Blutbärschmetterling

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    • Blutbärschmetterling

      Hallo und guten Tag,
      wie mein Benutzername schon sagt, bin ich Hobby-Bauer.Mein Name ist Rainer, ich bin 63 Jahre alt und ich habe auf etwa 30.000 qm LandPferde, Hühner und Schafe stehen.
      Wie viele andere auch, lehne ich Glyphosat u.. a. striktab. Auf unserer Weide tummelt sich allerlei Getier und darüber bin ich auchfroh.
      Allerdings gibt es da das Jakobskreutzkraut (JKK), einePflanze, die giftig für Weidetiere aller Art ist.
      Ich habe gehört, dass die Larven des Blutbärschmetterlings diese Pflanzen auffressen.
      Was muß ich machen, damit dieser„Blutbärschmetterling“ bei mir auf der Weide heimisch wird?
      Ich habe schon viele Brachflächen mit hundertendieser Pflanzen abgesucht, konnte aber nirgend die Larve dieses Schmetterlingsentdecken.
      Ist dieser „Blutbärschmetteling“ eine heimischeTierart, oder eine „importierte Art“?

      Für Info über diesen Blutbärschmetterling bin ichdankbar.

      Gruß

      Rainer
      ENTOMO-SATSPHINGIA
    • Hallo Rainer,

      ja, der Thyria jacobaeae ist eine heimische Art, und die Raupen gibt es zur Zeit -noch- überall, zumindest hier in Bayern. Sie sind durch ihre auffällige Zeichnung -schwarz-gelb geringelt- auch nicht zu übersehen. Sie kommen auf Trockenrasen, an Wegrändern und auf Steuwiesen vor.


      Viele Grüße

      Franz
    • Also erst einmal ist die Art, je nachdem von welchem Großraum wir hier reden, nicht unbedingt flächendeckend verbreitet. Meiner Erfahrung nach und in meiner Region (Südhessen) ist der Blutbär nur sehr lokal häufig und schwankt auch je nach Jahr stark in der Dichte. Die Populationen die ich bis jetzt gesehen habe besiedelten allesamt eher trockene Habitate. Eine Weide kann ich mir daher nicht unbedingt als geeignetes Habitat vorstellen, aber ich weiß nicht wie die Weide aussieht und würde es auch nicht ausschließen. Es kann eigentlich nur zwei Möglichkeiten geben warum es die Art auf den Weiden nicht gibt, obwohl genügend Futterpflanzen zur Verfügung zu stehen scheinen: Entweder das Habitat stimmt nicht (zu feucht, zu schattig etc.) oder die nächstgelegenen Populationen sind zu weit entfernt, um das Gebiet zu besiedeln. Bei ersterem kann man meiner Ansicht nach nicht viel machen. Bei zweiterem könnte man versuchen von der nächstgelegenen Population genügend Tiere abzuzweigen und zu verpflanzen. Die Erfolgschancen sind möglicherweise gering (nochmal ich weiß nicht wie das Gebiet aussieht und wie die Vorkommen der Art in der Umgebung sind), wenn doch ersteres zutrifft natürlich mehr oder weniger aussichtslos. Ich würde zu dem Schluss kommen, dass man nicht viel machen kann, um den Bär dort anzusiedeln.

      Zu der Sinnhaftigkeit als Unkrautvernichter dieser Art würde ich folgendes spekulieren:
      Auch wenn sie gelegentlich zu Massenauftreten neigt und dann durchaus einige Jakobsgreiskraut-Pflanzen in Mitleidenschaft ziehen kann, kommt das meines Erachtens eher selten vor und auch nicht immer am selben Ort.
      Die Pflanzen werden dadurch zwar geschädigt, können sich aber in der Regel schnell wieder erholen und sind meistens nicht dauerhaft entfernt.

      Auch wenn die Intention dieser Idee lobenswert und gut ist, befürchte ich, dass die Praxis leider nicht das gewünschte Ergebnis bringen würde. Auch wenn das extrem aufwendig ist, halte ich ein mechanisches Entfernen, etwa durch Ausstechen, für die beste Methode. Vom Anwenden von chemischen Mitteln aller Art würde ich gerne nochmal ausdrücklich abraten, auch wenn du schon schriebst, dass du Glyphosat ablehnst, aber es gibt ja auch noch anderes...

      Das alles sind nur meine Gedanken dazu, ich werde gerne eines besseren belehrt.

      Gruß Dennis
    • bellargus schrieb:



      Gruß Dennis
      Danke für die Antworten.
      So etwas ähnliches dachte ich mir: Selbst wenn dieser Schmetterling auf meiner Weide heimisch werden sollte, dann ist das kein Allheilmitel zur Bekämpfung dieses Krauts. (Ist ja auch logisch: der Schmetterling wäre ja doof, wenn er all sein Futter vertilgen würde). Also er könnte die Pflanzen zwar schädigen, aber mehr auch nicht.
      Bleibt halt nur die althergebrachte Art: Raus damit. Es klappt ja eigentlich auch ganz gut, denn dieses Kraut wächst unheimlich schnell und man erkennt es sofort, selbst im hohen Gras. Man kann es dann ziemlich einfach rausreissen. Macht zwar Arbeit, aber es geht ganz gut. Außerdem hält Arbeit jung und erspart das Fitness-Studio.

      Was mich nur wundert. Wir haben hier (etwa 20 km nördlich von Hannover) relativ viele Brachflächen und gerade jetzt im Sommer sieht man dort diese Pflanze sehr, sehr häufig. Manchmal gefühlt pro qcm eine Pflanze. Müsste ja eigentlich das Paradies für diesen Schmetterling sein. Aber selbst dort habe ich diese sehr gut erkennbare Raupe noch nie gesehen.

      Gruß erst mal

      Rainer
    • Moin moin.

      Ich kenne den Blutbären vor allem aus dem Altmühltal von trocken warmen Stellen.
      Vor gut 5-7Jahren waren die Tiere massenhaft vorhanden und fast jeder Stil vom Jakobskreuzkraut war mit Raupen besetzt, die nicht mal die Rinde an der Pflanze ließen.

      Die Jahre darauf waren die Bären nur noch sehr vereinzelt zu finden in den weiterhin gut vorhandenen Beständen des Jakobskreuzkrautes.
      Ich freute mich wenn ich bei meinen Touren auf 10-20 beobachteten Raupen insgesamt kam.

      Und dieses Jahr nun, am vergangenen Samstag war ich wieder auf der Suche nach apollo unterwegs im Altmühltal, konnte ich die Blutbärraupen wieder in guter Zahl und schön verteilt in allen besuchten Biotopen finden. Nicht in der Masse wie vor Jahren, aber es scheint so, als würde sich so langsam wieder ein größerer Bestand aufbauen....um dann vielleicht wieder zusammen zu brechen? Wir werden sehen ;)

      Dies nur als Beispiel des ständigen Auf und Abs der Schmetterlingspopulationen...und des beständigen Wachstums des Johanniskreuzkrautes, ob nun von Raupen verschlungen oder nicht. ^^

      Ich finde deine Einstellung gut, Rainer, denn sie scheint mir realitätsnah und praxisorientiert :D

      Grüße
      Rudi
      Sphingiden - was sonst? 8o Sphingids - what else?
    • Hallo, ich wohne am südlichen Rand von Bremen, in Stuhr-Brinkum direkt an der A1. Seit Ende der 1990er befindet sich das Jakobskreuzkraut stark in Ausbreitung, und in der Folge seit 2004 finde ich auch die Raupen immer in hohen 100er Zahlen, manchmal auch deutlich >1000 Stück. Dafür fehlt hier Aglais urticae, der kleine Fuchs, fast vollständig an meinem Wohnort: letztes Jahr null, dieses Jahr bisher einer.
      Letztes Jahr fand ich mehr Schwalbenschwänze (1) als Kleine Füchse (0)

      LG Volkart
    • Die Idee der Bekämpfung von JKK mit Blutbär ist faszinierend, zumal wohl kaum die Gefahr besteht, dass die Sache aus dem Ruder laufen könnte (einzige andere Wirtspflanze ist m.W. Huflattich, selber schon in S.-H. beobachtet). Da jedoch JKK eine mehrjährige Pflanze ist, stellt sich die Frage, ob selbst ein Kahlfraß wie Rudi ihn beschreibt, den Bestand merklich dezimieren kann. Dazu wäre wohl eine 2-3 jährige "Behandlung" nötig, aber wo sollen die Massen von Raupen herkommen, die dafür nötig wären. Vielleicht wäre das noch eine Geschäftsidee.
      Ausserdem kann ich die Präferenz für besonders magere, trockene Standorte bestätigen (diesen Sommer in HH an entsprechenden Orten sehr zahlreich), wodurch wohl so manche Pferde-/Viehweide für eine dauerhafte Besiedelung ausscheidet.
      Thomas
    • JKK ist härter im Nehmen als man denkt. Wenn es einmal Fuss gefasst hat, macht ihm
      selbst eine 14tägige "Behandlung" mit dem Rasenmäher nichts aus - steht nämlich bei
      mir im Garten im Rasen.

      Stellt sich mir nur die Frage, warum man es bekämpfen muss?
      Tiere sind intelligenter als wir vermuten....
      Gruß Frank

      "Bier trinke ich nur an Tagen die mit ‘g‘ enden... äääh und natürlich Mittwochs" :thumbsup:
      Colector's Secret
    • Schnägge schrieb:

      JKK ist härter im Nehmen als man denkt. Wenn es einmal Fuss gefasst hat, macht ihm
      selbst eine 14tägige "Behandlung" mit dem Rasenmäher nichts aus - steht nämlich bei
      mir im Garten im Rasen.

      Stellt sich mir nur die Frage, warum man es bekämpfen muss?
      Tiere sind intelligenter als wir vermuten....
      Das ist genau das Problem: Wenn das JKK frisch ist, schmeckt es bitter. Kann man selber auch ausprobieren. Ein oder 2 Blätter und du spuckst es aus. Das wissen auch die Tiere. Die fressen das nicht. Macht man aber Heu von der Wiese, verlieren sich beim Trocknungsprozess diese Bitterstoffe, nicht jedoch die Giftstoffe. Und dann fressen es die Tiere. D. h. Hast Du Heu von einer Weide mit JKK drin, dann vergiftest Du relativ schnell die Tiere im Winter. ( so 2 oder 3 Winter und das war es dann, je nach Befall).

      Und auch bei Imkern ist diese Pflanze alles andere als beliebt. Die Bienen gehen zwar auf dieses JKK, aber wenn es zuviel ist, schmeckt der Honig bitter. Der wird dann vernichtet, weil er bitter schmeckt.


      Also das ist eine echte Schei…. Pflanze.

      Rainer
    • Hobby-bauer schrieb:

      D. h. Hast Du Heu von einer Weide mit JKK drin, dann vergiftest Du relativ schnell die Tiere im Winter. ( so 2 oder 3 Winter und das war es dann, je nach Befall).

      Schnägge schrieb:

      ach wat war dat früher einfach - da hat der Bauer einfach drumherum gemäht.
      und dann hab ich das noch:

      Subventionen

      @Hobbybauer: frag mal einen kleinen Handwerksbetrieb, der auf Grund schlechter Auftragslage
      oder gestiegener Material- oder Rohstoffpreise, was er an Subventionen erhält.
      Gruß Frank

      "Bier trinke ich nur an Tagen die mit ‘g‘ enden... äääh und natürlich Mittwochs" :thumbsup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Schnägge ()

    • bellargus schrieb:

      Eine Weide kann ich mir daher nicht unbedingt als geeignetes Habitat vorstellen, aber ich weiß nicht wie die Weide aussieht und würde es auch nicht ausschließen.

      Gruß Dennis

      Ich möchte dieser Einschätzung zustimmen. Ich habe in diesem Jahr weit über 200 Raupen dieser Art eingesammelt - großteils, weil sie sonst gestorben wären. Die Standorte weisen durchgängig dieselben Eigenschaften auf: Sehr schattenarm/extrem sonnig/heiß, sehr trocken, isoliert bzw. irgendwo am Rand.

      Es dürfte zweifelsfrei möglich sein, die Raupen anzusiedeln, aber die Falter werden Pflanzen auf einer üblichen Weide schlicht nicht als Ablageort wählen. Heißt: Das kann man einmal machen - und dann war's das wieder. Man kann schon anhand des konkreten Standortes einer einzelnen Pflanze abschätzen, ob es sich lohnt, nach den Raupen zu schauen. Sobald zu viele andere Pflanzen drumherum sind, sind darauf keine Raupen zu finden (es sei denn, sie sind aus Hunger übergesiedelt). Die Falter legen ihre Eier lieber auf Minitriebe mitten auf dem Gehweg als auf voll ausgewachsene, von hohem Gras umgebene Pflanzen 2m daneben.

      Nachtrag: Und ein Detail noch: Die Raupen verschwinden nur sehr, sehr oberflächlich in der Erde. Wenn die Weide zum Beispiel von Pferden frequentiert wird, will ich nicht wissen, wie viele Puppen da schlicht zerdrückt werden.
      Lebewesen sind kein "Zuchtmaterial"! Living beings aren't "breeding material"!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Statler ()

    • Schnägge schrieb:

      Hobby-bauer schrieb:

      D. h. Hast Du Heu von einer Weide mit JKK drin, dann vergiftest Du relativ schnell die Tiere im Winter. ( so 2 oder 3 Winter und das war es dann, je nach Befall).

      Schnägge schrieb:

      ach wat war dat früher einfach - da hat der Bauer einfach drumherum gemäht.
      und dann hab ich das noch:
      Subventionen

      @Hobbybauer: frag mal einen kleinen Handwerksbetrieb, der auf Grund schlechter Auftragslage
      oder gestiegener Material- oder Rohstoffpreise, was er an Subventionen erhält.
      Ich glaube das Thema "Subventionen" ist sehr komplex und sollte villeicht an anderer Stelle behandelt werden. Nur soviel: Ich bin reiner Hobby-Bauer, der noch nie einen Cent Subventionen beantragt oder erhalten hat. (Ist mir viel Zuviel Arbeit mit den Formularen. Da kann ich meine Zeit besser nutzen. Ich mache das rein aus Spass an der Freud.

      Mir geht es in diesem Fred um die Bekämpfung von JKK und die eventuelle Möglichkeit, einen natürlichen Feind asl Unterstützer zu bekommen. Glyphosat und andere "Super Errungenschaften" der Agrar-Chemie lehne ich ab.

      Rainer
    • Guten Tag!

      Einige Aussagen in dieser Diskussion erstaunten mich.
      Zunächst fragte ich mich, wie früher das Vieh und die Menschen das Jakobsgreiskraut überlebt haben, zu Zeiten, als die Wiesen sogar in Deutschland noch bunt waren. Jetzt soll das Kraut angeblich sogar den Honig vergiften, siehe

      kampf-gegen-das-jakobskreuzkraut-eine-raupe-als.1001.de.html?dram:article_id=391665

      Dort ist übrigens auch von der biologischen Schädlingsbekämpfung mittels Thyria jacobaeae die Rede; die Journalisten der seriösen Qualitätsmedien (Schäuble) haben sogar Ausrottungsfantasien.
      Kann es sein, dass man eine Sommerlochhysterie braucht, wie bei den Eichenprozessionsspinnern? Ich, mit trocken- empfindlicher, zu Rötungen neigender Mischhaut stand beim ersten Entdecken windzugewandt vor ihnen am Stamm, in weniger als 1 m Abstand, fragte mich, was das für Raupen wären und als mir dämmerte, welche Art ich vor mir hatte, ob ich jetzt das Jucken bekäme.

      Es passierte (zum Glück) nichts.

      Zum zweiten war ich angenehm überrascht über die Häufigkeit des Bären. Ich habe diese Art noch nie lebendig gesehen. Das Jakobsgreiskraut kenne ich auch nur von Straßenrändern und Böschungen, und die werden, wo ich langgehe oder -fahre, abgemäht bevor sich daran Schmetterlinge entwickeln könnten; hier in Berlin bisher i.d.R., wenn es entlang der Stadtautobahn gelb blüht.

      Am meisten hat mich die Erwähnung der anderen Futterpflanzen überrascht. Bär und Kraut wären, dachte ich "xerothermophil", wie hier auch erwähnt, auf Trockenstandorte angewiesen. Huflattich kenne ich aber außer von meiner Terrasse nur von feuchten Standorten - und auch bei mir braucht er im Sommer Unmengen Wasser. Pestwurz kenne ich als Auwald- oder Bachbegleitpflanze im tiefsten Schatten, wofür ja auch die riesigen Blätter sprechen. Der Bär selbst scheint also ausgesprochen "euryök" zu sein, solange es ihm nur schmeckt. Dann stellt sich die Frage, warum er nicht auch andere Greiskräuter frisst.

      Übrigens habe ich jahrelang versucht, des schönen Blühens wegen Greiskraut auf meiner Terrasse zu züchten. Aber weder bei Jakobsgreiskraut noch bei Wegwarte, beides ja Sand- und Trockenpflanzen, hatte ich Erfolg. Sie kamen nie wieder, vertrugen also offenbar keinen Kübelstandort, schade.
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