Hallo Nesrin,
auch ich zähle mich noch zu den Anfängern und habe wenig botanische Kenntnisse. Ich habe die Raupen des Braunwurzmönchs auch nur zufällig gefunden. Kennt man aber einmal die Futterpflanze, ist es wirklich einfach, Raupen und auch Eier zu finden. Vielleicht hilft es dir anfangs auch mit einem Pflanzenbuch durch die Natur zu streifen.
Die von mir aufgezählten Pflanzen (zumindest wilde Möhre und Königskerze) wirst du sicherlich nach kurzer Zeit erkennen.
Wo du in Wien Erfolg haben wirst, das mußt du wohl selbst heraus finden.
Ich war bei uns (auf dem Lande) bei unserem hiesigen Naturschutzhof, die diverse Pflanzen und Wildwiesen angebaut haben. Vielleicht gibt es ja bei Euch einen botanischen Garten, der nicht nur Besucher mit Nagelscherentick begeistert.
Mit Brachflächen (keine Ahnung ob das der richtige Fachausdruck ist) meinte ich Ränder an leer stehende Grundstücke, Ränder an alten Parkplätze, Ränder von Bahnstrecken - im Grunde Stellen, die lange brach liegen und sich keiner drum kümmert. Wilde Möhre braucht (so wie ich das sehe und die Erfahrung gemacht habe) keinen besonderen nährstoffhaltigen Boden mit viel Erde. Bei uns wächst die Pflanze neben wirklich jedem leer stehenden Grundstück, das länger nicht gepflegt wurde. Am ehesten wirst du allerdings Raupen ab Ende Juli - Anfang August finden, wenn die ersten Blüten vorhanden sind.
Die Eichen wachsen bei uns zum Teil in der Stadt oder auch außerhalb an Feldrändern. Ich kann dich gut verstehen, dass du im Dunkeln nicht alleine raus möchtest. Zum Teil kommt mein Freund mit mir. Bin aber auch oft alleine unterwegs (mit Pfefferspray und Brotmesser bewaffnet
)Vielleicht kannst du ja mal Freunde, Bekannte, Familie oder Nachbarn fragen, ob sie dich begleiten.
Die Beobachtung der herauf wandernden Raupen habe ich auch zufällig gemacht. Wir haben ein paar Bäume mit Köder beschmiert und abgewartet, welche Falter so kommen. Es kam natürlich kaum was Interessantes
Dafür krabbelten aber an jedem Baum zig Raupen nach oben an die Blätter, da sie anscheinend nur nachts fressen. Diese Beobachtung habe ich jedes Mal beim Ködern gemacht (wenn natürlich Raupenzeit für L. dispar war). Du kannst diese Raupen aber auch tagsüber oftsmals an Eichen finden. Manche krabbeln nicht zurück ins Unterholz. Du kannst ja auch mal die Stämme absuchen, manche verkriechen sich in Ritzen an den Stämmen.
So, liebe Nesrin, jetzt bist du an der Reihe und mußt auf die Suche gehen.
Wünsche viel Erfolg dabei.
LG Alex