Beiträge von Statler

    Hi,

    ich bzw. wir mussten nun feststellen, dass zum zweiten Mal* Eier nicht anzukommen scheinen. Vor ca. 2 Wochen ist der erste Brief verschollen, nun ist der nächste Brief nach 2 Tagen nicht zugestellt, was bei der Post eigentlich kein gutes Zeichen ist. In den Nachrichten kann ich bis auf zwei Artikel nichts finden:

    Das-steckt-hinter-den-Zustellproblemen-bei-der-Post.htm

    Zitat

    Wie Stromski geht es vielen Menschen in Berlin. Rund 400 Beschwerden verzeichnet die Bundesnetzagentur, die die Post kontrollieren soll, bis Anfang Oktober – so viele wie im gesamten Jahr 2016. Und mit Beginn des Winters steigt die Zahl meist noch einmal deutlich. Viele Kunden beklagen sich, dass tagelang keine Briefe kommen – dann aber alle auf einmal, sodass der Briefkasten überquillt. Wie aber kann das sein?

    Deutsche Post in Köln: Bewohner schäumen vor Wut - FOCUS Online


    Zitat

    Derweil sprach EXPRESS mit zahlreichen enttäuschten Post- und DHL-Kunden persönlich. „Einer Patientin wollten wir ein Rezept zuschicken – das hat 16 Tage gedauert. Innerhalb Kölns!“, berichtet die Chefin einer Orthopädiepraxis an der Breite Straße. „Man könnte über die Post fast lachen, wenn’s nicht ernst wäre.“

    [Usw.]

    Habt Ihr momentan derartige Probleme? Brauchen Briefe einfach 2 Tage länger als sonst? 3 Tage? Es ist wirklich zum Verzweifeln, da es nun zum zweiten Mal eine Art betrifft, die für mich das Highlight des Jahres wäre.


    * Eigentlich sind's sogar 3 Fälle, da noch jemand einmal, aber nicht doppelt betroffen war.

    Das passt perfekt, wenn ich die Größenangabe (bis 3cm) im Netz mal ignoriere. Sie hat schon in Abwehrhaltung 3cm, also sind's wohl eher 3,5cm, sodass ich mal auf ein Weibchen hoffe. Und direkt die schönere Farbvariante erwischt - nett! (War nur ein blinder Passagier auf dem Futter für die Eacles.)

    Ach, ich versuch schon, zuerst selbst zu recherchieren, aber das geht gerade nicht.

    Danke Dir!

    Die WISIA-Seite hatte ich auch schon geprüft. Da ist nur ein anderer Simyra-Vertreter gelistet.

    Ich finde nur nichts darüber, was Kategorie 1 der RL für die Praxis bedeutet. Die Forensuche hier ergab irgendwie auch nicht viel, sodass es schon noch interessant wäre, zu wissen, was es eigentlich zu bedenken gibt.

    Das passt ohne jeden Zweifel! Vielen, vielen Dank!

    Wikipedia:

    "Die Art kommt in Deutschland nur sehr lokal vor, fehlt gebietsweise ganz oder ist verschollen und wird auf der Roten Liste gefährdeter Arten in Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt." Das erklärt dann auch, warum ich sie nicht via Google-Bildersuche finden konnte, als ich nach Eulen suchte. Hatte bereits die Vermutung, dass das die korrekte Richtung ist.

    Das heißt aber nun, dass ich sie sofort wieder aussetzen muss, oder? Ich hatte die zwei mitgenommen, da ich vermute, dass die Fläche bald nochmal gemäht wird (war in den letzten Jahren immer so, wenn ich nicht irre). Eine Wiese mit der gleichen Futterpflanze, die halbwegs sicher und in der direkten Umgebung ist, sollte zu finden sein, auch wenn's mich sicher 2 Stunden kosten wird.

    Anbei zwei Bilder. Fundort: Norddeutschland auf einer feuchten Wiese am Waldrand. Sie fressen eine ziemlich große Grasart und sind ca. 4cm lang.

    Ich habe schon über eine Stunde gesucht, konnte aber nichts Passendes finden. Da die Verpuppung sicher bevorsteht, ist's wichtig für mich, zu wissen, was sie brauchen.

    [Blockierte Grafik: https://abload.de/img/wp_20170920_0035uui9.jpg][Blockierte Grafik: https://abload.de/img/wp_20170920_0050ou61.jpg]

    Wenn es ein Weibchen wird, kannst Du es einfach am Kokon sitzend wind- und regengeschützt irgendwo draußen anbringen und es spätestens am nächsten Tag verpaart wieder mitnehmen. Aber Achtung: Der Nachwuchs ist so extrem klein, dass er durch nahezu jede Lücke kommt.

    Bitte nur stehende, feuchte Luft vermeiden, sonst kannst Du mit der Raupe nichts falsch machen. Ist auch schon sehr weit in der Entwicklung.

    Nach 14 Tagen würd ich mir wenigstens ein Ei mal angucken, ja. Wenn Du darin eine grüne Flüssigkeit vorfindest, tut sich da auch nichts mehr.

    Allgemein: Bei befruchteten Eiern zieht die Flüssigkeit nach ein paar Tagen Fäden, wenn man mit einer Nadel durchfährt, während sich die Flüssigkeit in unbefruchteten Eiern wie Wasser verhält.

    Ich danke Euch für die umfassenden Kommentare. Ist wirklich interessant, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind bzw. wie extrem die Meinungen auseinandergehen.

    Michael, Inzucht kann ich als Ursache ausschließen, da es Tiere verschiedener Herkunft waren. (Und viele, siehe Lukas' Beitrag, bestreiten ja, dass das in F1 überhaupt relevant ist.). Und es waren ca. 40 Falter in 3 Wochen. Über 20 Weibchen, die Männchen zur Verfügung gehabt hätten.

    Insofern bleibt wirklich nur pure Ratlosigkeit, sodass für mich die Frostfrage der letzte Strohhalm wäre. Habe aber Zweifel daran, ob ich es 2018 nochmal mit neuen Raupen versuche. Der Frust sitzt dieses Mal tiefer als sonst, viel, viel tiefer.

    So, ich hatte nun insgesamt 2 natürliche Paarungen, was schon mies genug ist, aber BEIDE Paarungen waren ein Fehlschlag. Jeweils deutlich über 10 Stunden und erst abends wieder gelöst.

    Kann es sein, dass die Puppen wirklich Frost brauchen, damit es klappt? Es kann doch nicht normal sein, dass zwei Paarungen taube Eier hervorbringen. Für mich ist das Kapitel Saturnia pyri auf jeden Fall zumindest für dieses Jahr geschlossen; ob ich mir das nochmal antue, weiß ich nicht.

    Es ist zwar über 15 Jahre her, dass ich diese Art mal gehalten habe - aber wenn ich mit denen viel Ärger gehabt hätte, wüsste ich das noch, da ich von den Arten, die bei mir nicht so recht wollten, schnell die Finger gelassen habe.

    Was ich noch grob von früher weiß (bitte zur Sicherheit nochmal googeln oder in der Literatur nachschauen):
    - Temperatur tagsüber deutlich erhöht (gerne 30 Grad, hatte damals aber etwas weniger); Wärme kam von oben per Lampe
    - Nachts Absenkung auf Zimmertemperatur, also einfach gar nichts machen
    - tagsüber reicht Zimmer-Luftfeuchtigkeit, falls man keine sehr trockene Wohnung hat (also auch hier: einfach gar nichts machen)
    - abends hab ich dann so gesprüht, dass es morgens wieder getrocknet war; gemessen habe ich da nie
    - keine Staunässe, da sonst hygienische Probleme entstehen

    Ich habe die Art als ziemlich nervös/zickig in Erinnung, wobei ich da irren kann. Also lieber mit der Pinzette arbeiten, falls Du da selbst nervös bist.

    Wichtig ist, dass die Einrichtung so gestaltet ist, dass es keinen Platz gibt, um sich zu niedrig für eine Häutung aufzuhängen.

    Ansonsten: Ich war damals noch ein Kind und war sicher nicht so zuverlässig mit dem täglichen Sprühen. Würde mich also wundern, wenn die so sensibel sind, dass sie nachts immer 70/80% brauchen. Dann hätte das damals eher nicht geklappt.

    Nicht wirklich hilfreich, da zu lange her, aber vielleicht etwas beruhigend. Hatte eigentlich nur dank Zeitschaltuhr die Temperatur dauerhaft im Griff, ohne dass es da Probleme gab. :winking_face:

    Ich gebe hier mal das vorletzte Update, bevor ich dann vereinzelt prüfe, ob die Eier befruchtet sind:

    Vom Gefühl her würde ich sagen, dass es bei einer einzigen Paarung geblieben ist. Es gibt noch einen 'Eventuell-Fall', aber der Rest lockte auch die zwei folgenden Nächte und zusätzlich noch heute. Das heißt erst einmal: Auch die Methode, sie draußen zu verstecken, geht nicht mit einem befriedigenden Erfolg einher. Die Frage ist nun, woran das liegt. Brauchen die Puppen Frost, damit die Kerle 'funktionieren' (siehe als Quelle für diese Theorie Seite 1)? Ist die Box zu klein bzw. sitzen die Tiere zu nah beieinander?

    Ich bin nun erstmal etwas ratlos und hoffe, dass wenigstens das unzweifelhaft verpaarte Weibchen befruchtete Eier legt. Wäre nicht die erste vergebliche Paarung in diesem Jahr.

    Nachtrag: Das Wichtigste vergessen! Wer sich trotz dieser niederschmetternden Erfahrungen an der Zucht versuchen will und keine Möglichkeit hat, wilde Männchen anzulocken: Es ist ja durchaus üblich, dass die Männchen etwas früher schlüpfen und die Zucht zur Zitterpartie werden lassen, aber hier ist es besonders ausgeprägt. Da die Männchen dieser Art auffällig kurzlebig sind und sie obendrein 3-7 Tage vor den Weibchen schlüpfen, stehe ich nun hier mit 6 frischen Weibchen ohne Männchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass noch eins schlüpft, dürfte gering sein. Daher mein dringender Rat: Falls ihr wie ich auf die Überwinterung im Kühlschrank angewiesen seid, holt die Weibchen geschlossen 3-4 Tage vorher raus! Ihr steht sonst, noch auffälliger als bei vielen anderen Arten, hilflos mit Weibchen da. Ich werde die restlichen Puppen im nächsten Winter mit leichtem Frost konfrontieren und dann schauen, ob sich das auswirkt.

    Mehr Infos kann ich leider für zukünftig Ratsuchende erst einmal nicht liefern. Stellt euch zur Sicherheit auf jeden Fall auf eine Menge Frust ein.

    Die sicherste Lösung sind Gläser mit Schraubdeckeln. Einfach Löcher in der Größe reinbohren, die Du brauchst, und die Pflanzen reinstecken. Da kann dann nichts verrutschen oder sich vollsaugen. Todesfälle durch Ertrinken sind dann ausgeschlossen.

    Gruß