Beiträge von Typhlops

    Halli hallo,

    mit der isolierten Inkubation von Phasmideneiern (Phyllium, Extatosoma, Medauroidea, Eurycantha, Aretaon, Peruphasma...) hatte ich bisher viel weniger Erfolg, als wenn ich sie einfach mit Kot und Laubresten auf einer Schicht leicht feuchter Blumenerde oder Kokoshumus-Sandgemisch 3:1 im Terrarium beließ. Und wenn es (selten) einen leichten Schimmelüberflug auf den harten Eiern gab, hat es ihnen auch nicht geschadet. Man denke nur an das natürliche Habitat.
    Am zoologischen Institut der Uni Köln, wo Stabschrecken in größerem Stil als Versuchstiere gezüchtet werden, wird die monatliche "Ausbeute" an Eiern und Kot zusammengefegt, die großen vertrockneten Blattreste abgesammelt und das ganze in Euroboxen 60x40x7,5 cm mit Gazerahmen als Abdeckung bei 26 °C und 70 % rel. LF aufbewahrt.
    Ab dem 4. Monat öffne ich alle paar Wochen mal ein Ei unter dem Mikroskop, um nachzuschauen, wie weit die Embryonen sind. Alternativ kann man auch einfach mal ein Ei zerdrücken, wenn man nach 6 oder mehr Monaten unsicher ist, ob sie befruchtet sind. Ist es feucht, kommt aus den Verbliebenen bestimmt noch was.

    Ein wesentlicher Punkt: Die frisch geschlüpften Larven knabbern am Kot der Eltern und nehmen dabei die Bakterien auf, die sie zur Zersetzung der Zellulose aus den Blättern in den Blindsäcken ihres Mitteldarms brauchen. Wie alle Tiere können auch Phasmiden keine Zellulase bilden und sind auf einzellige Endosymbionten mit diesem Enzym angewiesen - und sie werden nicht damit geboren.

    Viele Grüße,
    René

    ... der mal an der Uni Phasmiden gezüchtet hat.