Engerling gefunden

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Cage
  • Engerling gefunden

    Hallo zusammen,
    ich bin neu hier und habe mich auf der Suche nach Hilfe angemeldet. Heute haben meine Schüler und ich in unserem Schulgarten einen ziemlich großen Engerling gefunden. Wir haben einen Weg abgemulcht und in unserem Haufen von Rindenmulch kam das Tier zum Vorschein. Der Schulgarten ist in Oelde im Kreis Warendorf/ Münsterland.
    Der Engerling ist 7-8 cm groß und wir wünschen uns eine Bestimmung zu welcher Tierart er denn mal werden will. Außerdem wie wir am besten weiter mit ihm verfahren. Er befindet sich gerade in einer Box und hat sich wieder in Erde und Mulch vergraben.
    Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe.
    Gruß, Anja
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    We specialise in rare and common butterflies from the Neotropical (Central/South America, Caribbean Islands) and Holarctic regions (North America, Europe, Asia).
  • Vielen lieben Dank für die Bestimmung. Dann wollen wir ihn selbstverständlich zurücksetzen. Das Problem ist nur, dass der Mulchhaufen langsam abgetragen werden soll im Wege anzulegen. Gibt es eine Möglichkeit einen kleinen extra Haufen am Rande des Gartens anzulegen? Dann können wir ein Schild schreiben, dass dieser Haufen nicht angerührt werden darf sodass das Tier nicht gestört wird. Oder habt ihr sonst noch Ideen? Wir haben auch Komposthaufen und einen Wald neben der Schule.
    Der jetzige Rindenmulchhaufen liegt mitten im Schulgarten und es ist dort halt viel los, deswegen würde ich das Tierchen lieber an einen geschützteren Ort setzen, wenn möglich.
    Danke für die Hilfe.
  • Der Bestand des Nashornkäfers hat sich in Deutschland auch dank der Anlage von Komposthaufen wieder etwas erholt. Seine Larven werden relativ häufig beim Umsetzen von Komposthaufen gefunden. Sie sind aber auch in den Sägespanhaufen von Sägewerken u.ä. anzutreffen.
    Also wäre das Einsetzen in den Komposthaufen mein Mittel der Wahl. Die Larven ernähren sich von verrottenden Holzresten und pflanzlichen Rotteteilen.
    Einen extra Haufen Mulch würde ich nicht anlegen, denn die Verhältnisse in dem großen Haufen waren für das Nashornkäferweibchen so attraktiv Eier zu legen. Es ist fraglich, ob ein kleiner Haufen ideale Bedingungen bieten kann(Feuchtigkeit, Temperatur, usw.). Bei zu kleinen Haufen besteht die Gefahr, dass die Larve dann den kleinen Haufen verläßt und, wenn sie nichts ansprechendes findet, verhungert. Daher würde ich dies nicht wählen.
    Beim Verteilen des Mulm würde ich vorsichtig vorgehen, denn wo eine Larve ist, da sind mit Sicherheit noch mehr.
    Gruß
    Arnd
  • Vielen lieben Dank für eure Tipps. Das ging ja wirklich super schnell hier. Wir haben das Tierchen dann heute in unseren Kompost gesetzt. Hoffen wir mal, dass es sich dort wohlfühlt und dass wir dort dann bald Nashornkäfer bewundern können .
    Beim Umsetzen des Mulchs werden wir sehr vorsichtig sein. Ich habe sehr umsichtige Schüler.
    Falls mir demnächst wieder Hilfe oder Tipps brauchen, wende ich mich vertrauensvoll an euch .
  • Was genau ist denn weißfaules Holz?
    Auf dem Kompost sind Hölzer von verschiedenen Sträuchern, Hecken, sonstige Pflanzenreste, Rasenschnitt etc. Und drumherum liegt Rindenmulch. Ich hoffe das ist richtig. Im Rindenmulch hat er sich ja wohlgefühlt, denn da haben wir ihn ja gefunden.
    Der Mulch wurde uns im Frühjahr angeliefert, ich denke, dass der Engerling schon vorher drin war, da er ja schon so groß ist, oder?
  • Hallo Anna,
    Weißfaules Holz ist von einem Pilz befallenenes Holz. Der Pilz zersetzt das Lignin, dadurch kommt die Zellulose zum Vorschein, dann wird das Holz sehr weich, weiß und für Käfer verdaulich.
    Es gibt viele Leute, die sich der Käferzucht verschrieben haben(darunter auch mich), die WFH, so wird das abgekürzt, bei der Zucht verschiedenster Käferarten, besonders tropische Nashornkäfer(z.B. Herculeskäfer), verwenden.
    Für den heimischen Nashornkäfer ist das aber nicht relevant, der kommt in der Natur auch ohne WFH aus!
    Wichtig ist verrottendes pflanzliches Material, die Larve sucht sich dann schon die richtigen Bestandteile aus diesem Gemisch heraus. Zellulose ist in vielen Pflanzenteilen vorhanden, das muss nicht aus massivem Holz bestehen. Wichtig ist die begonnene Rotte, dann sind alle Nährstoffe vorhanden, und so hört sich Deine Schilderung auch an.
    Also machst Du alles genau richtig, wenn Du die Larve in den Kompost gibst. Ich empfehle, die Larve mindestens etwa 20 cm einzugraben, um Vogelfrass zu verhindern und eventuelle Probleme wegen der Temperaturen auszuschließen. Ansonsten kannst Du nichts falsch machen, nach Deiner Schilderung passt alles perfekt! :thumbsup:
    Gruß
    Arnd
  • Da kam mir der Arnd doch zuvor, aber er erklärt das eigentlich vollumfassend.

    Dass der Nashornkäfer ohne Holt auskommt, das wäre mir neu. Aber man lernt nie aus. Soweit mir bekannt ist, wird der Käfer doch grundsätzlich in holzreichen Komposthaufen gefunden? Hast du, Arnd, da andere Erfahrungen?
    ENTOMO-SATSPHINGIA
  • Hallo Markus

    Holz ist relativ...und dass die Larven ohne "Holz" auskommen, habe ich so nicht geschrieben. Tun sie auch nicht!

    Es geht nicht um Holz an sich, (es müssen keine großen Holzstücke im Kompost liegen!) sondern um die Bestandteile Zellulose, Pilzeiweiß und Mineralien. Und die werden ebenso in allen Pflanzen gebildet, die ein Stützgewebe aufweisen und dann verrotten. Gräser, Sträucher, Pflanzenreste, eben wie Anja beschrieben hat, sind vollkommen ausreichend für die Ernährung der Larven, da sie einen großen Anteil an Zellulose("Holz")enthalten. Und es gibt Hinweise auf die Abhängigkeit von weißfaulen Pilzen, die jedoch auch in anderen Substraten vorkommen, nicht nur auf Holz.
    Das zeigt auch das Vorkommen der Larven in allen möglichen Komposthaufen unterschiedlichster Zusammensetzung. Wichtig ist einzig der Zersetzungsgrad. Es muss immer verrottendes Material vorhanden sein.
    Ich selbst habe Larven in Südfrankreich tief eingegraben in alten verrotteten Eichenstubben gefunden, hier werden sie immer mal wieder in alten Sägespanhaufen von Sägewerken angetroffen, verbreitet wurden sie durch den Versand von Eichenlohe für Gärbereien aus den Mittelmeerländern nach Mitteleuropa und Asien. Bei mir im Garten leben sie in einem großen Komposthaufen, in dem sich alles befindet, was der Garten hergibt: Rasenschnitt, gehäckselter Heckenschnitt und Baumschnitt, alles, was im Gemüsegarten übrig bleibt, eben "Gartenabfälle". So sehr unterscheidet der Kompost sich nicht vom künstlichen Zuchtsubstrat.
    Sie haben also eine enge Beziehung zum Holz, da gebe ich Dir vollkommen Recht.
    Jedoch kommt der Nashornkäfer als Kulturfolger mit den unterschiedlichsten Bedingungen zurecht. Wichtig ist eine gewisse Masse der Rotte, um erhöhte Temperaturen zu erzeugen, díe die Larven in Mitteleuropa für die Entwicklung benötigten. Ist die Massen des Komposts zu klein, friert er durch, die Larve geht ein, wenn sie nicht in frostfreie Bereiche ausweichen kann. Ein solches Verhalten ist aber nicht erforscht.
    Und eben die Nährstoffe, die in der Rotte entstehen.
    In der Zucht werden die weißfaulen Holzstücke meist als geschreddertes Material in das Substrat gegeben, so ist es für die Larven leichter verfügbar.
    Worauf ich hinaus wollte ist einfach, dass Anja den Kompost nicht extra aufbereiten muß, um ein Überleben der Larve zu sichern. Wie schon oben beschrieben, zeigt die Larve durch ihre weiße Farbe, dass sie genug Fett aufgebaut hat und dass sie sich bald verpuppen kann. Und so wie der Komposthaufen geschildert wurde, passt´s scho. :thumbsup:
    Gerne möchte ich noch auf den sehr informativen Beitrag in Wikipedia verweisen, in dem die Vorgänge um die Verdauung etwas erleuchtet werden und auch sonst einige interessante Fakten(z.B. zur Zucht auf reiner Zellulose) angegeben sind.
    Hier: Nashornkäfer Wikipedia
    Zum Schluss noch der Hinweis darauf, dass es sich um eine geschützte Art handelt.
    Und zu guter Letzt noch einen link zu einer ähnlichen Diskussion, auch in diesem Thread wird die Nashornkäfer-Problematik angesprochen, unser Moderator Rudi hat hier zu dem Thema Nashornkäfer einige Infos.
    Gruß
    Arnd

  • Hallo Arnd,
    da ich FS bisher auf "konventionelle Art" (Standart) hergestellt habe (wie ich es in einem meiner früheren Kommentare berichtet habe), aber in Zukunft mit Hilfe eines Komposters produzieren möchte, habe ich folgende Frage: Ist der Trommelkomposter "Lifetime Trommelkomposter Premium, 246 l Volumen " (zum günstigen Preis von 135€) noch in oder würdest Du einen anderen empfehlen?

    Zu vorgenanten Beiträgen, -vor allem zu Deinem letzten Kommentar-, hätte ich auch noch eine Frage: Ich habe im "Käferforum " eine Zusammenstellung der Inhalte meines Kompostes geschrieben und die folgende Frage gestellt (3. - 5.10.17 in der Rubrik "Allgemeine Fragen und Beobachtungen). Da die Wiedergabe der Texte allzu umfangreich wären, hätte ich die Frage auch an Dich: Hochwertiger wertvoller organischer Kompost als fragliche Alternative für FS bzw. BS.

    Gruß

    Dieter



  • Hallo Dieter,

    der Trommelkomposter ist immer noch mein Mittel der Wahl, ich nutze ihn in den warmen Monaten. Er steht in der prallen Sonne, läßt sich gut bedienen und ist sehr robust. Einzig vor Regen sollte man ihn schützen, er ist nicht dicht! Eine Plane drüber, wenn es regnet und gut is.
    ich habe noch einen andern mit einer Kurbel angesehen, der ist aber anfällig durch die mechanischen Teile, der o.g. Trommelkomposter ist völlig ausreichend. Ich gebe noch einige Vierkanthölzer 40cm mit hinein, die verhindern zuverlässig die Klumpoenbildung.
    Kompost als Komponente für Käfersubstrat wird im KF immer wieder als Ersatz oder Zusatz diskutiert. ich benutze keinen Kompost. Jedoch kann ichmir vorstellen, wenn sich kein Dünger oder sonstige zusätze im Kompost befinden, warum nicht? Ich hatte auch über die Zugabe von reiner Zellulose( aus dem Krankenhausbedarf Zellulosetücher) nachgefragt, keine Antwort im KF!
    Letztendlich bleibt Dir nur, es selber auszuprobieren, ich wüßte jedenfalls keinen Grund, der dagegen spricht, Kompost zumindest als Zugabe zu verwenden.

    Übrigens wurde ich zur obigen Diskussion um die Nashornkäfer von einem Mitglied,das sich seit vielen Jahren um genau die gleiche Thematik bemüht und zahlreiche Nashornkäferlarven gerettet hat, darauf hingewiesen, dass der Kompost unbedingt einen relativ hohen Holzanteil aufweisen muss, wenn zu wenig Holz vorhanden ist, gehen die Larven nach dem Umsetzen u.U. ein. Also Kompost ja, aber es muss verrottetes Holz vorhanden sein!

    Gruß
    Arnd
  • Guten Abend Arnd,

    besten Dank für Deine Empfehlung. Ich werde mir dann diesen die Handarbeit doch erleichternden Trommelkomposter zulegen. In meinem Garten habe ich ein für die Raupenzucht an mein Gartenhäuschen angebaute Überdachung , wo ich ihn bei Regen unterstellen kann.
    Was meinen hergestellten Kompost, wie im KF beschrieben, anbelangt werde ich selbst einmal experimentieren und auf einen relativ hohen Anteil von geschredertem WFH achten. Im KF wurde auch schon einmal darüber gesprochen, Verpackungen von Hühnereiern als reine Zellulose für FS zu verwenden, aber das Thema wurde nicht weiter verfolgt. Als Konsequenz bleibt nur selber ausprobieren.
    Noch einen angenehmen Abend.
    Gruß
    Dieter
  • Hallo Markus,

    und was folgt daraus als Dein ganz persönlicher Tip für Anja?
    Was genau soll sie mit der Nashornkäferlarve machen?
    Wie ist Deine Lösung?
    In den Kompost oder eine Alternative? Welche? :verwirrt:

    "Ätschbätsch" reicht mir nicht. Da geht noch was! :whistling:

    Immer wieder gibt es diese Anfragen, weil unendlich viel Komposthaufen umgesetzt oder sonstwie die künstlichen Brutstätten gestört werden.
    Wenn wir über solche "Feinheiten" diskutieren, riskieren wir, dass "Neulinge" in der Problematik verunsichert werden, und dann gar nichts oder das Falsche unternehmen und so die Larve verloren geht.
    Darüber hinaus habe ich schon beschrieben, was alles als Holz zu werten ist und warum. Eine fachliche Abhandlung über die Vorgänge bei der Verrottung verschiedenster pflanzlicher Materialien sprengt sicher den Rahmen, zuviel ist zu berücksichtigen, vieles unmöglich darzustellen. Z.B. was ist mit: "Succession"?!
    Aus dem Stegreif ist es für den Laien erst einmal unmöglich, zu bestimmen, ob der Komposthaufen sich für den Besatz eignet oder nicht! Wer weiß schon, wieviel weißfaules oder verrottetes Material sich wirklich in seinem Kompost befindet? Was heißt in dem Zusammenhang "genügend weißfaules Holz"? 10%, 30% oder 60%?

    Außerdem disskutiere ich nicht, um Recht zu haben, sondern um konstruktive Lösungen zu erhalten.

    Daher bleibe ich bei meiner Empfehlung für Anja, das Tier in den Kompost zusetzen, wenn keine andere Möglichkeit besteht.

    Gruß
    Arnd
  • Nun ja, eigentlich ist alles gesagt. Der Kompost sollte kein, nennen wir ihn "normaler Friedhofskompost" sein. Sondern es soll Verschnitt von Bäumen darin vorkommen, bspw. wenn man entastet hat.
    Die Aussage "relativ viel Holz" ist eben auch nicht besonders aussagekräftig - was jetzt keine Kritik an dir, bzw. der Quelle sein soll, sondern ich überlege selbst, was ich als "relativ viel Holz" durchgehen lassen würde und was als "nur mittelmäßig viel".
    Am besten wäre es, die Larve z.B. in Holzmullhaufen des städtischen Bauhofs zu setzen, falls sowas in der Nähe zu finden sein sollte. Da die Larven in oder im Erdreich AN "morschen" Baumstämmen leben, kommt das dem ganzen wohl am meisten Nahe.
  • Hier noch ein paar Bilder eines unserer Mitglieder. Er fand in seiner Tätigkeit für den Forst tausende von Larven des Nashornkäfers. Wenn eine drohende Gefährdung bestand, wurden die Larven eingesammelt, groß gezogen und dann in die Natur entlassen. Nach seiner Schilderung waren das hunderte gerettete Käfer. Klasse.
    Leider behindern unsinnige pauschale Naturschutzgesetze die Rettung vieler geschützter Arten, hier wäre es endlich an der Zeit, gegen die wahren Naturzerstörer vorzugehen. Dieses Jahr ist mir aufgefallen, dass es extrem wenig Insekten gab, allein schon das Reinigen der Autoscheiben zeigt, dass es einen dramatischen Rückgang gibt. Da ist jedes gerettete Insekt ein Gewinn.





    Nur am Rande: Die Larvenauf dem Bild wurden nicht sich selbst überlassen, sondern weiter in Eimern mit Substrat im Keller großgezogen und dann frei gelassen.

    Gruß
    Arnd
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