Beiträge von Ernst 2

    Es gibt in Baumärkten oder Drogerien auch Pheromonfallen gegen Kleidermotten zu kaufen. In sie fliegen natürlich nur die Männchen, aber du kannst abschätzen, wieviel Kleidermotten im Raum sind und ob es sich um Kleidermotten handelt. Pheromone wirken spezifisch. Wenn man viele Männchen wegfängt, kann man der Population längerfristig auch schaden.

    Bei meiner Heizungseinstellung habe ich kaum Temperaturen über 40°C. Da das Spannbrett (Holz) noch isoliert, komme ich nicht auf 50°C, wo die Gefahr des Verölens ansteigt. Bei Noctuiden ca. bei 1%. Tagfalter verölen bei dieser Methode nicht mehr als sonst. Entscheidend ist nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftzirkulation, wie Ulrich schon schreibt. Man muss auch berücksichtigen, dass das Holz des Spannbrettes einen enormen Feuchtigkeitspuffer darstellt. Dem Holz wird Feuchtigkeit entzogen und das Brett entzieht dem Falter wiederum die Feuchtigkeit für ein paar Stunden, auch wenn es nicht mehr auf der Heizung steht. Umgekehrt nimmt das Brett, und damit auch die Falter, hinterher wieder Luftfeuchte an. Deshalb ist es wichtig, die Tiere noch nach der Trocknung ein paar Tage auf dem Brett zu lassen. Im Sommen stelle ich die Bretter in einen Umluft-Bachofen bei 40°C. geht auch.
    Nach dem Abspannen kommen die Falter in einen Quaranänekasten. Dass die Museumskäfer natürlich nach 4 Tagen weniger Chancen haben, Schaden anzurichten, als in 4 Wochen, versteht sich von selbst. Auf diese Weise präpariere ich ca. 25 Falter pro Tag.

    Ich stelle die Spannbrette für 2-3 Tage auf die Heizkörper der Zentralheizung bei ca. 35°C. Auf einen Heizkörper passen bis zu 6 Spannbretter. Danach verwahre ich sie nochmals für ein paar Tage vor sem Abspannen in einem normalen schrank auf, damit sich die Falter nicht verziehen. Dies hat auch den Vorteil, dass durch die verringerte Verweilzeit der Tiere auf dem Spannbrett Sammlungsschädlinge die Falter nicht so leicht infizieren können (Museumskäfer!)
    Ernst

    Mit Weichessenz habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Wenn der Falter mit der mit Weichessenz versetzten Weichflüssigkeit direkt in Kontakt kommt, wird der Falter nass. Die Weichessenz setzt anscheinend die Oberflächenspannung des Wassers herab. Ich nehme zum Aufweichen reines Leitungswasser, mit dem ich Schaumstoff tränke und platziere den Schaumstoff in eimer Plastikdose. darauf sebe ich den Tütenfalter bzw. stecke den genadelten Falter. Je nach Temperatur und Größe des Falter dauert der Weichprozess von 3 Stunden (Zünsler) bis 36 Stunden (großer Schwärmer). Nach Spritzen mit reinem Wasser ist dann der der Falter gut zu präparieren.
    Die Weichdauer ist etwas eine Gefühlssache und Erfahrung ist auch gut. So habe ich in den letzten Jahrzehnten tausende Falter aller Größen präpariert. Auch Bäulinge ohne den berüchtigten "Weichflecken".
    Die Weichdose habe ich jahrelang in Betrieb. Das Tuch wechsele ich in längeren Abständen aus, wenn es schimmelt. Der Schimmel greift jedoch nicht auf den Falter über. Verhindern kann man dies, wenn man etwas Essig auf den Schwamm tropfen läßt.
    Gruß Ernst

    Hallo Kollegen,

    meiner Erfahrung nach entstehen Wasserflecken dadurch, dass flüssiges Wasser (bzw. Kondenswasser) direkt mit dem Falter in Berührung kommt. Dies geschieht verstärkt, wenn die Oberflächenspannung des Wassers durch Zusätze, wie d z. B. Alkohol und Tenside (im Fensterriniger enthalten) herabgesetzt wird. Deshalb verwende ich reines Leitungswasser, dem man gegen Schimmelbildung noch etwas Essig zusetzen kann.

    Eine Weichdose ist bei mir so aufgebaut:
    Eine dichtschließende Kunststoffdose wird unten mit Schaumstoff ausgelegt. Dieser darf richtig nass sein. Daraud kommt ein ausgedrücktes Schwammtuch. Abschließend wird das Schwammtuch mit einem Blatt Papier abgedeckt.

    In dieses Behältnis werden die Falter mit der Tüte gestellt (und nicht gelegt!). Abhängig von der Temperatur und Größe des Falters sind die Tiere nach 12 - 36 Stunden spannweich und haben kein Weichflecke. Vor dem Spannen injeziere ich ein wenig Wasser in den Thorax, tupfe ev. austretendes Wasser gleich mit Zellstoff ab und lasse das Tier ca. 3 Minuten liegen. Darauf lässt es ich bequem Spannen.
    Diese Methode verwende ich seit nunmehr 30 Jahren bei tausenden Faltern von Bläulings- bis Sphingidengröße.

    Entscheidend scheint mir noch, dass nur Falter ungefähr gleicher Größe gleichzeitig verarbeitet werden, da die Bedingungen stark von der Größe abhängig sind. Damit in der Weichdose gleiche Klimabedingungen herrschen, sollte si nicht dicht an einem Heizkörper gstellt weren. Hier kann sich an dem kühlern Teil der Dose Kondenswasser bilden.
    So eine Weichdose habe ich oft mehrere Monate in Betrieb und fülle nur gelegntlich Wasser nach.
    Die Falter friere ich nur in, wenn ich mich mit der Menge verkalguliert habe und zuviel in i Aufweichbox getan habe.

    Gruß

    Ernst

    Hallo in die Runde,

    im Forum wurde das Thema schon öfters angeschnitten, dass man fürs Insektensammeln in Spanien eine Genehmigung braucht, die z. B. von Shilap ausgestellt wird. Nun die Frage: Ist in Spanien (natürlich außerhalb der Schutzgebiete) nur das Sammeln von Insekten genekmigungspflichtig, oder gilt dies für alle wild lebenden Lebewesen (Pflanzen, Flechten, Spinnentiere, Weichtiere...usw) ? Kennt sich da jemand aus?

    Gruß Ernst2

    Hallo,
    mir fällt hierzu noch ein:
    Ernst Jünger: Subtile Jagden.

    Dieses Buch ist bestimmt antiquarisch zu bekommen.

    Oder:
    Hermann Hesse: Schmetterlinge. ISBN: 3-458-32085-7

    Hieraus ein Zitat:

    "In meinen Becher mit Wein ist ein Falter geflogen,
    Trunken ergibt er sich seinem süßen Verderben,
    Rudert erlahmend im Naß und ist willig zu sterben;
    Endlich hat ihn mein Finger herausgezogen..."

    Gruß

    Ernst
    "

    Hallo Mike,
    suche hier mal im Forum unter "Kaltlichtkathode". Die sind Leuchten, für die es auch als uv-Ausführung gibt. Der Betrieb läuft unter 12 V und ich hatte gute Erfolge damit. Ich kombinierte 1 mal Weißlicht mit 5 Röhren Schwarzlicht. Der Stromverbrauch ist geringer als bei einer Leuchtstoffröhre. Bezugsquelle: Elektronik-Versand wie z. B. Conrad. Eine andere Variante ist, einen Spannungswandler (Baumarkt) zu kaufen und daran die 220 V Technik, wie z. B. UV-Energiesparlampen) anzuschließen.

    Ernst

    Hallo Christopher,
    wenn Du Deine präparierten Insekten in Holzkästen aufbewarst, dürften sie bei einem Stoßlüften kaum Schaden durch erhöhte Luftfeuchtigkeit haben. Entscheidend ist das Klima am Präparat und nicht im Raum. Holz kann große Mengen Feuchtigkeit aufnehmen oder abgeben und somit wirkt dieses Material als guter Feuchtigkeitspuffer. Also: nicht dauerlüften, sondern stoßlüften!
    Trotzdem würde ich beim Lüften aufpassen:
    Durch offene Fenster gelangen meist Museumskäfer in die Sammlung. Der Einsatz von Giften ist in Deinem Fall besonders problematisch, da Du im Sammlungsraum schläfst. Deshalb rate ich Dir,m ein Insektengitter vor dem Fenster anzubringen.

    Gruß

    Ernst

    Hallo,

    ohne die rechtliche Seite zu vertiefen, gibt es eine interessante Variante, Käfer mit einer einfachen Bodenfalle zu fangen, ohne diese zu töten:

    man nehme einen Trinkbecher aus Plastik, steche am Boden ein paar Löcher mit einer Nadel, damit ev. Regenwasser ablaufen kann und die Tiere nicht ertrinken. Nachdem der Becher ebenerdig eingegraben ist, legt man auf den Boden eine getrocknete Pflaume, die vorher enie Nacht gewässert wurde. Die Käfer sitzen lebend auf der Pflaume. Man sollte sie dennoch bald aus ihrem "Gefängnis" befreien, damit sie sich nicht gegenseitig fressen.


    Ernst

    Hallo,
    von Fensterputzmittel zum Einweichen rate ich ab, da dieses Tenside enthält, die die Oberflächenspannung des Wassers starz herabsetzen: So können häßliche Weichflecken, besonders bei Insekten mit Schillerschuppen (Strukturfarben) entstehen.
    Ich weiche auch große Falter nur maximal 2 Tage auf. Als Mittel zur Schimmelbekämpfung füge ich Essig hinzu.
    Um die Flügelgelenke weich zu bekommen, spritze ich einen Tropfen reines Wasser in die Flügelwurzel und lass eventuell austretendes Wasser von einem Zellstoffstreifen aufsaugen. Nach ca. 5 Minulen sind die Flügelwurzeln weich und der Falter läßt sich leicht spannen. Dies mache ich bei grundsätzlich allen "Makros" die malgetrocknet waren (einschließlich Bläulinge).

    Gruß
    Ernst

    Hallo,

    ob es der Sammlung gut tut, auf dem Dachnoden zu lagern (mal abgesehen von "aus den Augen-aus dem Sinn") hängt vom Klima auf dem Dachboden ab, denn Dachboden ist nicht gleich Dachboden.

    Vielleicht hast Du die Möglichkeit, das Klima zu messen. Die Temperatur und die rel. Feuchte sollte, wenn möglich nicht zu schnell schwanken, um ein "Verziehen" der Präparate zu verhindern. Als Richtwerte sollten 40-60 % rel. Feuchte gelten, 35 % bis 65 % sind schon Extremwerte. Die Temperatur sollte nicht zu schnell schwanken, da dies immer einen Einfluß auf die rel. Feuchte im geschlossenen Kasten hat. Ist der Insektenkasten aus Holz, ist dies von Vorteil, da Holz viel Feuchte aufnehmen kann und somit eine gute Pufferwirkung hat. Die Temperatur sollte dann 30 ° nicht übersteigen. Je höher die Temperatur, desto schneller können sich natürlich auch Schadinsekten (Speckkäfer & Co.) vermehren.

    Dass man kein Licht in die Kästen einfallen lassen darf, ist ja klar.

    Die Sammlung möglichst auch nicht an Außenwänden des Gebäudes lagern, da diese meist feuchter sind, als Wände innerhalb des Gebäudes.

    Gruß

    Ernst