht, daß es sich bei dem Bißunfällen gar nicht um Tegenaria spec. handelte, sondern vielmehr um Loxosceles spec., welche wiederum nicht in Deutschland vorkommt, jedoch im mediterranen Bereich.

      Das Gerücht um Pholcus phalangioides ist absoluter Blödsinn - bitte nicht glauben!!! Eine absolut harmlose und völlig ungefährliche Spinne, aufgrund ihrer Jagdmethode benötigt sie gar kein potentes Gift.
      Ein potentes Gift benötigen Spinnen, welche sich auf größere und/oder wehrhafte Beutetiere spezialisiert haben. In der Regel sind diese Spinnen aber winzig klein und für den Menschen ebenfalls völlig ungefährlich.

      Letztlich bleibt nur der in den Medien als "Killerspinne" verrufene Dornfinger (Cheiracanthium punctorium). Dieser kommt erst einmal gar nicht so häufig in Deutschland vor und bevorzugt Biotope mit hohen Gräsern etc., richtige Wildwiesen, welche das ganze Jahr über nicht gemäht werden. Ein Bekannter von mir hatte einen unfreiwilligen Selbstversuch mit dieser Art und letztlich schilderte er den Biß als etwas heftiger, als ein Wespenstich.

      Wie gesagt, in Deutschland gibt es keine bekannten ernsthaften Bißunfälle mit einheimischen Spinnen. Literatur gibt es darüber nicht, weil sich niemand mit unseren einheischen Spinnen und deren Gifte beschäftigt, weil diese Gifte für die Wissenschaft völlig unbedeutend sind. Für die Wissenschaft sind nur die Gifte von potentiell gefährlichen Arten interessant, wie z.B. die Schwarzen Witwen (Latrodectus spec.).

      Und selbst bei Latrodectus spec. verläuft nicht jeder Spinnenbiß tödlich. Es ist mein minimaler Prozentsatz und betrifft in der Regel Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen etc.

      Oftmals ist es gar nicht so einfach eine Spinne (zumindest bei unseren einheimsichen Spinnen) zum Beißen zu bewegen. Hier muß man sie schon ernsthaft in Bedrängnis bringen. Ich weiß nicht, wie viele tausend Spinnen ich schon in der Hand hatte und eingefangen habe und ich wurde noch niemals gebissen.

      Eine Phobie sollte man niemals versuchen selbst zu therapieren. Das funktioniert nicht!

      Wenn man nur einen Ekel hat, aber keine richtige Phobie, dann hilft in der Regel, sich ausführlich damit zu beschäftigen. Ein sehr guter einstieg ist dann die Fotografie. setzt zwar etwas kostenintensives Equipment voraus, ist aber sehr effektiv.

      Für Phobien gibt es Therapeuthen (keine Psychiater!!!) welche einen sicher an das Ziel führen.

      LG Guido
    • ich beschäftige mich ca seit einem halben jahr intensiver mit der einheimischen spinnenfauna

      allerdings habe ich noch ne frage, die vll nicht ganz zu dem thema passt aber nicht lohnt einen eigenen thread dazu zu eröffnen:

      meine heiß geliebte Argiope bruennichi ist gestern leider von uns gegangen und ich würde sie gerne haltbar machen aber nicht einfach trocknen

      wer hat tipps wie man am besten einheimische spinnen präpariert?
      in alkohol verlieren sie ja recht schnell an farbe

      ps: ich hab sie tot in ihrem netz hängend gefunden, mit einem tropfen brauner flüssigkeit an den chelizeren, kann mir jemand sagen woran sie gestorben ist?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Anatidenphobie ()

    • Tja, Argiope bruennichi ist nur einjährig, genau genommen schafft sie kein ganzes Jahr. Früher oder später müssen sie sterben, das ist die Natur.
      Von Präparation hab ich keine Ahnung. Hab schon mal was von Gefriertrocknen gehört, aber letztlich so glaube ich, werden die Spinnen trotzdem irgendwann ihre Farben verlieren oder die Farben verblassen, wenn nicht durch den Alkohol, dann durch Lichteinfluß.

      LG Guido
    • also kann man davon ausgehen, dass sie eines natürlichen todes gestorben ist.
      ich habe schon davon gehört, dass man vogelspinnen ausnehmn und mit watte füllen kann...aber ob das bei so kleinen spinnen wie unseren klappt...

      Das mache ich bei Vogelspinnen bestensfalls, wenn ich eine frische Haut nach der Häutung erwische. Vogelspinne ausnehmen stell ich mir grad äußerst matschig vor!

      Es gibt Methoden, Spinnen ohne zerschnippeln zu präparieren, aber ich kann Dir da leider nicht weiter helfen. Ich hatte da mal eine Anleitung gelesen. Aber ich glaube, die war auch nicht ganz ohne Equipment zu bewältigen und letztlich auch nicht ganz billig.

      LG Guido
    • Servus,
      ich hatte letztes Jahr ebenfalls ein recht großes Exemplar von Argiope bruennichi. Auch diese ist einen natürlichen todes gestorben und so dachte ich mir,
      wäre ja schade sie einfach vergammeln zu lassen. Durch meine positiven Erfahrungen bei der Heuschreckenpräparation dachte ich mir nur,
      einfach aufschneiden, das Zeug raus, Watte rein fertig...... Denkste !!!! 8|
      Sowas mach ich nicht nocheinmal, das innere einer Spinne (von dieser zumindest) war kein bisschen fest, alles wie ein matschiger, grauer Brei.
      Nach ein paar Versuchen das Zeug zu enfernen gab ich auf. Man konnte immer nur minimal etwas entfernen. Mit Watte tupfte ich das gröbster heraus
      und stopfte zum Schluss einen Watteball in den Hinterleib. Die Farben sind nur mäßig erhalten, doch man erkennt eine Wespenspinne :D .

      Es gibt sicherlich bessere Methoden Spinnen zu präparieren als sie auszustopfen, wer´s trotzdem probieren möchte......VIEL GLÜCK !!
      Schwäbische Grüße, Andy :winken: