Beiträge von NBGer

    und zum Nachzüchten und Genpool...
    wenn man den Thread von Anfang lesen würde, ist wohl klar, dass ich dieses Problem durchaus ernst nehme.

    was spricht allerdings dagegen - bei behördlicher Genehmigung - Eier bzw. Raupen aus der näheren Natur zu entnehmen, diese in geschützter Umgebung großzuziehen und dann wieder freizulassen?
    also ganz konket:
    von den Brennesseln am Wegrand 500m entfernt Schmetterlingseier bzw. Raupen einzusammeln (Tagpfauenaugen, kleiner Fuchs usw.) diese großzuziehen und wieder freizulassen.
    man kann doch davon ausgehen, daß in freier Natur von 10 Eiern max. 1 erwachsener Falter durchkommt, unter geschützten Bedingungen weit mehr

    Klaas:
    so langsam disqualifizierst Du Dich selbst!
    informiere dich doch zuerst mal, bevor Du Unsinn verzapfst und alles schlecht redest!!!

    Mal ganz langsam erklärt: Es gibt Vögel in Deutschland, ok? Das sind die Dinger, die fliegen können und Federn haben!
    Es gibt welche, die fressen Körner und es gibt welche, die Fressen Insekten.
    Körnerfresser fressen in die Regel die Körner, Insektenfresser in der Regel Insekten...soweit klar?
    Wobei die Grenze nicht immer eindeutig ist. So füttern z.B. Körnerfresser ihre Jungen auch mal mit Insekten.

    Körnerfresser kann man mit Körnern füttern, Insektenfresser z.B. mit Meisenknödel.
    Insektenfresser stört es nicht, wenn irgendwo auch Körner rumliegen. Die fressen halt dann einfach keine Körner.

    Es gibt Vogelarten, die gehen ans Vogelhaus. Andere nehmen das Fressen aber nur vom Boden auf.
    Deswegen macht es (wenn man füttern will), durchaus auch Sinn, Futter auf dem Boden zu verstreuen.
    Nicht nur Körner. Es macht auch Sinn, Meisenknödel zu zerbröseln und auf dem Boden zu verstreuen (z.B. für Rotkehlchen)
    Natürlich alles nur in kleinen Mengen, damit es nicht aufweicht und schlecht wird.

    Vogelhäuschen kann man so konstruieren, dass das Futter nicht feucht wird und die Vögel nicht reinkacken können.

    Hallo Klaas;

    zu 3: meines Wissens wird inzwischen eher empfohlen, Vögel ganzjährig zu füttern, damit die Vögel im Sommer eine Chance haben, genügend Futter für ihre Jungen zu finden (mangels Insekten).

    zu 1: wann soll man eingreifen, wann nicht!?
    Ein gängiges Argument von Schmetterlingsfreunden und Insektenfreunden ist, daß Fänge aus der Natur für die Wissenschaft und zum Zählen die Population nicht beeinflussen. Wenn ich manchmal Bilder sehe von Hunderten von Schmetterlingen, aufgespiesst auf Nadeln, dann kommen mir da ernsthafte Zweifel.
    Auch die zitierte Insektenzählung ist zweischneidig. Die benutzten Fallen haben die Insekten getötet, damit man sie zählen kann.
    Was beeinflusst die Population wohl mehr?

    "Warum bemühst Du dich nicht lieber darum deine Energie sinnvoll einzusetzen....". Ich dachte, ich hatte am Ende meines Beitrages geschrieben, was ich im persönlichen Einflußbereich versuche, zu verbessern!

    Hallo Klaas,

    hier eine Antwort von "Seppel Oberschlau" :winking_face:
    nichts für ungut, Deine Einwände sind nicht von der Hand zu weisen!

    Du hast ja irgendwie recht; wenn man eine stabile Population künstlich vergrößert, dann schlägt die Natur mit Sicherheit irgendwie zurück.
    Jeder Eingriff in die Natur hat irgendwelche Folgen.

    ABER:
    wir greifen doch schon längst ein; und zwar täglich. Erst gestern war es in den Nachrichten, daß das Insektensterben inzwischen fast "amtlich" ist. Die Gesamtmasse der Insekten ging in Deutschland in den letzten 30 Jahren um 75% zurück.
    Jetzt kann man natürlich jahrelang darüber streiten, ob die Zählmethode wissenschaftlich fundiert ist. Dann kann man noch jahrzehntelang forschen, was die Ursache ist. Es wird immer Leugner geben und Lobbyisten, die andere Interessen haben (siehe Klimawandel).

    Ich kann nur für mich selbst sprechen und meine eigenen Erfahrungen wiedergeben.
    Ich habe ein Haus am Stadtrand von Nürnberg mit einem kleinen Garten. Die Gegend ist nicht sehr dicht bebaut, überwiegend EFH und DHH, jeweils mit Garten, angrenzend an landwirtschaftliche Nutzfläche.
    Ich arbeite meistens im Homeoffice, so daß ich fast jeden Tag ein bisschen Zeit auf der Terasse verbringen kann. Meine persönliche Beobachtung dieses Jahr: ein paar kleine Kohlweißlinge, ein paar wenige Tagpfauenaugen, ein einziger Schwalbenschwanz im Überflug. Blütensträucher (auch Schmetterlingsmagnete) sind kaum besucht.

    ich habe also nicht den Eindruck, daß es hier noch eine nennenswerte Population von Schmetterlingen gibt! Wenn ich jetzt einheimische Arten nachzüchten und freilassen, würden dann die von Dir beschriebenen Effekte einer Überpopulation eintreten?

    Eine weitere Betrachtung: Es ist in vielen Gärten Usus, das im Winter Vögel gefüttert werden. Die Gesamtzahl der Vögel im Frühjahr ist dann eventuell viel zu hoch, was dazu führen könnte, das die wenigen noch vorhandenen Insekten von den Vögeln weiter dezimiert werden.
    Nach Deiner Logik kann die Schlußfolgerung nur sein: Keine Vögel füttern, damit Vögel und Insekten im Gleichgewicht bleiben.

    Und im Endeffekt: Gar nichts tun, um den natürlichen Verlauf nicht zu beeinflussen! Das ist eigentlich eine sehr bequeme Lösung für uns Alle!

    Ich für meinen Teil möchte aber etwas tun:

    - Schmetterlinge nachzüchten, damit die Population in meiner Gegend nicht vollständig zusammenbricht. Dies zumindest so lange, bis sich durch "globale" Maßnahmen die Situation verbessert (z.B. Verbot von bestimmten Pestiziden)

    In meinem Einflußbereich die Bedingungen verbessern:

    - Ich habe dieses Jahr schon angefangen, Sträucher und Stauden zu pflanzen mit Rücksicht auf Nektarangebot (keine gefüllten Blüten) und Blütezeit, damit möglichst ganzjährig Nektarpflanzen blühen.

    - Nächstes Jahr möchte ich meine Garage begrünen

    - Es gibt bei uns eine Lärmschutzwand zum gegenüberliegenden Fußballplatz (Gemeinschaftseigentum mit Nachbarn), die möchte ich auch mit unterschiedlich blühenden Kletterpfanzen begrünen

    - Schmetterlinge sehe ich als "Leuchtturm"- Projekt.
    Damit kann man auch Nachbarskinder einbeziehen (z.B. Event oranisieren beim Freilassen) und möglicherweise auch die Nachbar-Eltern etwas sensibilisieren, damit sie auch in Ihrem eigenen Garten etwas mehr für die Insekten tun.

    Tatsächlich bin ich Laie! Deswegen will ich nicht einfach so mal völlig unseriös irgendwelche Schmetterlinge freilassen. Ich habe bereits mit Fachleuten diskutiert und bin außerdem mit der Naturschutzbehörde in Kontakt, um eine amtliche Genehmigung für die Zucht und Freisetzung zu erhalten. Dort zuständig ist eine Biologin, die dann auch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen würde.

    Ich bin überzeugt davon, daß in Zukunft eher die städtischen Bereiche für den Arterhalt sorgen. Die umliegenden landwirtschaftlichen Bereiche sind eher unbelebt (siehe China). In den Städten wird hingegen schon einiges getan für Ausgleichsflächen, Renaturierung, Kleinstbiotope. Außerdem werden innerstädtisch und in den privaten Gärten keine oder nur wenige Pestizide verwendet.

    Vielleicht ist das blauäugig, weil es im Endeffekt nichts hilft, aber ich glaube nicht, das es irgendwie schadet.

    aus Wikipedia: Genetische Variation – Wikipedia

    "..
    Geografische Variation
    Darwin wies auf die geografische Variabilität von Merkmalen hin. Jedoch erst in späterer Zeit wurden Individuen geografisch getrennter Populationen mit dem Ziel verglichen, festzustellen ob ihre Unterschiede vererbt oder umweltbedingt waren. Solche Studien wurden erstmals von Richard Goldschmidt 1918 mit Schwammspinnern (Lymantria dispar) durchgeführt, einem Falter, der in weltweit verschiedenen Arten unter klimatisch unterschiedlichen Bedingungen auftritt. Auch eine Studie geografisch getrennter Populationen der Springmaus in Kalifornien von 1918 deutete auf die Vererbbarkeit von Merkmalen. Individuen lokaler Wildpopulationen wurden in fremde Regionen umgesetzt. Dabei behielten sie ihre Merkmale bei, was für deren Vererbung sprach. Dem russischen Evolutionsforscher Theodosius Dobzhansky gelang es schließlich zusammen mit Alfred Sturtevant 1936, bei Taufliegen (Drosophila melanogaster) geografisch getrennter Verbreitungsgebiete deren stammesgeschichtliche (phylogenetische) Verwandtschaft nachzuweisen, indem er die geographische Verbreitung von Merkmalen kartierte.[4] Die Überzeugungskraft dieser Studien festigte die Theorie Darwins und legte wesentliche Grundlagen für die spätere Synthese der Vorstellungen von Variation und Mutation in der Evolutionstheorie...."

    solche Untersuchungen gibt es also schon, sogar bei Faltern.
    Bei P. machaon mag das aufgrund seiner Wanderfreudigkeit möglicherweise keine Rolle zu spielen, andere Arten haben eventuell eine höhere Variation

    Hallo,

    eine kleine lustige Beobachtung nebenbei:
    Ich habe heute ein Taubenschwänzchen beim "surfen" erwischt! :winking_face:

    Also, ich stand heute längere Zeit im Stau mit gelegentlichen zähfliessenden Verkehr.
    Als ich so mit ca. 20..30 km/h dahinkroch, habe ich plötzlich ein Taubenschwänzchen gesehen, welches wenige Zentimeter über meiner Motorhaube ein paar hundert Meter mitflog.
    Nachdem ich kurz stehen musste und wieder anfuhr, war das Taubenschwänzchen wieder da.

    Ich vermute, in der Windströmung ums Auto herum braucht der Schmetterling weniger Energie zum Fliegen oder es hat ihm einfach Spaß gemacht! :grinning_squinting_face:

    Leider war ich nicht geistesgegenwärtig genug, um ein Foto zu machen.

    ich bitte mal um einen Beweis für die genetischen Anpassungen bei Papilio machaon bezogen auf die klimatischen Verhältnisse und deren Vererbbarkeit und Nennung literarischer Quellen. Insbesondere intessiert mich der taxonomische Zusammenhang und Status von Rassen und deren genetische Unterschiede. Woher habt Ihr diese Erkenntnisse?


    Hallo, dies habe ich eben zu dem Thema gefunden:
    Quelle/Link: Bestimmungshilfe des Lepiforums: Papilio Machaon

    Hallo Toni,

    unterschiedliche "Art" war wohl wirklich nicht der richtige Begriff. Aber die Art kann sich ja wirklich unterschiedlich entwickeln. Deutschland (Bayern) / Österreich unterscheidet sich geographisch wahrscheinlich nicht, aber ich habe gelesen, daß Falter aus Skandinavien auch legal sind. Dort herscht ja schon ein deutlich anderes Klima und ist über weite Strecken durch die Ostsee getrennt, was zu genetischen Anpassungen führen könnte

    Hallo,

    ich möchte gerne machaon Eier legal erwerben, aufziehen und die Schmetterlinge dann freilassen. Ich wohne in absoluter Stadtrandlage, habe also berechtichtes Interesse, daß die Falter auch in der Natur überleben könnten. Auch würde ich in meinem kleinen Garten ein paar Futterpflanzen säen /pflanzen, um eventuell auch eine natürliche Vermehrung zu ermöglichen.
    Soweit ich den Beitrag verstanden habe, ist es also doch noch möglich, legal Eier zu erwerben, und zwar, wenn der Zuchtstamm von legal aufgesammelten Tieren im Ausland abstammt.

    Eine für mich wichtige Frage: sind die Tiere aus dem Ausland wirklich die gleiche Art? Oder würden diese dann beim Freilassen doch eher Invasoren sein und die letzten der einheimischen Art verdrängen bzw. die Art durch Einkreuzung auslöschen?

    Also,
    ich habe mich jetzt für samia ricini entschieden!
    Wenn mein Sohn Spaß daran hat, dann können wir uns später auch an andere Arten wagen.
    Im Frühlich/Sommer möchte ich auf jeden Fall auch mal eine einheimische Art aufziehen und dann auch freilassen.
    Eine Ecke des Gartens wird auf jeden Fall mit Brennesseln bepflanzt und ein Schmetterlingsstrauch als Nektarquelle fehlt auch noch.

    Vielen, vielen Dank für all die Tipps und Anregungen....
    und ein grosses Lob an die Community hier!
    Ich war noch nie in einem Forum unterwegs, wo die Mitglieder so hilfbereit waren!!!!
    Wirklich gute und ernstgemeinte Ratschläge und das Alles innerhalb eines Tages!

    Viele Grüße
    Richard

    Hallo Cedric,
    Pfauenspinner hört sich gut an! Lobeerkirsche und Rhododendron habe ich sogar im Garten, da wäre die Suche nach Futterpflanzen auch schon kein Problem mehr! :winking_face:
    In dieser Richtung werde ich mich wohl mal schlauer machen!
    Auf die Börse habe ich schon Zugriff, aber da finde ich mich noch nicht so gut zurecht!
    Sinn machen da wohl nur ziemlich aktuelle Angebote für Tiere, die gerade geschlüpft sind, oder?
    Danke
    Richard

    Hallo Peter,
    danke erst mal!
    Ich habe mir schon gedacht, daß es um diese Jahreszeit nicht mehr so einfach ist!
    Das betrifft aber nur einheimische Arten, oder?

    Gibt es (exotische) Arten zu kaufen, die im Haus auch im Herbst/Winter schlüpfen und noch nicht so besonders anspruchsvoll sind?
    Bei uns im Zoo z.B. gibt es ein Tropenhaus. Die erwachsenen Falter werden dort anscheinend nur mit Obststücken gefüttert (kleine Scheiben von Bananen usw.) Was die Raupen fressen, habe ich aber keine Ahnung!

    Gruß
    Richard

    Hallo Schmetterlingsfreunde,

    ich bin ganz neu hier und möchte mich mal informieren...
    wahrscheinlich werden solche Fragen tausendmal gestellt und Ihr seid schon genervt.

    Ich will mit meinem Sohn zusammen (6 Jahre) Schmetterlinge aufziehen.
    Ich nehme an, bei einheimischen Arten tut sich jetzt im Herbst nicht mehr viel, oder?

    Welche Art könnt Ihr für erste Erfahrungen empfehlen?
    Am Besten soll, angefangen vom Ei die ganze Entwicklung beobachtet werden können.
    Die Entwicklung sollte nicht so ewig lange dauern, sonst verliert mein Sohn die Geduld (also überwintern wäre ganz schlecht)
    Der fertige Falter sollte nicht so ganz unscheinbar sein, sonst ist er enttäuscht.

    Danke schon mal für alle Tipps!
    Grüße