Posts by Zackeneule

    Auch ich begann meine "Schmetterlingsleidenschaft" als Sammler. Das war in den 1970ern... Nach wenigen Jahren intensiver Jagd wurden die Zweifel an meinem Tun immer größer und ich gab meine komplette Sammlung an eine Universität in der meiner Nähe ab. Letztlich geht es beim Sammeln egal welcher Objekte um die Befriedigung einer ganz persönlichen Leidenschaft. Bei Bierdeckeln oder Briefmarken gibt es keinerlei Legitimationsprobleme.

    Bei Lebewesen, die - um sammelbar zu werden - erst einmal vom Leben zum Tode befördert werden müssen, aber schon!


    Wer oder was sollte uns eine Legitimation zum Sammeln von Tieren geben können?


    Der Sammelleidenschaft folgte die Schmetterlingszucht und damit ergab sich für mich die Möglichkeit, der Natur das wieder zurück zu geben, was ich ihr zuvor mutwillig entnommen hatte.


    Ich empfehle jedem Schmetterlingsliebhaber ein Überdenken seiner eigenen Philosophie. Der Vergleich, dass Spinnen oder Vögel weltweit jährlich Megatonnen von Schmetterlingen vertilgen würden und deshalb das Wegfangen durch Sammler völlig irrelevant sei, ist nichts als die Rechtfertigung des eigenen fragwürdigen Tuns.


    Manche Arten sind mittlerweile so selten geworden, dass tatsächliches jedes Exemplar für den Arterhalt zählt. Wer von euch Sammlern würde es wagen, sich z.B. an einem Parnassius apollo zu versündigen? Viele andere, aber weiniger bekannte Arten sind mittlerweile ähnlich stark bedroht.


    Mein Fazit: Wer Schmetterling liebt, sucht sie, fotografiert sie und züchtet sie nach, um alle möglichst alle Stadien kennen zu lernen. Tote Tiere in Kästen aufzureihen, dürfte heute, Jahrhunderte nach Darwin, eigentlich nicht mehr nötig sein. Es gibt alternative Befriedigungen!


    Grüße von der Zackeneule