Posts by Hans-Martin

    Hallo Uwe


    Jaja, die Feuchtigkeit kann nicht nur Eiern zum Verhängnis werden, sondern auch Puppen.
    Mit verschimmelten schon Puppen vom Pappelschwärmer, weil ich sie zu feucht hielt.
    Auf der andern Seite können sie über den Winter natürlich auch vertrocknen.
    Direkte Sonneneinstrahlung ist immer ganz schlecht.
    Die meisten Ausfälle bei Puppen hatte ich jeweils, wenn es im Frühling erst ganz warm war, was die Falter veranlasste, sich bereit zu machen, zu schlüpfen - und dann kam ein mehrwöchiger Kälteeinbruch und die schlüpfbereiten Falter gingen in ihren Puppen zu Grunde.


    Herzliche Grüsse
    Hans-Martin

    Zur "Geschichte von Hans-Martin":


    Ich bekam am 2. August Besuch von Manuel. Er schenkte mir ein frisch geschlüpftes Weibchen und setzte es vor unserem Haus in einen Käfig (ca. 18:30). Eine halbe Stunde später wollte ich das Weibchen aus dem Käfig holen und da sass aussen am Käfig ein Freiland-Männchen (ca. 19:00) Das war wirklich sehr kurios, sind doch die Tiere um diese Uhrzeit alles andere als aktiv. Ich dachte zuerst, Manuel wolle mich veräppeln und er habe das Männchen aussen an den Käfig gesetzt. Er versicherte mir glaubhaft, er habe mit der Sache nichts zu tun. Item, über Nacht war das Pärchen dann zusammen im Käfig, eine Kopula konnte ich am nächsten Morgen nicht beobachten. Dafür hagelte es an den nächsten 2 Abenden Eier, über 300 Stück. Die Räupchen sind inzwischen geschlüpft und alle erfreuen sich bester Gesundheit.
    So, nun seid Ihr alle im Bild, was sich hinter dieser ominösen Geschichte verbirgt.
    :-) Hans-Martin


    @ Lens. Ich gebe Dir gerne Jungraupen ab, als Ersatz für Deine ersäuften Eier.

    Hey Leute


    Jetzt melde ich mich auch mal zu Wort. Danke für die Blumen, Lens und Gabriel!


    Ich möchte im folgenden ein paar Tipps geben, wie jeder und jede von Euch selber Raupen finden kann.


    Meine erste Totenkopfschwärmerraupe fand ich 1981, nach etlichen Sommerferien, die enttäuschend ohne Fund geendet hatten. Seither suchte ich fast jedes Jahr, fand ab und zu vereinzelte Raupen, hatte eine längere Durststrecke, ehe ich 2007 und 2008 im Berner Seeland wieder ein paar Raupen fand. Damals züchtete ich die Tiere weiter und strafte all diejenigen Lügen, die irgend etwas von Langtag/Kurztag fantasieren und von unfruchtbaren Faltern. Ich fand die verpuppungsreifen Raupen im Juli (=Langtag) und zog die zweite Generation im September/Oktober auf. Ein Weibchen war extrem legefreudig und legte in einer Nacht 254 Eier, die alle schlüpften. Das war gigantisch. Das war die Zeit, als ich die Eier via Actias in bare Münze verwandelte! ;-)
    Dann gab es wieder ein paar Jahre Durststrecke und seit 2015 schenkt es so richtig ein. Ich fand jedes Jahr Dutzende Raupen, 2018 war mit 101 Raupen mein absoluter Rekord. Die Viecher fand ich in Kartoffelfeldern in verschiedenen Regionen der Schweiz. Die späteste Meldung erhielt ich am 15. Oktober von einer Frau, die im Garten eine Raupe an Aubergine fand. Für mich eine kleine Sensation.


    Laut meinem Biologen-Kollegen Myles Menz vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz beobachten Ornithologen am Col de Bretolet (Kanton Wallis, Schweiz) seit 2015 eine markante Zunahme der südwärts wandernden Falter im September/Oktober. (Die Falter sind ein Beifang in den Vogelfangnetzen.) Diese Beobachtung deckt sich mit meinen Fundergebnissen und ist vermutlich den wärmeren und trockeneren Sommern zuzuschreiben.


    Noch ein Wort zu Worb; Ich bin vor 4 Wochen hierher gezogen, suchte drei Wochen lang vergebens, bis ich am letzten Sonntag das „raupenverseuchte“ Feld entdeckte. Es braucht eine grosse Portion Frustrationstoleranz, wenn man Raupen vom Totenkopfschwärmer suchen will. Auch ich, mit meinem geschulten Auge und meiner Erfahrung, finde im Schnitt nur 1 Raupe pro Stunde.


    Es hat mir Freude gemacht, Lens und Gabriel in die Geheimnisse der Raupensuche einzuführen. Bei früheren Exkursionen nahm ich schon Marc, Noa, Cornelia und Manuel mit. Niemand musste mit leeren Händen nach Hause gehen.


    Ich kann mich Roman anschliessen und vermute, dass es überall – also nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den angrenzen Ländern (ich erhielt vor ein paar Tagen je eine Meldung aus Österreich und aus Deutschland) - Raupen in den Kartoffelfeldern gibt. Und ja, es spielt keine Rolle ob Bio oder konventionell. Gegen den Käfer wird in der Regel Anfang Juli gespritzt, genug Zeit, dass sich das Gift abbaut, bis die Raupen sich entwickeln. In konventionellen Feldern findet man die Raupen übrigens einfacher, weil man nicht durch Frassspuren der Kartoffelkäfer abgelenkt wird. Wobei sich die Frassspuren doch unterscheiden. Die Totenkopfschwärmerraupe frisst die Stängel sauber ab und kappt jeweils die Stängelspitze, während die Käfer nicht so sauber abfressen, die Stängelspitze unberührt lassen und zudem die Pflanze vollkoten. Unten ein paar Fotos von Raupen-Frassspuren.


    Ich möchte Euch alle ermutigen, anstatt wehmütig zu uns in die Schweiz zu gucken, selber raus zu gehen und Raupen zu suchen. Die besten Resultate erzielt man an den Feldrändern. Man muss also nicht ins Feld rein und erspart sich damit auch Ärger mit den Landwirten. Ich bin sicher, der eine oder die andere von Euch wird auch fündig werden.


    Gestern war ich übrigens noch kurz beim Flughafen Belp und fand zusammen mit meinem Sohn auf einem Kartoffelacker am Pistenende sechs Raupen, wovon zwei noch im Stadium L4 waren. Das untermauert eine weitere Beobachtung, die ich mache. Lange nicht jedes Feld wird von den Faltern zur Eiablage ausgewählt. Was für Parameter dabei eine Rolle spielen, ist mir schleierhaft. Wenn es in einem Feld aber einmal Raupen hat, wird es über Wochen immer wieder welche haben. Aus irgend einem Grund legen die Falter dann immer wieder in genau diesem Feld ab. Vielleicht spielen olfaktorische Reize eine Rolle? Ich fand schon mehrmals eine alte Frassspur mit riesigen Kotballen und auf der Nachbarpflanze eine kleine L4 Raupe, die mindestens 2 Wochen jünger war als die Verursacherin der Frassspuren. Fazit: Wenn Ihr in einem Feld eine Raupe findet, geht nach ein paar Tagen nochmals hin, denn es ist gut möglich, dass da weitere Raupen „nachgewachsen“ sind. Mein bestes Feld 2016 "bewirtschaftete" ich so über vier ganze Wochen... bis der Bauer die Kartoffelstauden abbrannte! :-(


    So, ich hoffe, mit meinen Erfahrungen dafür zu sorgen, dass es auch aus Deutschland vermehrt Fundmeldungen geben wird! Ich drücke Euch allen auf jeden Fall die Daumen!


    Herzliche Grüsse
    Hans-Martin
    http://www.totenkopfschwaermer.ch/

    Hey Leute
    Es tut sich was. In der Schweiz werden wir demnächst überein Verbot von synthetischen Pestiziden abstimmen.
    Meiner Meinung nach sollte man die Menschen sachte ans ThemaInsekten heranführen, auf dass sie merken, wie wichtig die Tierchen für dasganze Ökosystem sind. Habe versucht, das Kraft meines Jobs, mit einer grossenStory in einer Wochenzeitschrift zu machen.
    Falls ich es schaffe und das PDF hochladen kann, könnt IhrEuch davon überzeugen, wie so was gehen könnte.
    Herzliche Grüsse
    Hans-Martin

    Hallo Pauline


    Gut, der Wink ist angekommen ;-)


    Zu Deiner Frage betreffend Ausfällen: Bei den Eiern weiss man nie so genau, wieviele schlüpfen werden. Bei den Räupchen selber habe ich sehr wenige Ausfälle, vielleicht so 2 - 3 Prozent. Totenkopfraupen sind sehr robust. Ich miste täglich und gebe immer frisches Futter dazu. So überleben jeweils praktisch alle.


    Herzlicher Gruss
    Hans-Martin

    Hallo Jakob


    Im Beitrag, auf den Rudi verweist, steht so ziemlich alles drin.
    Hier die Kurzfassung aus meiner 15 jährigen Erfahrung mit der Totenkopfschwärmer-Zucht: egal was für Lichtverhältnisse herrschen, man bekommt immer Falter, die Eier legen.
    Habe mit den so erhaltenen Eiern schon weit über 100 Raupenfans beliefert...


    Herzlicher Gruss
    Hans-Martin

    Hallo Heinz


    Bis vor drei Wochen hätte ich gesagt: noch nie gehört!


    Doch Anfang Oktober hatte ich ein Totenkopfpärchen, das offenbar auch nicht mehr voneinander kam. Das Männchen war dann eines Morgens am Boden des Käfigs, das Abdomenende zerrissen. Das Weibchen hat nie ein einziges Ei gelegt, wohl weil da noch ein Teil des männlichen Geschlechtsapparates drinsteckte...


    Herzliche Grüsse
    Hans-Martin


    Hallo Pauline,


    Habe gerade Deinen Beitrag mitsamt den Antworten entdeckt.


    Es scheint sich ja alles zum Guten gewendet zu haben.


    Der schmalblättrige Liguster (Ligustrum vulgare) ist gut und recht, noch besser wäre der breitblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium). Der wird (zumindest in der Schweiz und in Süddeustchland) häufig als Gartenhecke angepflanzt. Die Blätter sind fleischiger, bleiben läger frisch und die Raupen werden, wenn sie davon fressen, riesig! Zudem sind die Blätter bis tief in den Winter hinein grün.


    Grüsse aus der Schweiz
    Hans-Martin


    P.S. Ich freue mich auf das Geld ;-)

    Hallo liebe Kollegen!


    Ich bin derjenige, der die oben erwähnte Post-Sendung aufgegeben hat. Dazu kann ich Folgendes sagen:


    Die meisten Eier, die ich verschicke, landen in einem normalen Briefumschlag, abgefüllt in einen Plastikschlauch. Sieht völlig unauffällig aus. Habe damit Hundertfach erfolgreich Eier verschickt. Bloss zwei Sendungen kamen nie an. Weiss der Himmel, wo die verschwanden...


    Bei den Totenkopfschwärmern mache ich es anders. Und zwar, weil genau diese Methode zu Verlusten führte, wegen Frühschlupf. Denn die Eier vom Totenkopfschwärmer entwickeln sich viel rascher als bspw. Eier von Saturniden. Um also dem Empfänger (und auch mir) den Frust zu ersparen, verhungerte Räupchen im Briefumschlag zu entdecken, verschicke ich die Totenköpfe - auch auf Anraten eines erfahrenen Kollegen - seit einem halben Jahr in flachen Plastikdosen, versorgt mit einem Ligusterblatt. Das hat bisher tadellos funktioniert - in 46 Fällen! Im 47. Fall ist es nun offenbar schief gelaufen. Die Methode aber deshalb zu ändern, dafür sehe ich keinen Anlass. Die Erfolgsquote ist viel zu gut! Tut mir leid Hans, dass es nun zum ersten Mal nicht geklappt hat. Im Übrigen können neugierige Zöllner auch ganz gewöhnliche Briefe beargwöhnen...


    Die Post - egal in welchem Land - arbeitet nicht konstant. Ich kann an einem Montag 5 Briefe nach Deutschland abschicken. Die ersten drei kommen am Mittwoch an, der vierte am Donnerstag und der fünfte am Freitag. Dasselbe nach Frankreich, Ungarn oder die Slowakei. Nur dass dort die Streuung noch grösser ist.


    Im Grossen und Ganzen klappt es aber doch recht ordentlich. Ob die Schweizer Post so viel schlechter ist als die Österreichische, kann ich nicht beurteilen, Heinz!
    Was aber sicher stimmt: Die Preise sind verdammt hoch hierzulande. Von einem Maxibrief, wie ihn bspw. Deutschland kennt, können wir hier nur träumen. Alles was dicker ist als 2 cm, kostet im Minimum 14 Franken (ca. 10 Euro). Daher lohnt es sich kaum, von hier aus Raupen oder Puppen ins Ausland zu verschicken.


    Herzliche Grüsse aus Bern
    Hans-Martin

    Hallo Dominik


    Laut Literatur (Ekkehard Friedrich) und einer persönlichen Mitteilung eines Züchters soll es gelingen, wenn man die Puppen, wenn sie ganz frisch sind, abkühlt. Ganz ähnlich wie bei den Totenkopfschwärmern, wo ich das seit vielen Jahren erfolgreich praktiziere: Für die Überwinterung ist es wichtig, dass man ganz frische Puppen (max.1-2 Tage alt) sofort abkühlt. So induziert man eine Diapause. Ich lagere die Puppen dann bei 10°C im Kühlschrank. Achtung! Vertrocknungsgefahr. Daher nehme ich sie gar nicht aus der Erde.


    Ich will heuer auch das erste Mal versuchen, Windenschwärmer zu überwintern.


    Hoffe, das diene Dir.


    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Hans-Martin

    Lieber Rudi
    Weil bei mir grad die Lindenschwärmer am Schlüpfen sind, könnte das ja auch bei Dir der Fall gewesen sein. Mimas tiliae erwähnst Du jedenfalls in der Einleitung ;-)
    Herzliche Grüsse aus der kalten und verregneten Schweiz.
    Hans-Martin

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    Hallo Leute


    Nach all den vielen Faltermeldungen von Mai/Juni ist es endlich Zeit, "die Ernte einzufahren"...



    Vor einer Woche hörte ich via frühere Arbeitskollegen von einem Bauern in Develier (Kanton Jura), der an Blacken (Ampfer, Rumex obtusifolis) Schwärmerraupen entdeckt habe. Ich fuhr am Freitag hin, doch man hatte die meisten Unkräuter bereits weggeschnitten. Am Boden hatte es bei vielen Pflanzen Kotbällchen. Der Grösse nach zu urteilen dachte ich an Windenschwärmer. Dann ich fand doch noch eine Raupe. Linienschwärmer!


    Am Sonntag entdeckte mein Sohn auf einer Wanderung im Sensegraben (Kanton Bern) eine tote Raupe. Sie hing schlaff an einer Ampfer-Pflanze herunter. Offensichtlich war sie in einem Hochwasser umgekommen. Die zwei Fundstellen sind Luftlinie 53 km auseinander, und liegen genau auf einer Nord-Süd-Achse.


    Also Augen auf! Achtet Euch bei Ampferpflanzen, vielleicht findet Ihr auch was!


    Herzliche Grüsse
    Hans-Martin

    Mir geht es in Sachen Zuchtgefässe genau wie Torsten und Robert A. Schütz. Da ich jeweils Unmengen von Raupen ziehe, leide ich unter Dauermangel durchsichtigen Kunststoffbehältern und vor allem an Verpuppungsgefässen. Ich "zweige" oftmals Verpackungen von Eis, Snacks etc. ab, damit sie nicht im Müll landen. In der Migros (entspricht in Deutschland in etwa Aldi) gibt es ein riesiges Sortiment an durchsichtigen Plastikboxen. Da bleibe ich regelmässig davor stehen...