Beiträge von ornata

    Hallo Werner,
    zu einem Versand von Puppen von flavia, Hebe oder matronula würde ich nicht raten, denn die Puppen befinden sich nicht ohne Grund in einem sehr dichten Kokon, der die Puppe vor allen Erschütterungen schützt.
    Sollte beim Transport die Puppe irgendwie gestoßen werden, dann wird der Imago sicherlich nicht mehr optimal schlüpfen können. Verkrüppelungen und abgestorbene Puppen sind die Folge. Bei diesen Arten ist ein Versand von Eiern die beste Alternative.

    LG und gesund bleiben

    Otmar

    Lieber Hans,
    so wie du das schilderst, scheint eine Verpuppung in weite Ferne gerückt zu sein.
    Die Raupe würde ich noch einmal ins Freie in eine möglichst luftige Plastikdose geben und dort mäßig mit Brennessel füttern.
    Oft ist der Endiviensalat, den du zu kaufen bekommst, gedüngt und z.T. auch gespritzt. Da dürfen wir uns nichts vormachen. Für Bären aus dem Hochgebirge verwende ich meist Wiesen-Pippau (ausgestochen) und frisch ausgetriebene Brennesselpflänzchen nach der Überwinterung.
    Bitte da keine gekauften Salatpflanzen verwenden, denn die sind meist verschiedenartig „kontaminiert“.

    Wenn du demnächst frische Eier von flavia haben möchtest, dann melde dich, denn ich habe fast alle Raupen unterschiedlicher Größe über den Winter, den es eigentlich nicht gab, gebracht.
    Einige Kopulas werde ich probieren.

    Noch eine schöne Quarantäne-Zeit und bleib gesund

    Otmar

    lieber Leo,
    hoffentlich geht’s dir und deiner Familie gut, angesichts der grassierenden Pandemie.
    Selbst habe ich hymenaea noch nicht gezüchtet, aber ich weiß, dass bei einigen Catocalen- Arten die Eier erst sehr spät schlüpfen. Ich würde die Eier in deine Filmdose geben und diese dann an die frische Luft - sprich auf den Balkon oder die Terrasse - stellen. Erst so Anfang bis Mitte April werden die Jungraupen unter ganz natürlichen Umständen schlüpfen, du musst nur regelmäßig kontrollieren. Bei mir sind die Larven von dilecta und puerpera auch erst im April, damit ganz spät, geschlüpft.
    Lässt du öfters mal Arten der Gattung Catocala ablegen?
    Evtl. an mich denken, wenn du was „Besonderes“ hast.

    lG und bleib in Österreich gesund

    Otmar

    Hallo,
    im letzten Jahr habe ich selber einige Raupen an Oleander gefunden, das war oberhalb des Gardasees am Ledrosee.
    Das war Mitte bis Ende August, d.h. es waren Raupen in mittlerer Größe. Die dürften in natura sicherlich noch bis Mitte September gefressen haben.
    In den Lagen unmittelbar am See in Malcesine habe ich noch nie Raupen entdecken können. Ich vermute, dass dort die Oleanderstöcke auch gedüngt oder gegen Schadinsekten (Blattläuse) gespritzt werden. Weiter oberhalb (ab ca. 800-900m) dürfte das nicht mehr der Fall sein.

    Hoffentlich konntte ich bei der Klärung der Frage, ob man unterhalb der Stöcke im Lauf suchen sollte, behilflich sein. Ich würde dort suchen, wo auch deutliche Fraßspuren am Oleanderbusch zu entdecken sind.

    Grüße

    Otmar

    Lieber André, liebe Diskussionsteilnehmer,
    abschließend noch ein kleiner Nachtrag zur gezielten Bti-Bekämpfung, die im Zusammenhang mit einem Artikel von FOCUS online zum Thema „Welche Schädlinge in diesem Jahr besonders wüten?“ erwähnt wurde. Hier wird auf die Schädlingsbekämpfung mit Bti (Schwammspinner, Eichenprozessionsspinner) und den Einsatz von Kammerjägern (Wespen) hingewiesen.

    Hier ein Zitat:

    Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben schon Straßen, Parks und Sportgelände derart befallen, dass diese gesperrt werden mussten. Als mögliche Gegenmaßnahme im öffentlichen Grün nennt das JKI das Absaugen der Nester durch Spezialisten. Und im niedersächsischen Landkreis Gifhorn wurden Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr sogar mit Hubschraubern aus der Luft bekämpft: Sie besprühten die Tiere mit dem Mikroorganismus Bacillus thuringiensis.

    Also ist das Bti nicht nur mückenspezifisch, es befällt - das lässt sich daraus schließen - jeden Insektenorganismus, der damit in Kontakt kommt. Zwangsläufig ist der bedenkenlose Einsatz von Bti auch für das immer weiter fortschreitende Insektensterben mitverantwortlich. Das lässt sich nun nicht mehr von der Hand weisen.

    Noch ein schönes Wochenende mit tollen Falterbeobachtungen

    Otmar

    Hallo Diskussionsteilnehmer,
    am ehesten vermute ich einen späten Einsatz des Bti-Wirkstoffs gegen die akute Mückenplage, die noch vor einer Woche ihr Optimum hatte.

    Auf der Internetseite des BUND Naturschutz in Traunstein habe ich folgenden Artikel zu Bti gefunden. Hier ein Ausschnitt:

    Der Wirkstoff Bti

    Der Bti-Wirkstoff ist ist ein Eiweißkristall, das aus dem Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) gewonnen wird. Es lagert sich bei den Zielorganismen an Rezeptoren von Darmzellen, bringt die Zellen zum Zerplatzen an und zerstört damit das Darmepithel.
    Inzwischen kann man Bti züchten und die Kristalle extrahieren. Der Wirkstoff wird dann mit Eisgranulat, Sand oder Öl meist mit dem Hubschrauber auf die entsprechenden Wasserflächen und Überschwemmungsflächen ausgebracht.

    Auswirkungen auf Nichtzielorganismen

    Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass Bti innerhalb der Ordnung der Zweiflügler eine Breitbandwirkung besitzt. Sicher ist, dass Bti auf alle 2500 Arten der Stechmücken tödlich wirkt (in Europa sind es 104 Arten), ebenso wie auf die über 50 Arten der Kriebelmücken. Hinzu kommt eine letale Wirkung auf Zuckmückenarten ( ca. 700 in D), die für den Menschen keine Störung darstellen, aber einen Hauptnahrungsbestandteil für viele Tierarten darstellen.
    Neue Untersuchungen (2017 Uni Koblenz-Landau) zeigen, dass vor allem die ersten Larvenstadien der Zuckmückenlarven sehr empfindlich schon gegenüber geringen Bti-Konzentrationen sind. Zuckmücken, die in allen Feuchtgebieten in oft sehr großer Zahl vorkommen, sind auch aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes ein wertvoller Hauptnahrungsbestandteil für Spinnen, Amphibien (Adulte und Larven), Fische, Libellen, Vögel und Fledermäuse.
    Auswirkungen auf andere Insekten wie Eintagsfliegen, Wasserkäfer oder Waffenfliegen wurden immer wieder veröffentlicht, vor allem in Langzeitstudien. Diese Ergebnisse sind ähnlich der Beobachtung, dass z.B. auch beim Einsatz von gentechnisch verändertem Bt-Mais, der das Bti-Toxin selbst herstellen kann, nicht nur der Maiszünsler, der die Pflanze selbst frisst, abstirbt, sondern auch Räuber, wie die Florfliege, die sich von Freßfeinden der Maispflanze ernähren. Dieses Phänomen konnte wissenschaftlich noch nicht aufgeklärt werden, auch die Unbedenklichkeit von Bti muss also stark in Frage gestellt werden.
    Untersuchungen der Uni Koblenz-Landau (2018) an Grasfrsochkaulquappen haben gezeigt, dass Amphibienlarven, die während ihrer gesamten Entwicklungszeit Bti ausgesetzt sein können, Veränderungen in ihrer Entwicklung, z.B. durch steigende Enzymaktivitäten zeigen. Auch hier gibt es also Auswirkungen, die weiter untersucht werden müssen.

    Meine eigenen Erfahrungen zu Spritzmitteln mit Bti:

    Vor einigen Jahren habe ich Raupen von P. machaon auf einem Karottenfeld in der Umgebung von Rosenheim gesammelt, das kurz vorher mit einem Insektizid behandelt wurde. Die fast erwachsenen Raupen sind während der Käfighaltung zu 100% eingegangen. Die Ursachen und Symptome waren dieselben. In diesem Fall verendeten die Raupen schon nach der nächsten Häutung. Im Fall der geschlüpften Falter kann es sein, dass sich die erwachsenen Raupen nach der Kontamination mit dem Bti-Eiweiß noch verpuppen und in der Puppe weiterentwickeln konnten. Erst nach Beendigung der Metamorphose wurde der Darm befallen und die Folgen eines sehr flüssigen Kots sind in der Diskussionsrunde eingehend besprochen worden. Das könnte die Ursache für dein Problem sein.

    Diesbezüglich sollten noch weitere Untersuchungen zum Bti-Einsatz in der unmittelbaren Nähe von Schmetterlingszuchten durchgeführt werden.

    Mit einem entomologischen Gruß

    Otmar

    Hi Kollegen,
    meine Methode hatte bei kleinen - auch Mikros - und mittleren Faltern über Jahre einen sehr guten Erfolg gezeigt.
    Es geht darum, dass die fast trockenen Falter nicht nass werden, manchmal war dies aber in der Vergangenheit nicht zu vermeiden, weil ich die eingelegten Falter entweder in der Dose vergessen oder zu lange darin belassen habe.

    Meine Technik:
    Für eine immerfeuchte Umgebung (mäßige Luftfeuchtigkeit) wähle ich eine gut abschließende Plastikdose aus, in die ich zunächst eine Schicht mit saugfähigem Küchenpapier einlege. Danach auch bereits auf diese unterste Papierlage ein wenig Thymol aufstreuen, damit die eingeschnittene Schicht aus Pflanzenblättern nicht von unten zu schimmeln beginnt.
    Jetzt werden saftige Blätter des (für mich ganz günstig im Garten stehenden) Kirschlorbeers - bitte große, dunkelgrüne Blätter bevorzugen - in kleine dünne Streifen geschnitten und gleichmäßig auf die vorbereitete Papierlage verteilt. Sollte die Schicht dicker werden, dann auch noch bei der Hälfte des Pflanzenmaterials Thymol ausbringen. Abschließend erneut eine Papierlage auf die Blätterschnipsel auflegen, sodass die in die Dose eingelegten Falter nicht mit den Schnittgut in Kontakt kommen.
    Die eingeschnittene Schicht an Blättern sollte etwa 4 cm dick sein, dann können sich die ausströmenden Pflanzensäfte in der Dose überallhin ausbreiten.
    Ganz kleine Arten, auch frisch gefangene Tiere verbleiben nur sehr kurz in diesem Feuchtraum. Sollten die Tiere schon eingetrocknet sein, dann länger darin belassen und jeden Tag kontrollieren.

    Was das Gute an dieser Technik ist, dass kleinere Wasserflecken auch nach dem Herausnehmen an der Umgebungsluft schnell wieder verschwinden. Mit dieser Aufweichtechnik habe ich - wie bereits gesagt - die besten Erfahrungen gemacht. Ich werde meine Technik auch nicht mehr verändern.

    Hoffentlich konnte ich euch damit eine Möglichkeit aufzeigen, die Nachahmer findet.

    Hasta luego

    Otmar

    Hi Kollegen,
    bei mir war’s nicht so erfolgreich, nur insgesamt 12 von insgesamt anfänglich 20 erwachsenen Raupen haben diesen sehr kalten, aber in den letzten Wochen sehr wechselhaften Winter überlebt.
    Macht aber gar nichts, sollten diese durchfressen und sich verpuppen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Nachzucht sehr vielversprechend.

    Womöglich ist es aber für das Timing eines Freilandanflugs Ende Juni oder im Juli noch zu früh, wenn die Wässerungsphase und die Gewöhnungszeit ans Futter jetzt Mitte März schon beginnt.

    Aber abwarten, das wird sich zeigen.

    Grüße an alle

    Otmar

    Hallo,
    ich würde mich der Meinung von Werner anschließen wollen, die Treibzucht ist der tatsächliche Grund für die fehlgeschlagenen Kopulas bei Arctia plantaginis interrupta. Auch ich habe insgesamt zwei Kopulas gehabt, aber aus beiden ist kein einziges Räupchen geschlüpft. Es liegt wohl daran, dass bei den Männchen erst nach der langen Winterdiapause als Raupe die Entwicklung des Spermienvorrats vorangeht, also werden bei der Treibzucht, es sind jetzt schon 2 Generationen im Jahre 2018 erzielt worden, keine befruchteten Eier abgelegt.

    Nichtsdestotrotz habe ich etliche Jungraupen (L 2-3) in der Überwinterung, sodass im Frühjahr 2019 eine NZ garantiert sein müsste.

    Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Neubeginn im Jahr 2019!

    Otmar

    Hallo Andreas,
    hast du in der Umgebung deines Wohngebiets keine Brennesselpflänzchen, die bei uns trotz der sehr kalten Witterung und einiger Zentimeter Schnee immer noch recht ansehnlich und frisch sind.

    Außerdem habe ich auf einem verlassenen Bauernhof unter dem Blattwerk noch recht grüne und knackige Löwenzahnrosetten gefunden. Die verfüttere ich meinen immer noch nicht ganz verpuppten Arctia plantaginis, die sich immer gierig darauf stürzen.

    Hast du die villica aus Spanien? Ich werde einige schöne Arten im nächsten Jahr züchten, davon in einem separaten Mail.

    Grüße

    Otmar

    Hallo liebe Entomolgen,
    auch ich bin seit Jahren auf den Plastikspannstreifen gekommen und verwende diesen mit der Schere zugechnittenen Einzelstreifen immer zweimal , sodass ich auch über Jahre schon Material gespart habe. Von einem Austreichen der einzelnen Löcher im Spannstreifen halte ich nichts mehr, das erfordert im Großen und Ganzen viel zuviel Zeit!
    Nach zweimaliger Verwendung (Vorder- und Rückseite) können diese Streifen dann gerne weggeworfen werden.

    Ebenso haben sich sogenannte Spannstreifenverstärker - kleine selbstgeschnittene Papierquadrate - gut bewährt, sie verhindern, dass die Spannstreifen verrutschen bzw. erhöhen den Druck auf die Flügel. Somit ist ein Präparat eindeutig plan und glatt gespannt.

    Grüße

    Otmar

    Hi Leo,
    das ist eindeutig Rh. latosa!!
    Ich spechte auch gerade auf buettneri, aber die hat eindeutige Merkmale bezüglich eines spitz zulaufenden Vorderflügels und manchmal deutliche Querstreifen auf den Vorderflügeln

    Hier bei deinem Tier ist die Punktreihe auf dem Vorderflügel sehr gut zu erkennen.
    Der Hinterflügel müsste genau so gefärbt wie der Vfl. sein und eine ähnliche Punktreihe aufweisen.

    Heuer ist die lutosa sehr häufig, gestern hatte ich gleich nach Einbruch der Dämmerung bereits 5 große Weibchen am Licht.

    Grüße aus dem Chiemgau

    Otmar

    Hi Kolleginnen und Kollegen der Kerbtierzucht,

    auch bei mir haben jetzt alle Raupen abrupt das Fressen eingestellt und sich z.T. in den Dosen eingerollt. Jetzt habe ich sie in den Garten gestellt und in einem schattigen Plätzchen harren sie der kommenden Witterung. Ich hoffe, dass ihnen die gemeldeten Temperaturen der kommenden Tage von mehr als 20 Grad nicht schadet.
    In meiner Überwinterungsbox mit den Papierrollstücken sitzen sind teilweise in den Rollen, teilweise sind sie nach oben gewandert und fressen dort an Himbeerblättern, die ich beigelegt habe.

    Im feuchten Moos der Überwinterungsbehälter haben sich einige zwischenzeitlich aufgehalten, sind aber wieder in die Rollen zurückgekehrt oder sitzen auf den Rollen wie bei Werner.

    In der gegenwärtigen Größe sehe ich bei der Überwinterung keine Probleme, die Behälter müssen regelmäßig, alle 2-3 Wochen, kontrolliert werden und evtl. schimmelige Pfalnzenteile herausgenommen werden.

    Bilder erst, wenn die Überwinterung geklappt hat und die Tiere wieder am Futter sind, also in einem halben Jahr ungefähr!

    Grüße

    Otmar

    Liebe User,
    hat von euch schon jemand eine fast vollständige 2. Generation :fearful_face: von G. quercifolia in einem Jahr erzielt?

    Bei der Zimmerzucht fraßen die Raupen nur an Apfelzweigen, zunächst in geschlossenen Dosen, jetzt in luftigen Zuchtbehältern. Heute habe ich das Futter gewechselt und die ersten beiden Kokons der Nachzucht der im im Juni im eigenen Garten geleuchteten zwei Weibchen.

    Das ist mir noch nicht passiert, ich weiß, dass tropische Lasiocampidae keine Diapause einlegen, sondern fortwährende Generation erzeugen.

    Bitte meldet euch, wenn ihr ähnliche Erfahrungen bei der einheimischen G. quercifolia gemacht habt!

    noch einen schönen Feierabend :applaus:

    Otmar

    Hallo Werner,
    meine sind auch so groß, die ich ebenso von „buddleja“ erhalten hatte, aber die ch werde sie in wenigen Tagen in die Überwinterung zwingen, denn in der freien Natur überwintern alle Stadien, ab L2 bis L4 sind schon gefunden worden. Meine früheren Zuchten von flavia haben meist in der beginnenden L 4 oder kurz vor der Häutung von L3 zu L4 das Fressen eingestellt. Man könnte jedoch abwarten, wie intensiv die einzelnen Raupen weiterfressen,

    Schön ist dabei, dass sich die Raupen verlustfrei entwickeln. Außerdem habe ich sie auch erfolgreich auf Kunstfutter umgestellt, sodass sie von jetzt mehr oder weniger kontaminiertem Futter (Mehltau, fliegende Güllepartikel) völlig unabhängig sind und sich evtl. weiterentwickeln können.

    Ferner probiere ich eine ganz neuartige Überwinterungsmethode, die ich mir vor kurzem ausgedacht habe.

    Noch einen schönen Abend

    Otmar