Beiträge von Martin

    Hallo Elmar,

    ich war gestern in Kobern-Gondorf an der Mosel und habe vorhin in die Galerie ein Bild vom Moselapollo eingestellt. Ich habe zwei Tiere an einer steilen Felswand gesehen, eines fotografiert. Getroffen habe ich einen Kollegen aus dem Verein melanargia, der die Apollo zählt. Es scheint wohl eine leichte Stabilisierung der Population festzustellen zu sein. Im Jahr 2019 lag sie ziemlich darnieder, hat sich jetzt wieder leicht erholt. Aber das Zusammenwirken von Klimawandel mit heißen, trockenen Sommern in den vergangenen Jahren, der Verbuschung von Flächen und womöglich weiteren Faktoren wie Stickstoffeintrag, ggf. doch noch Rest-Pestizide etc. macht der Population an der Mosel zu schaffen.

    Optimistisch stimmt mich, dass Maßnahmen eingeleitet werden, z.B. Anpflanzen von Skabiosen als Nahrung der Falter, Entbuschungsaktionen.

    Hoffen wir, dass es zum Überleben des Apollo an der Mosel beiträgt.

    Viele Grüße von Martin

    Hat jemand Erfahrung mit dem Einbetten von Insekten in Kunstharz? Mein Neffe will dies versuchen, ich finde im Internet aber keine Firma, die dies anbietet bzw. ich weiß nicht, welches Angebot an Kunstharzen für das Einbetten von Insekten tauglich ist. Kann mir jemand weiterhelfen?
    Danke und Gruß, Martin

    Hallo Christian,
    ich züchte die Tiere unter Kunstlicht 12 h Licht / 12 h Dunkel, neben der Heizung, bei rd. 20 Grad.
    Ich gebe ihnen Löwenzahn, der den ganzen Winter über zu finden ist, grundsätzlich jedenfalls. Momentan gibt es ihn noch sehr üppig. Es wäre auch zu überlegen, ob Du Kunstfutter anbietest, aber eine Umgewöhnung Löwenzahn auf Kunstfutter ist schwierig.
    Ich habe mit diesem "Durchziehen" gute Erfolge erreicht.
    Ob es sich dann lohnt noch weiter zu züchten, sei eh dahin gestellt, denn nach ein paar Generationen machen die Tierchen bald schlapp, d.h. die Entwicklung verläuft schleppend, Tiere sterben etc.

    Viele grüße,
    Martin

    Hallo in die Runde,
    folgende Frage: bei mir schlüpfen gerade aus Nachzucht Räupchen vom Wegerichbär. Ich werde sie weiterzüchten, aber sie werden sich wohl in den nächsten 4 Wochen nicht vollständig entwickeln und verpuppen. Da ich Anfang Juli für zwei Wochen verreise, meine Frage, ob ich sie nach vier Wochen für ca. 2 Wochen in den Kühlschrank auf Löwenzahn packen kann. Haben sie Chancen, das zu überleben und was wären ggf. die Alternativen?

    Vielen Dank und Grüße,
    Martin

    Hallo Dennis,
    die Puppe ist sicherlich die angreifbarste Phase im Leben eines Schmetterlings, eben weil sie nicht davonlaufen oder -fliegen kann. Viele Puppen auf einem Haufen - aufgespürt von einem Fraßfeind, z.B. Maus, aber auch Schlupfwespe - würden in einem Satz aufgefressen. Die sicherste Strategie, dem zu entkommen, ist die größtmögliche Verteilung.
    Es wäre wissenschaftlich interessant, sich solche Arten anzusehen, in denen das Laufen vorkommt und sie mit standortfesten Arten zu vergleichen. Dabei die Variablen im Blick zu haben, die sich mit diesen Arten ändern und dann Schlüsse zu ziehen, welche Faktoren es sein könnten, die Weglaufen begünstigen.
    Ich habe mal an Drosophila als Biologe geforscht. Dort gibt es im Larvenstadium zwei genetisch isolierbare Typen, Larven, die rennen und solche, die auf der Stelle sitzen bleiben (Rover und Sitter). Abhängig von Umweltbedingungen ist einmal die eine Genvariante häufiger, das andere mal die andere. Vielleicht könnte dem Laufverhalten der Raupen ähnliche Mechanismen zugrunde liegen.

    Gruß Martin

    Aus meiner Sicht könnte auch der Schutz vor Schlupfwespen und anderen Feinden der Puppen infrage kommen. Eine geringere Dichte erhöht die Chancen, davon zu kommen. Letztlich könnte das Herumrennen dazu dienen, die Dichte der Puppen pro Fläche zu verringern und damit die Angreifbarkeit.
    Gruß Martin

    Eine Idee wäre, das Naturkundemuseum in Karlsruhe zu kontaktieren, falls sich über Actias niemand meldet. Die haben ja sehr fitte Falter-Leute. Würde ich (noch) in der Gegend wohnen, würde ich es mir nicht entgehen lassen, bei einem Tatort zu helfen.
    Gruß Martin

    Ich würde das nicht melden, die Leute sollen ihre Finger davon lassen und gut ist. Im schwäbischen haben sie etliche Hektar Eichenwald mit Pestiziden besprüht, weil dort Prozessionsspinner gefunden wurden. Was für ein Frevel an der Natur, alles kaputt zu machen!!!