Brombeerspinnerraupen überwintern

    Hallo Freunde, bitte helft mir.
    Ich habe Raupen vom Brombeerspinner. Die Eier hatte ich im Frühjahr in Ungarn gefunden. Die Raupen sind schon groß, evtl. schon ausgewachsen? Aber abends höre ich sie noch fressen.
    Wie muss ich die Raupen überwintern?

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    Hallo Ulrike!

    Die Überwinterung von Brombeerspinnerraupen ist nicht ganz einfach und fast immer mit hohen Verlusten verbunden. Ich benutze für die Überwinterung einen Behälter wie ihn Manfred Koch im Band 1 seines vierbändigen Werkes "Wir bestimmen Schmetterlinge" beschreibt. Die Abmessungen sollten in etwa 30 x 30 x 30 cm betragen und der obenliegende Deckel sollte dicht schließen (mit Fensterdichtband abdichten). In den Boden werden mehrere Löcher mit 2 bis 3 cm Durchmesser gebohrt. Aus dem Deckel wird ein Fenster ausgeschnitten. Die Öffnungen werden mit Drahtgaze verschlossen.
    Der Kasten erhält (von unten nach oben) folgende Füllung: Blumentopfscherben - erdfreies grünes Moos - trockenes Buchenlaub. Du kannst die verschiedenen Bestandteile aber auch vermischen.

    So Anfang bis Mitte Oktober sind die Raupen ausgewachsen und stellen das Fressen ein. Gib sie dann ohne Futter in den Überwinterungskasten, in dem sie sich dann schnell eingraben werden. Der Kasten sollte im Freien an einem vor Regen und Schnee geschützten Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung (Schuppen, Car-Port...) aufgestellt werden.

    Da Brombeerspinnerraupen im Frühjahr fast ausnahmslos von einem Pilz befallen werden, ist es erforderlich den Überwinterungsvorgang frühzeitig abzubrechen. Nach einer längeren Periode strengen Frostes, spätestens aber Ende März bringst du den Kasten für ein bis zwei Tage in ein ungeheiztes Zimmer. Die Raupen fressen nach der Überwinterung nicht mehr. Sie verpuppen sich aber erst, wenn der im Winter verhärtete Kot ausgeschieden ist. Zu diesem Zweck musst du die Raupen für ca. eine Woche täglich einem ca. halbstündigen Bad in handwarmem Wasser unterziehen (Gummihandschuhe tragen, sonst gibts gewaltigen Juckreiz). Sie sollen so lange im Wasser bleiben, bis sie untergehen und fast tot erscheinen. Beim Trocknen auf Küchenpapier oder einem alten Handtuch werden sie schnell wieder munter. In der zweiten Woche werden die Raupen nur noch alle zwei bis drei Tage gebadet. Die ersten Kandidaten sollten aber bereits nach wenigen Tagen mit der Abfertigung des röhrenförmigen Kokons beginnen. Papierröhrchen mit ca. 2 cm Durchmesser werden zur Verpuppung gerne angenommen.

    :daumenja: Gutes Gelingen :daumenja:

    Ganz genau Bernhard, im Freiland machts der Regen. Nachdem es aber in unseren Wohnungen nicht zu regnen pflegt, muss eben das tägliche Bad herhalten. Im Badewasser kann man übrigens manchmal die ausgeschiedenen Kotkörner finden. Die sind so hart, dass sie sich im Wasser nicht auflösen.

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