Aufweichtechnik für Tütenfalter gefunden, funktioniert das?

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    Cage
    • Aufweichtechnik für Tütenfalter gefunden, funktioniert das?

      Hallo,

      ich befasse mich seit einiger Zeit mit dem aufweichen von Tütenfaltern und habe bisher noch nicht die für mich ideale Lösung gefunden. Deswegen probiere ich mich an diversen Möglichkeiten aus und bin auf YT auf folgendes Video gestoßen:



      hat diese Technik schon jemand ausprobiert und wie war das Ergebnis genauso gut, wie im Video? Ich habe ja immer bedenken, die Flügel mit Wasser in Kontakt kommen zu lassen, aber der Falter sah danach ja eigentlich ziemlich unbeschädigt aus.

      Zur Zeit lagere ich meine Tütenfalter in einer Tuppadose, diese ist mit Schaumstoff ausgelegt und komplett mit Fensterreiniger getränkt. Die Falter waren zwar nach 2 bis 3 Tagen spannweich, aber die Flügel schienen mir extrem brüchig (vermutlich vom Alkohol im Fensterreiniger?). Sobald es ans fixieren ging und obwohl ich immer an der Hauptader ansetze, kam es zu kleinen Aufbrüchen. Eine andere Methode, die ich probiert habe, ist die mit einem Eimer und Blähton, gefüllt mit einem Wasser/Schimmelentferner Gemisch. Die Falter lagen auf PET Deckel. Hier waren zwar die Flügel weniger brüchig, aber dafür schien es immer eine Ewigkeit zu dauern, bis sie weich waren (1 Woche und mehr). Und es geht um Tagfalter in der Größenordnung Tagpfauenauge. Also keine dicken Torsos, wo man eventuell schneiden müsste.

      Ich weiß es gibt schon viele Threats darüber, aber diese Technik mit dem einfrieren, war mir neu bzw habe ich hier nicht entdecken können.

      Lg Christian
      Colector's Secret
    • Moin,

      ohne einschätzen zu können, ob das wirklich funktioniert, frag ich mich wie es sein kann, dass beim Herausnehmen des Tieres
      1) das Tuch im Verhältnis zum Schmetterling anders zusammen gefaltet ist?
      2) der Schmetterling scheinbar keine Fühler mehr hat?

      Gut, die Fühler könnten, trotz der heftigen Herumfingerei am aufgeweichten Präparat nicht zu sehen sein....
      Aber der Schmetterling war wohl schon mal aus der Box heraußen, wenn vielleicht auch nur zur Kontrolle, oder auch mehr....?

      Irgendwie sieht es auf den zweiten Blick aus, als wäre es ein anderes Tier.

      Und bei dem "Aufweichprozess" hat sich die Farbe der Hinterflügel verändert: Die Basalregion hat das frische Grün verloren und der rote Bereich hat sich pink verfärbt. Dauerhaft?

      Rudi
      Sphingiden - was sonst? 8o Sphingids - what else?
    • Diese Methode ist Unsinn und ich rate dringend davon ab. Wie Rudi schon ausführte gibt es mehrere Probleme. Der Grad der Feuchtigkeit durch besprühen ist schwer zu regulieren. Durch das einpacken des Falters zieht Feuchtigkeit in die Flügel, die bei bestimmten Arten (Morphos) Flecken bilden und die Farben zerstören. Warum die Kiste in den Kühlschrank soll, verstehe ich auch nicht.

      Ich spanne pro Jahr etwa 800 Falter vornehmlich Saturniiden und Morphos. Ich weiche diese Falter in etwa 1-2 Stunden auf und beginne mit dem spannen. Dose mit mehreren Lagen feuchten Zewa füllen, nicht nass. Sehr feine Spritze mit kochenden Wasser füllen. Kanüle in richtig Kopf in den Thorax von unten einführen und einige Tropfen in den Thorax spritzen. Bei Morphos ein bis zwei Tropfen. Es darf kein Wasser die Innenseite der Flügel berühren. Kann nicht passieren wenn man den Thorax nicht nach oben durchsticht. Falter in die Dose legen. Falter ist nach 60 Minuten fertig. Bei sehr großen Faltern Evt. Wiederholen. Funktioniert mit sehr kleinen Faltern wie Bläulingen sehr schwierig weil zu klein.
    • Hi Kollegen,
      meine Methode hatte bei kleinen - auch Mikros - und mittleren Faltern über Jahre einen sehr guten Erfolg gezeigt.
      Es geht darum, dass die fast trockenen Falter nicht nass werden, manchmal war dies aber in der Vergangenheit nicht zu vermeiden, weil ich die eingelegten Falter entweder in der Dose vergessen oder zu lange darin belassen habe.

      Meine Technik:
      Für eine immerfeuchte Umgebung (mäßige Luftfeuchtigkeit) wähle ich eine gut abschließende Plastikdose aus, in die ich zunächst eine Schicht mit saugfähigem Küchenpapier einlege. Danach auch bereits auf diese unterste Papierlage ein wenig Thymol aufstreuen, damit die eingeschnittene Schicht aus Pflanzenblättern nicht von unten zu schimmeln beginnt.
      Jetzt werden saftige Blätter des (für mich ganz günstig im Garten stehenden) Kirschlorbeers - bitte große, dunkelgrüne Blätter bevorzugen - in kleine dünne Streifen geschnitten und gleichmäßig auf die vorbereitete Papierlage verteilt. Sollte die Schicht dicker werden, dann auch noch bei der Hälfte des Pflanzenmaterials Thymol ausbringen. Abschließend erneut eine Papierlage auf die Blätterschnipsel auflegen, sodass die in die Dose eingelegten Falter nicht mit den Schnittgut in Kontakt kommen.
      Die eingeschnittene Schicht an Blättern sollte etwa 4 cm dick sein, dann können sich die ausströmenden Pflanzensäfte in der Dose überallhin ausbreiten.
      Ganz kleine Arten, auch frisch gefangene Tiere verbleiben nur sehr kurz in diesem Feuchtraum. Sollten die Tiere schon eingetrocknet sein, dann länger darin belassen und jeden Tag kontrollieren.

      Was das Gute an dieser Technik ist, dass kleinere Wasserflecken auch nach dem Herausnehmen an der Umgebungsluft schnell wieder verschwinden. Mit dieser Aufweichtechnik habe ich - wie bereits gesagt - die besten Erfahrungen gemacht. Ich werde meine Technik auch nicht mehr verändern.

      Hoffentlich konnte ich euch damit eine Möglichkeit aufzeigen, die Nachahmer findet.

      Hasta luego

      Otmar
    • So wie ich das lese, hat das aber noch keiner getestet, aber eure Argumente es nicht zu machen, sind schon einleuchtend. Ich frage mich, warum man den feuchten Falter einfrieren soll. Eventuell verhindert man dadurch Wasserflecken auf den Flügeln? Und ich hatte auch das Gefühl, dass es sich nicht um den selben Falter handelt, als er ihn wieder aus der Box geholt hat. Wobei die Kommentare, wenn auch nicht sehr ausführlich, sehr positiv zu lesen sind. Ich denke, ich werde mal ein Testobjekt raussuchen und es mal probieren und es euch dann wissen lassen, ob das funktioniert.

      Edit: Hab mir die Position vor und nach dem einlegen angeschaut. Der Falter ist definitiv bewegt worden, weil er anders liegt. Oder es ist Fake und ein zweiter, weicher Falter.


      Edit2: Hab hier noch ein Video gefunden, wo die Tütenfalter mehr oder weniger auch wieder mit Wasser in Kontakt kommen. Diesesmal kommen sie aber nicht in die Kühltruhe.


      Ich bin verwirrt :D , ich glaube ich werd´s jetzt einfach mal testen.

      The post was edited 1 time, last by Arthropleura ().

    • Hallo Kollegen,

      meiner Erfahrung nach entstehen Wasserflecken dadurch, dass flüssiges Wasser (bzw. Kondenswasser) direkt mit dem Falter in Berührung kommt. Dies geschieht verstärkt, wenn die Oberflächenspannung des Wassers durch Zusätze, wie d z. B. Alkohol und Tenside (im Fensterriniger enthalten) herabgesetzt wird. Deshalb verwende ich reines Leitungswasser, dem man gegen Schimmelbildung noch etwas Essig zusetzen kann.

      Eine Weichdose ist bei mir so aufgebaut:
      Eine dichtschließende Kunststoffdose wird unten mit Schaumstoff ausgelegt. Dieser darf richtig nass sein. Daraud kommt ein ausgedrücktes Schwammtuch. Abschließend wird das Schwammtuch mit einem Blatt Papier abgedeckt.

      In dieses Behältnis werden die Falter mit der Tüte gestellt (und nicht gelegt!). Abhängig von der Temperatur und Größe des Falters sind die Tiere nach 12 - 36 Stunden spannweich und haben kein Weichflecke. Vor dem Spannen injeziere ich ein wenig Wasser in den Thorax, tupfe ev. austretendes Wasser gleich mit Zellstoff ab und lasse das Tier ca. 3 Minuten liegen. Darauf lässt es ich bequem Spannen.
      Diese Methode verwende ich seit nunmehr 30 Jahren bei tausenden Faltern von Bläulings- bis Sphingidengröße.

      Entscheidend scheint mir noch, dass nur Falter ungefähr gleicher Größe gleichzeitig verarbeitet werden, da die Bedingungen stark von der Größe abhängig sind. Damit in der Weichdose gleiche Klimabedingungen herrschen, sollte si nicht dicht an einem Heizkörper gstellt weren. Hier kann sich an dem kühlern Teil der Dose Kondenswasser bilden.
      So eine Weichdose habe ich oft mehrere Monate in Betrieb und fülle nur gelegntlich Wasser nach.
      Die Falter friere ich nur in, wenn ich mich mit der Menge verkalguliert habe und zuviel in i Aufweichbox getan habe.

      Gruß

      Ernst
      EG
    • Hallo miteinander,

      es gibt auch Entomologen, die von einer komplett dicht schließenden Box abraten. Am Schluss muss jeder die Methode wählen, mit der er*sie amzufriedensten ist. Da hilft am eigentlich nur Ausprobieren.

      Eine sprachliche Anmerkung: Refrigerator = Kühlschrank. Von einfrieren wird nichts gesagt.

      Schöne Grüße,
      moe