Beiträge von mio michael

    Zu C. laocoon kann ich dir nichts sagen aber vielleicht hilft dir auch diese Info weiter:
    Ich habe Citheronia splendens dieses Jahr auf P.laurocerasus gehalten und parallel einige Raupen aus dem selben Gelege auf Liguster ovalifolium und wieder einige auf Juglans regia.
    Die Entwicklung war bei den Raupen auf LoKi etwas langsamer und dir Raupen blieben ein kleines bisschen kleiner (kann aber Zufall sein) - aber insgesamt hat es gut geklappt mit geringen Ausfällen - haben sich alle verpuppt und überwintern gerade - zur Falterschlupfrate kann ich nichts sagen - die Puppen sehen aber gut aus.

    Viele der Liguster-Sträucher bei mir in der Gegend sind nicht wirklich richtig wintergrün- verlieren die meisten Blätter und oder haben viele gelbliche Blätter was bedeutet der Stoffwechsel der Liguster-Sträucher anders ist anders - ob die dann noch gut als Futterpflanze taugen weiss ich nicht - P. laurocerasus ist auf alle Fälle nach meinen Erfahrungen auch im Winter eine recht stabile Futterpflanze - wahrscheinlich auch für C. laocoon

    Nimm es dir nicht so zu Herzen und versuch es in ein zwei Jahren nochmal wenn der Frust etwas verflogen ist - hatte selbst mal ähnlichen Frust vor 4 Jahren als ich eine Citheronia regalis-Zucht starten wollte - extra Eier von versch. Leuten gekauft - hatte bei den Raupen wenig Ausfälle und viele Puppen aber im Folgejahr keine Paarung hinbekommen, da die Falter ganz vereinzelt mit zeitlichem Abstand von einer Woche schlüpften - wenn mal zwei gleichzeitig schlüpften, waren es zwei Weibchen oder zwei Männchen (obwohl sich die Raupen ziemlich zeitgleich verpuppten und unter gleichen Bedingungen überwinterten) - ich kann dir sagen, da war ich auch verärgert...

    Würde Lukas auch zustimmen, dass die Art eher einfach zu züchten ist und wie gesagt, unbefruchtete Gelege sind sicherlich die Seltenheit - mein langer Post zuvor sollte nur mögliche mir bekannte Gründe für ein unbefruchtetes Gelege zusammenfassen. Bei mir hatten sich Geschwister-Tiere nur selten freiwillig gepaart und wenn doch, war aus meiner Erfahrung die Befruchtungsrate geringer bis hin zum thematisierten Bleigelege - zu Inzucht bedingten Generationsausfällen habe ich es nie kommen lassen.
    Etwas tricky ist nach wie vor (wie bei fast allen Saturniiden) die Zeitspanne von wenigen Tagen in denen die Weibchen sich paaren können, das kann bei einer Zucht von wenigen Tieren schon zu Problemen führen wenn das Timing nicht stimmt.
    In der Mitte Deutschlands ist das Klima insgesamt etwas milder - aber der maritime Einfluss des Nordens fehlt daher gibt es im Winter hin und wieder Tiefspitzen und die töten Arten wie S.pyri, die ja doch eher etwas südlicher ihre Ursprünge haben. Grüße.

    Habe viele Jahre S.pyri erfolgreich gezüchtet und kann sagen, dass ich ganz selten unbefruchtete Gelege trotz "natürlicher" Paarung hatte (bei Hand-Paarung und/oder Paarung von Geschwistertieren etc. sieht das natürlich anders aus).
    Hin und wieder trat eine Blei-Gelege auf, wenn in den Nächten der Paarung die Temperaturen niedrig (nahe des Gefrierpunktes) war.
    Gerade bei einer etwas "wärmeren" Überwinterung der Kokons, kann es sein, dass die Falter ein paar Wochen früher schlüpfen als in der freien Natur, wenn man dann die Falter für eine schöne Luftzirkulation und Pheromonverwehung in einen Flugkäfig setzt der im Freien steht, dann kann es Nachts überraschend kühl für die Tiere werden und zum Kälteschock führen auch wenn eine Paarung eingegangen wird findet keine Befruchtung statt.

    Die Puppen sind übrigens nach eigenen Erfahrungen nicht ganz "winterhart" - bei tiefen Temperaturen im Winter in Mitteldeutschland sind mir auch schon Puppen definitiv erfroren dich im Schuppen überwintern wollte. Überwintern würde ich bei ca. 0°C.

    Nur um noch auf die vorherige Diskussion der Vollständigkeit halber einzugehen - Geschwister paaren sich meist nicht freiwillig, Weibchen locken meist nur 2 Nächte wirklich intensiv, danach wird das Locken bereits immer öfter mit Eiablagen unterbrochen was eine Paarung erschwert oder verhindert - Weibchen die älter als 4 Tage sind, sind nur noch sehr bedingt befruchtungsfähig - hin und wieder paaren sich Männchen noch mit "alten" Weibchen, aber die Eier sind dann auch zu einem deutlich höheren Teil unbefruchtet - ich nehme an die Eier sind zu diesem Zeitpunkt bereits ablagebereit und nicht mehr befruchtungsfähig. Ein Männchen kann auch tatsächlich nur 1 Weibchen komplett befruchten - Folgepaarungen sind möglich, führen aber auch zu deutlich geringeren Befruchtungsraten bis hin zu totalen Bleigelegen.

    Gerade weil das Timing beim Alter der Weibchen bei dieser Art wichtig ist - würde ich stets ein Set von min 20 Kokons als Ausgang von mindestens 3 versch. Eltern fokussieren um wiederum min 3 Paarungen zu erhalten - so kann man viel Folgegenerationen züchten.
    Wenn man dann noch hin und wieder ein paar Kokons mit anderen Züchtern tauscht um das Blut zu erneuern steht einer "ewigen" Zucht nichts im Wege.
    20 Tiere als Saison-Endpopulation scheint erstmal viel aber das Timing für die sichere Paarung ist eben entscheiden - im Vergleich zu anderen Arten wie z.B Citheronia ist der Schlupf bei S.pyri doch noch recht koordiniert und synchron insofern man die Puppen lange genug unter gleichen Bedingungen hält ist eine Schlupfperiode von ca. 2 Wochen normal - was bei 20 Kokons einem eine hohe Wahrscheinlichkeit der möglichen Paarungsübereinstimmung gibt. Hin und wieder ist auch eine doppelte Überwinterung möglich aber eher selten - den Auslöser dafür ist mir aber noch nicht so ganz klar.

    Michael