Attacus Atlas - Futterpflanzen und Raupensterben L1

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    • Attacus Atlas - Futterpflanzen und Raupensterben L1

      Hallo zusammen ,

      Ich habe vor 12 Tagen meine erste Aufzucht mit Eiern von Attacus Atlas begonnen.
      Zuchtbedingungen :
      - Behälter Ferrero Roche Dose groß ( 30er Pack ) :) .
      - Luftöcher im Deckel
      - Luftfeuchte hoch durch feuchtes Zewapapier am Boden
      - Futterwechsel alle 2 Tage
      - Reinigung täglich seit Schlupf

      Als Futterplanzen habe ich in erster Linie Ligustrum vulgare und als Wahlfutter auch noch Kirschlorbeer angeboten.

      Der Liguster wird gut angenommen , der Kirchlorbeer bisher eher verschmäht.

      Jetzt ist es witterungsbedingt ( feucht , kühl ) wohl so das der Liguster nicht mehr in perfektem Zustand ist und die Blätter mit schwarzen Flecken ( Pilz ) besetzt sind. Der Kirschlorbeer sieht einwandfrei aus.

      Die Raupen sind vor 6-7 Tagen geschlüpft und heute waren die ersten L2 zu sehen.
      Allerdings sind von den ursprünglich 32 L1 ( aus 35 Eiern ) inzwischen 10 eingegangen.
      Ist das normal ? Oder muss ich mir Sorgen machen das die ganze Zucht eingehen wird.

      Kann das mit dem Pilz auf den Blättern zu tun haben ?
      Wäre eine Umstellung auf Kirchlorbeer jetzt schon sinnvoll obwohl der Liguster bevorzugt gefressen wird ?

      Viele Fragen eines absoluten Anfängers ich weiß , aber ich hoffe ihr könnt mir hierbei mit eurer großen Erfahrung helfen.

      Vielen Dank schon mal und schöne Grüße ,
      Peter
    • P.S.: ich habe in einem gleich großen Behältnis die Luftfeuchte gemessen und sie liegt durchgehend bei 80-90% RF. Solange das Zewatuch feucht ist bleibt das so , Kondenswasser entsteht nicht.
      Gesprüht habe ich bisher noch nie , wäre dies vorteilhaft ?
      Ich habe dazu hier unterschiedliche Meinungen gelesen , möchte aber im Zweifel lieber nasses Futter vermeiden wegen Schimmelgefahr.

      Kann sein das ich auch zu neugierig bin und zu oft nach den Raupen sehe und sie dadurch störe ?

      Viele Grüße ,
      Peter
    • Vase nehmen oder Wasserflasche, Wasser rein, Ligusterzweige reinstellen, Flaschenhals mit Zewa verstopfen. Wasser und Futter täglich wechseln. Vase ins Zimmer stellen in einen Eimer oder Plaste Box. Fertig. Futter muss top sein, also gut auswählen, grossblättrigen Liguster suchen. Raupen von Attacus so nass zu halten, ist Quatsch, wie fast bei allen Arten eher nachteilig. So wie beschrieben kann man etwa 90 % aller Häufigen Saturniiden züchten.
    • Hallo zusammen ,

      vielen Dank für die Tipps , ich dachte nach dem was ich bisher gelesen habe das Attacus Atlas zumindest in den ersten Larvenstadien hohe Luftfeuchtigkeit braucht.
      Aber eure Empfehlungen sind da ja eindeutig.

      Also bin ich heute erstmal zum Pflanzencenter und hab mir einen 1m großen Ligustrum ovalifolium var. Goldliguster geholt.
      Eine kleine Glasflasche mit Wasser gefüllt , Zweige von dem Liguster und einen Zweig Kirchlorbeer hinein ( Stängel entlaubt ) , den Hals der Flasche mit Küchenpapier verstopft damit mir keine Raupe hineinkriecht und ertrinkt.

      Die verbliebenen Raupen habe ich auf die neuen Blätter vorsichtig rüberwandern lassen.
      Es sind jetzt nachdem heute wieder 5 Tote zu beklagen waren noch 8 Stück ( von 32 ) übrig , 6 in L2 und 2 in L1 ;( .

      Das Ganze in eine transparente Plastikbox gestellt , die Box in ein Gazeterrarium und fertig.

      Einmal kurz angesprüht und jetzt hoffen das wenigsten ein paar überleben ....

      Viele Grüße ,
      Peter
    • Hallo Peter,

      Pflanzencenter sind nicht optimal, da man nie sicher sein kann, ob die Pflanzen gespritzt wurden, meistens sind sie es. Wundere dich also nicht, wenn du weitere Ausfälle haben wirst. Besser sind Zweige aus Nachbars Garten, die sind höchstwahrscheinlich nicht gespritzt, und Fragen kostet nichts.
      Und wenn du die Box ins Badezimmer stellst, wo normalerweise die LF höher als im Wohnzimmer ist, kannst du dir auch das sprühen sparen.
    • Hallo Franz ,

      ja die Bedenken hatte ich auch , hab beim Pflanzencenter deshalb erst angefragt und die haben die Pflanzen seid über 4 Wochen im Haus und dort sind sie nicht behandelt worden. Eventuelle Behandlungen bei vorherigen Zwischenhändlern sollten in der Zeit soweit abgebaut sein. 100% sicher ist man natürlich nie.

      In der Nachbarschaft gibt es reichlich Kirchlorbeer und Ligustrum vulgare und ich darf mich bedienen , aber leider keinen ovalifolium.

      Also Daumen drücken ....

      Grüße ,
      Peter
    • Moin,

      kurzer Tip vom Gärtner: nein, nach 4 Wochen oder auch von mir aus nach 3 Monaten, sind Pflanzenschutzmittel noch keineswegs pauschal abgebaut.
      Der Gärtner, der das sagt, möchte nur seine Pflanzen verkaufen und sonst nix.

      Es kommt wie immer darauf an, welches Pestizid, wann/in welcher Konzentration/auf welche Kultur/zu welcher Zeit/unter welchen Kulturbedingungen angewandt wurde.

      Wenn man keine Wahl hat, kann man frische "Gärtnerware" sicherlich verfüttern, wenn eben keine Alternative zur Verfügung steht. Aber es ist immer ein Risiko.
      Und es ist auch völlig egal, ob nun konventionell angezogen, oder Bio: beide Anzuchtsformen schließen Behandlungen mit Pestiziden nicht aus, nur haben die Biobetriebe ein sehr eingeschränktes Repertoire.

      Dass eine Pflanze wirklich sauber ist, kannst vllt nach einem Jahr in der die Pflanze bei dir zu Hause steht, sagen.

      Viel Glück noch bei der Aufzucht.
      Rudi
      Sphingiden - was sonst? 8o Sphingids - what else?
    • Hallo nochmal ,

      leider , leider musste ich heute morgen ( 5 Uhr , noch vor der Arbeit ) den Totalverlust der Aufzucht beklagen.
      Die restlichen Raupen hatten wohl einen starken , sehr dünnflüssigen Durchfall bekommen und sind noch in der letzten Nacht verstorben.
      Von dem neunen Liguster haben sie nichts mehr gefressen , daran lag es also nicht.

      Ich hab sie wohl in Unkenntnis und mangels Erfahrung mit zu hoher Luftfeuchte und zu wenig Luftaustausch getötet.
      32 kleine Raupen die was besseres verdient hätten als einen Anfänger :wut: .

      Ich werde es jetzt wohl erstmal mit etwas robusterem versuchen , hab mir Eier von Cricula trifenestra bestellt.....

      Daumen drücken .... im Interesse der Kleinen.

      Viele Grüße ,
      Peter
    • Hallo Peter,

      eine Winterzucht ist immer ein gewisses Risiko da das Futter nicht annähernd die Qualität hat wie in der warmen Jahreszeit.
      Einem Anfänger würde ich empfehlen die ersten Zuchterfahrungen in der warmen Jahreszeit zu machen.

      LG Werner
    • Hallo Peter,

      bei Cricula trifenestrata habe ich mit Kirsche gute Erfahrungen gemacht. Ist halt um diese Jahreszeit generell mit dem Futter schwierig, Kirsche ist vorbei, und Eiche, Weide u.a. auch. Ich würde es mal mit Brombeere versuchen, die ist den ganzen Winter über grün, bei Kirschlorbeer würde ich die Blätter in feine Streifen schneiden, zumindest am Anfang. Raupen NICHT sprühen!

      Und das wichtigste: Sämtliche Gerätschaften , die du bei deiner Attacus-Zucht verwendet hast, peinlichst säubern und desinfizieren.
    • Wie schon oben erwähnt, ist die Zucht im Winter mit Futter aus der Natur heikel. In der Regel beginnen die Probleme mit dem Frost. Das betrifft offenbar gerade die immergrünen Pflanzen. Die haben einen biologischen Frostschutz, so auch Liguster. Wenn es Frost gibt, muss die Pflanze ihren Stoffwechsel umstellen, damit die Zellen in den Pflanzen nicht platzen. Ich meine, dass Glyzerin gebildet wird. Viele Arten bei der Zucht vertragen das nicht und bekommen Durchfall. Ich habe mehrere Zuchten verloren, die exakt vom immer gleichen Strauch, es war Feuerdorn gefüttert worden. Es kam extremer Frost und die L4 Raupen frassen nichts mehr und gingen an Durchfall ein oder verhungerten einfach. Es war Automeris oberthuri, eine Tieflandart. Hochgebirgsarten haben diese Probleme nicht. Scheinbar sind sie an hohe Glyzerineinlagerungen ihrer heimischen Futterpflanzen gewöhnt. Ist alles nur Vermutung.
    • @FrankyM

      Die 1. Raupengeneration wurde mit Liguster und Kirschlorbeer aus der Natur gefüttert. Bis dahin gab es noch keinen Frost. Die Blätter wurden erst verabreicht, als sie etwas abklimatisiert waren.

      Die 2. Raupengeneration (etwa 3 Wochen später) bekam von Beginn an Liguster als Lebendpflanze im Topf. Frost war die Pflanze nie ausgesetzt.

      Ich werde vesuchen eine neue Zucht aus anderer Herkunftsquelle zu bekommen. Die Sache interessiert mich allein wegen des masiven Raupensterbens. Das habe ich noch nie in diesem Ausmaß erlebt und habe auch schon ziemlich knifflige einheimische Arten gezüchtet.
    • Hallo

      Ich möchte Euch als Idee meine diesjährige atlas-Zucht ein wenig näher bringen.

      Im Oktober habe ich Freilandkokons der Art gekauft. Schnell nach Erhalt der Kokons sind dann auch schon die ersten Falter geschlüpft. Ein Päärchen habe ich dann in meinem Gewächshaus (hohe Luftfeuchte, nachts ca. 22°C/ tagsüber 25°) zur Kopula angesetzt. Um eine Luftzirkulation zu gewährleisten habe ich einen schwach blasenden Lüfter aufgestellt. Am nächsten Morgen waren die Tiere in Kopula. Eiablage erfolgte ab der 2. Nacht. Die Eier habe ich bei ca 25°C gezeitigt und die Eier einmal, meist morgens, durch den Sprühnebel gezogen. Nach ca. 10 Tagen sind die Raupen geschlüpft. Anzucht der Jungraupen in relativ kleinen Plastikboxen mit eher kleiner Lüftung bis L2. Futter : Ligustrum ovalifolium. Dann in grössere Boxen (LXBXH = 35X25X20 cm) umgesetzt. Tägliche Reinigung, täglich neues Futter hineingegeben und altes, leeres Futter entfernt. Ab L3 wurden die Raupen auf gewässertem Ligustrum ovalifolium gehalten. Um eine erhöhte Luftfeuchte zu erreichen habe ich die Raupen in ein Terrarium (3.5X1.5X2.0m, LXTXH) indem auch noch 2 Königspythons leben hinein gestellt. Da auch Pythons eine eher höherer Luftfeuchte mögen, bespritze ich alle 2 Tage die Wände und Pflanzen des Beckens mit entsalztem Wasser, vermeide es aber den Liguster und die Raupen direkt zu befeuchten. Temperatur im Becken ca. 25°C tagsüber, nachts einige Grade kühler. Jetzt sind die Raupen kurz vor der Verpuppung. Ich habe A.atlas schon einige Male gezüchtet, konnte aber nie Raupen einer solchen Grösse erzielen. Ligustrum ovalifolium ist als Raupenfutter ideal, auch nach Einsetzen der ersten Fröste habe ich keine Verhaltensveränderung der Raupen beobachtet. Sie fressen unglaublich viel und ich muss täglich eine riesige Menge Futter anschleppen. Glücklicherweise habe ich ganz in der Nähe einen super Standort dieser Pflanze, welche auch jetzt nach den ersten Frösten immer noch grün ist.
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    • Zur Info,

      auch meine 2. Zucht ist nach gleichem Muster verstorben. So kann ich nun eine Erbkrankheit der Eier/Raupen, Gen- Defekt o.ä. ziemlich sicher ausschließen.

      Es muss also die Futterpflanze sein, Ligustrum ovalifolium im Topf vom Baumarkt aus einer Baumschule. Meine Anfrage nach einer Vorbehandlung der Pflanze wartet noch auf Auskunft.

      Ich ärgere mich natürlich, dass ich den anderen Ansatz verfolgt hatte...
    • Es ist für mich sehr ärgerlich und unverständlich, dass sogar solche für draussen bestimmte Pflanzen behandelt werden. Aber natürlich ein Problem der Einstellung der Leute. Es muss bei uns ja alles tiptop aussehen sonst wird's nicht mehr gekauft. Ein Apfel mit einem Fleck oder so! Nahezu unverkäuflich. Ein Ligusterbüschchen mit angefressenen Blättern, unverkäuflich. Wir spinnen hier im "Westen" und vergiften dabei uns selbst. Absolut irr.
      Für ein nächstes Mal. Lass einige Ligusterzweige im Wasser stehen. Auch wenn sie dann irgendwann die Blätter verlieren, sie werden zu wurzeln beginnen. Dann die gut bewurzelten Zweige im Topf in gute Erde (ohne Zusätze) setzen und Du wirst innert kurzer Zeit "saubere" und schöne Ligustersträuche haben.
      Sorry, aber ich hab mich ein wenig genervt!
      Gruss
      Thomas